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Geburt

Die Geburt läßt sich als der Vorgang der Ausstoßung der Frucht aus dem Mutterleib unter Wehentätigkeit definieren.

Eine normale Geburt beginnt nach ungefähr 40 Schwangerschaftswochen und wird in drei Phasen eingeteilt:

1. Eröffnungsphase
2. Austreibungsphase
3. Nachgeburtsphase.

Sobald Wehen in regelmäßiger Folge auftreten, beginnt die Geburt. In diesem Fall oder auch, wenn die Fruchtblase geplatzt ist (Blasensprung), sollte sich die Mutter in die Klinik fahren lassen.

Während der Eröffnungsphase tritt der Kopf des Kindes in den Beckeneingang ein. Die Wehen weiten während der Eröffnungsphase den Muttermund immer mehr, bis es mit dem Platzen der Eihäute zum sogenannten Blasensprung kommt.

Ist der Muttermund komplett eröffnet, beginnt die Austreibungsphase. Die Wehen werden noch stärker, und die Frau verspürt den Drang zu pressen. Diese sogenannten Preßwehen führen schließlich zur vollkommenen „Entwicklung des Kindes". Zunächst schiebt sich der Kopf des Kindes aus dem Geburtskanal, kurz darauf - mit einer Schulter voran - der ganze Körper des Kindes.

Bei ernsten Komplikationen während der Eröffnungsphase kann die Entbindung unter Umständen mit einem Kaiserschnitt beendet werden. Bei Komplikationen in der Austreibungsphase muß das Kind evtl. mit der Saugglocke oder der Zange „geholt" werden (siehe auch Saugglocke bzw Zangengeburt).

Im Normalfall dauert die Eröffnungsphase bei Erstgebärenden ungefähr 12 - 16 Stunden, bei Frauen, die schon geboren hatten, rechnet man mit ca. 6 - 8 Stunden. Bei deutlich kürzeren Zeiten spricht man von einer Sturzgeburt. Die Austreibungsphase dauert im Normalfall nicht länger als 1 Stunde.

Das neugeborene Kind wird zur Säuberung seiner Atemwege meist abgesaugt; wenn die Blutgefäße der Nabelschnur nicht mehr pulsieren, wird abgenabelt. Für das Kind ist die Geburt damit beendet.

Die Mutter tritt dann noch in die Phase der Nachgeburtsperiode, in der sich die Plazenta (Mutterkuchen) löst und ebenfalls ausgetrieben wird. Diese Phase dauert meist 5 bis 30 Minuten. Es wird streng darauf geachtet, daß die Nachgeburt vollständig „geboren" wird, da verbleibende Reste zu schweren Infektionen führen könnten.

Nach komplett abgelaufener Geburt wird die Mutter meist noch einige Zeit überwacht.