Umgang mit der Angst, kein Kind zu bekommen
Kiki76

Liebe Forumsmitglieder,

ich habe mich hier schon in einigen Themenbereichen, v. a. Kinderwunsch, mit Forumsmitgliedern ausgetauscht und begegne dort immer wieder Angst und Verunsicherung rund um Kinderwunsch (auch bei anderen Themen, aber im Moment ist der Kinderwunsch das Thema, was mich am meisten beschäftigt). Gedanken, wie "oh, jetzt ist mein Eisprung, und mein Mann ist auf Geschäftsreise", "oh, bin ich eigentlich empfängnisfähig", "jetzt habe ich mich doch wieder nicht gesund ernährt" etc. Ich möchte mit diesem Eintrag den Fokus auf unsere Gefühle lenken, die sich hinter unseren Fragen und Gedanken in Wahrheit verstecken, nämlich oftmals Angst und teilweise auch Ärger über sich selbst, dass man sich verrückt macht...

Ich habe schon seit 5 Jahren einen Kinderwunsch, war 2008 schwanger, dann frühe Fehlgeburt im gleichen Moment, wo ich auch meinen Job aufgeben musste verbunden mit körperlicher und mentaler Erschöpfung. Danach - 3 Jahre -bin ich nicht mehr schwanger geworden. Ich habe alles Mögliche schon durchgemacht, was ihr alle, die einen Kinderwunsch haben wahrscheinlich kennt.

Nun, ich habe mir wirklich das Ziel gesetzt, mich nicht mehr verrückt zu machen. Ich möchte mich von der Angst lösen und wieder entspannter werden, mich nicht mehr so verunsicher und verunsichern lassen. Ich glaube, ich bin schon auf einem guten Weg.

Aber, wenn es hier Leute gibt, die sich mit mir darüber austauschen möchten, wie sehr die Angst sie belastet, wo sie ihr begegnen, wie es sich auf die Beziehung auswirkt, was ihr dagegen macht, dann freue ich mich. Mein Anliegen ist es, dass wir uns gegenseitig stärken und ermutigen Smile, uns ein klein wenig zu befreien und leichter zu fühlen.

Lieber Gruß, Kiki76

 



@Dea, ging mir genauso! Habs
Heike2704

@Dea, ging mir genauso! Habs auch einen Tag später meiner Schwester gezeigt. Sie hat sehr geweint und mich in den Arm genommen und gesagt "Es tut mir so leid". Dann haben wir beide nochmal geweint. Das Video sagt wirklich alles aus und man denkt "Genauso ist es".



Ich kann deine Angst
snoopie

Ich kann deine Angst verstehen, mir wurde Anfang 20 gesagt, dass ich möglicherweise nie Kinder kriegen werde (damals wars allerdings so, dass dieser Verdacht eher auf eine wiederkehrende Eileiterenzündung zurückgeführt wurde, damals wusste ich noch lange nicht dass ich Endometriose habe).

 In meinem Fall ist es so, dass ich 3 danach noch 3 wundervolle Kinder bekommen habe, wobei das 3. mehr oder weniger an ein Wunder grenzt, da die Schwangerschaft ein einziger Spiessrutenlauf war, ich hatte 2 kleine Kinder zuhause und habe mehr Zeit im Krankenhaus als bei ihnen verbracht da ich kaum hab ich was angefasst Blutungen hatte. 

 

Wie du siehst ist fast alles möglich, mein erstes Kind ging fast "wie von selbst", das 2. war etwas schwieriger und das 3. entstand eigentlich ungeplant :) man muss nur den Kopf frei kriegen (ich weiss das ist leichter gesagt als getan als ich beim 2. nicht und nicht schwanger wurde hab ich mir auch gedacht das erste war nur ein einmaliger Glückstreffer) dann klappts meisstens :)

 

 

 

 



Lichtblick nach einem Vortrag beim Endo Tag letzten Dienstag
Susausa

Hallo zusammen,

ich habe Euren Blog heute entdeckt - nach langem habe ich mal wieder ins Forum geschaut.

Umgang mit der Angst kein Kind zu bekommen ist bei mir auch sehr akkut. Ich bin 34, habe Endo Grad III (letzte OP allerdings schon 8 Jahre her) und KiWu seit Jan. 2009.

Ich würde Euch gerne von meinem kleinen persönlichen Erlebnis erzählen, was für mich sehr ermutigend war. Letzten Dienstag war ja Endo Tag in BaWü. In Tübingen fanden mehrere Vorträge statt, u.a. auch das Thema Endo und KiWu. Zunächst dachte ich nicht daran hinzugehen, aber mein Mann meinte dann, das das doch wichtig für mich sei und hat mich motiviert hinzugehen. Also bin ich hin.

Ich muss gestehen, daß der Vortrag (Endo und KiWu) sehr ernüchternd war. Die ganzen Zahlen und Fakten waren echt niederschmetternd. Ich bin nach dem Vortrag zum Auto gelaufen, eine andere Teilnehmerin sprach mich an und wir kamen ins Gespräch. Normalerweise heul ich nicht vor wildfremden Leuten einfach los, aber ich konnte die Tränen nicht unterdrücken. Die Frau hat verständnisvoll reagiert und jetzt kommt das, was für mich echt genial war. Die Frau erzählte, daß sie trotz verklebten Eileitern und schwerer Endo schwanger wurde. Sie und ihr Mann haben gebetet (denn sie sind gläubige Christen). Sie erzählte mir, daß sie sogar inzwischen drei Kinder hat. Für mich war diese Frau wie ein Geschenk vom Himmel, denn ich bin auch Christ. Es war also ob Gott für mich extra diese Frau zu dem Vortrag geschickt hat um mir Mut zu machen. Sie hat sich sogar extra Zeit für mich genommen und wir haben einen Kaffee zusammen getrunken und uns ausgetauscht.

Ich kann verstehen, daß manche von Euch mit christlichem Glauben nichts anfangen kann, aber für mich persönlich war das einfach ein ganz tolles Erlebnis - zu Wissen, daß Gott mich nicht vergessen hat und mir meinen persönlichen Mutmacher über den Weg geschickt hat.

Die Angst vor Enttäuschung wurde mir in dem Gespräch ganz neu bewusst und ich möchte nun lernen damit umzugehen, auch im Gebet und im Glauben an Gott.

Wir haben vereinbart, daß ich mich bei ihr melde, wenn es bei uns geklappt hat, damit wir anstoßen können :-)

Vielleicht hilft das auch jemanden dort draußen weiter - ich würde mich freuen...

 Liebe Grüße

Eure Susausa



Danke
aenis

Vielen Dank Susausa

für deinen Beitrag. Ja das macht mut.

Und über Beistand von "oben" sind wir doch alle froh. Es liegt nicht in unsere Macht aber den Glauben daran nicht verlieren, ist wichtig.

Liebe Grüsse und viel, viel Glück.

aenis

--

Übe dich auch in den Dingen,
an denen du verzweifelst.  Mark Aurel



Liebe Brgit, danke dir. Auch
Kiki76

Liebe Brgit, danke dir. Auch wenn ich jetzt sagen könnte, "ich habe das nun hinter mir", weil ich jetzt seit kurzem schwanger bin, ist mir dieses Video sicher genauso nah gegangen wir auch den anderen hier. Ja, und Tränen sind bei mir auch geflossen. Es ist ein langer schmerzvoller Weg, aber es tat gut, auch das zu reflektieren und zu verstehen, warum wir oft allein sind, verzweifelt, hilflos und teil hoffnungslos. Ein wirklich sehr schönes Video.

Lieber Gruß, Kiki76



Liebe Susausa, ich bin sehr
Kiki76

Liebe Susausa, ich bin sehr froh, dass du von diesem kleinen Wunder erzählst. Ich finde, es zeigt, dass Ärzte nun mal nicht alles wissen, was zwischen Himmel und Erde geschieht. Und in diesem Zusammenhang habe ich mich schon oft gefragt - wäre es nicht besser, Ärzte würden nicht von "unfruchtbarkeit" sprechen? Dieses Wort, das klingt so statisch, als wäre nichts daran zu ändern, und verliert man dann nicht den Glauben, dass es doch ein kleines Wunder geben könnte? Ja, Ärzte müssen den Patienten wohl auch sagen, was Sache ist. Aber das darf doch eigentlich jedes Paar selbst eintscheiden, ob es sich als endgültig unfruchtbar betrachtet oder es das Leben weiterlebt und an ein kleines Wunder glaubt und vielleicht sogar betet. Naja.

Ich freue mich für dich, dass diese Frau auch noch bereit ist, mit dir zu feiern, wenn das Wunder eintritt! LG, Kiki76



Wunder und Herausforderung
Susausa

Hallo liebe Kiki,

den Befund "Unfruchtbarkeit" finde ich auch so endgültig, dabei gibt es ja tatsächlich immer wieder Wunder und die Ärzte können es nicht nachvollziehen. Was ich mich jedoch frage ist, wer sagt mir, daß auch ich eine dieser Ausnahmen bin? Nur weil die eine Frau dieses Wunder erleben durfte, heißt es noch lange nicht, daß ich auch dazu gehören werde. Aber da fängt wohl das Vertrauen an, daß egal was geschieht, es das Beste für mich ist - auch wenn es nicht unbedingt das ist, was man sich selbst so vorstellt.

Nach meiner besonderen Begegnung am Dienstag Abend bin ich Mittwoch nach 2,5 Wochen Urlaub wieder ins Büro. Dort habe ich dann erfahren, daß eine Teamkollegin schwanger ist. Ihr könnt Euch vorstellen, daß das ne ganz schöne Herausforderung ist. Nun werde ich jeden Tag im Büro die Kollegin und ihren täglich wachsenden Bauch sehen. Ich versuche nicht neidisch zu sein, sondern mich mit ihr zu freuen, es ist nicht einfach. Auf meinem Kalenderblatt für den Monat November steht folgendes:

"Was ich euch zurücklasse, ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden – einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann. Lasst euch durch nichts ´in eurem Glauben` erschüttern, und lasst euch nicht entmutigen!"

Donnerstag und Freitag ist mir dann mehrfach ein Lied aufgefallen. Daran will ich festhalten - vielleicht ermutigt es Euch auch:

http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=UwH6evt74Z0

Liebe Grüße

Eure Susausa 



"Neid", wenn jemand schwanger wird...
Kiki76

Liebe Susausa

danke dir für das Lied. Ich habe es mir gerne angehört und habe gedacht: ja, es ist wohl ein Wunder, wenn ein kleines Kind entsteht und wenn es uns geschenkt wird.

Ja, das mit deiner Teamkollegin kann ich nachvollziehen. Eine TEamkollegin war mal eine zeitlang ziemlich schlecht gelaunt und lies es an mir aus. Dann sprach ich sie darauf an und sagte "bitte sag mir doch, wenn du ein Problem mit mir hast. Denn wenn ich so eine Reaktion mitbekomme, dann kann ich mich gar nicht mehr auf die Arbeit konzentieren, weil ich mich frage, was da jetzt wieder schief gleaufen ist.". Sie sagte, das hat nichts mit dir zu tun, es betrifft dich nicht. Ich sagte "doch, es betrifft mich, weil ich so nicht arbeiten kann". Am nächsten TAg sprach sie unter 4 Augen mit mir und fing an zu weinen "ich bin schwanger- ich wollte jetzt noch nicht schwanger werden". Nun, die Ärzte hatten gesagt, bei ihr würde es wohl länger dauern, weil sie Zysten hätte. Dass es dann doch so schnell ging, hatte sie "überfahren". Ja, sie ahnte nicht, dass ich gerne mit ihr getauscht hätte. Wie das nun mal in einem Betrieb ist, wurden dann nach und nach noch andere schwanger...

Weißt, du liebe Susausa, das Wort "Neid" ist hier in diesem Zusammenhang schon öfter gefallen, und ich kenne das auch. Das Wort Neid enthält für mich allerdings so eine negative Bewertung, so dass ich es lieber nicht gebrauchen möchte, und vielleicht geht es dir ja ähnlich? Wenn ich "Neid" höre, dann bekomme ich das Gefühl, ich gönne es jemanden nicht richtig; oder ich vergleiche mich mit der anderen Person. Es gehört sich nicht, "neidisch zu sein". Irgendwie, ich kann es nicht in Worte fassen, hinterlässt das Wort Neid jedenfalls etwas "Negatives" in mir und lässt mich mich noch schlechter fühlen, als ich mich eh schon fühle.

Vielleicht ist es besser, es in andere Worte zu fassen, was man in solchen Situationen empfindet? Vielleicht magst du ja mal schreiben, was in dir so vorgeht - eines wissen wir sicher: es ist die Traurigkeit darüber, dass dein Wunsch bisher nicht in Erfüllung gegangen ist. Aber vielleicht gehen dir ja noch andere Dinge durch den Kopf  oder durch den "Bauch" (da sitzt wohl eher das Gefühl). Vielleicht auch ein Unverständnis "warum ich?" oder Zweifel "werde ich auch noch dieses Glück erleben können?".

Lieber Gruß, kiki76

 



Woche 7 und 1 Tag
Kiki76

Hallo Ihr Lieben, Ihr wolltet ja zwischendurch mal hören, wie es so mit der Schwangerschaft fortschreitet.

Nun, ich schlafe nachts extrem schlecht. WAche oft auf so ab 2 Uhr manchmal, danach nur noch ein unruhiges Hin- und herwälzen. Ich habe keine Schmerzen, aber irgndwie scheine ich aufgeregt zu sein...Ich habe mal gelesen, dass das Hormon Cortisol in der Schwangerschaft erhöht ist. Cortisol ist gleichzeitig das HOrmon, das einen wach macht und verantwortlich für das Wachwerden in den Morgenstunden ist. Nun, das wäre also eine Erklärung. Dementsprechend müde bin ich am Tag. Außerdem ist mein Blutdruck inzwischen auf 80 zu 50 mmHg gesunken, mein Ruhepuls ist bei 80 Schlägen/Minute, was sehr hoch ist. Bei einem Spaziergang, den ich routinemäßig mache, kam ich nun eher außer Atem (Puls über 120).Übelkeit - kaum, Brustspannen in Maßen. Essgelüste, kaum. Die typischen Beschwerden treffen nicht so wirklich zu. Die Haut ist jetzt mal angenehm reiner als sonst.

Stimmung:  irgendwie merkwürdig. Da hat man jahrelang seinen (bisher unerfüllten) Kinderwunsch verheimlicht "Haben Sie auch kInder" - "Nein". "Wollen Sie keine/welche". "Ja, aber jetzt ist noch nicht der richtige Zeitpunkt." "Warten Sie nicht zulange". Grrrr.  Und jetzt: ich hätte meine freude am liebsten aller Welt mitgeteilt, aber da kommt der Zeigefinger "warte mal ab, in den ersten 12 Wochen kommen Fehlgeburten häufig vor". Also halte ich mich etwas zurück, aber irgendwie dämpft das ein klein wenig auch die Freude. Ja, und öfter frage ich mich: "hmm, hoffentlich läuft es nicht wie beim letzten Mal" (FG 2008)". Ich merke, dass ich bis zu meinem FA-Termin nächste Woche Mittwoch doch unter einer ziemlichen Spannung stehe. Das erinnert mich sehr an die Spannung, unter der man steht, wenn man am Ende des Zyklus hofft, dass man schwanger geworden ist und keine Periode bekommt. Also, nächste Woche mittwoch wird sich zeigen, ob sich das kleine Wesen normal entwickelt hat... Bis dahin versuche ich mir zu sagen: es wird schon alles gut sein. Diesmal ist es anders. 

Was gibt es bei Euch Neues?

Bis bald und liebe Grüße, Kiki76

 



Das Kleine war einmal - es ist wieder gegangen - morgen Kuretage
Kiki76

Hallo Ihr Lieben, ich schreibe euch nun, weil manch eine von euch gesagt hatte, siw würde sich freuen über meine Schwang. auf dem Laufenden zu bleibne.

Also, hatte heute meinen ersten Vorsorgetermin - Woche 8. Ich blickte ängstlich auf das US-Bild. Ich sah die Fruchthöhle in meiner GEbärmutter. Ich sah aber weder Dottersack noch Embryo. Die Ärztin guckte und guckte, die Sekunden kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Sie sagte, das sieht nicht gut aus. Man sehe keinen Embryo, den man jetzt aber sehen sollte. Also, wieder eine verhaltende Fehlgeburt wie vor 3 Jahren. 

Nun, ich habe mich entschieden, dass ich eine Kurettage haben will. Morgen ist sie schon. Das Material wird dann auf Chromosomenstörungen untersucht. Mit 2 FG ist man noch im "grünen Bereich". DAs kommt wohl häufiger vor. Also, ich will mich jetzt nicht anfangen verrückt zu machen. Ich habe mich für die K. entschieden,nachdem mir Prof. Possover (Expert) gesagt hatte, dass das besser ist, um zu vermeiden, dass Restmaterial in der GM verbleibt und Einnistungen verhindert. Das letzte Mal hatte ich nämlich keine Ausschabung - danach war ich ja 3 Jahre lang nicht mehr schwanger geworden.Warum, weiß natürlich keiner, aber dieser zeitliche Zusammenhang ist schon auffällig.

Nun, ich glaube, ich habe das noch nicht richtig realisiert. Ich bin sehr traurig, mein Mann auch, der zum Glück diesmal mit bei der FA war. Er hat sich noch Zeit genommen und war mit mir Mittag essen. Wir hatten uns schon so gefreut und darauf eingestellt. Obwohl ich auch immer unter einer gewissen Spannung war. Wird es diesmal gut gehen?  Ich werde wahrscheinlich noch viel e Tränen vergießen.

Wie dem auch sei. Ich merke, dass ich stärker bin als früher, und ich habe das Gefühl, dass ich auch mit dieser Situation besser umgehen kann als ich es vor einem Jahr gekonnt hätte. Ich trete mir nach wie vor in den Hintern, nicht in Angstdenken und negative Gedanken zu verfallen... Ich freue mich, dass ich nach der OP überhaupt schwanger geworden bin, nachdem ich jahrelang darauf gewartet hatte ohne Erfolg. Ich habe nach der OP wieder Hoffnung gehabt, es hat sich was in meinem Körper getan. Ich war und bin auf dem richtigen Weg. Ich habe Hoffnung, dass ich bald wieder schwanger werden könnte und dass nicht wieder 3 Jahre vergehen werden.

Ich denke: OK, dann muss ich eben noch einen Anlauf nehmen. Hat nicht geklappt, also sich wieder aufsetzen und weiterprobieren. Ich nehme es gelassener. Ich stelle es mir wie bei einem kleinen Kind vor, dass versucht, einen schönen Turm zu bauen. Der Turm stürzt ein und ihc sage ihm: oh jetzt bist du sehr traurig, dass er eingestürzt ist. Dann probiere es nochmal...manchmal braucht es ganz schön viel Geduld und Ausdauer bis man es endlich geschafft hat. Nicht aufgeben.

Angst, dass das wieder passiert. Ja, die habe ich. Aber es gibt noch paar Untersuchungen, die man dann veranlassen kann, die bis heute nicht gmeacht wurden. Die würde ich dann veranlassen. Zum Anderen sehe ich mein mögliches Schicksal nicht mehr als Weltuntergang, als Abgrund. Es kann Wünsche im Leben gebne, die vielleicht niemals erfüllt werden trotz aller mediizinischer Technik. Falls das mein Schicksal ist, werde ich versuchen, dennoch die Zeit mit meinem Mann zu genießen und Sinn in meinem Leben zu sehen. Auch damit relativiert sich meine Angst - ich mache mich nicht verrückt. Ich bekomme keine Panik mehr.

Auch wenn die letzten Jahre sehr hart für mich waren. Ich bin gewachsen, und diese Stärke und gewonnene WEisheit kann mir niemand mehr nehmen. Trauern werde ich trotzdem, das darf ich. Ich werde jetzt viele Tränen vergießen und meine Familie um Unterstüzung bitten.

Ich danke Euch für das Zuhören. Und hoffe weiterhin ,dass wir alle unseren Mut behalten. DAs wünsche ich uns - denn was auch immer passiert - es ist das wichtigste, dass wir einen WEg finden, mit diesen Dingen umzugehen.

SEid von mir gedrückt - bis bald.

Kiki76

 

 

 



Drücker
aenis

Liebe Kiki

Mir fehlen grad die Worte. Es tut mir unendlich leid für dich. Frühl dich ganz fest gedrückt.

Alles Gute für Morgen (ich drück dich nochmals...)

Liebe Grüsse aenis

--

Übe dich auch in den Dingen,
an denen du verzweifelst.  Mark Aurel



Liebe Kiki, das tut mir
Mandarina75

Liebe Kiki,

das tut mir sehr, sehr, sehr leid, dass du diese Erfahrung zum zweiten erleben musstest. Ich finde es sehr toll, dass du so positiv denkst und auch das so annimmst. Es ist ein harter Weg und du wurdest zweimal schwanger und ich bin mir sicher, dass es bei dir auf jeden Fall klappen wird. Du wirst deinen Turm zu ende bauen können und das Fundament steht doch schon bei dir. Ich bewundere ich um deine Stärke und das gibt mir persönlich sehr viel Kraft.

Ich habe gestern eine Sendung bei ARTE gesehen und da ging es darum, wie man den Körper von innen selber heilen kann und durch Stress sehr viel kaputt geht und wir dem Körper die Heilkraft entziehen. Der Arzt hat ein sehr gutes Beispiel gegeben, wenn wir uns eine kleine Schnittwunde zufügen, dann können wir genau beobachten wie der Körper es von ganz alleine schafft und dieses Urvertrauen sollten wir wieder zurückerlangen. Ich muss auch positiver denken und mache jetzt auch Sport, damit ich meinem Körper was gutes tue und auch meiner Seele. Du hast dieses positve denken und du wirst dafür belohnt.

Heute war ich beim Blut abnehmen und da werden jetzt meine Hormone getestet, auch dieses Anti Müller Hormon und dann noch meine Eierstöcke.. weiß nicht, ob ich das jetzt richtig verstanden habe.. auf jeden Fall bin ich sehr gespannt.. da der Arzt gesagt hatte wenn die Werte wohl nicht gut sind, dann muss ich in ein Kinderwunschzentrum... naja.. bekomme die Ergebnisse erst Freitag oder Montag... o manoo :-( bin sehr gespannt :-(

Kiki, hattest du eigentlich Einistungsblutungen? habe gelesen, dass man es wohl bekommt, wenn man schwanger wird... bekommt das jede Frau oder bekommen das einige Frauen nicht??? 

Liebe Grüße

Mandarina

--

Liebe Grüße

Mandarina



Liebe Kiki, am Nachmittag
Dea

Liebe Kiki,

am Nachmittag habe ich deinen Eintrag gelesen und habe diesen erstmal verdauen müssen. Auch wenn ich zu denjenigen gehöre, die dir Anfangs geschrieben hatten, daß ich auch Neid verspüre, habe ich es dir doch von Herzen gewünscht. Deine Schwangerschaft hat auch mich bestärkt in der Hoffnung selbst einmal das Glück zu haben schwanger zu sein. Ich habe mir vorgestellt, wie es wohl für mich wäre in deiner Situation und das hat mich mit Trauer erfüllt.

Ich finde es sehr toll, daß du trotz deiner Trauer mit Hoffnung in die Zukunft siehst und dich stark genug fühlst deinen Weg zu beschreiten. Du bist in dieser Hinsicht wirklich ein Vorbild und du hast mir mit deinen Beiträgen schon viel Mut gemacht.

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute für morgen, sei auch von mir gedrückt.

Lg Dea



Danke Euch für Eure
Kiki76

Danke Euch für Eure Gedanken. Es freut mich zu wissen, dass ihr in Gedanken mit mir seid. Das hilft mir.

Ich bin etwas beduselt. Ich konnte fast die ganze Nacht nicht schlafen. Es gehen mir so viele Gedanken durch den Kopf. Ich bin so aufgeregt und verunsichert. Teilweise auch wütend auf meinen eigenen Körper - was soll das? Andererseits wieder stolz, weil er doch so viel schafft und es besser ist, mit der Schwangerschaft aufzuhören, wenn sie nicht in Ordnung ist.

Ich habe Angst vor der Kürettage, weil ich zu dieser FA noch nicht so ein Vertrauen gefasst habe wie zum Prof., der mich operiert hatte. 

Ich bin wie gelähmt und kann nicht mal richtig weinen. Ich bin froh, wenn ich die Kürettage hinter mir habe. Ich glaube, dann kann ich mich dem Trauern mehr widmen.

Bis bald, Kiki76



hallo kiki
jessy13

hallo liebe kiki,

es tut mir so leider für dich, das du so etwas trauriges zum zweitenmal erleben musst. aber ich bewundere dich auch, dass du schon so viele jahre dafür kämpfst und nicht aufgibst, das macht mir auch mut. ich kann dir auch eine geschichte erzählen, die dir vielleicht ein bisschen hoffnung gibt. meine eltern haben bekannte, die waren sehr reich, sie konnten sich jede medizinische behandlung leisten. die ärzte haben alles versucht, aber es wollte nicht mit einem baby klappen. sie haben 10 jahre vergeblich versucht ein kind zu bekommen, und wirklich wie ein wunder - nach 10 jahren hat es mit einem kind geklappt als sie schon keine hoffnung mehr hatten. es gibt im leben immer wieder wunder- daran muss man grad in schlechten zeiten fest glauben.

ich drücke dir ganz fest die daumen dass du viel kraft hast um das zu verarbeiten.lg jessy



@ Eure Anteilnahme an der Fehlgeburt
Kiki76

Liebe Alle

Erst einmal nochmals danke für die Mut machenden Worte und das kleine Wunder, von dem Jessy13 berichtet hat. Meine Schwiegermutter hatte auch 2 Fehlgeburten - im 3. und 4. Monat - und danach bekam sie innerhalb kürzester Zeit 2 Jungs. Einer davon ist mein Mann. Im OP-Vorsaal fing ich an zu weinen, weil ich wusste - jetzt holen sie das Kleine endgültig raus. Der Anaesthesist sagte mitfühlend: es ist sicher ein schwacher Trost, aber ich kenne jemanden, die auch 2 Fehlgeburten hatte und danach 2 prächtige Jungs geboren hat... Ich sagte ihm, doch das ist ein Trost, denn das gibt mir Hoffnung.

Wenn ich lese, dass ich euch Mut machen konnte, dann freut mich und tröstet mich das auch sehr. Mandarina hat mein Bild vom Turm aufgegriffen und gesagt "das Fundament steht schon", das hat mir auch Mut gemacht. Es stimmt, ich habe schon viel gemacht, ein Fundament zu schaffen, das vorher fast nicht da war. Und es ist ja auch fast geglückt. Jetzt muss ich einen weiteren Anlauf nehmen.

Wer hätte das gedacht, dass ein Kind zu bekommen so viele Etappen beinhaltet? Gestern kam ich im Spital kurz vor der OP an einer Einladung zur Geburtsvorbereitung vorbei. Da stand ein Zitat:

«Für Wunder brauchen wir Augen, die sehen und ein Herz, das versteht, für ein Wunder zu danken.»  MIr flossen die Tränen, als ich das las und das kleine Baby auf dem Plakat sah.

Und gestern nach der OP dachte ich: das Kleine ist vielleicht nicht in mir, aber es ist noch da und wartet auf den richtigen Zeitpunkt. Vielleicht ist es ja auch traurig, dass der Anlauf nicht geglückt ist. Aber es ist noch da und ich bleibe in Verbindung mit dem Kleinen. Ja, das sind vielleicht befremdliche Gedanken für die ein oder andere. Aber es hilft mir, positiv zu denken.

Bis bald, liebe Grüße, Kiki76



@ Mandarina - Selbstheilung, Stärke, ..Einnistungsblutungen
Kiki76

Liebe Mandarina, liebe diejenigen, die mitlesen,

zur Selbstheilung/positives Denken/Urvertrauen:

Ich glaube auch, dass der Körper sehr viel selbst heilen kann (und umgekehrt, dass auch viel durch "Stress" zerstört wird). Nicht umsonst haben ja oft Placebos eine Wirkung, obwohl sie keinen Wirkstoff enthalten. Ich glaube wirklich daran, dass sehr viel Kraft in uns selbst liegt, und genau diese versuche ich, zu mobilisieren. Vor der OP habe ich z. B. eine MeditationsCD zu Schmerz gehört. In der Meditation hieß es: führe deine Hand dorthin, wo du Schmerz fühlst. Umhülle den Schmerz (ichhabe mir vorgestellt, dass ich den Schmerz wie ein kleines Kind in den Arm nehme), und im nächsten Schrit atme den Schmerz aus. Nach der OP hatte ich starke Schmerzen, das Schmerzmittel wirkte noc nicht. Und da habe ich versucht, mir das so vorzustellen, und der Schmerz ließ dann tatsächlich in kleinen Momenten auch nach. Und es ist auch so: ich nehme meinen Schmerz an und wiege ihn, ich fühle mich in ihn ein. Das hilft mir zumindest. Und mit der Angst versuche ich es auch so zu machen: wenn ich plötzlich Angst bekomme vor meiner Zukunft, dann stelle ich mir vor, mich und meine Angst in den Arm zu nehmen (wie ein kleines Kind) und es einfach festzuhalten - das wirkt schon Wunder. Ich nehme meine Angst dadurch an und bin dann in der Lage sie in Ruhe anzuschauen. Nur so kann ich mit ihr umgehen - nicht, indem ich sie dauernd verdränge. Dann kommt sie nämlich wieder, und ich bekomme Angst vor der Angst.

Wie ist es mit dem Sport, Mandarina, tut es dir gut? Ich denke, das regelmäßige Bewegung tatsächlich unserer Psyche sehr hilft. Im Buch von Schreiber steht ("Die neue Medizin der Emotionen") steht nämlich auch, dass Bewegung wie ein Antidepressivum wirkt - nur wesentlich nachhaltiger als ein Medikament. Ich glaube, min. 3x-5x. in der Woche für 20 min am Stück würde die Psyche schon sehr stützen.

Nun, du schreibst "du hast das positive Denken". Ja, ich habe es jetzt mehr als noch vor einem Jahr. Ich habe sehr sehr sehr darunter gelitten, dass ich nicht positiv denken konnte, dass ich kein Urvertrauen hatte ins Leben. Irgendwo zwischen Geburt und Erwachsenwerden ist es mir abhanden gekommen. Ich habe sowohl in meiner Jugend als auch als junge Erwachsene viel durchgemacht. Und vor allem die letzten Jahre des Kinderwunsches haben mich gezwungen positiv zu denken. Denn mein Kinderwunsch und der Art wie ich damit umgehst, zeigt eigentlich meine grundsätzliche Einstellun zum Leben. Man wird hier auf eine Probe gestellt. Ich habe so viel dadurch gelernt, dass ich gar nicht weiß, wie ich das alles aufschreiben sollte. Es ist unglaublich, aber ich habe ein Stück dieses Urvertrauens wiedergefunden. Und das ist der Grund, warum ich nicht mehr so viel Panik bekomme, was nun im Endeffekt mein Schicksal sein wird. Das ist sehr komplex, und wir können uns gerne weiter darüber unterhalten.

Einnistungsblutungen:

Nein, ich habe auch schon oft davon gelesen. Aber ich hatte keine Einnistungsblutungen. Ich habe aber die Einnistung gespürt. Es hat ca. 1 Woche nach Eisprung angefangen in meiner Gebärmutter zu pieksen. Und da ahnte ich schon was...

So, ich freue mich auf weiteren Austausch.

LG, kiki76



Liebe Kiki, ich habe jetzt
alibaba26

Liebe Kiki,

ich habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen...sind doch recht viele, aber ich habe mitbekommen, was bei dir los war und wollte dir nur sagen, dass es mir sehr leid tut....

Ich weiß, wie es ist, jahrelang zu hoffen und nur auf ein Ziel hinzuarbeiten...bei uns hat die Beziehung auch sehr darunter gelitten...mein Mann wollte mich nicht mehr jeden Monat ins KH fahren und hätte dann lieber auf Kinder verzichtet, aber ich konnte nicht aufgeben. Habe Endo Grad 4 und galt als unfruchtbar...

Vielleicht mach ich euch etwas Mut, wenn ich euch sage, das meine Tochter 2 1/4 Jahre alt ist und mein Sohn ist 6 Monate alt. Isabella ist durch eine Hormontherapie mit Sex nach Plan entstanden und mein Sohn spontan....es geschehen immer wieder Wunder, einfach nicht aufgeben.

Alles Liebe

Iris



Danke, Iris/alibaba26 für deine GEschichte
Kiki76

Liebe Iris

Herzlichen Dank, dass du das hier reinschreibst. Es macht mir Mut - und ich bin überzeugt, es macht auch allen anderen hier im Forum Mut! Ich bin immer wieder froh um solche "Wunder". Und es freut mich sehr für dich, dass trotz allen Leids - auch in der Beziehung - dein Wunsch in ERfüllung gegangen ist. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass du als "unfruchtbar" eingestuft wurdest. Das zeigt wieder mal, dass solche Diagnosen nicht stimmen müssen und dass wir - ohne uns kaputt zu machen - dennoch glauben und hoffen dürfen und nicht aufgeben müssen, wenn wir nicht bereit dazu sind.

Liebe Grüße, Kiki76



Ganz genau...wenn
alibaba26

Ganz genau...wenn Kinderwunsch besteht dann gebt nicht auf....ich finde es immer wieder ganz schlimm, wenn neue junge Leidensgenossinen hier schreiben, dass ihnen der arzt nach der Diagnose gleich gesagt hat, dass sie unfruchtbar sind....das kann der Arzt doch gar nicht wissen...diese These steht immer schnell im Raum und dann gibt's Tränen und Verzweiflung, dabei muss man es doch erstmal versucht haben und die heutige Repro-Medizin kann oft ein Wunder wahr machen....

Ich drücke allen, die es gerade versuchen ganz fest die Daumen, dass alles gut wird und ihr auch bald so einen Schreihals neben euch stehen habt, wie ich gerade :-)

LG

Iris



Buch
aenis

Ich habe mir nun auch das Buch "Gelassen durch die Kinderwunschzeit" gekauft. 
Hoffentlich kann ich etwas daraus lernen.
Liebe Grüsse aenis

--

Übe dich auch in den Dingen,
an denen du verzweifelst.  Mark Aurel



Hallo Kiki! Leider habe ich
Dea

Hallo Kiki!

Leider habe ich schon länger nichts mehr von dir gelesen und frage mich, wie es dir wohl geht?

Wenn du im Moment keine Lust hast zu schreiben, kann ich das natürlich verstehen.

Ich würde mich jedoch freuen von dir zu hören.

Lg Dea



Nach der Fehlgeburt - Zuversicht, wo bist du?
Kiki76

Liebe Dea, liebe Forumsmitglieder,

DAnke, liebe Dea, ich hatte schon überlegt, hier reinzuschreiben, aber ich wollte mich auch etwas zurückhalten, weil ich manchmal denke, dass ich viel zu viel schreibe und das jetzt auch nicht jeder lesen mag. Also freue ich mich auf jeden Fall darüber, dass du nachfragst, wie es mir geht. Zum Anderen war ich tatsächlich erst einmal durch den Wind.

Ich bin nach dem ersten Schock, in dem ich gleichzeitig noch meine Zuversicht spürte, doch in eine Trauerstimmung gefallen. Wenn ich morgens aufwache, sagt mein Mann nicht mehr "Oh, du bist schwanger, ich freue mich so". Jetzt bin ich schon traurig, wenn der Tag beginnt. Ich schleppe mich zur Arbeit und bin manchmal kurz davor, in Tränen auszubrechen. Ich habe meine Patienten, höre ihnen zu, und gleichzeitig spüre ich meine Trauer. In der Mittagspause fing eine Kollegin an zu weinen, weil ihr Freund sie verlassen hat, es war schwer für mich, nicht gleich mitzuheulen, denn ich spürte plötzlich auch ihre Trauer so stark. Ich habe keine Lust mehr auf die Dinge, die ich sonst mache (Spaziergänge, Gymnastik, kochen etc.). Die Planung der Wohnungseinrichtung (Kinderzimmer...) motiviert mich nicht mehr. DAs Kleine, zu dem ich vor und während der Schwangerschaft eine starke Verbindung hatte, scheint nun so weit weg. "Dabei hatte ich mich doch so gefreut, dass du den Weg zu mir/uns gefunden hattest" - geht durch meinen Kopf. "Wo bist du jetzt?". Ich fühle mich allein, etwas ist ausgelöscht, über das ich mich gefreut hatte und das mich begleitet hat. Ich versuche mit ihm zu sprechen, mit dem Kleinen, aber irgendwie will mir die Verbindung nicht gelingen. "ich bin so traurig, dass du nicht mehr da bist".Ich habe mir schon gesagt: "nun, vielleicht ist das Kleine ja auch traurig, dass es nicht geklappt hat". Wie ein Fahrstuhl zur Erde, der leider stecken geblieben ist, also nochmal zurück zum HImmel bis zum nächsten Versuch. Die Zuversicht und Energie, die ich hatte, scheint im Moment auf Eis zu liegen, oder wird sie einfach von der Trauer dominiert? Kommt sie bald wieder zurück?

Ich glaube noch, etwas daraus gelernt zu haben. DAs hat nun mit dem Glauben zu tun und mag nicht jeder Fraus Thema sein. Ich habe immer gedacht "wenn ich was an mir ändere, dann werde ich bestimmt eher schwanger, denn die Psyche sei ja auch so wichtig...". Ich denke, mit dem Satz mag sich hier manche von Euch identifizieren. Ja, ich glaube schon, dass man selbst auch viel bewirken kann. Und vielleicht wäre ich nach der OP nicht so schnell schwanger geworden, wenn ich nicht mit aller Kraft und Mut daran gearbeitet hätte. Aber gleichzeitig hatte ich das Gefühl: na, ich darf die Schwangerschaft jetzt nicht zu sehr auf mein Verhalten zurückführen und sie als Belohnung ansehen. Umgekehrt darf ich das nicht als Strafe empfinden oder als Bestätigung, dass ich meine Psyche nicht im Griff habe, wenn ich nicht schwanger werde. Weder das eine noch das andere ist gesund. Ich habe durch die Fehlgeburt die Bestätigung bekommen, dass es nichts mit mir zu tun hat. Denn ich habe getan, was ich tun konnte, und die Rahmenbedingungen schienen optimal. Das heißt, was auch immer "Gott" oder die "Energie" für mich entscheidet, ist es nicht STrafe oder Belohnung. Und ich habe mir gesagt: was auch immer entschieden wird (von Gott oder der Energie...) wird es gut für mich sein, und ich nehme es an. Für einen kurzen Moment habe ich es manchmal geschafft, Vertrauen zu fühlen.

Auf diesem Weg finde ich folgendes Gebet auch passend:

Gott gebe mir Gelassenheit,
hinzunehmen, was nicht zu ändern ist.
Mut, zu ändern, was ich ändern kann.
Und Weisheit, zwischen beidem zu unterscheiden.


Also, ich hoffe, bald wieder Mut zu finden, wieder meinen Beitrag zu leisten, aber gleichzeitig mit Vertrauen das anzunehmen, was nicht zu ändern sein wird.  Ja, und da einen Mittelweg zu finden, ist wohl eine große Herausforderung beim Kinderwunsch - wenn sich unsereins fragt: "wie viele Eier habe ich noch" " wird es überhaupt klappen" " und wird die Endo wieder kommen"...dann zeigt das Angst vor dem Schicksal. Und diese Angst packt uns oft und veranlasst uns, an jedem STrohhalm, Laborwert, STatistiken festzuhalten, Untersuchungen zu veranlassen. Wenn dann unsereins aus dem Rahmen fällt (oder die FA sagt "ja, das Alter spielt bei Ihnen sicher auch eine Rolle", dann werden wir noch nervöser dank dieser STatistiken und Möglichkeiten von Untersuchungen... Andererseits ist es ja doof, wenn man da sitzt und nichts macht. Also ein Mittelweg, bei dem ich mache, was zu machen ist, aber ohne dass mich die Panik dabei im Griff hat.Ich versuche, mehr (Ur)vertrauen zu haben.

Wie geht es Dir, liebe Dea? Jetzt habe ich wieder mal genug philosphiert und mich ausgeheult.

LG, Kiki76

 



hallo liebe kiki
jessy13

hallo liebe kiki,

ich freue mich wieder was von dir zu lesen, ich hab die letzten tage viel an dich gedacht, wie es dir wohl geht.ich glaube du hast recht, dass man sich selbst nicht die schuld geben darf wenn  man nicht schwanger wird. ich denke zum beispiel die frauen im krieg, die hatten bestimmt stress, und auch trauer, wenn das vor allem an der psyche liegen würde dass man nicht schwanger wird, müssten ja grade diese jahrgänge kinderlos geblieben sein, nicht wahr. dieser spruch den du in deinem beitrag hast, gefällt mir gut, es ist viel wahres dran.ich denke dass haupsächliche problem bei unserer kinderwunschgeschichte ist dass wir zeitdruck haben, vom biologischen alter, von der endo, die schnell wiederkommt, und ich persönlich habe auch angst mich zu entscheiden, was sind die nächsten schritte, was ist der beste weg, werde ich irgendwann bereuen was ich bezüglich kinderwunsch unternommen bzw. nicht unternommen habe?

 ganz liebe grüsse jessy



@Jessy
Kiki76

Liebe Jessy

Danke, dass du an mich gedacht hast. 

Ja, deine Gedanken kenne ich. Abwägen, was unternehme ich für den Kinderwunsch, was nicht, was sind die richtigen Schritte. Was konkret überlegst du denn im Moment? Wenn du möchtest, kannst du es schreiben. Vielleicht hilft dir das ja.

Liebe Grüße, Kiki



Hallo Kiki! Freu mich
Dea

Hallo Kiki!

Freu mich wirklich sehr von dir zu hören. Und sei gewiss, meinetwegen musst du dich nicht zurückhalten und denken, du würdest hier zu viel schreiben. Ich höre gern von dir und lese deine Beiträge gern. 

Ich denke, du wirst deinen Mut, deine Zuversicht und dein Vertrauen wieder finden. Jetzt ist jedoch erst die Zeit, deinen Verlust und deine Trauer zu spüren und diese zuzulassen. Weinen ist gut und ich denke es ist ok, wenn du momentan keine Lust verspürst, Dinge zu tun, die du sonst unternimmst. Es tut weh, ein Baby zu verlieren und es dauert seine Zeit, den Schmerz zu durchleben. Und es wird heilen und wieder berggaufgehen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Und ich glaube, daß dein Würmchen bei dir ist, in deinem Herzen und in deiner Erinnerung.

Ich bin ganz deiner Meinung, daß wir aus allem was wir erleben und durchleben etwas lernen. Oft ist es in dem Moment noch nicht gleich erkenntlich, aber im Rückblick sehen wir, daß wir dadurch Wege eingeschlagen haben, die wir ansonsten nicht gegangen wären und Stärken entwickeln und als Menschen wachsen.  Es ist oft nicht leicht, anzunehmen was passiert, aber es ist der Weg den wir gehen und Annehmen ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. 

Schon oft bin ich in die Falle getappt, daß ich glaube nur hier und da noch etwas an mir Ändern/Verbessern zu müssen und dann würde es mit dem Schwanger werden klappen. Sicher, an sich arbeiten, charakterlich und psychisch zu wachsen ist unumgänglich und gehört dazu. Leider führt es bei mir nur allzu oft in Schuldgefühle und Selbstzweifel. Ich versuche mir daher zu sagen, ich bin gut, so wie ich bin und ich tue meine Bestes und versuchr mich mit meinen guten Seiten und Schwächen anzunehmen. Ich glaube du tust ebenfalls dein Bestes und Möglichstest und du machst das wirklich gut, soweit ich das beurteilen kann. Alles andere ist einfach nicht beeinflussbar und liegt sicher auch nicht in unserer Hand. Ab hier, denke ich, müssen wir Vertrauen haben, wie du schon gesagt hast.

Mir geht es gut. Vorletzte Woche hatte ich einen Termin bei Dr. Keckstein. Ich wollte gerne wissen, wie es bei mir so aussieht. Zufälligerweise war ich genau zur Zyklusmitte bei ihm und wir konnten auf dem Ultraschall einen Follikel sehen, die Gebärmutterschleimhaut war schön aufgebaut und meine Gebärmutter hat sich wellenmäßig bewegt. Es war schön zu sehen und hat mich wahnsinnig gefreut.  Das mag sich ein bischen komisch anhören, aber das hat mich meiner Gebärmutter näher gebracht. Ich hatte immer viel Wut in mir und die ist jetzt nicht mehr so stark, weil ich gesehen habe, daß sie sich wirklich Mühe gibt. Am nächsten Tag war ich bei meinem FA um nachsehen zu lassen, ob der ES ebenfalls klappt. Wieder hat alles gut hingehauen. Daher bin ich zuversichtlich, es ist alles gegeben, was man braucht um schwanger zu werden :o)

Leider musste ich kurze Zeit später einen Rückschlag hinnehmen. Mein Abstrich von der Untersuchung war nicht gut. Man hat eine Zellanomalie im Gebärmutterhals festgestellt, die in 3 Monaten wieder konrollieren werden muss. Das hat mich natürlich aus der Bahn geworfen. Ich dachte mir, ich war so froh, daß alles so gut ist und jetzt schon wieder was.

Ich habe mich daraufhin bei meiner Mama ausgeweint und sie hat mir gut zugesprochen, daß ich schon so viel geschafft hätte und ich das genau so gut bewältigen würde. Mittlerweile habe ich mich wieder gut gefangen und bin zuversichtlich. Mir wurde erklärt, daß die Entzündung, die die Zellanomalie hervorruft, auch von allein wieder weggehen kann und dies nichts Ungewöhnliches ist. Ich tue mein möglichstes um meinen Körper dahingehend zu unterstützen und bin guter Hoffnung, daß der nächste Abstrich in 3 Monaten wieder gut ist. Für den Kinderwunsch scheint dies nicht von Bedeutung zu sein, Gott sei Dank.

Lg und einen schönen Abend :o)

Dea

 

 

 

 



@Dea - Einstellung zum eigenen Körper/ 's Kleine hat gesprochen
Kiki76

Liebe Dea, liebe Mitleserinnen,

Ich freue mich auch sehr, von Dir zu hören.  

Ja, wenn ich lese "jetzt ist die Zeit zu trauern" und "es ist ok, jetzt keine Lust haben auf Dinge, die man normalerweise macht", dann habe ich das Gefühl, dass das genau die Sache auf den Kern trifft. Ich glaube, dass das jeder so sieht und dass es einem der Verstand auch sagt. Aber, es ist auch wichtig, das zu fühlen - und in den letzten Tagen habe ich begonnen zu akzeptieren, dass ich nun mal in einem Zustand bin, der mich selbst überrascht hat, der mich ein Stück weit aus der Bahn geworfen hat. In dem Moment, wo ich begann, den Zustand zu akzeptieren, empfand ich ihn auch nicht mehr so schlimm. Es braucht eine Weile, um selbst zu fühlen und zu verstehen, was wirklich in einem los ist, und da ist es besser, keinen Druck auf sich selbst auszuüben "jetzt musst du aber wieder...".

Ansonsten habe ich gedacht, wenn ich viele "positive Geschichten" höre über erfolgreiche Schwangerschaften nach Fehlgeburten, finde ich vielleicht wieder Mut. Daher hatte ich einen Eintrag ins Forum gemacht und bereits mutmachenden Zuspruch erhalten, hier ja auch schon :-).

Wenn ich von dir lese "ich hatte immer viel Wut" auf meine Gebärmutter, dann kann ich das so gut nachempfinden. Wenn wir uns etwas wünschen und es nicht in Erfüllung geht, dann bekommen wir Wut auf das oder denjenigen, den wir in dem Moment verantwortlich oder mit schuldig daran sehen. Du hattest auch Wut, weil deine Gebärmutter dir deinen Kinderwunsch oder eine Schwangerschaft nicht erfüllt hat. Ich hatte auch Wut auf sie bei meiner Fehlgeburt....Aber es ist ein gutes Gefühl so wie du schreibst, wenn wir sehen, was unser Körper doch leistet, und die meiste Zeit ohne das wir es richtig merken. Es ist doch ein Wunder.Wir dürfen ein klein wenig stolz auf unsere Körper sein. Auch Birgit Zart hatte in ihrem Buch geschrieben, dass es wichtig sei, eine positive Einstellung zum Körper und Bauch etc. zu finden.

Es ist nicht immer leicht, dem Körper gegenüber wohlgesonnen zu sein. Ich war auch überrascht über meine Wut, als ich die Fehlgeburt hatte (ich habe sie zugelassen). Aber was mir hilft ist, auch hier wieder so zu tun, als würde ich mit meinem Körper(teil) reden. "Ach, liebe Gebärmutter, da wirst du ausgeschabt, bist wahrscheinlich verschreckt über diesen Eingriff, baust dich auf und sollst jetzt gleich schon Höchstleistung vollbringen. Das war auch bestimmt nicht einfach für dich....und jetzt wurdest du schon wieder ausgeschabt - das hat dir auch wehgetan, nicht? Da sind ja kleine Verletzungen entstanden, und dann noch das kleine Wesen, das du gehen lassen musstest. Du warst auf Schwangerschaft eingestellt, und dann kam es doch anders. Jetzt bist du sicher auch traurig und erschöpft. Meinst du, du brauchst jetzt auch etwas Ruhe und Zeit?"...

Liebe Dea -ich freue mich jedenfalls für dich, dass du niun die Klarhiet hast, dass das mit der Entzündung doch nicht so dramatisch ist, wie ursprünglich vielleicht befürchtet und dass du genesen wirst und es deinem Kinderwunsch nicht im Wege stel.t Ich freue mich, dass du zuversichtlich bist, das tut gut, das zu lesen.

Ich habe vor einigen Tagen es dann doch geschafft, mit dem Kleinen zu reden. Es hat gesagt, dass es sehr traurig ist, dass es nicht bleiben konnte. Aber es hat sich schon mal das kleine Universum in mir angeschaut, und es hat ihm gefallen. Es fühlte sich willkommen und von uns beiden geliebt.Ich sagte ihm dann auch, dass ich auch sehr traurig bin, aber wenn ich schon mal weiß, wie es ihm ergangen ist, dann tröstet mich das auch, weil ich eine Verbindung zu ihm habe. Ja, da sind wir beide ausgerutscht und hingefallen. Das Kleine hat gesagt, dass ich jetzt nach mir schauen soll, was gut für mich ist....denn ich komme an erster Stelle und niht das Kleine, sagte es. Ich sagte OK, und wir vereinbarten, dass jetzt jeder nach sich schaut, dass wir zwischendurch miteinander sprechen können und dass wir uns bald wieder treffen....Nach dieser Vereinbarung konnte ich mich wieder ein klein wenig freuen...auf das Treffen und habe wieder mehr Motivation und Zuversicht...

Erstaunlich und etwas verrückt, wie sehr Dialoge - zumindest mir - helfen. Und euch vielleicht auch.

Lieber Gruß, Kiki76

P. S. die Statistik sagt: je älter man ist, desto höher die WS für eine Fehlgeburt. Und: nach einer Studie aus dem Jahr 2010 wurde festgestellt, dass bei einer Schwangerschaft innerhalb von 6 Monaten nach FG die Wahrscheinlichkeit kleiner ist für eine wiederholte FG als nach mehr als 6 Monaten. Daher wird davon abgeraten 6 Monate zu warten (wie die WHO das empfiehlt). Leider sagt die Studie nicht, was der optimale Zeitpunkt ist. Das müsse individuell entschieden werden (in meinem Fall empfahl Prof. Possover eine Wartzeit von 2 Monaten wegen der Gebärmutterschleimhaut).

 



Liebe Kiki, es ist echt
Mandarina75

Liebe Kiki,

es ist echt wieder sooo schön von dir wieder zu lesen. Ich lese jede Zeile sehr gern von dir. Du machst eine schwere Zeit durch und du bist zweimal Schwanger geworden und ich bin mir sicher, dass du es wieder wirst und deinen Engel in den Armen hälst. 

Ich mache oft am Tag Stoßgebete und hoffe sehr, dass mich Gott hört und mir das Leben nicht all zu schwer macht. Es ist ein wohl ein langer Weg. Ich finde es ganz toll, wie du ihn gehst und uns allen hier Mut machst. Du bist ein wunderbarer Mensch und du wirst dafür belohnt, da bin ich mir sehr sicher :-)

Liebe Grüße

Mandarina

--

Liebe Grüße

Mandarina



Liebe Mandarina, ich freue
Kiki76

Liebe Mandarina, ich freue mich auch sehr, wieder von Dir zu lesen. Ja, die Zeit im Moment ist wirklich nicht einfach. Aber es geht besser, wenn ich der Trauer mehr Raum gebe. Andere Dinge müssen eben im Moment warten, auch wenn mir das nicht leicht fällt. Ich habe momentan mehrere Gäste: Angst, Trauer, Verwirrung, Leere. Ja, und da muss ich jetzt überlegen, wie ich diese bewirte.

Bin schon froh um diesen Forumseintrag. Habe heute auch mehrmals Pomonas Geschichte von der Traurigkeit gelesen und habe mich da wiedergefunden....ich bin sehr dankbar für diese verschiedenen Einträge hier, die man bei Bedarf einfach mal wieder lesen, sehen und hören kann...

Ich habe dir noch eine Antwort unter Kinderwunschplanung geschrieben.

Alles Liebe wünsche ich Dir, Kiki76

 



Liebe Kiki, ich würde dir
Dea

Liebe Kiki,

ich würde dir gerne auf deinen Eintrag antworten, ich hätte es versucht, aber im Moment bin ich nicht im Stande dazu. Wir haben in unserer Familie einen schweren Schicksalsschlag erlitten und stehen unter Schock und sind in tiefer Trauer.

Ich hoffe du verstehst mich. 

Alles Liebe

Dea

 



Liebe Dea, das tut mir sehr
Mandarina75

Liebe Dea,

das tut mir sehr leid und ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit.

Liebe Grüße

Mandarina

--

Liebe Grüße

Mandarina



Liebe Kiki, ich kann mich
Mandarina75

Liebe Kiki,

ich kann mich sehr gut in die einfühlen. Die Gefühlswelt von einem wird einfach sooo durcheinander gebracht und man weiß garnicht, was
man als erstes überstehen sollte. Hat man das eine im Griff schon kommen die anderen Gefühle hoch. ich kann mich auch sehr schwer auf der Arbeit konzentrieren und es ist alles sooo schwer...
Ich beschäftige mich auch ständig mit meiner Angst, Wut und Verzweiflung... und alle gehen Hand in Hand miteinander :-( ich bin auch sooo froh ältere Beiträge zu lesen, weil mir das wieder ein wenig Mut gibt und auch neue... Es ist auch ein gutes Gefühl nicht alleine zu sein.. und das gibt mir die Kraft, wenn ich hier die Beiträge lese, wie sie mit allem umgehen...Ich hoffe sehr, dass wir alle diese schwere Zeit überstehen und wir allle glücklich werden mit dem was jeder einzelne sich wünscht...

Liebe Grüße

Mandarina

--

Liebe Grüße

Mandarina



Liebe Dea, ich bin traurig
Kiki76

Liebe Dea,

ich bin traurig zu lesen, dass du wohl einen sehr tragischen Schicksalschlag erlebt hast und geschockt und traurig bist. 

Wenn man so geschockt und traurig ist, dann kann man den Alltag nicht mehr so machen wie man ihn sonst gemacht. Daher verstehe ich dich sehr gut, warum du mir nicht antworten konntest. 

Ich hoffe einfach, dass du jetzt den Raum hast, den Schock zu verdauen und die Trauer mit dir Nahestehenden zu teilen.

Ich wünsche Dir, dass es dir bald besser geht. Melde dich einfach wieder, wenn dir danach ist.

Alles Liebe, Kiki

 



Liebe Kiki, liebe
strandmaus70

Liebe Kiki, liebe Mädels,

 

nun hab ich gar nicht mehr Zeit zum schreiben, weil ich mal zur Post muss wegen Weihnachtspäckchen.

 

Kiki, was Du durchgemacht hast, tut mir so unendlich leid! Das Gleiche habe ich ja auch vor einem Jahr erlebt, und ich versteh Dich soooooooooo gut!

Wie Du schreibst, ist es bei mir auch: ich hab auch überlegt, ob es an der Psyche liegt (weil so ne doofe TCM Ärztin das meinte; klar da war ich wegen Kinderwunsch und hab den auch besprochen, das heißt aber noch lange nicht, dass ich keine anderen Themen im Leben habe, auch sehr viele die mir gut tun, wie meine neue Arbeitsstelle Smile), eben weil man ja klar drüber nachdenkt und sich mit den "Anzeichen" oder den nicht vorhandenen rum"quält" und das nicht so ausschalten kann (also ich schaff das nicht). Und dann liest man hier von Antiphospolid Antikörpern und Killerzellen, die ne Einnistung verhindern - wie soll man da schwanger werden können, wenn das der Körper verhindert?

Aber: Du und auch ich, und sicher noch einige hier, wir sind ja schwanger geworden - irgend was war halt nicht richtig, sonst wär das Baby sicher geblieben. Das ist schmerzlich, aber es macht ja doch auch Mut: wir KÖNNEn schwanger werden, wir werden auch hoffentlich bald ein Baby im Arm halten. Ich wünsch es für uns alle hier!

Und wegen der Wartezeit: mir hat man damals gesagt, eigentlich gar nicht; behandelt wurd ich wieder nach 3 Zyklen (der erste nach der AS, dann zwei Eisprünge so versucht). Wir haben gar keine Pause eingelegt, sondern gleich den ersten "gedachten" ES genutzt. Mach es nach Deinem Gefühl, und wie es die Ärzte auch sagen (wobei ich da die Meinung wählen würde, die Dir am besten passt ;-)) ).

 

Muss nun los... 

 

Lieben Gruß

Strandmaus

--

Lieben Gruß

Strandmaus

 



Liebe Strandmaus, liebe
Kiki76

Liebe Strandmaus, liebe Alle

Danke, es tut gut, von Deinem Mut zu lesen :-). Und wegen der "Pause" habe ich mich jetzt auch entschieden, nach mir zu gehen. Nun, es wird wohl von selbst auf die von den Ärzten empfohlene Zeit hinauslaufen, denn es dauert wohl länger als gedacht, das GAnze zu verdauen. Ich drücke dir ebenso ganz fest die Daumen, liebe Strandmaus, und freue mich, wenn du hin und wieder schreibst oder gar was positives berichtest...

So, muss mich wieder vorweihnachtlichen Sachen widmen.

LG, Kiki76



Hallihallo....etwas Positives nach langer Zeit
Kiki76

Hallo da draußen in der Welt

Wie geht es Euch? Wollte mich mal wieder melden.

Nach meiner FG im NOvember bin ich bisher leider noch immer nicht besonders gut drauf. Trauer, Leere, Angst sind noch immer da und Hilflosigkeit über diesen seltsamen andauernden Zustand. Die Frage nach denm Sinn, und was mache ich mit meinem Leben ohne Kinder, fehlende Zuversicht und fehlende Vorfreude auf das Kind und die Frage: soll ich überhaupt wieder Vorfreude auf ein Kind empfinden? Denn ist ja so schmerzvoll....Wie so oft hinterfrage ich kritisch und sitze zwischen den Stühlen.

Heute hatte ich jedoch ein schönes Gespräch mit jemandem - irgendwie wurde mir klar, dass noch ganz viele interessante Dinge auf mich in meinem Leben warten, auch wenn ich schon fast 36 Jahre alt bin und ich bisher doch vieles/das Meiste, was ich mir gewünscht habe, erreicht habe. MIr ist aber bewusst geworden, dass ich ein Mensch bin, ein Individuum, das sich durch für mich charakteristische Eigenschaften und Interessen auszeichnet - und dass ich das noch viel zu wenig lebe. Wie eine Pflanze, die wachsen will und die merkt, dass ihr was fehlt, ja oder ein Kind, was musikalisch begabt ist und kein Musikinstrument bekommt. Jetzt habe ich heute ein bisschen herausfinden können, was so typisch für mich ist - aber mal positiv. Also, im übetragenen Sinne habe ich gemerkt, dass ich "musikalisch" bin und dass ich das eigentlich gar nicht lebe und dass mir deswegen was fehlt. Und das Schöne ist, wenn man sich so auf erfreuliche Art und Weise entdeckt, dann kann man sich auch überlegen: ja, was kann ich jetzt damit anfange? Was kann ich daraus machen (also, z. B. nehme ich mir Musikunterricht etc...)? Nun, ich habe ein paar Anregungen bekommen,die mir gefallen habe. Aber vor allem habe ich mich gefreut, weil ich das Gefühl hatte: "ich bin schon Geschenk allein, mein Leben damit zu erfüllen" - "ich bin mir nahe". Ich hatte das Gefühl, ein extremer Kinderwunsch könnte auch Ausdruck dafür sein, dass man vielleicht Angst hat, mit sich selbst etwas anzufangen und zu denken, das reiche nicht. Es ist unheinmlich schwer, das in Worte zu fassen, was ich meine. Vielleicht versteht es ja jemand. Ich hatte das Gefühl, ich bin mir selbst genug und habe keine Angst, mein Leben könnte unerfüllt sein, weil ich jetzt weiß, dass ich mein Leben erfüllen kann, indem ich schaue, was die Pflanze ausmacht und was sie braucht und schön zu gedeihen.

Freue mich, von euch zu hören.

Liebe Grüße,

Kiki76



angst, kein kind zu bekommen...
Ola

hallo dea,

 ich bin neu hier. und dein beitrag ist schon etwas älter - von letzem jahr. wie sieht es jetzt bei dir aus? wann ist dieses jahr dein termin in der kiwu klinik? wo genau gehst du hin? wir sind nach 2jahren kiwu in eine kiwu behandlg gegangen. da bekam ich die diagnose endometriose u mein mann hat zu langsame spermien. jetzt habe ich die OP hinter mir u fahre nächste woche zur reha. mitte febrauar haben wir den ersten termin zur kiwu behandlung in einer anderen klinik. aber da ich hormonspritzen bekomme(künstl wechseljahre) wird es wohl vor märz nichts mit einer IVF oder ICSI klappen. leider! es ist so schwer zu warten u geduld zu haben!! wie schaffst du das?

liebe grüsse, ola



Hallo liebe Ola, und
Dea

Hallo liebe Ola,

und herzlich willkommen. Habe mich über deinen Eintrag gefreut. Mein Termin ist bereits am Dienstag kommende Woche und ich bin schon aufgeregt im positivem Sinn. Durch den Hinweis meiner ganzheitlichen Frauenärztin bin ich auf das Kiwu-Zentrum von Fr. Dr. Popovici in München gestossen. Fr.  Dr. Popovici hatte einen Vortrag über Endometriose gehalten an dem meine Frauenärztin teilgenommen hatte. Meine Frauenärztin hat mit Prof. Dr. Keckstein (Endospezialist aus Villach, der mich 2010 operiert hat) zusammen ein Buch geschrieben und sie meinte Dr. P. ist von ihrer Art ähnlich wie der Professer, was meinem Bauchgefühl gleich zugesagt hat. Ausserdem ist Dr. P.  Endometriose zertifiziert, was ich sehr positiv finde. Es gibt auch eine Internethomepage, wenn du mal schauen willst: www.kiiz.de. Wo bist du denn in Behandlung? Bin schon sehr gespannt, was Dr. P. zu meiner Situation meint und welche Schritte sie uns raten kann. Ich werde gerne von meinem Termin berichten, wenn es dich und die anderen Mädels hier interessiert.

Tja, liebe Ola, das mit der Geduld ist so eine Sache Wink Ich bin an und für sich kein geduldiger Mensch, aber manche Dinge benötigen ihre ganz eigene Zeit. In Zeiten in denen ich Geduld haben muss, versuche ich mir viel Gutes zu tun. Wenn man Dinge tut, die einen glücklich machen, denkt man weniger nach und vergisst manchmal sogar die Zeit und man ist gestärkt für die kommende Zeit. Was macht dich denn glücklich und was tut dir gut?

Ausserdem finde ich März eine ausgezeichnete Zeit, findest du nicht. Da gehts schon langsam Richtung Frühling und im Frühling fängt alles zu wachsen und gedeihen an Smile

glg Dea

 



Hallo liebe Kiki, hallo an
Dea

Hallo liebe Kiki, hallo an alle anderen Mädels,

schön von dir zu lesen. 

Du solltest dir bezüglich der Zuversicht auf eine Baby vielleicht noch etwas Zeit geben. Ich lese gerade ein Trauerbuch mit vielen schönen Anregungen. In dem Buch wird beschrieben, daß man nach dem Tod eines lieben Mensch eine neue Beziehung zu dem Verstorbenen aufbauen muss, die anders ist als wenn dieser noch am Leben wäre und im einen neuen Platz im Herzen einräumen. Ich könnte mir vorstellen, daß das auch so ist, wenn ein Baby von einem gegangen ist. Du bist vielleicht noch dabei eine Beziehung und einen Platz einzurichten. Und anschliessend kommt dann die Zuversicht und alles andere wieder. Und ja, ich glaube auch, es ist dann wieder schön für dich, wenn du dir erlaubst Vorfreude auf ein Baby zu haben.

Den zweiten Absatz deines Beitrages finde ich wunderbar und ich kann deine Gedanken gut nachempfinden. Das ist wie eine Reise zu sich selbst. Ich habe lange dazu gebraucht und bin immer noch auf dem Weg, mich zu fragen was ich will, was mich glücklich macht, was zu mir passt, was mir gut tut und wo mein ganz eigener persönlicher Weg hingehen soll. Es ist schön, sich mit der Zeit selbst besser kennenzulernen und seine eigene "Musik" zu finden. Hat man sie dann gefunden, kann sie einen tatsächlich erfüllen und glücklich machen.

Was ist denn deine "Musik", Kiki? Mit was möchtest du dein Leben erfüllen? Wäre schön wenn du ein bischen was dazu schreiben möchtest.

glg Dea



ausweinen
jessy13

hallo ihr lieben,

ich hab ja schon mehrmals hier beiträge verfasst. mir geht es grad gar nicht gut. ich und mein partner versuchen ja seit drei jahren ein baby zu bekommen, ich hatte auch drei ops. und irgendwie hat der kinderwunsch  unsere ganze beziehung ins wanken gebracht, weil ich an nichts anderes mehr denken konnte. vor einigen tagen hat mein partner deshalb um 4 wochen beziehungsauszeit gebeten. ich hab solche angst dass ich ihn verliere. dazu kommt noch dass eigentlich im februar die nächste endo op ansteht, und die eigentlich wegen kinderwunsch geplant war. ich hab so für diese op gekämpft, musste die kk wechseln und den termin verschieben. jetzt war alle mühe umsonst. meine eltern verstehen mich auch nicht. sie sagen immer ich sollte froh sein, dass ich keine kinder bekommen kann, da würde mir viel erspart bleiben, ich könnte reisen, mir ein schönes leben machen... das tut mir so weh, was ist all das gegen ein eigenes kind und einer glücklichen familie. irgendwie bin ich auch wütend auf das schicksal, weil es mir diese elendige krankheit aufgehaltst hat,fast alles würd ich lieber ertragen.grad hab ich auch noch einen bänderriss bekommen- arbeitsunfall, und unsere wohnung wurde uns gekündigt wegen eigenbedarf, bin grad ziemlich verzweifelt, eure traurige jessy



hallo
Ola

hallo dea,

schön von dir zu hören. du hast also deinen termin dann, wenn ich uir reha fahre. das heißt, das wir uns dann erst wieder ca anfang februar hören, da ich leider keinen laptop habe, den ich mitnehmen könnte. sicher wird dann viel in dieser zeit passieren. bin gespannt, was du dann berichtest! für mich ist märz noch sehr weit weg. klar, ist frühling schön. vielleicht ist man dann auch besser drauf - wenn die sonne hoffentlich wieder scheint. leide ein wenig an winterdepris. übrigens bin ich in dresdne in behandlung. operiert wurde ich allerdings in jena, weil dort eine spezialklinik für endometriose ist. wie stark ist deine endometriose ausgeprägt? bei uns ist wahrscheinlich nur eine IVF oder ICSI möglich. das wird teuer!! vor allem, wenn es das 1.Mal nicht klappt mit dem schwangerwerden! wohnst du in münchen? wie lange hast du schon endometriose? geduld ist wirkliche eine schwere eigenschaft!! muss mich trotzdem irgendwie auf die reha konzentrieren. sie wird mir sicher gut tun. du fragst, was mich glücklich mache u was mir gut tut. Nun, darüer mache ich mir viel zu selten gedanken. ich bin die älteste von 5 geschwistern, u habe noch nie groß an mich gedacht. das ließ die zeit u verantwortung einfach nicht zu. finde es auch irgendwie egoistisch. ich muss also erstmal lernen, zeit für mich zu nehmen. aber dafür eignet sich die reha vielleicht gut. wir werden sehen. heute schneit es bei uns große flocken. das läd zu einem kuschelnachmittag mit meinem schatz ein. aber der hat sicher wichtigeres zu tun. ausserdem habe ich leider seit dienstag meine regel. das ärgert mich sehr! und schmerzen habe ich auch. hoffentlich ist die regel noch vor der reha vorbei!!! weiss ja nicht, wie es nun nach der OP alles ist - mit meinem zyklus und so. bekomme zur reha auch noch meine zweite hormonspritze, um den rest der endometriose wegzutrocknen. und dann müsste ich ja ende märz wieder normal die regel bekommen u wir können vielleicht endlich mit der kiwubehandlung beginnen!!!!! weiss ja nicht, wie lange es dauert, bis man alle unterlagen u voruntersuchungen zusammen hat. hoffendlich ganz schnell :-) !!!!! OK, dann machs erstmal gut u viel glück am dienstag. lg, ola 



Termin Kiwu Dr. Popovici
Dea

Hallo Ihr Lieben,

möchte ein kurzes Statement zu meinem Termin bei Fr. Dr. Popovici abgeben, den ich am Dienstag in München hatte. Vielleicht kurz zum drumherum, weil das für mich auch immer irgendwie eine Rolle spielt: die Praxis ist hell, einladend und warm gestaltet, eine nette junge Dame sitzt gleich am Empfang.

Fr. Dr. Popovici selbst ist eine kompetente und sehr freundliche, einfühlsame Ärztin, die die Dinge auf den Punkt bringt. Sie hat sich für mich und meinen Mann ausgesprochen viel Zeit genommen, ohne daß sie uns das Gefühl vermittelt hat, daß schon die nächste Patientin warten würde. Sie hat alle unsere Fragen ruhig und sachlich und auf uns eingehend beantwortet und sie uns teils anhand Bilder erklärt. Sie hat uns ganz ehrlich gesagt, was sie tun kann und was letztendlich nicht in ihrer Hand liegt. Bei der Untersuchung mit dem Ultraschall war sie vorsichtig. Alles in allem kann ich sagen, daß ich mich gleich von Anfang an sehr wohl und aufgehoben gefühlt habe und daß ich sie weiterempfehlen kann.

@Ola: du wirst wahrscheinlich schon auf Reha sein, nehme ich an. Ich hoffe du kannst die Reha genießen und dich dort gut erholen. Ja, Kiwu-Behandlungen sind nicht gerade günstig. Bist du denn verheiratet? Dann übernimmt die Kasse die Hälfte der Kosten, aber das weist du bestimmt schon. Meine Endo wurde 2001 festgestellt und ich hatte vor der OP bei Dr. Keckstein eine Endo Grad 4. Und bei dir? Ich wohne etwa 1 Stunde von München entfernt im Chiemgau, Salzburg ist näher. Vielleicht hast du ja tatsächlich ein wenig Zeit auf Reha, um dir Gedanken darüber zu machen was dir gut tut und was dich glücklich macht. Bei 5 jüngeren Geschwistern kann ich gut verstehen, daß du das bisher nicht gewöhnt warst. Ich bin ebenfalls die Älteste und habe noch zwei Geschwister, wobei mein jüngerer Bruder, der mittlerweile auch schon 23 Jahre alt ist, Downsyndrom hat. Daher weis ich, was es heißt früh Verantwortung zu übernehmen und zurückzustecken. Egoismus ist in unseren Köpfen immer sehr negativ behaftet. Es ist jedoch nicht schlecht, meines Erachtens, gesund egoistisch zu sein und sich selbst wichtig zu nehmen, auch mal wichtiger als andere. Ich muss das ja nicht auf Kosten anderer tun, oder? Um die Kraft zu haben, anderen etwas geben zu können, muß es mir doch zuerst selbst gut gehen. Wenn es mir selbst gut geht, kann ich das auch an andere weitergeben. Wenn ich Dinge mache, die mir Freude bereiten, bin ich fröhlich und das merken auch andere. Also dann, lass es dir gut gehen und ich bin schon gespannt zu hören, wie es dir auf der Reha ergangen ist. Bis dann!

Lg an alle

Dea



Liebe Dea, vielen lieben
Mandarina75

Liebe Dea,

vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Bericht und das hilft uns allen auch sehr viel weiter. 

Liebe Grüße

Mandarina

--

Liebe Grüße

Mandarina



was mich glücklich macht und der Kinderwunsch...
Kiki76

Liebe Dea und liebe Alle,

erst einmal freue ich mich, Dea, wieder von Dir zu lesen. Ich habe an Dich gedacht und micht gefragt, wie es mit deiner Trauer geht. Ich freue mich, dass dir das Trauerbuch doch einige Anregungen gibt, wie du mit deiner Trauer umgehen kannst. Ja, ich denke, wenn wir trauern, dann sind wir erst mal hilflos, weil wir vielleicht gar nicht wissen, wie wir uns da jetzt raushelfen und diesen Schock verdauen können. Bei der Fehlgeburt ist das in der Tat auch so, wenn ich aber nicht in Frage stellen will, dass es nochmal eine andere Dimension annimmt, wenn es ein Mensch ist, den man schon lange kennt. Ich habe versucht, einige Trauerrituale durchzuführen - Dialoge zu führen, meinen Schmerz zu erleben, einfach zu verweilen, traurige Musik zu hören und zwischendrin mal jemand Vertrautes davon zu erzählen. Du hast recht, dass ich mir da auch Zeit lassen sollte, ich muss jetzt noch keine Vorfreude haben, wenn ich im Moment für die Trauer Zeit brauche. Das ist OK.

Ja, deine Frage, was denn "meine Musik" ist, beschäftigt mich zur Zeit sehr. IN diesem Zusammenhang hat es mir geholfen, dass mir jemand sagte: jetzt mache dir doch keine Gedanken, wie du wieder Vorfreude (auf ein KInd) haben könntest, schau doch, was du JETZT brauchst. Seitdem ich das gehört habe, kann ich mich auch tatsächlich mehr auf das JETZT konzentrieren. Das ist wohl auch Voraussetzung, um sich selbst näher zu kommen. Nun, liebe Dea, einerseits kann man die Frage auf etwas Übergeordnetes beziehen und fragen: was macht für mich in meinem Leben Sinn, wo soll mein Weg hingehen? Darüber habe ich mir sehr den Kopf zerbrochen, aber mit dieser Rumhirnerei mache ich jetzt eine Pause, bzw. ich konzentriere mich auch hier auf eine eher einfachere Ebene: was sind die alltäglichen Dinge und Bedürfnisse, die ich erlebe oder eben nicht erlebe? Ich konzentriere mich auf das JETZT. Ich denke, das ist der erste Schritt. Als Beispiel: es gibt immer wieder Situation im Alltag, die, wenn ich sie erfahre, mich traurig, frustriert, wütend stimmen. Immer wieder passiert das, und weil das so oft passiert und ich das nicht ernst nehme, bin ich irgendwann einfach traurig und weiß gar nicht mehr warum (und im Moment habe ich so eine Phase). Ich gehe also jetzt den Weg, mich selbst ernst zu nehmen, das heißt: meine Gefühle wahrnehmen und nicht unter den Teppich kehren. Wenn denn wenn ich mich nicht gut fühle, dann gibt mir das einen Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt. Als nächstes kann ich mich fragen: was ist es, dass mir fehlt? was brauche ich? Ja, und wenn man da mehr Klarheit bekommt, dann fühle ich mich schon gleich viel bessert, weil ich mich besser verstehe. Und der nächste Schritt ist dann: ja, was kann ich denn tun, damit es mir besser geht, was kann ich tun, damit das, was mir fehlt, auch befriedigt wird? Also, ich will mein Glück selbst in die Hand nehmen. Denn es heißt ja auch: "jeder ist seines Glückes Schmied."

Ich kann dir mal ein wirklich banales Beispiel geben, aber was sich auf alle möglichen und vielleicht noch wesentlich "wichtigeren" Lebenssituationen übertragen lässt: eine Freundin hatte mir gesagt, sie meldet sich, wenn sie wieder zuhause ist, damit wir uns am Nachmittag sehen können. Nun, es war schon 15 Uhr und ich wurde langsam unruhig, weil ich nicht wusste, ob das Treffen nun noch stattfindet oder nicht. Ich war also frustriert und auch verärgert, weil ich mich gerne auf eine Verabredung verlassen können möchte. Früher hätte ich mir gesagt: jetzt gedulde dich etc. Aber dann sagte ich mir: nein, ich nehme jetzt das ernst, dass es mir nicht gut damit geht. Also, was kann ich machen? Ich schrieb ihr ein sms: ich habe keine Nachricht erhalten, ob wir und wann wir uns heute treffen und bin jetzt verunsichert. Bitte melde dich baldmöglichst bei mir und gib mir Bescheid, damit ich Klarheit habe.

Wie gesagt, es ist ein banales Beispiel, aber weißt du, es passiert auch in anderen Situationen so oft, dass ich meine eigenen GEfühle und Bedürfnisse unter den Teppich kehre und nichts tu. Und irgendwann bin ich dann frustriert oder traurig oder richtig wütend. Und ich empfinde es wirklich als Befreiung, diesen Weg nun zu gehen. Ich glaube, es ist ein Weg, der mich mir näher bringt. Und ich bin überzeugt; wenn ich mehr für mich tun kann, dann werde ich viel mehr Freude haben, weil ich viel mehr vom Leben bekomme.

Kannst du verstehen, was ich meine, und kannst du was damit anfangen?

Diese Herangehensweise ist aber nicht auf meinem Mist gewachsen - wenn es dich/euch interessiert, sage ich, woher ich diese "Methode" her habe.

Lieber Gruß

Kiki76



Re: "Ausweinen" - Jessy13
Kiki76

Liebe Jessy13,

du schreibst "ausweinen" in den Betreff und schreibst, wie es dir im Moment geht - hast du denn Menschen um dich herum, bei denen du dich ausweinen kannst? Ich glaube, das ist wirklich etwas, was jetzt wichtig für dich ist, dass du jetzt auch nicht allein damit bist. Deine Eltern können dir wohl nicht das Verständnis zeigen, was du jetzt eigentlich bräuchtest, daher hoffe ich sehr, es gibt noch andere Menschen um dich herum! Und da kommt leider einiges auf einmal auf dich zu, dass du gar nicht mehr weißt, wie du das bewältigen sollst, hast du Leute, die dir auch da helfen können (wg. der Wohnung z. B)? Ich frage das nur, weil ich in solchen Situation immer Hemmungen habe, andere um HIlfe zu bitten. Aber ich glaube, die brauchst du im Moment.

Ich kann dir auf Anhieb keinen Rat geben, aber versuche, dich zu verstehen. Vielleicht hilft das ja auch ein wenig.

"Und irgendwie hat der kinderwu unsere ganze Beziehung ins Wanken gebracht, weil ich an nichts anderes mehr denken konnte" - fühlst du dich schuldig, Jessy? Dein Partner habe "deshalb" um Auszeit gebeten. Was genau wortwörtlich hat er denn gesagt?

Ich glaube dir, dass dir das unheimlich weh tut, wenn du spürst, dass die Verbindung zu einem Menschen, der dir so wichtig ist, verloren geht. Und dass es dir auch Angst macht, dass sie vielleicht ganz kaputt geht. Und es sehr schwer für dich, damit umzugehen, wenn dich jemand, zu dem du ja nicht die Verbindung verlieren möchtest, sagt, er wolle im Moment keinen Kontakt. Da fühlst du dich sicher ohnmächtig und sehr verzweifelt und weißt gar nicht mehr, was du machen sollst. Jetzt habe ich auch noch im anderen Beitrag gelesen, dass er einen Unfall hatte und die Beziehung ganz beendet hat. Ist das so? Was glaubst du, Jessy, glaubst du, er will wirkloich nihct mehr? Oder ist er verzweifelt und weiß einfach nicht, wie weiter? Was spürst du?

Schreib zurück, wenn du magst.

Lieber Gruß,

Kiki76

 

 

 



liebe kiki
jessy13

liebe kiki,

vielen dank für deinen mitfühlenden beitrag.ja, es ist so dass mein freund mich ganz verlassen hat und auch diesen unfall hatte. ich konnte ihnseit zwei wochen nicht erreichen, und das kam mir komisch vor, deshalb hab ich dir krankenhäuser abtelefoniert, und dann erfahren dass er auf einem auge blind bleiben wird. er hat mich nicht mal benachrichtigen lassen, und ich hab ihn zufälligerweise mal am telefon erwischt, er hat da die beziehung beendet, er hat gemeint wir könnten höchstens freunde bleiben,aber seither geht er nicht mehr ans telefon und ich kann ihn gar nicht besuchen, weil er inzwischen verlegt wurde und ich nicht herausbekomme wohin. er hat auch keine verwandten mehr die ich fragen könnte, und seine freunde wissen auch nichts.ich glaube er ist ziemlich verzweifelt, aber ich komme ja nicht an ihn heran, ich weiss einfach nicht was ich tun soll und bin sehr verzweifelt.freunde hab ich leider wenige und die raten mir nur ihn einfach in ruhe zu lassen bis er selber zu mir kommt, aber das glaub ich nicht, er macht auf totalen rückzug.

 jeztzt mal zu dir. wie geht es dir inzwischen?. du hast auch eine sehr schwere zeit, ich hoffe dein mann kann dich auffangen und stützen.ich wünsch dir viel kraft,lg jessy



Hallo liebe Kiki, hallo an
Dea

Hallo liebe Kiki, hallo an alle!

Ich glaube, ich kann dich voll und ganz verstehen und ich kann gut nachvollziehen was du meinst. Sicher gibt es diese übergeordneten Dinge, wie du schreibst, über die man sich natürlich auch Gedanken im Leben machen sollte, jedoch zählen letztendlich die kleinen oft schon banalen Dinge.

In fast allen Religionen und Philosophien wird sehr viel Wert auf Achtsamkeit gelegt. Den Moment, den wir gerade jetzt erleben, den sollten wir bewußt wahrnehmen. Bewußt schmecken, was wir gerade essen, bewußt fühlen, war wir gerade fühlen und was uns gerade in diesem Moment gut tut und uns bewegt usw.

Das führt letztendlich, glaube ich, zu uns selbst, man kann sich selbst besser wahrnehmen.

Ich selbst habe eine ganze Zeit dazu gebraucht, bis ich mir bewußt darüber war, was für Dinge mir guttun und daß ich sie mir dann auch zugestehe. Geht es dir auch so?

War der Typ Frau, der gerne viel für andere getan hat, sogar mehr als für mich selbst und ein schlechtes Gewissen hatte, wenn ich mich einmal selbst wichtiger genommen habe.

Würde mich schon sehr interessieren, woher du diese "Methode" hast. Mir hat diesbezüglich meine Therapie und viele Bücher in diese Richtung geholfen.

Glg an alle

Dea



@Jessy
Kiki76

Liebe Jessy

Danke dir auch für deinen Beitrag. Also, dann schreibe ich dir, wie es mir geht.

Wie ich oben geschrieben habe, versuche ich herauszufinden, welche Dinge im Alltag mich eher traurig machen oder frustrieren oder was mich erfüllt. Es gibt vieles, über das ich traurig und frustriert bin. Und ich glaube, dass wenn man so auf den Kinderwunsch fokussiert ist, kann es passieren, dass man seine eigenen Bedürfnisse vielleicht etwas aus dem Auge verliert. Ich glaube, das war auch ein Grund, warum ich u. a. in so ein tiefes Loch gefallen bin. Und inzwischen kann ich mir vorstellen, dass Frauen, die dem Kinderwunsch so nachgehen, auch burnout gefährdet sind. Wenn ich also jetzt im Alltag beginne, Dinge, die mir fehlen, anzugehen, merke ich, dass es mir besser geht. Also, ich habe jetzt wieder mehr Energie, und körperlich geht es mir auch langsam besser. Der Schmerz über den Verlust ist aber noch immer da, und vielleicht wird dieser auch bleiben...

Nun zu Dir: wenn ich mir vorstelle, dass ein mir so wichtiger lieber Mensch den Kontakt abbricht, dann kann ich mir vorstellen, dass das sehr schmerzhaft ist. Und ich glaube, ja, ich wäre auch total verzweifelt und wüsste nicht, was ich tun soll. Denn "Nichtstun", das kann man sich in so einer Situation gar nicht vorstellen, daher kann ich verstehen, dass du Mühe hast, den Rat deiner Freunde anzunehmen. Und wenn er so verzweifelt ist, dann kannst du ja nicht sicher sein, dass sich das auch wieder legt und er zu dir zurückkommt. Ich kann auch deine Zweifel verstehen und deine Angst, dass es endgültig aus sein könnte. Es ist wirkich ein Dilemma. Denn wenn du dich bei ihm meldest, dann kann er das wie als Respektlosigkeit seines Wunsches (Kontaktabbruch) auslegen und erst recht abblocken. Andererseits, ja, keinen KOntakt aufnehmen? Ich weiß auch nicht, Jessy, was ich machen würde. Ich glaube, ich würde ihm tatsächlich etwas Zeit lassen, aber ich würde mich glaube ich dann doch irgendwann bei ihm melden...ich würde es versuchen und kämpfen. Aber wie gesagt, das würde IC'H machen, ob es gut oder schlehct ist, weiß ich auch nicht. Ich wünsche dir viel Kraft und hoffe sehr für dich, dass er wieder zum KOntakt bereit sein wird.

Liebe Grüße, Kiki

 



@Dea - Achtsamkeit und gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg
Kiki76

Liebe Dea, liebe Alle,

Ja, Achtsamkeit ist hier wohl das richtige Wort. Ich bin wirklich wenig achtsam mit mir umgegangen, und dass ich mehr für andere tu als für mich selbst, kommt mir auch sehr bekannt vor. So würde eine Mutter werden, die an die Bedürfnisse der Familie denkt und die eigenen vergisst.

Ich denke, Dea, ich werde auch eine Zeit brauchen, um herauszufinden, was ich brauche, was mir fehlt und was ich tun kann, damit ich meinen Bedürfnissen mehr gerecht werde. Ich habe vor kurzem mal einen Tag lang aufgeschrieben, was ich fühle und woher das kommt. Es ist einerseits recht aufwendig, aber sehr sehr aufschlussreich. Ich glaube, ich muss das öfter machen, um da noch einige Schritte zu machen. Das Aufschreiben hat mir auch geholfen, mich überhaupt so besser über den Tag zu beobachten, und mir sind da solche interessanten Erkenntnisse gekommen, über die ich mich dann auch richtig freuen konnte, weil sie mir einen WEg aufzeigen. Für dich freue ich mich, dass du doch offensichtlich eine gute Begleitung hattest und dass du schon so vile über dich gelernt hast.

Also, die Methode, nach der ich versuche, mir näher zu kommen, nennt sich "gewaltfreie Kommunikation" oder auch "einfühlsame Kommunikation". Sie wurde von einem amerikanischen Psychologen namens Marshall B. Rosenberg begründet. Oben habe ich ja schon versucht zu beschreiben, was ungefähr das Prinzip ist (in meinem vorherigen Beitrag mit Antwort an dich). Allerdings ist das ganze doch anspruchsvoller und viel tiefgründiger als es auf den ersten Blick erscheint. "Gewaltfrei" ist auch etwas unglücklich, denn es geht hier nicht direkt um körperliche, sondern um verbale Gewalt (so Sätze wie z. B.: ich bin echt ein Idiot, weil ich schon wieder...). Ein ganz wichtiger Schritt bei dieser Methode ist eben die "Empathie" - eine echte Einfühlung in sich selbst (oder andere) und die Haltung zu seinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen - es geht hier um Wertschätzung dieser, also auch um Achtsamkeit.

Ich kann für den Einstieg dieses Buch empfehlen: "Konflikte lösen durch Gewaltfreie Kommunikation - Ein Gespräch mit Gabriele Seils" von Marshall B. Rosenberg, Herder Verlag.

Hier ein paar Zitate, die mich einfach sehr angesprochen haben (die hoffentlich verständlich sind ohne den Textzusammenhang):

"Was auch immer das Gefühl ist - ob Schmerz oder Freude -, es ist ein Geschenk und seine Schönheit liegt darin, dass es wahr ist und dir zeigt, dass du lebendig bist...Das Ziel im Leben ist, all unser Lachen zu lachen und all unsere Tränen zu weinen"

"Ein Konflikt ist tragischer Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses...Bedürfnisse werden durch Gefühle sichtbar, erkennbar...Wenn ich schmerzhafte Gefühle hae, dann weiß ich,m ein Bedürfnis wird gerade nicht erfüllt...Und dann kann ich mir überlegen, was ich unternehmen will, um das Problem zu lösen".....

"Wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse nicht ernst nehmen, so werden andere dies auch nicht tun"

Nun, noch ein SAtz zu Bedürfnissen: im Buch werden unterschiedliche Bedürfnisse aufgeführt, z. B. Bedürfnis nach körperlicher Nahrung, nach Verbindung, nach Verständnis etc. Nach der GfK ist aber der Kinderwunsch KEIN Bedürfnis, sondern eine STRATEGIE, um diverse Bedürfnisse zu befriedigen.

Tja, das ist irgendwie schwer vorstellbar und ich habe diese These ziemlich angezweifelt. Inzwischen denke ich: ok, das kann schon stimmen. Ich denke nur, dass ein Kind wahrscheinlich eine bessere Strategie als eine andere ist, als gewisse Bedürfnisse zu befriedigen. Z. B. steckt hinter dem Kinderwunsch sicher u. a. das Bedürfnis nach einer engen Verbindung zu einem Menschen. Und laut einer Mutter, die ich heute gefragt habe, ist die Verbindung zum eigenen Kind sogar nochmal von anderer und anscheinend sogar intensiverer Qualtität als zum eigenen Partner.Nun, wenn ich merke, dass mir also eine enge Verbindung zu Menschen fehlt (abgesehen vom Partner und von Freunden, die man ab und an trifft), könnte ich mir also überlegen: welche Möglichkeiten gibt es, eine enge Verbindung zu einem Menschen oder einer Gruppe von Menschen zu finden. Und wenn ich was finde, ist mein Leben sicher erfüllter als zuvor. Allerdings ist mit der Strategie "Kind" sicher eine Verbindung möglich, die mit keiner anderen vergleichbar ist, glaube ich...Tja, so hirne ich wieder mal herum.

Genug für jetzt einmal. Freue mich wieder von Dir zu hören, Dea. Bin gespannt, ob du damit was anfangen kannst.... ;-)

LG, Kiki



Liebe Kiki, ich lese immer
Mandarina75

Liebe Kiki,

ich lese immer sooooo gerne deine Zeilen und die Zitate sind wirklich sehr treffend :-) Du solltest wirklich ein Buch schreiben, weil du soo nah an den Leser ran kommst....

Wann darfst du wieder probieren bzw. wann willst du wieder anfangen oder brauchst du noch deine Zeit?

Liebe Grüße

Mandarina

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Liebe Grüße

Mandarina