Europäischer Endometriose Kongress,
Siena, Italien, 29. November – 1. Dezember 2012.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.endometriosis-league.eu
Die tägliche Einnahme von Medikamenten aus der Gruppe der Gelbkörperhormone (Gestagene) findet zur Behandlung der Endometriose weltweit breite Anwendung.
Gelbkörperhormone unterdrücken in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung die Aktivität von Zwischenhirn und Hirnanhangsdrüse. Dadurch wird die Östrogenbildung in den Eierstöcken gebremst.
Durch die tägliche Einnahme wird das Verhältnis der Östrogenhormone und Gelbkörperhormone im Blut zu Gunsten der Gelbkörperhormone verschoben und das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut gebremst. Der gleiche Effekt soll in den Endometrioseherden erzeugt werden.
In Deutschland stehen zur Verfügung: Lynestrenol, Norethististeronacetat, Medrogeston, Medroxyprogesteronacetat und Dydrogesteron. Sie unterscheiden sich in Wirkungsstärke und Nebenwirkungsprofil.
Die Chance, dass die Gelbkörperhormontherapie bei Endometriose bedingten Schmerzen nicht wirkt, liegt zwischen 15 und 35 Prozent. In zwei Drittel aller Fälle kann also eine ausreichende Schmerzlinderung erzielt werden.
Diese Behandlung ist gut verträglich, da östrogene Nebenwirkungen fehlen. Durch die regelmäßige Einnahme wird jedoch die körpereigene Östrogenproduktion der Eierstöcke unterdrückt. Dies führt zu einem niedrigen Östrogenspiegel im Blut und zu Durchbruchsblutungen in der Gebärmutter. Durch stufenweise Erhöhung der Tagesdosis oder durch zusätzliche Östrogengabe lassen sich die Blutungsstörungen beherrschen.
Je höher aber die täglich gegebene Hormonmenge, um so häufiger kommt es zu relevanten Nebenwirkungen wie: