Welcher Arzt???
Natascha

Hallo!
Obwohl ich diese Seite schon öfters besucht habe, bin heute das
erste mal im Forum gelandet. Es ist auf eine Art für mich beruhigend
zu sehen, daß ich nicht allein mit meinen Problemen bin.
Also kurz und knapp... ich bin 35 Jahre alt und leide eigentlich
seit meiner Kindheit d.h. mit erste Periodenblutung an Endo.
Damals war die Krankheit aber noch nicht bekannt. Bin dann aufgrund
Verdacht akkuter Blinddarm ins Krankenhaus mit 12 Jahren und dort
stellte man "komische Wucherungen" im Blinddarmbereicht fest und
keine akkute Blinddarmentz. Tatsächliche Diagnose kam dann 1992 mit
meiner ersten BS. Seither renne ich eigentlich von Arzt zu Arzt.
Bekam viele Hormonkuren (künstl. Wechseljahre etc. ) und hab 7 BS hinter mir. Hormone haben nie angeschlagen und wenn ich dann zum Gyn ging
und von meinen Beschwerden berichtete hielt man mich für unglaubwürdig.
Es hieß: "Das kann gar nicht sein". Ich litt auch unter ständigen Blutungen
während der Hormonbehandlungen. Irgendwann fand ich dann ein
recht gutes Krankenhaus in der Nähe mit einer Gyn-Praxis. Fühlte mich
dort sehr lange Zeit recht gut aufgehoben und man kümmerte sich sehr
lieb um mich. Man gab mir immer das Gefühl, ich kann immer kommen, egal
ob Tag oder Nacht! Irgendwann hieß es dann ich könnte nicht mehr
schwanger werden, wurde aber schwanger! Mein Gyn. in dem Krankenhaus
hielt es für ein med. Wunder. Habe vor und während der Schwangerschaft
massive Schmerzen gehabt und die Schwangerschaft ist eigentl.
auch nur festgestellt worden, weil ich wieder diese starke Beschwerden hatte. Mußte dann ins Krankenhaus etc etc. Wollte unbedingt einen
Kaiserschnitt, da ich wissen wollte, wie sieht es in meinem Bauch aus.
Jdf. merkte ich danach, daß ein Arzt aus dem Team mich nicht mehr
ernst nahm, wahrscheinlich weil ich unbedingt einen Kaiserschnitt wollte.
Fakt war, daß ich durch die Endo eine starke Gebärmutterknickung hatte und ich heute noch der Meinung bin, daß mit meiner Gebärmutter was
nicht stimmt (man lernt ja die Schmerzen zu deuten). Der Ablauf beim
KS war so, schneiden, Baby raus und zu! Ich frag mich nun im nachhinein,
wie konnte man so schnell feststellen ob alles OK im Bauch ist.
Hatte nach der Geburt 4 Monate Dauerbluten und 2 Apfelgroße Zysten.
Ich dachte, das kann nicht wahr sein. Jeder rät zu einer Schwangerschaft,
weil es danach besser werden soll und ich häng schon wieder mit
dem Scheiß. Rannte dann ständig zu dieser Klinik und dieser besagte
Arzt spielte meine Beschwerden runter: Ich hätte keine Endo mehr und
ich hätte ja ständig irgendwelche Beschwerden und es sind nur Minizysten
und das mit den Blutungen hört schon irgendwann auf, ich sollte
eine Psychoth. machen und bei mir wer ja äh nix normal.
Ich wurde bis zu dieser Aussage immer gut in dieser Klinik behandelt
und für unsere dörflichen Verhältnisse hier konnte ich zufrieden sein.
Jdf. wurde ich dann wieder op. Beschwerden habe ich nach wie vor
und ständig Zwischenblutungen. Um diese OP mußte ich jedoch förmlich
betteln, ging zu einem anderen Krankenhaus, die wiesen mich ab,
da ich kein Privatpatient bin (mich nimmt keine Private auf, da angeblich
zu schwer erkrankt, ha ha, und wenn man z.B. eine Rente oder
Schwerbeh. beantragt ist man nicht krank genug!) Ging dann zu einem
anderen Gyn. und der wies mich dann nach langer Dissk. ins Krankenhaus
ein. Jetzt zu meiner konkreten Frage: Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht? Hat einer von Euch auch das Problem von den Ärzten nicht
ernst genommen zu werden? Müsst Ihr auch um Schmerzmittel betteln?
Sind Eure OP Bericht so geschrieben, daß Ihr erkennen könnt welchen
Grad Endo Ihr habt? Sind pathologische Befunde dabei?(ICh war mal
beim Prof.Dr.Schweppe und der hatte sich gewundert warum ich solche
Berichte nicht habe). Wer von Euch kommt aus dem Raum Mönchengladbach, Krefeld, Viersen, Heinsberg? Und wer könnte mir
einen Arzt in diesem Raum empfehlen, der eine Endo-Patientin mal
wirklich ernst nimmt?
Ich möchte im Herbst wieder zum Dr. Schweppe, aber für die akkuten
Probleme brauch ich einfach einen Arzt hier in der Nähe, ich kann doch
nicht für jeden Termin hoch nach Westerstede fahren!
Übrigens hat meine Schwester genau die gleichen Probleme wie ich und
wird genauso wenig ernst genommen. Also, sollte jmd einen guten
Rat bzgl. eines Arztes in der Nähe haben, ich bzw. wir nehmen ihn
dankbar an.
VIELEN LIEBEN DANK!!!!



Re: Welcher Arzt???
Sele

Liebe Natascha,
ich kann dir leider keinen Arzt in deiner direkten Umgebung empfehlen, bin aber sicher, dass im Forum jemand auf deine Frage beantworten wird.
Ich möchte dir aber sagen, dass ich seit über 5 Jahren an komischen Beschwerden leide, vor allem ständige zwischenblutungen und darmprobleme. Und kein Arzt hat mich bisher ernst genommen, ich habe die Diagnose erst seit 3 Wochen! Ich bin vom arzt zu arzt gerannt, habe auch von meinem kinderwunsch erzählt, aber da ich keine so unglaublich starke schmerzen hatte, wurde die sache nicht ernst genommen.
Und jetzt stehe ich hier mit 38 und habe noch kein kind und mache demnächst meine erste BS und was weiß ich, was sie alles in meinem bauch finden werden...
Ich lese ständig solche geschichte, wir werden nicht ernst genommen.
Es ist wirklich traurig.
Ich wünsche dir, dass du bald einen guten arzt findest.
In Köln ist Dr. Possover sehr bekannt, aber ich gehe davon aus, dass das auch zu weit für dich ist.
Liebe Grüße
Sele



Re: Welcher Arzt???
Natascha

Liebe Sele!
Es macht mich traurig dies zu lesen. 5 Jahre lang nicht ernst genommen
zu werden... Danke für Deine Antwort. Wenn alle Stränge reißen und
ich keinen Arzt in der Nähe finden sollte, werde ich wohl nach Köln oder
Essen fahren. Hier auf dieser Seite ist ja eine Arztliste, aber ich denke
man muß wirklich darauf achten ob man sich an einen Mitgliedsarzt oder
an einen "Endometriose Interessierten Arzt" wendet.
Denn in der Liste der interessierten Ärzte sind leider auch einige Ärzte
aufgeführt, die mich und meine Schwester ebenfalls in keinster Weise
ernst genommen haben. Es ist wirklich ein Disaster. Aber ich und meine
kleine Schwester werden weiterhin hoffen und schreiben und fragen, vielleicht
findet sich jemand, der uns einen Tip geben kann.
Dir wünsche ich jedenfalls von ganzen Herzen, daß die Diagnose bei
der BS mild ausfallen wird und Du vielleicht nach Deiner BS schwanger
werden kannst. Ein kleiner Tip! Lass Dir die Eileiter durchspülen, wird
mit einer blauen Flüssigkeit gemacht. Das haben die bei meiner vorletzten
BS auch gemacht, ca. 4 Monate später wurde ich dann, wider erwarten,
schwanger!
Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, diese ganzen Hormongaben
sprich "künstliche Wechseljahre" haben mir gar nix gebracht!
Im Gegenteil, immer wieder neue Herde und Blutungen. Jdf. habe ich
irgendwann den Entschluß gefasst nie wieder Hormone zu nehmen
(bis nach der Schwangerschaft, aber die habe ich jetzt auch wieder
eingestellt, weil Nebenwirkungen einfach zu Krass). Der Körper hat
sehr lange gebraucht sich von den Hormonen und den Nebenwirkungen
zu erholen. Aber nach ca. einem Jahr ging es mir besser. Und komischer
Weise hatte ich zwischendurch ein paar Jahre in denen ich nicht
operiert wurde. Beschwerden waren zwar da, aber es hielt sich
im Rahmen. Vielleicht hilft Dir diese Aussage ein wenig!
Also, ich drück Dir und anderen Betroffenen ganz fest die Daumen!
Gruß
Natascha