Endometriose ab 40 - abgeschrieben?
souris éléphant

Klar, souris éléphant ist ein Pseudonym, dennoch kann die Berichterstattung wahrheitsgemäß sein. Mal Maus, mal Elefant - das entspricht durchaus dem Endometriose-Erleben. Ich bin sehr sportlich (Schwimmverein 3 Mal die Woche) und ansonsten nicht zimperlich, weshalb Zyste + Endometriose nur per Zufall entdeckt wurden vom Internisten per Ultraschall. Die Schmerzen habe ich immer für normal gehalten - Frauenschicksal eben. Was ich nun gerne von Euch wissen möchte: Ist es normal, zwar die Diagnose "Endometriose" gestellt zu bekommen, ansonsten aber keine Auskunft darüber, wo sie sich befindet? Hat der Gynäkologe doch jedesmal Ultraschall eingesetzt, mir über die befallenen Orte aber nichts gesagt? Wieso erklärt er sich nicht - weshalb gerade Therapie mit Gestagenen? Wieso nimmt er nicht Stellung zu meiner Frage nach der Möglichkeit einer Operation? (Endometriose-Zyste am Eierstock) Ich weiß ja nicht, ob das so üblich ist im Umgang mit Patientinnen und habe auch wenig Neigung, noch mehr Ärzte kennen zu lernen. Wieso kein Wort über mögliche Nebenwirkungen? Kurz: seit Dezember gehe ich da nicht mehr hin, und das alte Lied beginnt von vorne. Im übrigen hat die Hormonbehandlung auch nichts gebracht: während es mir anfangs besser ging, hatte ich nach einem Monat ständige Blutungen und die Regel blieb schließlich ganz aus, was mit ständigen Schmerzen einherging; es war schließlich schlimmer als vor der Behandlung. Ich war nur noch ein Häuflein Elend, obwohl ich bisher nie Depressionen gekannt habe, - bis ich auf die Idee kam, die Hormonpillen nicht mehr zu nehmen, und siehe da: bin wieder ganz die "Alte", d.h. souris + éléphant. Mein Verdacht ist leider, dass Frauen über Vierzig "abgeschrieben" sind und daher höchstens drittklassige Behandlung erhalten - d.h. nicht der Rede und nicht des Nachdenkens wert, für eine Operation jedenfalls zu "teuer", da sie ja voraussichtlich nicht mehr "reproduzieren". Liege ich damit falsch? Ich meine, wenn überhaupt irgendeine Behandlung, müsste man mich doch wenigstens über meine Lebensumstände und über meine Zukunftsplanung (oder -aussichten) befragen. Oder muss ich etwa angeben, mit 43 noch Kinderwünsche zu haben und einen Partner in petto, damit man in mich "investiert"? Die einzige Möglichkeit, die Endometriose ohne Hormonbehandlung in den Griff zu bekommen, scheint ja wohl die Operation zu sein, und wie es aussieht (nach den schlapsigen Bemerkungen meines Gynäkologen zu schließen), hat sie sich bei mir ziemlich schön breit gemacht.

[%sig%]



Re: Endometriose ab 40 - abgeschrieben?
caro

Hallo Du,

hört sich an als solltest Du vielleicht doch mal einen Spezialisten aufsuchen.
Ich glaube nicht das es an Deinem Alte liegt, sondern an deinem Arzt.
Es gibt leider immer noch viele FÄ die Endo nicht so richtig ernst nehmen oder sich nicht richtig auskennen.
Wo die Endo überall sitzt kann man genau nur über eine Bauchspiegelung feststellen. Was man natürlich im Ultraschall sieht sind die Zysten.
Ob die wirklich allein durch eine Hormonbehandlung weg gehen ist fraglich. Oft macht man eine Hormonbehandlung und dann eine OP, die Herde sind dann eingetrocknet und können besser entfernt weden.
Was hast Du denn für eine Hormontherapie gemacht, hat Du ein Pille genommen oder "Wechseljahrtherapie" gemacht.
mit Enaton, Zoladex etc. gemacht?
Wo kommst Du denn her, vielleicht kann Dir ja ein Mädl aus dem Forum eine Adresse in Deiner Nähe empfehlen.

Viel Glück

Caro



Re: Endometriose ab 40 - abgeschrieben?
christa

Hallo liebe 43 jährige, bin selber heuer 43 Jahre alt und habe seit 11 Jahren Endo. Habe die Cerazette und die Valette über die Jahre durchgehend eingenommen und 28 kg zugenommen. Die von Dir beschriebenen Nebenwirkungen hatte ich auch alle und noch viel mehr. Ich habe auf eigenen Wunsch alles abgesetzt weil ich mir vorkam wie ein Zombie. Danach Schmerzen ohne Ende. OP letztes Jahr wobei sie mir die Gebärmutter wieder reingenäht haben und nachdem ich weiterhin Schmerzen habe, heuer die Vorschlag kam, doch die Gebärmutter jetzt rauszuschneiden, als Versuch, ob die Schmerzen besser würden. Mit 43 Jahren ist man in einen Alter, wo man für die meisten Männer als zukünftige Oma und nicht als Mutter angesehen wird. Ich habe Gott sei Dank zwei wunderbare schon fast erwachsene Söhne, aber ich habe trotzdem nicht in die erneute OP eingewilligt, weil ich gegen Versuche allergisch geworden bin, den das Versuchsopfer sind immer wir, die Frauen. Zur Zeit versuche ich TCM Tee und Akupunktur, aber ich kann noch nicht sagen, daß es mir was geholfen hätte. Kostet ziemlich viel Geld, aber es ist ein Versuch wert, denn es kann zumindest nicht schaden. Alles Gute für Dich, kämpf Dich durch! Liebe Grüße Christa



Re: Endometriose ab 40 - abgeschrieben?
Britta

Hallo Du,

ich denke auch es liegt nicht an Deinem Alter sondern an der Unfähigkeit Deines Arztes. Ähnlich wie Dir ist es mir auch ergangen. Ich habe in den letzten zwei Jahren massive Beschwerden während der Monatsblutung gehabt. Hab aber nie was zu meiner Ärztin gesagt, weil ich das für normal hielt. Bis sich dann eine Zyste breit gemacht hat und alles durcheinander gebracht hat. Letztendlich bin ich zusammengeklappt und notoperiert worden. Jetzt mache ich auch eine Hormontherapie mit Zoladex. Ich habe wirklich damit gehadert und lange vor mir hergeschoben. Mir gehts gings echt besch*. Nur nachdem man mir auch in der Uniklinik den Therapievorschlag des behandelnden Arztes bestätigt hat, habe ich mich darauf eingelassen. Über Ultraschall können die Ärzte nur Zysten feststellen. Die Endo-Herde können sie nur über eine Bauchspiegelung entdecken. Ich habe das alles auch nicht begriffen. Ich bin dreizig. Mit Deinem Alter hat das also wirklich nichts zu tun. Bei mir wird das so behandelt, mit dem Hintergrund durch die Hormontherapie die Herde auszutrocknen und in einem halben Jahr - also im Anschluss der Hormontherapie eine OP durchzuführen um die restlichen Herde zu beseitigen. Eine andere Möglichkeit gab es bei meinem Krankheitsverlauf angeblich nicht. Problem bei mir sind auch die massiven Verwachsungen. Dadurch ist eine BS wohl zur Zeit nur sehr schwierig durchzuführen. .
Du siehst - Du bist nicht die einzigste und an Deinem Alter liegt es wirklich nicht. Ich empfehle Dir dringend einen anderen Arzt aufzusuchen.. Ich kann mir gut vorstellen, wie Du Dich fühlst und das Du wirklich keine Lust hast von einem Arzt zum anderem zu laufen.. Ich hab das jetzt so gemacht, das ich mich paralell homöopathisch behandeln lasse. Noch gehts mir ganz gut dabei.. Ich wünsch Dir jedenfalls alles Gute. Gruß Britta



Re: Endometriose ab 40 - abgeschrieben?
Wolfgang

hallo liebe Chatteilnehmerin

Daß sich manche Frauenärzte mit Endo weniger auskennen liegt daran, daß es eigentlich keine richtigen Endo-Ärzte geben kann. Es werden zu viele Fachgebiete tangiert und selbst Dr. Schweppe von der Ammerlandklinik - ein ausgewiesener Spezialist - sagt, daß dieses Fachgebiet ein wenig Bearbeitetes ist und nur manche Ärzte nehmen sich dem Thema dann mit viel Liebe an. Die zu finden ist sicherlich über den Chat leichter.

Wir haben hier im Raum PLZ 74 eine Frauenärztin, die mit einem Hormonpräperat arbeitet und dabei gute Erfolge hat, das Östrogen ersetzt und somit wieder für eine stabile Hormonlage auch im Frauenalter ab 35 - denn ab da nimmt die Östrogenproduktion teilweise schon ab - sorgt. Damit können auch viele Wirkungen von Endo verbessert werden.

Die Ärztin verwendet diese im Versand erhältlich Salbe mit Dyosgenin - wird im Körper in Progesteron umgewandelt - und beobachtet ihre Patientinnen nun schon über ein Jahr. Alle sind sehr zufrieden und die Ärztin meint, sogar einen Rückgang der Zysten festgestellt zu haben. Dazu benötigt man aber einen längeren Zeitraum, um hier mehr sagen zu können.

Ich als Mann im Chat komme deshalb dazu, zu schreiben, weil eine Bekannte von mir die ganzen Endo-Phasen auch durchmacht und ich deshalb auch viele Details kenne. Durch Zufall habe ich dann einmal privat von der Ärztin gehört und mich weiter dafür interessiert - auch um meiner Bekannten helfen zu können.

Wenn Du mehr über diese sanfte Hormonbehandlung durch Aufnahme über die Rezeptoren der Haut wissen möchtest, schreibe mir einfach eine Mail. Oder auch jeder anderen interessierten Chatteilnehmerin steht dieser Weg offen.

Gruss Wolfgang