Glossary


Hebamme

Bis ins späte Mittelalter hinein lag die Geburtshilfe allein in den Händen der Frauen, nämlich in denen der Hebammen, die auch die Heilkundigen des Volkes genannt wurden. Ärzte hatten in diesen prüden Zeiten nahezu keine Ahnung vom weiblichen Körper und schöpften erst allmählich akademisches Wissen aus den Niederschriften alter weiser Hebammen.

Mehr und mehr wurden die Hebammen aus der Alleinverantwortlichkeit für die Geburt verdrängt, und schließlich kontrollierten Ärzte die Ausbildung der Hebammen, ohne daß sie Erfahrung mit Kreisenden gehabt hätten. Seit 1630 gab es dann auch in der praktischen Geburtshilfe ausgebildete Ärzte (meist Chirurgen), die man dann Heb-Ärzte nannte. Bis auf den heutigen Tag gilt die Vorschrift, daß bei jeder Klinikentbindung (während der gesamten Geburtsdauer und noch 2 Stunden danach) eine Hebamme präsent sein muß.

Hebammen arbeiten entweder in fester Anstellung in Krankenhäusern oder sind freiberuflich als niedergelassene Hebammen tätig.

Zu den klassischen Aufgaben einer Hebamme gehören:

  • Schwangerenbetreuung und - beratung, auch wenn die Schwangere eine Hausgeburt möchte.
  • Bei Ankunft der werdenden Mutter im Krankenhaus Untersuchung und Vorbereitung auf die Entbindung, indem sie die Schwangere im Intimbereich rasiert, sie badet und ihr evtl. einen Einlauf gibt.
  • Überwachung der kindlichen Herztöne und des Zustandes der Kreisenden während der Eröffnungs- und Austreibungsphase
  • Unterstützung der Kreisenden bei der Wehen- und Atemarbeit
  • Dammschutz und evtl. Dammschnitt
  • Erstversorgung des Neugeborenen, sobald es geboren ist, mit Abnabeln, Wiegen, Baden, Vermessen, Augentropfen geben(Credesche Prophylaxe), Anziehen, an die Mutterbrust legen u. ä.
  • Überwachen der Nachgeburtsphase und Überprüfen der Plazenta (Mutterkuchen) auf Vollständigkeit
  • bei Hausgeburten häusliche Wochenpflege und Nabelpflege des Kindes
  • Hilfestellung bei Stillproblemen