Kinderwunsch - bewusst dagegen entschieden?
Schneewittchen

Liebe Frauen,

ich wüßte gerne, ob ich hier Gleichgesinnte finde, die sich lange mit dem Thema Kinderwunsch auseinander gesetzt und sich dann ganz bewusst gegen eine Schwangerschaft entschieden haben.

Ich bin Anfang 30 mit einer Endometriose IV. Grades, die mein Leben schon ziemlich beeinflusst und natürlich das Thema Schwangerschaft zu einem sehr komplizierten Thema werden lässt. Ich habe es deshalb die letzten Jahre erfolgreich weggeschoben, habe versucht mir keinen Druck machen zu lassen. Aufgrund von Laborwerten, die jetzt ein Schwächeln der Eierstöcke vermuten lassen, wurde von der Ärztin wieder der Kinderwunsch angesprochen, es hieß ich solle nicht länger Zeit verlieren. Ich werde einen Termin in der Kinderwunschprechstunde ausmachen, habe aber das Gefühl, dass ich da vielleicht nicht ganz richtig bin. Denn anders als andere Patientinnen habe ich (bis jetzt) keinen ausgeprägten Kinderwunsch. Aber wer sagt mir, ob der nicht vielleicht noch kommt? 

Versteht hier jemand, womit ich mich beschäftige??

Wie kann ich wissen, ob ich nur aufgrund der Komplikationen durch die Endometriose Angst vor einer SChwangerschaft habe oder tatsächlich kein Kind möchte? Mein Partner tendiert aufgrund seines Alters und dem Fakt, dass er schon einen großen Sohn hat, eher gegen ein Kind.

Ich bin davon überzeugt, dass das Leben ohne eigene Kinder genauso schön ist wie mit. Aber wie ist das, wenn man sich ganz bewusst dagegen entscheidet?

Kommt dann nicht eines Tages die Reue, es nicht doch versucht zu haben?

Gibt es hier Frauen die mir erzählen mögen, wieso und weshalb sie sich letztendlich gegen eine künstliche Befruchtung bzw. eine Schwangerschaft entschieden haben?

Ich würde mich über einen Austausch sehr freuen!

 

 



Hallo Schneewittchen, ich
Sonnensprosse

Hallo Schneewittchen,

ich verstehe dich und deine Gefühle sehr gut. Ich bin 37 und habe auch Endo IV Grades. Seit dem die Diagnose steht (09.2010) werde ich ständig von den Ärzten auf Kinderwunsch angesprochen. Ja ich weiß es ist die höchste Zeit wenn man mein Alter und Gesundheitszustand betrachtet. Aber ich kann mit dem Gedanken an einem Kind nichts anfangen. Im Moment nicht. Weiß ich nicht wie lange es so bleibt, hab auch Angst wenn ich es verpasse und dann bereue und es zu spät wird. Ich beneide die Frauen die es wirklich wissen, dass sie Kinder wollen und Muttergefühle haben. Ich aber nicht. Auserdem habe ich Angst das Endo wieder aufflammen wird wenn ich mich der Prozedur der KB unterziehe. Ich habe auch Angst um meinem Job, ich kann nicht so oft krank sein. Mein Chef hatte schon mächtig Probleme damit gehabt, dass ich 2 mal länger krankgeschrieben war. Ich habe mit mir sehr lange gekämpft, ich habs gelasen. Ich gebe mir die Zeit, ich kann nicht unter Stress so eine wichtige Entscheidung fürs Leben treffen. Es kann Wochen oder Monate dauern, oder es bleibt so und ich werde mich damit abfinden müssen. Ich schreibe mir meine Gedanken von heute auf, falls ich später mich fragen werde warum ich mich gegen entschieden habe. Vielleicht passiert noch was anderes was wir heute noch nicht wissen können....

Liebe Grüße

 



Mir wird seit meiner
Ardanwen

Mir wird seit meiner Diagnose Endo auch von vielen Seiten, besonders von den Ärzten geraten, schwanger zu werden. Ich bin jetzt 27 und viele Ärzte sagen, die Zeit wär gut, vom Alter her, auch in Hinblick darauf, dass Endo zu Unfruchtbarkeit führt. Jetzt wurde auch noch Adenomyose festgestellt und der Arzt sprach wieder eine Schwangerschaft an. Jeder befürwortet eine Schwangerschaft.

Aber ich stelle mir da ganz andere Fragen dazu, die einige auch nicht so ganz nachvollziehen können in meinem Umfeld:

- Bin ich überhaupt bereit, für ein Kind zu sorgen? Das Kind wird ja ein Leben lang mit mir verbunden sein, ich kanns nicht einfach so "abgeben", wenns mir zuviel wird (ok, heutzutage machen das einige dann doch, aber ich glaube, das könnte ich nicht)

- Schaffen wir das finanziell überhaupt? Mein Freund verdient nicht genug, um eine Familie zu ernähren.

- Unsere Wohnsituation müsste sich ändern, wie soll das alles geschafft werden, auch wieder finanzielle Sorgen?

- Ich hab momentan gesundheitlich durch noch einige andere Erkrankungen genug mit mir selbst zu tun, wie soll ich da Verantwortung für ein von mir abhängiges Lebewesen übernehmen?

- Was wäre, wenn ich durch die Erkrankungen eine Fehlgeburt oder ähnliches erleiden würde? Würde ich das überhaupt verkraften?

- Würde es meine Beziehung auf Dauer so sehr belasten, dass sie zerbricht?

- Würde ich überhaupt beruflich nochmal Fuß fassen können, wenn ich jetzt (habe erst vor 6 Monaten meine Ausbildung beendet und bin nach Ablauf eines befristeten Vertrages jetzt arbeitlos) schwanger würde?

 

Solche und noch ähnliche Fragen gehen mir beim Thema "Schwangerschaft"  durch den Kopf.

Klar, in einigen Momenten, vorallem, wenn ich meinen Freund mit seinen Patenkindern umgehen sehe, denke ich mir auch andere Dinge:

- Würde es mir vllt helfen, mich um ein Kind zu kümmern? Würde es mich erfüllen und von meinen eigenen Problemen und Sorgen ablenken?

- Würde es unsere Beziehung noch bereichern und uns und unseren Familien Freude bereiten, wenn Nachwuchs da wäre?

- Ist es in ein paar Jahren vielleicht aufgrund der Endo und Adenomyose unmöglich, eigene Kinder zu bekommen? Würden wir dann welche adoptieren?

 

Dann fragen mich auch viele, ob ich schon Kinder habe,  wann wir welche bekommen usw. Oder ich sehe Freundinnen und Bekannte mit ihren Kindern, denke mir dann auch oft, schön wäre es schon...aber dann fangen die oben genannten Gedanken wieder an.

 

Und ich muss ehrlich sagen, die KONTRA-Gedanken überwiegen momentan. Zumal ich nun erstmal meine weitere gesundheitliche und berufliche Entwicklung abwarten muss.

 

 



Danke für's Antworten!
Schneewittchen

 

Liebe Sonnensprosse,

die paar Jahre die du älter bist als ich, bringen anscheinend doch eine gewisse Weisheit mit sichWink  Die Gedanken von heute aufzuschreiben halte ich für eine gute Idee und ganz recht, was wissen wir schon was morgen ist. Mit meiner Supervisorin hatte ich eigentlich ausgemacht, dass ich mir "erlauben kann", jeden Tag meine Entscheidung zu dem Thema neu zu fällen. Aber die Ärzte schaffen es halt doch immer wieder, dass bei mir die Panik durchkommt. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass sie es nur gut mit uns meinen und sie wahrscheinlich eher den Umgang mit Patientinnen mit dringenden Kinderwunsch gewöhnt sind.

Ich teile alle von dir angesprochenen Sorgen und beneide auch die Frauen, die ganz sicher wissen, dass sie sich ihren Kinderwunsch realisieren wollen. Die können dann wenigsten aktiv werden. Mutig finde ich es, dass du zugibst, dass du mit dem Gedanken an ein Kind momentan nichts anfangen kannst. Ich könnte noch nicht mal sagen, dass ich nichts damit anfangen kann - es überfordert mich glaube ich ganz einfach.

Hast du Kontakt zu Frauen ohne Kinder bzw.bist du gut mit denen befreundet?

Bei mir im (geschrumpften) Umfeld haben eigentlich alle zumindestens ein Kind. Das macht die Sache glaube ich auch schwierig. Statt einem Kind also lieber eine richtig gute, ebenfalls kinderlose Freundin? Wäre ja vielleicht eine AlternativeSmile

Liebe Grüße!



Danke für's Antworten!
Schneewittchen

 

Liebe Sonnensprosse,

die paar Jahre die du älter bist als ich, bringen anscheinend doch eine gewisse Weisheit mit sichWink  Die Gedanken von heute aufzuschreiben halte ich für eine gute Idee und ganz recht, was wissen wir schon was morgen ist. Mit meiner Supervisorin hatte ich eigentlich ausgemacht, dass ich mir "erlauben kann", jeden Tag meine Entscheidung zu dem Thema neu zu fällen. Aber die Ärzte schaffen es halt doch immer wieder, dass bei mir die Panik durchkommt. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass sie es nur gut mit uns meinen und sie wahrscheinlich eher den Umgang mit Patientinnen mit dringenden Kinderwunsch gewöhnt sind.

Ich teile alle von dir angesprochenen Sorgen und beneide auch die Frauen, die ganz sicher wissen, dass sie sich ihren Kinderwunsch realisieren wollen. Die können dann wenigsten aktiv werden. Mutig finde ich es, dass du zugibst, dass du mit dem Gedanken an ein Kind momentan nichts anfangen kannst. Ich könnte noch nicht mal sagen, dass ich nichts damit anfangen kann - es überfordert mich glaube ich ganz einfach.

Hast du Kontakt zu Frauen ohne Kinder bzw.bist du gut mit denen befreundet?

Bei mir im (geschrumpften) Umfeld haben eigentlich alle zumindestens ein Kind. Das macht die Sache glaube ich auch schwierig. Statt einem Kind also lieber eine richtig gute, ebenfalls kinderlose Freundin? Wäre ja vielleicht eine AlternativeSmile

Liebe Grüße!



Danke für's Antworten!
Schneewittchen

 

Liebe Ardanwen,

ganz ehrlich, bei Ärzten, die als Lösung gegen Endo zu einer Schwangerschaft raten, zweifle ich doch sehr an der Kompetenz.

Die Pro und Contra Liste bin ich auch schon durch. Alle Punkte, wirklich alle, die du aufgelistet hast, sind mir auch durch den Kopf gegangen. Die Unterschiede bestehen nur darin, dass mein Partner finanziell gut gestellt ist und wir eine Adoption bereits ausgeschlossen haben. Trotzdem bin auch ich momentan bei einem Kontra-Ergebnis.

Wie schon geschrieben, denke ich, dass es wohl Sinn machen würde, einen Austausch mit Betroffenen zu haben, die sich  tatsächlich ganz bewusst gegen eine Schwangerschaft entschieden haben. Vielleicht findet sich ja hier noch eine Frau die den Mut hat, uns etwas dazu zu schreiben. 

Liebe Grüße!



kinderwunschthema
jessy13

hallo,

ich habe auch endometriose, bei mir wurde sie entdeckt als ich 30 war. ich wollte vorher nie kinder,und meine grosse liebe auch nicht. dann hatte ich eine schwere op mit bauchschnitt, das hat mein ganzes leben umgekrempelt. durch die diagnose endometriose wollte ich unbedingt eigene kinder, nur mein freund nicht. das hat dann so weit geführt dass wir uns getrennt haben,weil mein kinderwunsch so gross war.ich habe dann viele jahre niemand mehr gefunden, in den ich mich verlieben konnte, und habe es sehr bereut dass ich mich damals getrennt habe. heut habe ich wieder einen netten freund, und wir wünschen uns auch kinder, aber es hat bisher leider noch  nicht geklappt.manchmal denke ich, dass ich vielleicht auch ohne kinder mit meinem damaligen freund auch sehr glücklich geworden wäre, weil es die perfekte beziehung war.nicht dass ihr mich falsch versteht, ich liebe meinen jetzigen freund wirklich, und bin auch wieder sehr glücklich mit ihm, aber diese trennung damals hat mir solches leid zugefügt,dass mir solche gedanken manchmal kommen. übringes hab ich eine cousine 39 jahre alt, sie hat sich bewusst gegen kinder entschieden, und sie ist wirklich glücklich und zufrieden. ich denke nicht dass sie etwas vermisst.sie findet eben sinn in ihrem leben in ihrer arbeit, und geht voll in ihrem job auf. lg jessy



Liebe Schneewittchen, dann
achso

Liebe Schneewittchen,

dann will ich mal als bewußt sich dagegen entschieden habende antworten.

Als ich jung war, wollte ich auf keinen Fall ein Kind. Für mich sprach alles dagegen. Wollte nicht abhängig sein, mein eigenes Geld verdienen, bin keine gute Mutter und ganz ehrlich, ich fand das Geschrei von Kindern fast unerträglich. Also gar nicht meine Welt. Irgendwann mit dreißig setzte ich die Pille ab, weil es mir einfach nicht gut ging und ich dachte, naja, wenn es passiert, dann eben. Passierte aber nicht. Nach meiner ersten OP mit 35 wurde mir auch ans Herz gelegt, schwanger zu werden. Wurde aber auch gleich gesagt, auf normalem Wege ginge das nicht. Da bin ich dann nochmal in mich gegangen, habe mir Neugeborene angesehen und nachgedacht. Der Gedanke, ich wäre keine gute Mutter war nach wie vor vorhanden. Hatte irgendwie immer Hemmungen kleinen Kindern gegenüber. Viele sagte, ach, das ändert sich, wenn das Kind da ist. Ja, und wenn nicht, das arme Kind, was wär das für ein Leben? Außerdem hatte ich wirklich Angst vor der Ausdehnung der Gebärmutter. Wieder entschied ich mich bewußt dagegen. Es war mir unter anderem auch klar geworden, dass ich damit wahrscheinlich nicht klarkäme, wenn die Prozeduren nicht klappen würden. War nämlich gar nicht so taff und stark, wie ich immer dachte. Mit 39 wurde dann die Gebärmutter enternt wegen der schlimmen Adenomyose. Es gab viele Gespräche mit dem Operateur vorher. Mein Fazit für mich war, ich wollte und konnte einfach nicht mehr mit den Schmerzen leben. Nach der OP war ich dann erst einmal tieftraurig, was aber wohl normal ist, sagte man bei der Reha. Glücklicherweise war das Kinderkriegen bei uns in den Freundschaften nicht so weit verbreitet, so dass das nicht so belastend war. Manchmal, wenn ich heut so ein Würmchen sehe, dann denke ich, was wäre wenn. Aber es ist nicht sehr schlimm. Mein Partner hat zu mir gestanden, die ganze Zeit, auch wenn er gern Kinder gehabt hätte. Und ganz ehrlich, wenn ich manchmal die Sorgen der Eltern höre, puh, bin ich auch froh, wenn ich das nicht durchmachen muß. Durch die Krankheit bin ich auch einfach sehr eingeschränkt und froh, dass ich, wenn ich neben der Arbeit mal Zeit habe, einfach meine Ruhe habe.

Doch, ich bin froh, es nicht getan zu haben. Und stehe dazu. Nicht jede Frau ist nur, weil sie eine Frau ist, dafür da, Kinder zu gebären. Mein Leben ist so wie es ist, es gibt keinen Grund, darüber zu trauern. Und da ich mich wirklich bewußt damit auseinandergesetzt hatte, kann ich auch heute noch voll zu dieser Entscheidung stehen.

So, das war nun ein ganzer Roman und ich hoffe,ich konnte dir damit irgendwie helfen. Wenn du noch Fragen hast, stell sie einfach, ich werde versuchen, sie offen und ehrlich zu beantworten.

LG

Hägar



Hallo
Steffi71

Hallo Schneewittchen,

normalerweise bin ich hier im Forum nur als stiller Leser unterwegs, da es mir momentan gesundheitlich gut geht. Deine Anfrage erinnert mich sehr stark an die Zeit vor vielen Jahren als bei mir die Endo (Grad IV) festgestellt wurde. Der Arzt, der diese festgestellt hat, war ein Kiwu-Spezi und hatte natürlich nur eines im Sinn: künstliche Befruchtung. Da die Entscheidung "entweder so oder gar nicht" so plötzlich von uns gefordert wurde, haben wir uns ganz bewusst dagegeben entschieden. Zum einen war da die Angst, dass die Vorbehandlungen die ganze Endo erstmal noch schlimmer machen, wer sagt mir, wie ich evtl. Fehlschläge verkraften werde und bin ich überhaupt bereit ein Kind in die Welt zu setzen. Unser Umfeld war bei dieser Entscheidung sehr gespalten von "wie kann man nur auf Kinder verzichten" bis "Deine Gesundheit ist das wichtigste".

 Heute über 10 Jahre später (mittlerweile bin ich 40), bereuen wir unsere Entscheidung zu keiner Zeit. Wir haben sehr schnell Alternativen für unser Leben gefunden, die uns glücklich und zufrieden machen.  Natürlich kann keiner sagen, ob ich als alte "Oma" nicht mal denke wäre doch schön jetzt Kinder oder Enkel zu haben.

Da es mir momentan Endo-seitig sehr gut geht; nehme seit längerer Zeit Visanne, genießen wir unser Leben genauso wie es ist.Smile Lass Dich nicht unter Druck setzen von aussen und treffe diese Entscheidung in Ruhe mit Deinem Partner und niemandem sonst (schon gar nicht mit Ärzten, weil die nicht DEIN Leben führen).

LG Steffi



Hi Schneewittchen
Jetina

das ist sicher eine schwierige Situation, wenn der Kinderwunsch so rational entschieden werden muß. Viele Frauen tragen den Wunsch auch einfach emotional in sich und nehmen vieles dafür in Kauf. Ich wollte auch Kinder, trotz schwerer Endo. Habe vieles in Kauf genommen, auch eine Verschlechterung der Endo durch die Behandlungen. Nach meinem 40. Geburtstag stand dann die Entscheidung gegen eigene Kinder fest. Die GM kam raus, dann war es auch biologisch entschieden. Aber, ich bin letzten Endes auch froh, daß ich es probiert habe. Die Fragen, die irgendwann auf jeden Fall aufkommen , was wäre gewesen wenn?, hätte ich nicht Kinder haben können? sind somit beantwortet und können mich jetzt und später nicht quälen.

LG Jetina



Danke für's Antworten!
Schneewittchen

 

Liebe Steffi,

deine Zeilen haben mich sehr angesprochen, danke dass du für mich "aktiv" geworden bis.

Es ist schön zu lesen, dass ihr eure Entscheidung bis heute nicht bereut habt und ihr euer Leben mit Endo und ohne Kind miteinander genießt - im Hier und Jetzt. Mich würde sehr interessieren wie euer Entscheidungsprozess damals verlaufen ist. Konntet ihr die Entscheidung relativ schnell treffen? Ich merke, dass wir immer wieder versuchen dem Thema einen zeitlichen Rahmen zu geben, wobei es dann doch eigentlich wieder ein Aufschieben wird. Ich bin eh nicht so wirklich der entscheidungsfreudige Typ. Wichtige Entscheidungen habe ich aber glaube ich auch noch nie bereut, von daher habe ich schon Hoffnung, dass welche Entscheidung auch immer ich treffe, ich gut mit den Konsequenzen leben kann.

Vielleicht schreibst du noch mal ?

LG!

 



Danke für's Antworten!
Schneewittchen

 

Hi Jessy,

ich habe mich gefragt wie alt du wohl jetzt bist.

Von nie Kinder haben wollen zu einem ausgeprägten Kinderwunsch zeigt mir, von welcher Bandbreite wir hier reden. Deine Gedanken hinsichtlich deines damaligen Freundes sind durchaus nachvollziehbar. Leider kommen einem diese, nennen wir sie mal Erkenntnisse, immer erst hinterher. Auf der anderen Seite denke ich, dass sobald ein einseitiger KiWu da ist, die Basis für eine glückliche Beziehung in Gefahr ist. Du hast das Glück, einen neuen lieben Partner gefunden zu haben und ich wünsche euch von Herzen, dass das Leben hier fair ist und dich mit dem ersehnten Kind "belohnt". Es gibt viele Frauen, die trotz Endo iirgendwann schwanger geworden sind. Solange alle nötigen Organe da sind, glaube ich fest daran, dass alles möglich ist. Trotzdem bleibt die Gretchenfrage, wie weit man bei der Erfüllung seines Wunsches gehen will, welchen Preis man gewillt ist dafür zu bezahlen. Du hast mich noch mal darauf gestoßen, wie wichtig die Beziehung bei der ganzen Angelegenheit ist. Ich für mich denke, dass ich meinen Partner über jeden Kinderwunsch stellen würde. Ich hatte diesbezüglich auch schon mal eine schwere Zeit und meine sagen zu können, dass ich ohne ein Kind leben kann, aber nicht ohne meinen Partner der schon soviel mit mir durchgestanden hat.

Ich drücke dir/euch die Daumen...

LG!



Danke für's Antworten!
Schneewittchen

 

Liebe Hägar,

ich weiß nicht, ob du in Bad Salzuflen zur Reha warst. Dort gibt es ja die "Organ-Trauergruppe", die ich wohl auf jeden Fall aufsuchen müsste. Gut zu wissen, dass du die OP lange und gut begleitet durchgestanden hast und in all der Zeit einen verständnisvollen Partner an der Seite hattest. Ich denke auch, dass das Leiden einer jeden einzelnen Frau ganz im Vordergrund stehen muss, davon hängt alles ab. Ich brauche auch viel Ruhe und bin an manchen Tagen nicht wirklich belastbar. Aber immer noch merken das viele Außenstehende nicht bzw. verstehen sie es einfach nicht. Ich meine gesunde Frauen gehen ja manchmal schon aufgrund der Kinder am Stock. Schwer vorstellbar, wie man das hinbekommen soll, wenn es einem nicht gut geht. Dass du dich für ne gute Mutter hälst, nützt dir dann wahrscheinlich auch recht wenig.

Zu meiner Welt gehören schon Kinder, ob ich dafür aber unbedingt selber Mutter werden muss, ist hier noch die Frage. Einige meinen, dass ich mir zu viele Gedanken mache. Aber um eine ernsthafte Auseinandersetzung kommt man gar nicht herum bzw. bringt sie wie in deinem Fall ja dann auch eine klare Entscheidung. Ich fand's passend, wie du geschrieben hast: "es ist nicht sehr schlimm" und "es gibt keinen Grund darüber zu trauern". Hört sich gut an...

LG!



Danke für's Antworten!
Schneewittchen

 

Ja Jetina, du hast es probiert. Du hast sogar Risiken in Kauf genommen und es sollte nicht sein, die GM Entfernung hat es dann quasi besiegelt. Bist du manchmal dewegen noch traurig, oder konntest du das Thema für dich komplett abschließen? Auch ich tendiere zum "Ausprobieren", muss aber noch entscheiden, ob das wirklich die richtige Lösung für mich ist, denn der Preis ist auch hier schon ziemlich hoch. 

LG



Liebes Schneewittchen, naja,
Steffi71

Liebes Schneewittchen,

naja, wie "schnell" die Entscheidung letztendlich getroffen wurde ist natürlich relativ. Es war sicherlich keine Entscheidung über Nacht, aber auch kein jahrelanger Prozess. Als die Diagnose Endo stand und feststand, dass es auf "natürlichem" Wege nicht sein soll war der Druck schon riesengroß und jeder Kinderwagen den man gesehen hat, hat einem die Problematik wieder vor die Nase gehalten, wodurch der Druck natürlich noch größer wurde. Wir haben uns in der Phase des größten Druckes zusammengesetzt und gemeinsam überlegt wie wir weitermachen. Wir haben uns alle Risiken - die ja von den Ärzten immer gerne heruntergespielt werden - vor Augen gehalten, uns gefragt ob wir uns ein Leben ohne Kinder vorstellen können und dann gemeinsam beschlossen, dass uns das gesundheitliche Risiko einfach zu hoch ist.  Und ab diesem Punkt war das Thema dann auch wirklich "durch".

Es ist schon schwierig in Worte zu fassen.... und nicht gleich einen ganzen Roman zu schreiben. Du kannst mir aber auch gerne eine PN schreiben.

LG Steffi



Hallo Schneewittchen
Jetina

die ersten Monate nach der GM Entfernung waren schon schwierig, ich hatte mich davor aber auch schon viel damit auseinandergesetzt. Heute komme ich meist gut damit zurecht. Da die Endo weiterhin sehr aktiv ist und weitere OPs brachte und bringen wird, bin ich heute aber froh mich so entschieden zu haben. Ich denke bei schwerer Endo sind die Erfolge auch mit IVF nicht gut und ich bin nicht sicher, ob die Ärzte da wirklich ehrlich sind.

LG Jetina