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Tess

Als erstes Zentrum in Bayern wurde jetzt das Endometriose-Zentrum der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen (Direktor: Prof. Dr. Matthias W. Beckmann) erfolgreich von der Stiftung Endometriose-Forschung mit der höchsten Stufe (Stufe III) zertifiziert. „Voraussetzung hierfür war neben hohen Patientinnenzahlen, hervorragender klinischer und wissenschaftlicher Aktivität auch die sehr gute interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen des Universitätsklinikums, der Endometriose-Selbsthilfegruppe und spezialisierten Reha-Einrichtungen“, sagte der leitende Oberarzt Dr. Stefan P. Renner, der auch maßgeblich den ersten deutschlandweit gültiger Behandlungsleitfaden für Patientinnen mit Endometriose mit erarbeitet hat.

Endometriose ist eine Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut an verschieden Orten außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommen kann. Die Ursache der Erkrankung ist trotz intensiver Forschung weiterhin unbekannt. Deutschlandweit leiden 10 % bis 30 % der Frauen unter 50 Jahre insbesondere während der Periodenblutung unter starken Unterbauchschmerzen oder auch unerfülltem Kinderwunsch. „Die Dunkelziffer ist allerdings sehr hoch“, weiß Dr. Renner. Trotz des hohen Vorkommens der Erkrankung dauert es bis zu 7 Jahre vom Beginn erster Beschwerden bis zur sicheren Diagnose. Der Grund: „Die Diagnosestellung ist bei sehr unterschiedlicher und teilweise unspezifischer Beschwerdesymptomatik schwierig“, so Dr. Renner.

Langjährige Erfahrung bei Schlüsselloch-Operationstechniken

Häufig werden verschiedenste Ärzte konsultiert bis erstmals eine Endometriose vermutet wird. In Erlangen wurde deshalb eine eigene Endometriose-Sprechstunde eingerichtet, in der speziell geschulte Ärzte die Diagnostik durchführen und eine individuelle Therapie mit der Patientin besprechen. In Abhängigkeit von Faktoren wie Beschwerdesymptomatik, Alter und Kinderwunsch wird eine konservative (z. B. Schmerzmedikamente, Akupunktur, Homöopathie, Hormone) oder operative Therapie besprochen. Bei der operativen Therapie setzt die Erlanger Frauenklinik seit Jahren auf minimal-invasive Verfahren (so genannte Bauchspiegelung oder Laparoskopie). Der Vorteil für Patientinnen: ein deutlich verkürzten Krankenhausaufenthalt und schnellere Genesung. Anstatt einer großen Operation durch die geöffnete Bauchdecke wird bei der Laparoskopie durch ein 1-Cent großes Loch in der Bauchdecke operiert. „Unser Zentrum gehört zu den wenige Zentren deutschlandweit, in denen die minmal-invasiven Verfahren seit Jahren auch bei schweren Endometriose-Formen bis hin zur Entfernung einzelner Harnblasen- oder Darmabschnitte durchgeführt werden“, sagte Prof. Beckmann. Zur Abrundung einer optimalen Betreuung arbeitet das Endometriose-Zentrum mit speziell geschulten Facheinrichtungen am Uni-Klinikum (Schmerzambulanz, Chirurgie, Urologie, Psychosomatik) und niedergelassenen Fachärzten eng zusammen.

Forschung für Frauen

Parallel zur Patienten-Versorgung wird in der Frauenklinik intensiv über die Ursache und mögliche Verbesserung bei der Diagnostik der Endometriose geforscht. Patientinnen - egal ob betroffen oder gesund - haben die Möglichkeit, diese Forschung durch eine Blutspende (10 ml) in der Frauenklinik oder dem Ausfüllen eines Fragebogens (Dauer ca. 20 Minuten) zu unterstützen. Weitere Informationen über die Studienzentrale der Frauenklinik, Tel.: 09131 / 85-36167.

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Liebe Grüße, Tess