Welche Therapie oder gar nichts machen??
Andrea83

Hallo Ihr Lieben,

 

ich lese schon seit einiger Zeit im Forum mit und würde gerne mal eure Erfahrungen und Meinungen hören.

 

Kurz zu mir: ich bin 28, Kinderwunsch besteht (ist so in 2-3 Jahren geplant).

Endo wurde bei mir durch Zufallsbefund vor 5 Jahren diagnostiziert. Damals hatte ich auch noch keine Beschwerden. Die kamen erst vor ca. 3 Jahren (während der Periode starke Schmerzen im Bauch und Unterleib und der linken Leiste, Schmerzen beim Wasserlassen am Ende der Periode, häufige Zwischenblutungen, Blähungen, ständig Erkältet).

Im August hatte ich eine Bauchspiegelung in einem Endo-Zentrum. Dabei wurde Endo Grad I diagnostiziert (Endo im Becken, Eierstock war an Beckenwand gewachsen, chronische Zystitis, Verwachsung am Darm und an den Eileitern).

 

An der Gebärmutter wurde nichts gefunden. Komischerweise hatte ich aber bei den Untersuchungen davor beim Abtasten an der Gebärmutter immer starke Schmerzen. Nach der Periodenblutung war auch ein „Knubbel“ an den Gebärmutterbändern zu ertasten. Bei der OP hat man aber nichts gesehen. Kennt Ihr sowas auch? Woher kann das kommen? Im Krankenhaus konnte man mir das leider auch nicht erklären.

 

Seit Juni nehme ich jetzt auf anraten meiner Frauenärztin die Valette im Langzeitzyklus. Allerdings mit ständigen äußerst schmerzhaften Zwischenblutungen (Ich hab vor 3 Jahren die Valette schon mal im Langzeitzyklus für ein Jahr genommen, damals hat das auch nicht geklappt). Ich hatte ja die Hoffnung, dass nach der Bauchspiegelung die Zwischenblutungen und Schmerzen aufhören. Am Anfang war auch alles gut, aber bereits 3 Wochen danach waren die gleichen Schmerzen wie davor wieder da.

Jetzt ist es so, dass meine Frauenärztin meinte, es gäbe keine Alternative zur Valette. Wenn ich die Valette nicht vertrage, komme ich auch mit der Visanne nicht klar und andere Pillen wären eher förderlich für die Endo. Außerdem hab ich ja nur Gard 1. Also eigentlich muss ich ja gar nichts dagegen unternehmen.

Jetzt frag ich mich langsam, ob ich übertreibe? Viele Frauen haben Endo Grad IV und bei mir ist es ja nicht so schlimm. Andererseits sind die Schmerzen immer nur mit Schmerzmitteln auszuhalten, das ist ja auch nicht unbedingt ein Dauerzustand.

 

Was macht Ihr den für Therapien? Einiges hab ich hier im Forum ja schon gelesen. Oder denkt Ihr, man soll bei Grad I nichts unternehmen und einfach mal abwarten?

 

Viele Grüße



Hey, Also bei mir hat die
rambazamba

Hey,

Also bei mir hat die Valette leider auch nicht viel gebracht, unter der Visanne war ich aber zumindest schmerz- und beschwerdefrei. Ansonsten könntest du dir noch überlegen, die Wechseljahrstherapie zu machen. Deine FÄ hört sich für mich nicht besonders endometriose-kundig an, warst du schon einmal bei einem Spezialisten nach der BS?

Ich habe nach jahrelanger Hormontherapie (bin aber erst 22) die Visanne abgesetzt und meine Ernährung umgestellt, was bis jetzt super klappt. Ergänzend soll auch Akkupunktur, TCM und Osteopathie gut helfen (wofür mir als Studentin aber das Geld fehlt). 

Gute Besserung,

 Rambazamba

 

PS: Unternehmen sollte man auf jeden Fall etwas, schließlich bleibt das Stadium I ja nicht bestehen.

 

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Seit dem 12.09.11 hormonfrei - und es klappt super! http://hormonfrei.wordpress.com




Hallo Andrea, ich muss
Ardanwen

Hallo Andrea,

ich muss meiner Vorschreiberin da zustimmen, deine Frauenärztin hört sich wirklich so an, als habe sie nicht viel Ahnung von Endometriose.

Zum Einen hat die Angabe des Grades der Erkrankung nichts damit zu tun, wieviele Beschwerden eine Patientin hat. Zum Andern ist Endometriose eine CHRONISCHE Erkrankung, die nicht geheilt werden kann. Man kann lediglich durch OPs, Hormontherapien und ergänzende (auch alternative) Therapien das Fortschreiten ausbremsen und die Herde versuchen "auszutrocknen".

Vorallem, wenn du schreibst, du hast einen bestehenden Kinderwunsch und deine Eierstöcke/Eileiter sind schon von der Endo betroffen durch die Verwachsungen, wenn da nichts dagegen getan wird, wird sich das fortsetzen und evtl zu Unfruchtbarkeit oder noch mehr Beschwerden führen.

Stammt die Aussage, dass du ja "nur" Grad I hast und deswegen nichts dagegen unternehmen musst, auch von deiner Frauenärztin? Denn wenn ja, dann würde ich mir an deiner Stelle auch ganz schnell einen Termin in einem Endometriose-Zentrum in deiner Nähe ausmachen, findest du ja hier bei Arztsuche/Endozentren.

Wer sagt denn, dass du die Visanne nicht verträgst? Viele Frauen vertragen sie nämlich ganz gut, oder auch andere Therapien, vorallem ist Valette auch nicht unbedingt geeigneter als andere Präparate, da es ebenso Östrogen enthält...

Ich nehme seit August auch Valette, habe vorher meine normale Pille im Langzeitzyklus genommen, jetzt Valette, hatte zwischendurch einen Versuch mit Visanne, hab sie aber nicht vertragen. Meine Beschwerden sind seit der Bauchspieglung und OP im Mai auch immer schlimmer geworden, da bei der OP viele Endoherde nicht gesehen wurden. 

Ich versuche es ab morgen mit der Wechseljahrstherapie und werde mit Enantone künstlich in die Wechseljahre versetzt, für ca. 3-6 Monate, dann schauen wir mal, wie es mir damit geht.

Zusätzlich mache ich noch Akupunktur, Osteopathie und Homöopathie, mache etwas Sport und ernähre mich gesund.

 

 



Ich dachte auch andere
snail

Ich dachte auch andere Pillen können bei Endometriose helfen? In den Büchern von Fachleuten finde ich auch Kombipillen der 2ten und 3ten Generation. Ich bin mir sicher, die Lovelle hat bei mir die Endo in der Ausbreitung lange aufgehalten, wenn auch nicht ganz unterbunden.



Schon mal vielen lieben Dank
Andrea83

Schon mal vielen lieben Dank für eure Antworten!

Meine Frauenärztin weiß zwar was Endometriose ist (im Gegensatz zu meinem Hausarzt....) aber mit der Therapie ist sie glaub ich überfordert.

Meine Bauchspiegelung hab ich in einem Endo-Zentrum machen lassen. Im Befund stand dann als Empfehlung für die weitere Behandlung die Einnahme der Valette oder Visanne im Langzeitzyklus. Ich hatte aber den Eindruck, meine Ärztin weiß gar nicht was die Visanne ist.

Am liebsten wär mir natürlich, wenn ich das mit Homöopathie hin bekommen. Wie habt ihr denn einen guten Heilpraktiker gefunden? Es kennen sich ja schon viele Ärzte mit der Krankheit kaum aus. Da denke ich, ist es schwierig nen guten Heilpraktiker zu finden.



@Snail: Kombipräparate
Ardanwen

@Snail: Kombipräparate sollten auf jeden Fall einen höheren Anteil an Gestagen enthalten, da Östrogen die Endo ja immer wieder "füttert". Die gängige Therapie ist eben ein reinen Gestagen-Präparat, da es aber von vielen Frauen nicht oder nur schlecht vertragen wird und die Nebenwirkungen stark sein können, verschreiben viele Frauenärzte dann doch "lieber" ein Kombipräparat - obwohl es eigentlich nicht gut ist für die Endo.

@Andrea: Kannst du denn dann nicht auch zur Therapie in das Endo-Zentrum gehen oder in eins in deiner Nähe? Denn wenn man nicht richtig weiterbehandelt wird, wächst die Endo ungehindert weiter und die ganze Operierei ist umsonst gewesen. Mit der OP werden ja nur die sichtbaren Herde entfernt und auch nur die, die im OP-Feld der Bauchspieglung liegen. Versteckte Herde, z.B. hinterm Darm oder mikroskopisch kleine Herde werden da nicht entdeckt und entfernt.

Deswegen macht man ja die ganze Behandlung mit Hormonen, vorallem NACH einer OP. Damit sich die Endo nicht noch weiter ausbreitet und etwas zum "Stillstand" kommt.

Klar kannst du homöopatisch unterstützend "mitarbeiten", dass die Endo und vorallem die Beschwerden etwas gemildert werden. Weg bekommt man sie leider nicht - weder durch OPs, noch durch Hormone oder sonstige Behandlungen - leider ist sie chronisch.

 



Hallo Andrea, die Aussage,
Mariele

Hallo Andrea,

die Aussage, dass ich die Visanne nicht nehmen könne, weil ich die Vallette schon nicht vertrage, hatte ich auch schon mal bekommen, von einer Professorin in einem Endozentrum (wobei eine ihrer Oberärztinnen zuvor meinte, ich könne sie nehmen). die Oberärztin hatte aber recht, da nach meiner letzten OP mein Gyn mir gleich die Visanne verschrieb. Erst hatte ich mit NW zu kämpfen, eierte hin und her damit, nahm eine zeitlang auf Anraten meines Gyns eine halbe pro Tag. Soll man aber nicht, meinten die Experten. Also Augen zu und durch. Jetzt vertrage ich sie richtig gut und die Schmerzen sind auch reduziert worden, nehme i.d.R. keine Schmerzmittel. Vertrage evtl. die Östrogene nicht, wie sie in der Vallette sind? Nur die Haut ist ziemlich trocken geworden. Vielleicht probierst du es doch mal mit der Visanne und vielleicht brauchst du auch eine andere Gynäkologin.....? Ist  schwierig, eine(n) gute zu finden, ich weiß das.

Viele Grüße, Mariele



Hallo Andrea!  Wie wäre es
Kiki 28

Hallo Andrea!

 Wie wäre es denn mit natürlichem Progesteron?  Ich nehme eine Creme auf Basis der Yamswurzel und zusätzl. Utrogest. Habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Man hat keine Nebenwirkungen wie bei einer Pille, die Endo kann bei genügend Progesteron/wenig Östrogen nicht wachsen und es ist sehr förderlich um schwanger zu werden.

Ich habe auch jahrelang die Valette genommen. Die Schmerzen und Blutungen wurden immer schlimmer. Habe dann die 3-Monatsspritze Sayana (reines Gestagen) genommen. War damit zufrieden und mir ging es gut. Aber es war eben synthetisch und ich wollte ja schwanger werden. Deswegen bin ich auf Progesteron umgestiegen. Habe damit keine Schmerzen mehr. Du solltest dir aber eine gute Heilpraktikerin dafür aussuchen, die sich damit auskennt und dich optimal beraten kann. Ansonsten haben mir noch gegen Schmerzen sehr gut Akupunktur, Osteopathie und Homöopathie geholfen.

 LG Kiki



Vielen lieben Dank für eure
Andrea83

Vielen lieben Dank für eure Tipps! Smile

Ich werde mir wohl nochmal nen Thermin im Endo-Zentrum in Erlangen geben lassen und mich nochmal beraten lassen.

Das mir dem Frauenarzt wechseln ist so ne Sache. Ich glaub die wenigsten kennen sich wirklich gut damit aus. Noch schwieriger ist es einen Hausarzt oder Heilpraktiker zu finden. Mein Hausarzt ist zwar auch Osteopath und Homöopath, aber für ihn ist glaub ich Endo ein Synonym für ganz normale Regelschmerzen. Er hat mir mal gesagt, ich soll einfach ein paar Entspannungsübungen machen, dann vergeht auch die Endo wieder....was soll man dazu noch sagen...



Hallo Kiki, habe das hier
Mariele

Hallo Kiki,

habe das hier schon öfters mal mit dem natürlichen Progesteron gelesen. Bekommt man das nur bei den Heilpraktikern? Was sagen die Gyns in der Regel dazu? Wahrscheinlich gucken die dann nur komisch oder......?

Liebe Andrea,

ja , ich weiß , dass das mit dem Wechseln von Gyns so eine Sache ist . Gerade erst selbst erlebt. Dachte, ich finde wenigstens eine etwas nettere, einfühlsamere, die zumindest logisch argumentiert und bei der man sich einigermaßen wohlfühlt. Aber letzte Woche bei der neuen, das war so eine Katastrophe, sie ließ voll raushängen, dass sie an den anstrengenden Endo Patientinnen nicht so interessiert ist. Und dass sie noch weniger Ahnung hat, als meine davor, das habe ich ja schnell so gemerkt. Und richtig geschafft mich zu untersuchen bzw. irgendetwas zu sehen, das klappte bei ihr auch nicht. Hatte allerdings auch selten solche Schmerzen wie bei ihr. überlege immer, ob das dann an meiner Tagesform liegt, oder an der Einfühlsamkeit des Arztes. Na, ja. Weiterhin viel Erfolg und viele Grüße, mariele



Hallo Mariele! Meine
Kiki 28

Hallo Mariele!

Meine Heilpraktikerin hat bei mir einen Hormon-Speicheltest gemacht  und einen Progesteronmangel festgestellt (haben ja alle Endo-Frauen). Daraufhin hat sie mir eine 3%-ige Creme verordnet. Das Rezept dafür habe ich dann bei meiner Frauenärztin bekommen, die ist offen für sowas. Der Prof., der mich wegen Endo und Kinderwunsch betreut, hat mir dann noch Utrogest verschrieben. Ist halt etwas stärker und fördert das Einnisten. Ich hab da echt Glück mit meinen Ärzten. :-)

LG