Erfahrungsberichte Zoladex mit Add-Back
Dr.Pain

Hallo!

 Ich würde mich sehr über Erfahrungsberichte bezüglich einer Endo-Behandlung mit Zoladex + Add-Back freuen!

Unglaublich viele Jahre "prügel" ich mich mit extremsten Beschwerden durch mein Leben. Letztes Jahr wurde nun eine Endo in meiner Gebärmutterwand diagnostiziert. Eine Laparaskopie folgte, in der eigentlich die Gebärmutter entfernt werden sollte. Gemäß meiner Gyn sollte dies die einzige Möglichkeit sein, beschwerdefrei zu werden.

Die Gebärmutter wurde nicht entfernt - trotz Absprache mit OP-Arzt.

Die "Pille" kommt für mich nicht in Frage (Neigung zu Thromben und bei Gestagenen Dauerblutungen...). Es gebe keine andere Möglichkeit, als Gebärmutter raus... OK, nächster OP-Termin gemacht. Wieder nicht geklappt! (kurz vorher abgesagt, da eine Medikamentengabe vorab falsch war / mehr als missverständlich vom Arzt mündlich mitgeteilt)

Eine Odyssee!!!

Nun erfahre ich, dass es doch noch eine medikamentöse Behandlung gibt! Zoladex mit "Add-Back" (hatte schon Probleme mit Osteophorose). Meine Gyn wies mir daraufhin die Tür... Wollte mir noch ein Dreimonatsimplantat mit Gestagenen andrehen (habe schon die Pillen überhaupt nicht vertragen und pausenlos schmerzhaft geblutet -  sie wusste das!!!) - gemilde gesagt, offensichtlich eine rein wirtschaftlich orientierte Ärztin...

Nun habe ich einen "neuen" Gyn. Bisher extrem nett, nimmt sich Zeit und - hat überhaupt kein Problem damit, mir das Zoladex etc. zu verschreiben / verabreichen!

Übernächste Woche soll es soweit sein...

Nun meine Frage, da man so viele "Horrorstorys" über die GnRH-Analoge-Behandlung hört. Stimmungsschwankungen bis hin zu übelsten Depressionen, Gelenkschmerzen (habe ich durch die Endo u.a. ohnehin zu genüge!!!), Hitzewallungen, Schlafstörungen etc. ....

Sind diese Nebenwirkungen tatsächlich durch die "Add-Back" Medikation unterbunden?!

Freue mich wirklich über jeden Erfahrungsbericht!!!!

 

 

 

 

 



Hi, ich kann dir von meinen
rozelina

Hi, ich kann dir von meinen Erfahrungen berichten. Ich hatte Zoladex seit August. Den ersten Monat habe ich wenig gespürt und mich schon gefreut, dass ich um die Nebenwirkungen rumkomme. So ca. ab der 6. Woche hatte ich dann schlagartig und mehrmals am Tag (manchmal mehrmals in einer Stunde) enorme Hitzewallungen (mein Kopf wurde immer sehr heiss und das hat sich dann im ganzen Körper verbreitet), dazu Schweissausbrüche. Ich habe dann mit der Add Back angefangen. Die Tabletten hat mir der Doc mitgegeben, falls ich sie brauchen würde. Nach einiger Zeit ging es mir enorm besser. Die Hitzewallungen waren nicht ganz weg, aber doch viel, viel weniger. Jedenfalls hab ich die Add Back vor der anstehenden Endo Sanierung irgendwann wieder abgesetzt und die Hitzewallungen kamen auch nicht so stark wieder. 

Alles Gute dir!  



Danke rozelina!Mh, da ich
Dr.Pain

Danke rozelina!

Mh, da ich gleich die "Add-Back" Medikation einnehmen werde (Behandlung soll langfristig sein), hoffe ich, dass dann die Nebenwirkungen nicht so übel bei mir ausfallen werden...

Ich wäre schon unendlich dankbar, wenn diese allmonatlichen Schmerztiraden ein Ende hätten und auch hege ich die Hoffnung, dass dann auch diese ewigen Entzündungsherde in meinem Körper mal "Ruhe" erfahren werden.

Je nachdem, wie ausgeprägt Nebenwirkungen sein werden, werden diese eh nur ein "Weisenknabe" gegen die "gewohnten" Beschwerden sein.

Da ich jedoch nur ein Leben unter meinen "gewohnten" Beschwerden kenne, hege ich halt die Befürchtung, dass zu diesen nur noch "neue" hinzu kommen könnten.... 



Hallo Dr.Pain,  ich hatte
Joana

Hallo Dr.Pain,

 ich hatte vor sechs Jahren, nach meiner ersten OP, sechs Monate lang eine Zoladex-Therapie, allerdings ohne Ad-Back. Hatte auch die ganze Palette an Nebenwirkungen, was mir jedoch angesichts der Schmerzen, die ich vorher hatte, egal war.  Zoladex wurde mir jedoch nur deshalb gegeben, da im Anschluss eine weitere Sanierungs-OP geplant war, und auch durchgeführt wurde. Nach der zweiten OP war ich für einige Jahre weitestgehend beschwerdefrei, was aber nur daran lag, dass ich die Dreimonatsspritze bekam (während einer mehrmonatigen Spritzenpause bekam ich wieder arge Beschwerden). Dir wurde doch hoffentlich auch erzählt, dass man die Zoladex-Therapie nicht länger als ein halbes Jahr durchführen sollte. Wenn Du danach aufhörst und keine Aschlusstherapie machst (also hormonell, was bei Dir ja nicht so angebracht ist, oder eine erfolgreiche OP - wobei auch die kein Garant ist, dass die Endo nicht wiederkommt), werden die Beschwerden nach den sechs Monaten mit großer Wahrscheinlichkeit wiederkommen.



Ich hab Zoladex trotz Add
Tess

Ich hab Zoladex trotz Add Back gar nicht gut vertragen.

Aber auch mit Add Back ist es nicht für eine langfristige Therapie geeignet, max. 12 Monate eigentlich.

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Liebe Grüße, Tess



Mh, also mir wurde von einem
Dr.Pain

Mh, also mir wurde von einem großen bekannten Klinikum via sehr netter Mails von der leitenden Ärztin der Endometrioseforschungsabteilung mitgeteilt, dass diese Behandlung durchaus auch langfristig durchgeführt wird. Besonders eben bei Patientinnen, bei denen keine andere Behandlungsmöglichkeit besteht.

Es bestünden wohl Forschungsergebnisse bei Anwendungen bis zu 10 Jahren. In dem Zeitraum müsste ich (endlich!) ohnehin in die Wechseljahre kommen / sein.

Wenn die Behandlung anschlägt und meine mich schon so lange quälenden Schmerzen "verschwinden" oder merklich besser werden, dann wäre ich ggf. zu einer Total-OP (trotz immenser Ängste und schon böser Erfahrungen bei Ärzten / OP`s) bereit.

Ein weiteres Leben mit diesen Schmerzen kann und will ich nicht mehr. Jetzt, wo ich endlich weiß, warum diese auftreten möchte ich alles unternehmen, damit das aufhört.

Mein ganzes Leben drehte sich bisher nur darum diesen Schmerzen zu trotzen und berufstätig bleiben zu können - zu "überleben".

Bei mir begann dieser "Spaß" schon vor und besonders mit der ersten Menustration. Rund 25 Jahre war ich angeblich "psychosomatisch" erkrankt. Keine Hilfe, tonnenweise Schmerzmittel und frechdumme Sprüche von Ärzten etc.

Es muss endlich besser werden!

@ Tess

Hattest Du trozt Add-Back die gesamte "Palette" der Nebenwirkungen?!

@ Joana

Das tröstet zu erfahren, dass die Therapie auch gut vertragen wird!

Leider weiß ich nicht, ob bei mir die angedachte Gebärmutterentfernung (welche eben nicht durchgeführt wurde) eine Heilung bedeuten könnte (Herde in der Gebärmutterwand - sonst im kleinen Becken keine. Weitere Organe wurden nicht untersucht) oder eine Totaloperation nur den gewünschten Erfolg bringen könnte.

Ehrlich gesagt, traue ich den Ärzten kaum noch. Zu oft wurde ich falsch beraten / behandelt und somit kaum aussprechbar gequält (auch schon bei anderen OP`s / Verletzungen). Was soll man / Frau glauben und was nicht?! Wer behandelt nach bestem Wissen und Gewissen und wer sieht nur sein Einkommen?!

Mein "neuer" Gyn macht wirklich einen sehr netten und bemühten Eindruck. Mehr kann ich dazu im Augenblick nicht sagen.

Das letzte mal vertraute ich dem Gyn, der die Bauchspiegelung machte. Er enttäuschte mich ja auch, indem er eigenmächtig mal "kurz" während ich hilflos in Narkose lag entschied, entgegen der Absprachen mit mir zu handeln. Er informierte mich auch nicht über die Möglichkeiten mit Zoladex. Eine verständliche und klare Aussage, weshalb er gegen meine Wünsche gehandelt hat, habe ich nicht erhalten.

Momentan denke ich, vielleicht war es mein Glück, da ja noch die Behandlungsmöglichkeit mit Zoladex besteht...

Reine Rat- und Hilflosigkeit mit dem Bestreben übelsten Beschwerden endlich zu entkommen. Nicht mehr und nicht weniger... 

 

 

 

 



Ich nehme an, die Ärztin
chanelle71

Ich nehme an, die Ärztin von der Endometrioseforschungs-Abteilung ist in einer Klinik, die als Endo.-Zentrum hier auf der Site aufgeführt wird? Diese Endo-Zentren werden hier immer sehr empfohlen und würde ich Dir auch raten.

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Liebe Grüsse, Chanelle



@ chanelle71 Ja, diese
Dr.Pain

@ chanelle71

Ja, diese Ärztin / die Klinik wird hier mit "III" zertifiziert.

Nur leider kann ich nicht dorthin, da es von meinem Wohnort sehr weit entfernt ist und ich sehen muss, dass ein Fluckticket meine finanziellen Möglichkeiten doch einwenig überschreitet. Zudem die weitere Behandlung eh von einem Gyn in meiner Umgebung ausgeführt werden muss. 

Ich hatte meinem Gyn die netten und informativen Mails zur Verfügung gestellt und er wollte sich mit der Ärztin in Verbindung setzen.

 



Also bisher hieß es immer
Tess

Also bisher hieß es immer (auf Endometriose-Kongressen usw.) das Zoladex und Enantone nicht länger als ein Jahr verabreicht werden sollen, da die Knochendichte dadurch abnimmt, was nicht mehr "gut zumachen" ist. Mit einer Fernbehandlung wäre ich ohnehin vorsichtig. Ich würde ein Endometriosezentrum aufsuchen, es gibt ja auch nähere deinem Wohnort, wo du nicht hin fliegen musst oder?! Und erst nach einer eingehenden Untersuchung würde ich mich gemeinsam mit dem Arzt/der Ärztin für eine Behandlung entscheiden.

Ich hatte alle Nebenwirkungen, von Schlafstörungen über Erbrechen usw.

--

Liebe Grüße, Tess



@ Dr. Pain: Nee, wirklich
Joana

@ Dr. Pain:

Nee, wirklich gut vertragen habe ich das Zoladex auch nicht, wie gesagt, ich hatte sämtliche Nebenwirkungen. Ich konnte da aber mit umgehen, weil ich eben wusste, dass es für einen absehbaren Zeitraum war. Hatte starke Hitzewallungen, konnte sehr schlecht schlafen, wenn dann mit heftigem Schwitzen und schmerzender Haut wie bei hohem Fieber. Außerdem hatte ich das Gefühl total vergesslich zu werden. Aber wie gesagt, ich wusste, es beschränkt sch auf ein halbes Jahr, und ich bin so ein "da musste jetzt durch"-Typ ;-).

Wirklich wissen, wie Du damit klarkommst, wirst Du bestimmt erst, wenn Du es ausprobierst - wenn es die einzige Möglichkeit ist, und Du alles dafür tun willst, die Schmerzen loszuwerden, dann wirst Du ja vielleicht schon deshalb einigermaßen mit den Nebenwirkungen umgehen können.  Dass man das so lange anwenden darf ist mir auch neu, aber es gibt ja immer wieder neue Erkenntnisse.

 



Alternative wäre eine
Dr.Pain

Alternative wäre eine Totaloperation. Die ist nicht mehr "rückgängig" zu machen.

Die medikamentöse Behandlung schon.

Was ist der Unterschied (ausser o.g.) für den Körper zwischen der "chemischen Total-OP" und der tatsächlichen Total-OP?!

Sollte ich die Behandlung nicht vertragen, dann kann ich es ja wieder absetzen und der "bekannten" Beschwerden "fröhnen", oder?!

Zudem ich an meinem Körper erstmal durch die Medikamente die Auswirkung dieser, nenne es mal "Hormonmanipulation" ohne eine endgültige Entscheidung beobachten könnte.

Auf ein "Ausprobieren" auf dem OP-Tisch (nach dem Motto: "erstmal die Gebärmutter raus und dann sehen..." - "wenn das nicht`s nützt, dann auch noch alles andere raus..." etc.) bin ich wirklich nicht "scharf"!

Ich hatte in meinem Leben schon genügend OP`s und habe übelst leiden müssen. Hierdurch habe ich kaum noch Vertrauen zu Ärzten - schon überhaupt nicht mehr, wenn die an mir "herumschneiden" sollen. Schon allein der Stress (ich leide da todesängste!!!) für den zweiten geplanten OP-Termin zur Gebärmutterentfernung hat mich unter Beruhigungsmitteln (ging einfach nicht mehr anders - konnte vor Angst nachts kein Auge mehr zubekommen!) einige Kilo`s gekostet!

Dann mal wieder die Erfahrung, dass einem Ärzte zu oft einfach nicht zuhören (wenn man schon erzählt, dass man vor Angst kaum noch alle Sinne beinander hat und die das lächelnd abtun, einem den Gebrauch eines wichtigen Medikamentes (Heparin) "mal nebenbei" mündlich und mehr als missverständlich mitteilen) und somit ausgestandene Ängste und all der zusammengenommene Mut vergebens waren... Oder eben eine OP (erstere) nicht so durchgeführt wird, wie besprochen.

Diesen Stress kann ich mir auf absehbare Zeit nicht mehr antun. Es geht einfach momentan nicht... 

 



Hallo Dr. Pain, du wolltest
Eowyn

Hallo Dr. Pain, du wolltest Erfahrungsberichte und hast sie hier von einigen Frauen bekommen. Unter anderem die Information, dass die von dir angestrebte medikamentöse Langzeitbehandlung nicht optimal zu sein scheint. Ferner bekamst du den Rat, dich in ein richtiges Endometriosezentrum zur weiteren Behandlung zu begeben. Jedesmal führst du Argumente an, warum du den Rat nicht annehmen magst, obwohl du auch den Ärzten nicht mehr vertraust. Bei allem Verständnis für deine Angst und deine Schmerzen, aber warum fragst du, wenn du den Rat nicht annehmen magst?

Gruß Eowyn



Ich kann deine Ängste schon
Tess

Ich kann deine Ängste schon verstehen. Mir ging es nicht anders, als ich noch bei den "normalen" Ärzten war, die keine Ahnung hatten. Aber in einem Endo Zentrum läuft sowas ganz anders ab und da wird auch nicht voreilig zum Skalpell gegriffen.

Es gibt sämtliche alternativmedizinsche Therapien, die in Kombination mit der Schulmedizin eine beschwerdebesserung bis hin zur beschwerdefreiheit erzielen lassen. Das muss man aber für sich selbst ausprobieren was einem gut tut und vor allem braucht man eben einen Arzt, der auch für die Komplementärmedizin offen ist und mit anderen Therapeuten zusammenarbeitet, anstatt dagegen. 

Ich wurde auch in monatlichen Abständen operiert und bin fast durchgedreht, wenn ich nicht den richtigen Arzt und die richtigen therapiemaßnahmen gefunden hätte.

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Liebe Grüße, Tess



Danke für Deine Ansicht
Dr.Pain

Danke für Deine Ansicht Eowyn!

So ganz sehe ich nicht, dass ich "Argumente anführe, weshalb ich einen Rat nicht annehmen mag".

Die Behandlungsform wurde mir durch die "ersten" behandlenden Ärzte nicht mitgeteilt. Es gebe nichts anderes, als eine operative Lösung.

Wie schon erwähnt, kostet mich eine OP mehr als nur Überwindung.

Nun erfuhr ich von der Therapie mit GnRH-Analogen + Add-Back. Nach den "gescheiterten" OP-Versuchen / Therapien war ich darüber mehr als erfreut.

Meine Überlegung dahingehend, was nun der Unterschied zwischen einer reversiblen "Chemo"-Therapie oder irreversiblen OP-Lösung sei ist keine "Ablehnung" sondern eben Überlegung.

Was kann ich "falsch" machen, wenn ich die Therapie mit Zoladex beginne?

Was wird in solchen Endometriosezentren anders als bei einem bemühten niedergelassenen Arzt gemacht?!

Klar, die haben dort natürlich mehr Fälle dieser speziefischen Erkrankung aber die Behandlungsmöglichkeiten bleiben die selben, oder?!

Vor Jahren (ja, wieder so ein "ablehnendes" Argument... ***smile***) war ich wegen meiner Beschwerden in einer Rheumafachklinik / Rheumazentrum. Die konnten dort noch nicht einmal eine Hüftdysplasie erkennen!!! Jahre später dick Arthrose drin... Vielen Dank! Auch wenn die Ursache kein Rheuma war / ist, so sollte jeder Arzt mit etwas Ahnung von Gelenken / Knochen soetwas doch erkennen können...?!

Du siehst Eowyn, ich habe schon so viel hinter mir und immer wieder nur "Mist" erlebt.

Jetzt soll ich mir auch noch wieder einen Tag Urlaub nehmen (brauche jede Minute Urlaub um mich auszuruhen und nicht für anstrengede Tage im Auto) und in eine Klinik (war übrigens deshalb schon in eine Uni-Klinik und wurde super frech und überheblich von einer jungen Ärztin "abgebügelt") fahren, um genau die Behandlung zu bekommen?!

Bitte nicht "krumm" nehmen oder böse sein, ich bin super froh für jeden Gedanken! Nur, ich bin hier ganz ehrlich und teile meine Gedanken mit...

Gibt es doch noch andere medikamentöse Therapieversuche ausser der "Pille", Gestagenen und GnRH-Analoge?!

 



@ Tess Danke für Deine
Dr.Pain

@ Tess

Danke für Deine Gedanken!

Also haben die in solchen Zentren doch noch "andere" Möglichkeiten?!

 



Dr. Pain, ich denke, in
Joana

Dr. Pain,

ich denke, in Endozentren ist schon alleine der Umgang mit dem Thema ein Anderer. Deine Beschwerden werden dort ernster genommen, somit wird auch der Umgang mit Dir und Deinen Bedenken ein Anderer sein, als in einem normalen Krankenhaus. Rückwirkend hätte ich auch auf jeden Fall meinen letzten Eingriff in einer Fachklinik machen lassen (obwohl nichts wirklich schief gelaufen ist bei dem Eingriff, aber es fehlte z.B. eine vernünftige Nachbesprechung etc...) und dafür einen langen Fahrweg auf mich genommen, anstatt, wie ich es getan habe, in ein normales Krankenhaus zu gehen (hinterher weiß man es ja immer besser ;-)).

Man kann die Zoladex-Therapie nicht mit einer Gebärmutterentfernung vergleichen, denn Zoladex greift gravierend in Deinen Hormonhaushalt ein, eine Gebärmutterentfernung nimmt Dir eventuell, sollte sich die Endo tatsächlich nur an der Gebärmutter befinden, zwar die Beschwerden, ändert aber nichts großartig an Deinem Hormonhaushalt, wie es z.B. die Entfernung der Eierstöcke tun würde (bei Zoladex-Therapie hast Du ähnliche Symptome wie nach totalen Eierstockentfernung - nämlich die künstlichen, bzw. frühzeitigen Wechseljahre - wobei das nach Absetzen von Zoladex natürlich rückgängig gemacht wird, im Gegensatz zu der irreversiblen Entfernung der Eierstöcke!)

Ich denke nicht, dass es Dir großartig "schaden" wird, wenn Du die Zoladex-Therapie erst einmal ausprobierst, Dir sollte nur klar sein, dass diese Therapie in Langzeit andere Schäden, wie Osteoporose etc. hervorrufen kann, die auch nicht ohne sind, und mit denen Du dann auch leben müsstest.

Das Für und Wider abwägen, kannst nur Du alleine, denn letztendlich geht es ja um den für Dich kleinsten "Risikofaktor", und welcher das für jeden Einzelnen ist, ist sehr unterschiedlich.



Zoladex im Langzeitzyklus
rozelina

Zoladex im Langzeitzyklus wird zB Männern mit Prostatakrebs und Frauen mit Brustkrebs (also bei hormonabhängigen Tumoren) verschrieben (5 Jahre glaube ich). Bei Endometriose erfolgt die Behandlung in der Regel kürzer. Welche Gründe auch in deinem Fall für oder gegen eine Langzeitbehandlung sprechen, musst du mit einem Endospezialisten abklären. Das weiss ich nicht. 

Bei mir zB hat eine Behandlung mit Zoladex für 5 Monate so gut gewirkt, dass viele Herde von alleine verschwunden sind und die restlichen bei einer BS entfernt werden konnten. Wie es weitergeht weiss ich noch nicht. Hoffentlich werde ich nun mittels ICSI schwanger. Wenn nicht, werde ich wohl die Pille im Langzeitzyklus nehmen.

Alles Gute und sprich unbedingt mit einem Spezialisten. Es ist es wert! rozelina 



Dr. Pain, natürlich musst
Eowyn

Dr. Pain, natürlich musst du das Für und Wider ganz für dich allein abwägen, schließlich ist es dein Körper und jeder reagiert ja auch anders auf Medikamente. Meine persönliche Meinung dazu ist aber, dass finanzielle Gründe dich nicht davon abhalten sollten, dich, wie hier immer wieder gebetmühlenartig wiederholt wird, an ein zertifiziertes Endometriosezentrum wenden solltest. Allein die Spezialisierung der Ärzte plus die praktische Erfahrung der Operateure durch den größeren Durchlauf sind den Einsatz sicher allemal Wert. Außerdem sind solche Kliniken meist näher an der aktuellen Forschung dran und verfügen aufgrund dessen über eine bessere finanzielle Ausstattung.

Liebe Grüße



Hallo ihr Lieben, ich kann
achso

Hallo ihr Lieben,

ich kann Dr. Pain verstehen, denn auch ich gehöre zu der Fraktion der Zoladex nehmenden über einen längeren Zeitraum.

Wenn ich es nicht nehmen würde, hätte ich innerhalb kürzester Zeit einen künstlichen Darmausgang, ein Ende nicht in Sicht. Ich habe das nicht leichtfertig mit meinen Ärzten entschieden, es war momentan echt das sinnvollste. Und ich bin sehr froh, dass meine Schmerzen mal geringer sind. Trotz Zoladex habe ich noch immer Beschwerden und leicht Blutungen, weshalb ich sogar noch zusätzlich Aromatasehemmer nehmen würde. Wenn man so zerfressen ist und einfach gar nichts anderes mehr hilft, dann würde ich das ewig nehmen. Oder letzten Rest Eierstock auch raus.

Man kann vorbeugend die Ernährung ändern, viel gegen die Osteoporose tun, was man bei der Endo nicht unbedingt kann. Außerdem kann man durch die Knochendichtemessung auch sehen, ob sich in dem Bereich etwas tut.

Wenn alles andere versagt hat, von Alternativmethoden bis Psychotherapien, dann tut man auch das, damit das Leben etwas lebenswert ist und nicht nur aus Schmerz und Endo besteht.

Und was meine Erfahrung damit angeht: ich hab zwar ab und zu leichte Hitzewallungen, aber nicht wirklich der Rede wert.

lg



Vielen Dank für die
Dr.Pain

Vielen Dank für die zahlreichen Gedanken!

Wie mir so gesagt wurde und wie ich auch im Net recherchieren konnte, könne angeblich das Osteoporose-Risiko durch das Add-Back so gut wie sicher kompensiert werden.

Ich habe das große Glück, dass sich wohl die Endo auf meine Gebärmutterzellwand beschränkt (weiter "oben" liegende Organe wurden jedoch nicht näher untersucht) und somit "nur" ein Kampf gegen meine Schmerzen unbedingt notwendig ist. Diese (nicht nur während der Regel) sind erheblich mit einer zyklisch "wandernden" Entzündung (alle 5-8 Jahre ist ein anderes Gelenk / andere Gelenke chronisch entzündet; wenn das nicht, dann vereiterte Zähne / Kiefergelenk; immer wieder Abzesse, Migräne - kurzum es macht einen systematisch fertig, wenn man im Jahr höchstens zwei bis drei Tage hat, an denen man abends in`s Bett geht und einem gedanklich "hochkommt": Ui, heute hat ja nix überdeminsonal weh getan! ...). Dazu "natürlich" noch den "Spaß" mit den abartig schmerzhaften Monatsblutungen.

Nachteil der Geschichte: da sich die Endo bei mir nicht im Laufe der Zeit "entwickelt" hat, sondern schon "immer" da war, glaubte ich über mein halbes Leben lang, dass solche Schmerzen "normal" seien und jeder sie hätte - nur ich sei nicht in der Lage, sie ohne "Maulen" zu ertragen.

Bis, ja bis ich mir mal bei einem Unfall zwei Rückenwirbel zertrümmert hatte. Die Schmerzen waren nicht wesentlich "schlimmer", als die, die ich jeden Morgen im Kreuz habe... Da wurde mir doch so einiges klar...

Ich kämpfe um meine Berufsfähigkeit und ein bisserl` Freude am Leben hätte ich auch noch gerne...

Ach ja, Schmerztherapeuten etc. habe ich auch schon lange hinter mir! Ist ja alles gut und schön - wenn die Tipps jedoch genau das sind, was man jahrzehntelang praktiziert um mit den ständigen Beschwerden klar zu kommen, dann wird man eh mit dem Satz "sie sperren sich ja!" hinauskomplementiert. Da ist wohl das Ende der "Fahnenstange" von solchen Therapiemöglichkeiten und das mag ja kein Arzt gerne zugeben. Also ist der Patient "schuld" und "sperrt" sich.

@ hägar

Danke! Besser könnte ich es nicht ausdrücken!

Was sind "Aromatasehemmer"?! 

 



Dr. Pain, ach ja, hatte ich
achso

Dr. Pain,

ach ja, hatte ich vergessen. Als ich vor Jahren das erste Mal Enantone bekam, hatte ich auch Add Back, damals hatte ich überhaupt keine Nebenwirkungen. Im Gegenteil, es ging mir seit Jahrezehnten mal so richtig gut.

Diesmal habe ich allerdings Probleme trotz Zoladex mit der Endo, was bedeutet, die versorgen sich wohl allein mit Östrogen. Daher auch die Aromatasehemmer. Aromatase bedeutet die Östrogenproduktion, die man sonst noch so im Körper hat. Muskel, Fett und Nebennieren glaub ich. Und eben auch diese "autarken" Endoherde.

Und was die Schmerzgrenze angeht, das kenne ich auch. Wenn einem so lange erzählt wird, die Schmerzen sind normal, dann versucht man natürlich auch das so anzusehen. Ist dann ein komisches Gefühl, wenn einem ein Arzt ins Gesicht schleudert, dass man schwer krank ist. Und wenn viele zu einem sagen, man solle nicht so hart zu sich selber sein. Weil man nicht mehr normal ist mit den Schmerzgrenzen. Ich mußte erst richtig lernen, dass es gut ist, wenn man mal Schmerzmittel nimmt. Dabei habe ich mich doch immer so gesträubt gegen so was. Das Ganze hat dann auch den Nachteil, dass man teilweise Raubbau mit dem Körper treibt, gerade weil man eine so hohe Grenze hat.

Es hat Jahre gedauert bei mir, bis ich meinen Körper ernst genommen habe und ich denke, bin da noch immer im Lernprozess.

 Du wirst deinen Weg finden und gehen, da bin ich mir sicher.

lg



@ hägar Ich denke, alle die
Joana

@ hägar

Ich denke, alle die hier geantwortet haben, können Dr. Pain und ihre Probleme sehr gut verstehen. Aber wenn man nach einer Meinung oder eigenen Erfahrung gefragt wird, finde ich es nur fair, wenn man nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Aspekte aufführt, damit der Fragende sich eine möglichst objektive Meinung bilden kann. Und einige haben nun mal auch negative Erfahrungen gemacht oder eine bessere Erfahrung mit einer anderen Medikation. Das hat dann ja nichts damit zu tun, dass man jemanden nicht verstehen würde, nur weil man nicht sofort sagt: "ja mach das!". Wenn nicht anderes übrig bliebe, würde ich mich natürlich notfalls auch nochmal für eine ggf. umstrittene Therapie (z.B. Zoladex) entscheiden, um mal eine schmerzfreie Phase zu haben, genau wie die meisten Patientinnen sicherlich auch. Aber man muss wirklich sowohl die positiven als auch die negativen Seiten beleuchten, denn sonst kommt es am Ende häufig zu einem "hätte ich das vorher gewusst, dann..."!



@Joana, ich wollte
achso

@Joana,

ich wollte keineswegs, dass jemand mein Posting so versteht, als würde ich es nicht gut finden, wenn jemand negative Erfahrungen schreibt. Wenn es jemand so verstanden haben sollte, täte es mir sehr leid.

In meinen anderen Postings kannst du sicher auch nachlesen, dass ich schreibe, dass jedes Medikament bei jeder anders wirkt. Und es jede für sich ausprobieren muss.

Als ich die anderen Postings las, konnte ich irgendwie nur Dr Pains Verzweiflung sehen, aber nicht unbedingt Zuspruch von anderen. Mir ging es damals genauso und ich fühlte mich sehr unverstanden. Sicher ist es äußerst selten, wenn jemand Zoladex für einen solch langen Zeitraum nimmt. Und es muß vorher eingehende Gespräche mit Ärzten geben.Wobei ich auch denke, dass kein anständiger Arzt einem das über Jahre hinweg einfach so gibt, ohne Aufklärung und Hinweise für Ernährung und Vorsorge der Osteoporose. Wie gesagt, leichtfertig mache ich das auch nicht. Aber es ist nicht unmöglich und sollte situationsbedingt gesehen werden.

Da Dr Pain mit Osteoporose schon zu tun hatte, wird sie sicher auch informiert sein über die eventuellen Folgen von GnRH. Sie schreibt ja auch selber, dass es für sie die bessere Alternative sei, statt einer Total-OP, gerade weil man das zwischendurch absetzen könnte, was bei der OP zu spät wär.

Nochmal, mein Posting war sicher nicht so gedacht, negative Erfahrungen schlecht zu machen.

lg

hägar



@ Joana Natürlich freue ich
Dr.Pain

@ Joana

Natürlich freue ich mich über jeden Gedanken und es ist auch sehr wichtig, möglichst alle Aspekte kennenlernen zu können!

Genau aus diesem Grund habe ich hier im Forum um Gedanken gebeten.

Nur kommt bei mir schon  irgendwie der Eindruck auf, dass besser erstmal wehement abgeraten wird. Vielleicht auch gut so, da keiner von Euch wissen kann, wie "schlimm" es bei mir tatsächlich ist und man niemals solche Medikamente leichtfertig anwenden sollte.

Nein, ich gehe nicht davon aus, dass diese Medikamente "Zuckerbonbons" sind und nehme sie, da ich mich mal zwei Minuten in der Woche etwas unwohl fühle... (**grins**)

Vielen Dank für Deine Sorge!!! Ist schon richtig so! 

 

 

 

 



Danke hägar, Du hattest
Dr.Pain

Danke hägar, Du hattest richtig "zwischen den Zeilen" gelesen.

Ich bin Dir sehr dankbar für Deine sehr interessanten, informativen und auch netten Worte! 

 

Tja, diesen "Lernprozess" übe ich auch noch täglich... Wenn man mit einem "stell dich nicht so an" aufgewachsen ist und die Fähigkeit besitzt seinen Körper/Schmerzen recht lange ignorieren zu können, ist es glatt schwer zu unterscheiden, ab wann etwas ein "Alarmsignal"=Schmerz ist und bis wann es "nur den Körper" fühlen ist...

Was ist "normal", was ist "nicht normal"?!

Einen Maßstab habe ich persönlich nur immer bei Unfällen / Knochenbrüchen bekommen, da hier "meßbar" war, dass etwas "kaputt" gegangen war und ich somit diesen Schmerz mit den anderen "vergleichen" konnte.

 

 



So, die erste Woche Zoladex
Dr.Pain

So, die erste Woche Zoladex bestens überstanden!!!

Nun hoffe ich sehr, dass es ganzbald wirkt und vielleicht schon die kommende Regel unterbunden oder wenigstens "kleiner" wird.

Meinen Knochen geht es im Augenblick erstaunlich gut und ich genieße jede Minute, die es so ist!

Hin und wieder "zwickt" es in meinem Unterleib aber das ist ja grundsätzlich überhaupt nichts neues für mich. Ich beobachte mich eben im Augenblick sehr genau obwohl ich mir wünschte, ich würde das Implantat einfach "vergessen" und sehen, wie sich alles entwickelt.

Abends neige ich momentan zu ganz leichten "Migräneanwandlungen". Aber das ist grundsätzlich auch nichts neues.

Ab wann wirkt das Zoladex denn umfangreich?! 

 

 



Wie gehts nit zoladex
Nina Martin

Hallo, habe bei dir mitgelesen , vieles ist bei mir ähnich Ich soll demnächst auch  wechseljahrtherapie machen, um zu sehen wie e sich schmerztechnisch vehält. ich leide auch seit vielen jahrzehten an Migraene. Aßerdem Adenomyose, und Endo oder/ und massive Verwachsungen. wie alt bist du? LG nina



Hallo Dr Pain, also im
achso

Hallo Dr Pain,

also im allgemeinen soll es so nach sechs bis acht Wochen richtig wirken.

Ich hatte anfangs auch irgendwie Kopfdruck, was aber im Laufe der Zeit weg ist. Mittlerweile nehme ich es nun seit einen dreiviertel Jahr und es geht mir fast gut. Also um Längen besser als vorher. Ich möchte es nicht missen. Lebensqualität ist gestiegen.

Ich wünsche dir, dass es so hilft, wie du dir das vorgestellt hast und alles alles Gute dabei.

lg

Hägar



Dr.pain?
Nina Martin

Dr.pain?