Noch keine Diagnose
Pflocke83

Hallo zusammen,

  Ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestoßen und muss echt sagen, dass Eure Beiträge echt hilfreich sind.

 Bei mir wurde bisher noch keine Endo diagnostiziert, allerdings erwähnte meine Ärztin schon einmal den Verdacht. Ich bin 28 Jahre alt und nehme seit ca. 1,5 Jahren keine Pille mehr. Zuvor hatte ich Anfang der Zwanziger ein Hormonimplantat und danach habe ich die Cerazette genommen. Bei beiden Methoden hatte ich keine Regelblutung und mir ging es auch echt gut. Weil mein Freund sich aber im letzten Jahr einer Sterilisation unterzogen hat, habe ich die Pille abgesetzt. Und da fing dann eigentlich alles an. Ich hatte mich bei meinem jetzigen Freund mit dem HPV-Virus angesteckt. Den bin ich zwar mittlerweile wieder los, aber er hatte bei mir einen bösartigen Tumor (Hautkrebs)verursacht, der zum Glück mit zwei OPs komplett entfernt wurde.

Seit ca. einem Jahr leide ich jetzt immer stärker unter Stimmungsschwankungen und zu Beginn auch unter unregelmäßigen Regelblutungen. dafür verschrieb mir meine Ärztin Agnucaston, um den Hormonhaushalt wieder in Schwung zu bringen. Das hat am Anfang auch geholfen, bzw. Habe ich diese immer Kurenweise genommen, um meinen Körper nicht den Dauerzustand zu gewöhnen.

Seit ca. 5 Monaten habe ich jetzt immer am ersten Tag meiner Regel so starke Schmerzen, dass ich mich kaum bewegen kann. Alles krampft sich dann zusammen und mir wird regelrecht schlecht. Bei meiner letzten Kontrolluntersuchung habe ich das meiner Ärztin erzählt und daraufhin bat sie mich die Agnucaston -Kur wieder zu beginnen. Außerdem empfahl sie mir, eine hochdosierte Magnesiumkur, da sie ein paar Tage zuvor eine Studie darüber gelesen hatte. Und sie äußerte den Verdacht der Endo. Bei der letzten Regel habe ich aber auch keine Verbesserung feststellen können.

Das hat mich dazu veranlasst im www nach mehr Infos zu suchen. Als ich auf diese Seite hier gestoßen bin, fiel mir dann ein Punkt auf, der mich seit Tagen beschäftigt. Der Punkt mir den Schmerzen beim Stuhlgang bzw. Im Darm geben mir zu denken. Am Anfang habe ich das immer auf Stress geschoben, gerade weil es mir auch peinlich war darüber zu reden. Seit ca. einem Jahr habe ich alle 2-3 Tage sehr starke Schmerzen beim Stuhlgang. Es fühlt sich an, als wenn es ein Krampf wäre und lässt manchmal schon ein paar Minuten später nach, aber es gab auch schon Momente, da ist mir vor lauter Schmerz der Kreislauf weg gesackt. Kommt Euch das irgendwie bekannt vor?

Ich gebe zu, dass ich diese Thema bei noch niemanden, also auch bei meiner Ärztin, angesprochen habe. es war wahrscheinlich total falsch, aber es war mir bisher zu peinlich. Wisst Ihr vielleicht auch, ob Endo vererbt wird? DiDenn die Frauen aus der Verwandschaft mütterlicherseits sind für Erkrankungen wie Endo und Miome sehr anfällig. Für Eure Unterstützung wäre ich Euch dankbar.

 Ich habe übrigens auch den Kalender zur Unterstützung bei der Diagnose ausgedruckt und führe diesen jetzt fleißig, um meiner Ärztin die Diagnose zu erleichtern.

 

LG

pflocke83 



Ähnliche Situation
DancingUschi81

Hallo Pflocke83!

Auch ich bin neu hier - und mir geht es ähnlich wie dir.

Mein Mann und ich versuchen seit zwei Jahren Nachwuchs zu bekommen. Anfangs haben wir es ganz locker angehen lassen und "nach Lust" miteinander geschlafen. Dann irgendwann habe ich Clearblue Stäbchen benutzt, und es erschein auch regelmäßig an zwei Tagen im Zyklus ein Smiley Laughing Trotzdem wurde ich nicht schwanger. Mein Mann ließ ein Spermiogramm machen - alles super. Also ging ich zu meiner Gynäkologin. Die schickte mich wegen auffälliger Schilddrüsenwerte zu einem Endokrinologen in einem Kinderwunschzentrum. Da war ich gestern. Er stellte mir eine ganze Reihe von Fragen und äußerte dann den Verdacht: Endometriose. Ich hatte zuvor noch nie von der Krankheit gehört. Aber auf einmal passte alles zusammen:

Seit Jahren habe ich Blasenprobleme. Ich habe Schmerzen beim Wasser lassen, muss ständig zur Toilette rennen. 2007 war ich deswegen auch beim Urologen (es wurde zwischendurch so schlimm, dass ich einmal sogar in die Hose gemacht habe, weil ich's einfach nicht halten konnte - ich wäre vor lauter Scham am liebsten nie wieder aus dem Haus gegangen). Der sagte, meine Harnröhre sei zu dünn. Also ließ ich das operieren - es änderte sich nix. Und ich war so resigniert, dass ich nicht wieder zum Urologen bin (obwohl mein Dad, der selber Arzt ist, mich immer wieder drängte).

Dann habe ich auch seit Jahren immer wieder schreckliche Rückenschmerzen. Habe alles abklären lassen: Nieren, Becken, Wirbelsäule, Steßbein.... nix. Irgendwann sagte mir sogar ein Arzt, das wäre wohl psychisch - da kommt man sich ganz schön blöd vor.

Und dann sind da seit Jahren immer wieder starke Unterleibskrämpfe, völlig unabhängig von meinem Zyklus. Manchmal wache ich nachts davon auf - aber auch hier wurde nie eine Ursache gefunden. 

Endo wäre eine Erklärung für alles. Ich warte jetzt auf einen Ultraschall und die OP, bei der in den Bauch geschaut wird - und dann bekomme ich die endgültige Diagnose. Einerseits bin ich erleichtert, weil ich endlich weiß, was mit mir los ist; andererseits habe ich Angst. Was kommt nach der Diagnose? Und wie geht das mit unserem Kinderwunsch weiter?

Genau wie bei dir sind auch bei mir die Beschwerden mit Absetzen der Pille schlimmer geworden. Die von dir beschriebenen Beschwerden beim Stuhlgang kenne ich zwar nicht, aber in Sachen Peinlichkeit kann ich dich voll verstehen. Welcher erwachsene Mensch erzählt schon gerne, dass er sich eingepinkelt hat??? Cry

Bist du bei einer Spezialistin? Das mit dem Kalender ist eine gute Idee, das mache ich auch. Ich versuche auch mal rauszufinden, ob das vererbbar ist.

Es tut jedenfalls gut, zu wissen, dass man nicht alleine ist!

Wünsche dir alles Gute!

DancingUschiCool

 



Hallo Pflocke
Kiki76

Ich habe keine Schmerzen im Darm oder Probleme mit der Blase, wie die andere Teilnehmerin hier schreibt.

Ich rate dir dringend, das sobald wie möglich abklären zu lassen. Es gibt die Form der tiefen infiltrierenden Endometriose, die auch andere Organe wie Darm oder Blase angreifen kann. Wenn das der Fall ist, kann das wirklich Folgen für die Gesundheit haben. Zeichen für den Darm sind z. B. auch Blut im Stuhl. Was die Blase angeht (andere Teilnehmerin) kann es sein, dass die Endo die Blase angegriffen hat (Folge: Harnrückstau, langfristig Nierenversagen, wenn das nicht erkannt und die Diagnose verschleppt wird). Ich habe diese Form, wie gesagt, nicht, aber bei mir wurde jahrelang von FA immer nur der Verdacht auf Endo geäußert. Von einer BS hatte man mir immer abgeraten, bis ich selbst zum Experten ging. Dieser operierte mich und sagte: ja, da war Endometriose, nochmal Glück gehabt, denn sie saß an einer Estelle, von wo aus sie hätte den Harnleiter angreifen können.

Sorry, aber deine FA sollte, wenn sie sich mit Endo auskennt, auch solche von dir erwähnten eher peinlichen Symptome gezielt abfragen, ist also absolut nicht dein Fehler. In dieser Broschüre findest du Hinweise zur Diagnose - es gibt Hinweise für den Darmbefall, die man auch ohne Bauchspiegelung feststellen kann. Wenn du auch nur die geringsten Zweifel daran hast, dass deine Frauenärztin da kompetent ist, rate ich dir zu einem Expoerten zu gehen.Ich könnte mir vorstellen, dass deine FA nicht die besagten Stellen abgetastet hat wie es in der Broschüre steht...Der Kalender mag also ganz hilfreich sein, aber das Wesentliche ist eigentlich, die angezeigten Untersuchungen durchzuführen.Entschuldige bitte, ich werde doch etwas nervös, wenn ich lese, da ich befürchte, dass sich das bei dir hinzieht, bis du die Diagnose hast. Ich denke aber, dass hier keine Zeit zu verlieren ist!

http://www.endometriosezentrum-zuerich.ch/fileadmin/downloads_endo/posso...

LG, Kik76

p.s. habs mir nochmals überlegt. wenn du Periodenschmerzen hast und Schmerzen/Krämpfe beim Stuhllassen - ab zum Experten, damit er entsprechend untersuchen kann. sorry, ich traue den normalen FA nicht mehr nachdem ich bei bestimmt 6 verschiedenen war die letzten Jahre und es immer hieß, ach, vielleicht ist es eine Endo, aber wahrscheindlich nicht, machen Sie sich keine Sorgen.



Hallo Pflocke, die
achso

Hallo Pflocke,

die Beschreibung der Schmerzen vom Darm kommt mir sehr bekannt vor. Daher würde ich dir wirklich von Herzen raten, begib dich in die Hände eines Spezialisten. Nur eine Darmspiegelung zum Beispiel hat bei mir auch nix gezeigt-und trotzdem hatte ich eine tiefe Sigmateilresektion. Du weißt schon was für dich das Richtige ist, tu es. Habe es auf schmerzhafte Weise lernen müssen, auf meinen Körper zu hören. Eine Bauchspiegelung wär da schon richtig. Dann hast du wenigstens Gewissheit, was es ist. Ist es nicht die Endo, so hast du sie wenigstens ausgeschlossen.

viel Glück bei der Suche

hägar 



Hallo,Vielen lieben Dank
Pflocke83

Hallo,
Vielen lieben Dank für Eure Reaktionen.Ob meine FA eine Spezialistin auf dem Gebiet kann ich nicht beurteilen, aber es ist ein bekanntes Thema für sie. Sie ist noch relativ jung, schätze mal 3-4 Jahre älter als ich, aber ich weiß, dass sie, bevor sie die Praxis ihres Vaters übernommen hat, einige Jahre in einer gynäkologischen Klinik gearbeitet hat. Sie hat 2006 bei meiner Mama die Endo operiert.
Euer Feedback hat mir echt zu denken gegeben. Ich habe mir jetzt einen neuen Hausarzt gesucht, weil meine alte HA mich nicht so ernst genommen hat. Ich habe nächste Woche einen Termin bei ihm und da werde ich die Darmschmerzen dann auch mal ansprechen. Ich bin zwar nicht in der Situation wie DancingUschi, dass ich Kinder haben möchte, aber die Schmerzen müssen echt nicht sein und auf eine Teildarmresektion möchte ich ganz ehrlich auch verzichten. Ich habe eigentlich auch keine Angst, dass ich operiert werden muss, weil da bin ich im Training, aber die Tatsache sagen zu müssen, dass man eine Erkrankung hat und eventuell auf der Arbeit ausfällt und dass jeder wieder nachfragt, was man denn hat, das macht mir zu schaffen. Nur gut, dass der neue HA auch Diplom-Psychologe ist.
Ich werde jetzt versuchen, mich bis Donnerstag nicht bekloppt zu machen. 
Danke nochmal für Euer FeedbackLaughing
LGPflocke



Oh Pflocke, wenn ich eines
achso

Oh Pflocke, wenn ich eines gelernt habe, dann das es total mumpe ist, wenn man krank ist. Klar nervt das bei der Arbeit, aber ganz ehrlich, das sollte kein Grund sein, nicht zu einer OP zu gehen. Es gibt Sachen, die sind einfach wichtiger, und das bist zum Beispiel du selber! Du tust es für dich und deine Gesundheit, alles andere müßte da mal hinten anstehen. Sch.... auf Kollegen etc...glaub der alten weisen Frau;)

Ich drück dir die Daumen, dass dein neuer Arzt besser zuhört