Interview mit Prof. Possover über LANN-Technik
Heikem

Sehr geehrter Herr Prof. Possover,

ich bin letztes Jahr nach allen Regeln der Kunst organschonend endometriose-operiert worden, mit anhaltendem guten Ergebnis.

Diese LANN-Technik hat jedoch mein Intresse geweckt, deshalb ein kleiner Fragenkatalog:

1) Wie werden die Nervenbahnen genau sichtbar gemacht, durch Färbemethoden, Mikroskopie oder Potentialmessung?
2) Ist diese Nervensichtbarmachung nur bei Organ-oder Organteilentfernungen im urogynäkologischen Bereich notwendig, oder ist sie auch bei kleineren Herdentfernungen anzuraten?
3) Gibt es genaue Vergleichsstudien, die diese hohe Erfolgsquote hinsichtlich Nervenschonung belegen und die ggf. der Krankenkasse vorgelegt werden könnten?
4) Übernimmt das deutsche Gesundheitssystem dieses Verfahren?
5) Welche Kliniken arbeiten bereits mit dieser LANN-Technik oder einer vergleichbaren bzw. welche Kliniken forschen auf diesem Gebiet?
6) Für den Fall, daß nur Sie auf diesem Gebiet arbeiten, warum ist das kein Forschungsschwerpunkt angesichts der Tatsache, daß so viele Frauen offenbar Nervenschädigungen davontragen??

Vielen Dank, stellvertretend von allen Intressierten,
mit freundlichen Grüßen,

Heike

Antwort

Sehr geehrte Patientin,

ich danke Ihnen für Ihre Frage bezüglich der LANN-Technik.

1./2. LANN ist die Abkürzung für LAparoskische NeuroNavigation, i.e. während wir im kleinen Becken operieren, werden sämtliche neurale Strukturen elektiv stimuliert, um deren Funktion direkt im Rahmen der Operation erfassen und somit die funktionellen Blasen- und Darmnerven - soweit wie möglich - erhalten zu können.
Die Methode der intraoperativen Nervenstimulation ist ein übliches Verfahren, welches in der Neurochirurgie täglich angewandt wird, aber auch in der Viszeralchirurgie, z.B. bei Schilddrüsenoperationen, um die Nerven der Stimmbänder besser darstellen und somit erhalten zu können, aber auch bei der Chirurgie des Enddarmes, um postoperative chronische Verstopfungen bzw. Durchfälle zu vermeiden. Die Darstellung und elektive Erhaltung der Nerven ist bei den Urologen auch bei Prostataoperationen üblich. Somit ist diese nervsparende Methode üblich praktisch in sämtlichen Fachgebieten - ausser in der Gynäkologie.

Bei der Endometriose-Chirurgie gibt es noch die spezielle Situation, dass sich die Nerven nicht einfach so darstellen lassen, wenn die Endometriose das Gebiet des Nervs infiltriert; somit können nicht alle Nerven erhalten werden, und die intraoperative Elektrostimulation ermöglicht nicht nur eine bessere Identifikation der Nerven, sondern auch die Unterscheidung zwischen motorischen und sensitiven Nerven. Dieses Verfahren gewinnt auf jeden Fall auch Interesse auf internationaler Ebene und ist nicht unbekannt, es wird aber in Deutschland nicht angewandt - aus welchen Gründen auch immer, dazu möchte ich keinen Kommentar abgeben.

3. Über diese Methode haben wir im übrigen in einer internationalen Zeitschrift, dem Royal Collegue of General Surgean of America bereits vor drei Jahren publiziert, und seit Beginn dieses Jahres ist die Darstellung und Erhaltung der Nerven bei Chirurgien der tiefsitzenden Endometriose in den Leitlinien der Endometriose-Stiftung Endometrioseforschung (Meeting Weissensee bei Prof. Keckstein im Februar 2009) verankert. Fakt ist, dass - selbst wenn diese Methode nicht angenommen wird - Probleme wie Blasen- und Darmentleerungsstörungen nach Rektumoperationen bzw. tiefen Beckenoperation bekannt sind und schon über lange Zeit dokumentiert sind, vor allem in der Fachdisziplinen Chirurgie und Urologie, im Fach Gynäkologie sind sie "unbekannt", aber trotzdem natürlich nicht inexistent. Aufgrund dieser Problematik haben wir die Abteilung für Neuropelveologie in Zürich aufgebaut; hier befassen wir uns nicht nur mit der Erhaltung dieser Nerven bei tiefsitzender Endometriose, sondern auch mit der Wiederherstellung von Blasen- und Darmfunktionen nach solchen Operationen. Die Zahl der Patientinnen, die nach Operationen an solchen Problemen leiden, ist weithin unbekannt, aber es gibt deren viele, und man muss sich ihrer Probleme annehmen.

4./5./6. Dass die LANN-Technik nicht von den deutschen Krankenkassen anerkannt wird, ist klar: Die DRG sind schon vor einigen Jahren entstanden, und neuere Operationsmethoden in dieses System zu integrieren, dauert Jahre!

Vielen Dank nochmals für Ihre Frage; einer meiner Lehrer sagte immer: Die Chirurgie hat immer davon profitiert, wenn sie feiner wurde - und die LANN-Technik ermöglicht eine feinere und respektvollere Chirurgie der Endometriose des kleinen Beckens, aber auch weiterer Erkrankungen (wie bei Gebärmutterhalskrebsoperationen oder Prostatektomie).

Mit freundlichen Grüssen

Prof. Dr. med. Marc Possover
Leiter Neuropelveologie



Hallo Heikem, vielen Dank
Shelly

Hallo Heikem,

vielen Dank für den interessanten Bericht. Ich dachte bis heute, dass er diese Methode in der Klinik in Köln nicht anwenden konnte/ durfte.  Da es jedoch in Deutschland nicht angewendet wird, warum auch immer, darum ist er in die Schweiz gegangen. Jetzt ist mir alles klar!

Gruß Shelly



Hallo Heike, sehe ich das
Eowyn

Hallo Heike, sehe ich das richtig, dass diese LANN-Methode auch in Deutschland bei anderen Operationen angewendet wird, aber nicht in der Gynäkologie? Wenn das wahr ist, ist das ein unglaublicher Skandal, der eigentlich an die Öffentlichkeit gebracht werden müsste. Es bestärkt mich wieder in meinem Eindruck, dass Frauen mit ihren Krankheiten wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Gleiches habe ich oft schon gedacht, wenn ich höre, wie viele Frauen in meiner Bekanntschaft mit ihren chronischen Blasenbeschwerden allein gelassen werden. Aufgrund der gegenüber Männern viel kürzeren Harnröhre ein typisches Frauenleiden, für das sich niemand ernsthaft zu interessieren scheint.

Liebe Grüße



Das Endo Zentrum Erlangen
Tess

Das Endo Zentrum Erlangen wendet aber auch die LANN Technik an und ist in Deutschland.

--

Liebe Grüße, Tess



Hallo Eowyn, stell dir mal
Heikem

Hallo Eowyn,

stell dir mal vor, eine Frau erleidet bei einer urogynäkologischen Operation ohne diese besagte Technik Nervenschädigungen, die evtl. zu einem sexuellen Sensibilitätsverlust führen. Dann wird das fast jeder Arzt auf die seelische Konstitution der Frau schieben, aber sie wird nicht die Hilfe bekommen wie ein Mann in vergleichbarer Situation. Beim Mann hingegen wird diese Technik zur Prävention routinemäßig angewandt, weiterhin wird man ihm Viagra verschreiben. Habt ihr ähnliches schon mal bei der Behandlung einer Frau gehört? Mir scheint auch, daß die Sexualität der Frau als zweitrangig gewertet wird und daß überwiegend Männer für die mangelnde Umsetzung der sexuellen Selbstbestimmung der Frau verantwortlich sind.

Heike 

 

 



Ja, Tess, ich habe den
Eowyn

Ja, Tess, ich habe den entsprechenden Thread von Heike gelesen. Erfahrungsberichte gibt es vielleicht auch irgendwann einmal. Sinnvollerweise wird diese Technik ja wohl bei höhergradiger Endometriose eingesetzt. Dennoch verstehe ich nicht, dass diese LANN-Technik offensichtlich nicht routinemäßig in der Gynäkologie eingesetzt wird. Es gibt ja noch andere gynäkologische Operationen als die Entfernung von EM-Herden. Außerdem ist Erlangen ja nicht das einzige Zentrum in Deutschland. Deshalb denke ich, dass der Vorwurf schon berechtigt ist. Nerven erhaltende Operationen müssen in diesem sensiblen Bereich einfach überall Standard sein.

 Ich habe in der letzten Woche einige Zeit damit verbracht, mir die Forumsbeiträge durchzulesen und ich muss sagen, dass ich ziemlich erschüttert bin, wieviel Verzweiflung, Schmerzen und vielfach Auswegslosigkeit sich hier vereinen. Dass Frauen sich bis zur völligen Verstümmelung ihrer Weiblichkeit operieren lassen, nur um den Schmerzen zu entgehen oder darauf warten, endlich in die Wechseljahre zu kommen, nur weil ihnen im Grunde kein Arzt wirksam helfen kann. Für mich ist das ein Skandal, der in die Öffentlichkeit gehört, vielleicht als Bericht an die EMMA oder besser an den Spiegel. Die meisten Frauen wissen gar nicht, dass es diese Krankheit überhaupt gibt. Schmerzen bei der Menstruation werden als normal angesehen, schon im Schulalter, von den Lehrern, von den Eltern. Mag ja sein, dass sich die Beschwerden auswachsen mit dem ersten Freund und entsprechender homoneller Verhütung oder mit der ersten Schwangerschaft. Aber Frauen bekommen immer später das erste Kind und viele bekommen eben gar keines mehr, weil ihre Eierstöcke dicht sind. Das sollte auch von volkswirtschaftlichem Interesse sein. Vielleicht ist die Endometriose ja auch tatsächlich eine Autoimmunkrankheit, Thesen wie eine erhöhte Telomeraseaktivität in den Schleimhautzellen (=> geringere Sterblichkeit der Zellen als normal) deuten auf epigenetische Veränderungen, keiner scheint das zu wissen.  Letzteres würde aber darauf hindeuten, dass eine erhöhte Chance zur Vererbbarkeit der Krankheit besteht, wie auch hier im Forum schon vermutet wurde. Aber da müssen eben Forschungsgelder locker gemacht werden. Wie Heike schon sagte, um dieses Sch....- Viagra wird ein Aufstand gemacht, aber die Sexualität der Frauen wird ignoriert. Schon im Interesse unserer Töchter sollte diese Krankheit, die ja offenbar so viele Frauen betrifft, bekannt gemacht werden, denn es geht ja nicht nur um Schmerzen während ein paar Tagen, sondern um das gesamte Sexualleben, das ja offenbar beeinträchtigt wird und das sollte schließlich auch die Männer interessieren.

Liebe Grüße



Das Thema "Endo an die
Tess

Das Thema "Endo an die Öffentlichkeit" wurde hier in der Vergangenheit schon sehr oft besprochen. Aber bisher blieben alle Versuche hilflos. Wir haben Fernsehsender, Zeitschriften und Co angeschrieben, keine ist darauf eingegangen.

--

Liebe Grüße, Tess



Na wenn das so ist, brauche
Eowyn

Na wenn das so ist, brauche ich mir ja auch keinen Kopf drum zu machen, oder?

 



Hallo Eowyn, ich denke, daß
Sera

Hallo Eowyn,

ich denke, daß es sich lohnt, es immer wieder zu versuchen, dieses Thema der Öffentlichkeit mitzuteilen. 

Wenn man bisher damit noch keinen Erfolg hatte, heißt das für mich nicht, daß man resignieren muß. Beharrlichkeit kann zum Erfolg führen. Es "menschelt" auch da. Vielleicht wurde das Thema bisher als nicht interessant genug eingestuft. Aber es ist z.B. möglich, daß man bei erneuten Versuchen zufällig eine/einen Betroffenen anspricht- und plötzlich hat man Erfolg.

Wenn man aufgibt und resigniert, ändert man nichts.

Mich würde interessieren, wo bisher Versuche gestartet wurden. Vielleicht hat jemand im Forum eine Idee, wo man sich noch hinwenden könnte?

Liebe Grüße,

Barb

 



Ich halte die Aussage von
Heikem

Ich halte die Aussage von Tess, daß sie oder andere schon oft versucht hätten, das Thema Nervenschonung bei gynäkologischen Operationen in die Öffentlichkeit zu bringen, für nicht zutreffend.

Vielleicht meint sie Endometriose, aber da sind in letzter Zeit sehr viele Veröffentlichungen.

 



Hallo Heike, na dann bin ich
Sera

Hallo Heike,

na dann bin ich ja beruhigt, daß das Thema doch nicht so totgeschwiegen wird. Es sind ja auch genug Frauen davon betroffen!

Komisch, wie kommt dann Tess darauf?

 



Wenn du mit Thema
Heikem

Wenn du mit Thema Endometriose meinst, dann wird es zunehmend in Zeitschriften, Radio-und Fernsehsendungen behandelt.

Nervenschonungsoperationsmethoden bei gyn. Operationen jedoch finden keine Erwähnung. Oder kannst du mir etwas nennen?



Eowyn hat geschrieben, das
Tess

Eowyn hat geschrieben, das Thema Endometriose müsste an die Öffentlichkeit und das wurde hier schon oft angesprochen und versucht, bei Zeitschriften, Verlagen, Tv-Sendern usw.

Von der LANN Technik habe ich nichts gesagt, darüber wurde auch noch nicht berichtet.

--

Liebe Grüße, Tess



Nein, Tess, wir alle
Heikem

Nein, Tess, wir alle sprachen über das Thema LANN!



Zitat Eowyn: Ich habe in der
Tess

Zitat Eowyn: Ich habe in der letzten Woche einige Zeit damit verbracht, mir die Forumsbeiträge durchzulesen und ich muss sagen, dass ich ziemlich erschüttert bin, wieviel Verzweiflung, Schmerzen und vielfach Auswegslosigkeit sich hier vereinen. Dass Frauen sich bis zur völligen Verstümmelung ihrer Weiblichkeit operieren lassen, nur um den Schmerzen zu entgehen oder darauf warten, endlich in die Wechseljahre zu kommen, nur weil ihnen im Grunde kein Arzt wirksam helfen kann. Für mich ist das ein Skandal, der in die Öffentlichkeit gehört.

 

Da geht es nicht um die LANN Technik sondern um Endo allgemein oder nicht?

--

Liebe Grüße, Tess



Endometriosebehandlung
Heikem

Endometriosebehandlung fällt auf jeden Fall mit in den Bereich LANN-Technik, aber die Problematik bei urogynäkologischen Operationen hat eine viel größere Bandbreite wie aus der langen Darstellung von Prof. Possover hervorgeht. Ich wollte nicht, daß du den Eindruck erweckst, daß die Nichtanwendung einer Nervenschonungstechnik bereits skandalisiert in der Öffentlichkeit wäre, das ist es in keinster Weise.



......und jetzt geht es
Sera

......und jetzt geht es WIEDER !!!!!!! nur darum, wer Recht hat, Tess.

Schade um dieses Forum, das ich sonst wirklich bereichernd finde.

Bitte laß uns "erwachsen" miteinander umgehen!

Sera



Ich denke, das eine Thema
Eowyn

Ich denke, das eine Thema kommt nicht ohne das andere aus und ich bin nicht der Meinung, dass Endometriose ausreichend im öffentlichen Bewusstsein verankert ist, selbst wenn jetzt öfter darüber berichtet wird. Bei der Häufigkeit scheint es sich um eine Volkskrankheit zu handeln und wenn ich das mit Diabetes oder Ähnlichem vergleiche, an dem man ebenfalls nicht gleich stirbt, ist mir das unbegreiflich. Zumal die meisten anderen chronischen Volkskrankheiten erst in höherem Alter auftreten, aber hier sind ansonsten gesunde junge Frauen und Mädchen betroffen, bei denen außer der Fortpflanzungs- nicht zuletzt auch die Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist, von der Lebensqualität ganz zu schweigen. Deshalb muss die Ursachenforschung vorangetrieben werden. Es kann nicht angehen, dass nur an den Symptomen rumgeschnippelt wird, ohne dass sich jemand dafür interessiert, woher diese  Krankheit eigentlich kommt und wie sie vielleicht sogar zu vermeiden ist. Diese LANN-Geschichte ist darüber hinaus empörend, weil hier den Frauen die bestmögliche Versorgung verweigert wird, ob aus Unkenntnis, Gleichgültigkeit oder Geiz wäre zu klären. Ebenso ob es sachliche Gründe von ärztlicher Seite gibt, die aber dann zur Diskussion gestellt werden müssen. Die Ungleichbehandlung sollte aber thematisiert werden, da zur Zeit eine starke Sensibilität für Zweiklassenmedizin jeder Art besteht.

Liebe Grüße



In Sachen
Heikem

In Sachen Endometrioseforschung wird aber viel getan, es gibt dieses gesponserte Forum, und viele Forschergruppen arbeiten daran, das finde ich toll! Aber es ist eine sehr komplexe Krankheit ohne Patentrezept zur Zeit. Ich finde es nicht skandalös, daß so viele Frauen leider so viele Operationen brauchen, aber es geht in Richtung Skandal, daß Männer standartmäßig nervenschonende Operationstechniken bekommen und bei Frauen sei diese, so Zitat Prof. Possover, unbekannt. 

Können wir es auf diesen Nenner bringen? Ich fühlte mich jetzt verantwortlich, dieses Thema zu verteidigen.

Heike 

 



Öffentlichkeit
Sera

Hallo Eowyn,

ja, im Vergleich zu z.B. Diabetes finde ich auch, daß Endo ziemlich unbekannt ist. Vor meiner eigenen Erkrankung hatte ich noch nichts darüber gehört.

Ich kann mir auch nicht erklären, woran es liegt, daß dieses Krankheitsbild und die LANN- Technik so wenig publik gemacht wird. Ist die Technik so teuer? Aber teurer ist wahrscheinlich, sie nicht anzuwenden und die Folgen (Medis, OPs usw.) zu finanzieren.

Gibt es von Ärzten Berichte oder Aussagen, warum diese Versorgungen nicht stattfinden?

Barb

 



@Heike, wir brauchen doch
Eowyn

@Heike, wir brauchen doch gar nicht alle so hundertprozentig d´accord zu sein. Themen verändern sich manchmal in solchen Foren.

 Man muss sich doch einmal überlegen, wo das wirkliche Interesse der Frauen mit dieser Krankheit liegt und wo diese Interessen am besten vertreten sind. Natürlich ist ein Forum wie dieses sehr hilfreich: für Leute, die zum ersten Mal davon hören und sich verstanden fühlen, die Informationen brauchen und bekommen, genauso wie diejenigen, die hier Leidensgenossen finden und sich einfach nur mal austauschen wollen. Das zweite sind die Forschergruppen, die du erwähnst. Natürlich sind die wichtig, wichtiger als alles andere, nur, wer weiß davon? Wer bezahlt die? Wo wird das veröffentlicht? Wie kommt frau an diese Informationen? Schon die Fachlinks zum Intercoat-Gel, das Verwachsungen verhindern soll, habe ich nur in Englisch gefunden. Hier besteht für deutsche Patientinnen ein Informationsdefizit. Wie soll sie da mündig ihre Interessen vertreten? Man darf doch eines nicht vergessen. Unis und Ärzte sind am wenigsten mit der Forschung beschäftigt, höchstens noch im operativen Bereich, worunter sowohl LANN als auch das generell von mir beklagte kontinuierliche Geschnippel gehören, bei dem ich die vielleicht falsche Vorstellung habe, dass man nur den Teufel mit Beelzebub austreibt. Aber eine OP sollte doch immer der letzte Schritt sein. Richtig viel Geld und Aufwand in der Forschung findet man nur bei der Pharmaindustrie und die hat - ich vermute das mal - die Endometriose noch nicht als Markt für sich entdeckt, jedenfalls solange Frauenärzte nur blind nach Versuch und Irrtum mit auch anderweitig verwendbaren Hormonpräparaten herumstümpern. Erst wenn eine Krankheit wie EM so richtig ins Bewusstsein der Bevölkerung rückt, sodass die Medien voll damit sind und die Forderungen nach heilenden Medikamenten unüberhörbar werden und sich die Mädels nicht mehr jahrelang mit dem Heizkissen auf dem Bauch abfinden, dann werden auch Gelder in die Forschung gesteckt und vielleicht ganz neue Methoden entdeckt, wie man den Krankheitsverlauf stoppen, umkehren, vielleicht sogar verhindern kann.

LG



Dr. Possover
Ria

Hi meine Lieben,
Habe schon längere Zeit nicht mehr geschrieben, aber das Forum immer verfolgt.
Habe am 24 Nov.09 einen OP-Termin bei Dr. Possover, nicht wegen Endo, sondern Nervenfreilegung event. LANN-Methode. Streite mit der Krankenkasse nun schon seit Monaten - habe insgesamt 4 Ablehnungen bekommen - trotz 6 ärztl. Berichten und Attests angesehene Ärzte aus ganz Österreich die sich für die OP ausgesprochen haben, vor wenigen Tagen am 20.10. war ich in der Öffentlichkeit ein Bericht in der KLEINEN ZEITUNG - am 21.10 war ich auf ATV-Österr. Privatsender. Seit Tagen keine Stellungnahme von der Krankenkasse - Op kostet 32.000 Euro - werde diese aus eigenen Mitteln bezahlen. Falls Interesse sucht den Artikel und das Video von ATV. Habe gekämpft wie eine Löwin - die Kasse hat für spezielle Methoden und Therapien nichts übrig - denen ist es lieber  ich bleibe ein Leben lang ein Schmerzpatient.
Liebe Grüß RIA



ich hatte Prof. Schweppe von
Heikem

ich hatte Prof. Schweppe von der Ammerlandklinik auch um Stellungnahme gebeten (Kopie):

Bezüglich der konkreten Frage, ob die nervenschonende Technik in unserer Klinik angewendet wird ist die Antwort schwierig. Unser Darmchirurg und ich haben national und international auf Kongressen über unserer Ergebnisse mit der nervenschonenden Technik bei tief infiltrierender Darmendometriose berichtet.

Wenn Sie allerdings die von Herrn Possover endoskopisch durchgeführten Eingriffe im Bereich des Plexus sacralis meinen, dann ist er bisher der einzige, der diese Methode anwendet und über eigene Fälle berichtet. Wir und - soweit ich die Literatur überblicke und informiert bin - auch die anderen Endometriosezentren haben damit keine Erfahrung.

Ich hoffe zur Klärung beigetragen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Schweppe