welches Brot ?
chrissiptl

 

Hi , ich versuche seit neuestem Dinkelbrot zu essen und auf Weizen zu verzichten ... aber das richtige Dinkelbrot habe ich noch nicht gefunden. 

Denke es sind viele Gluten drin. Habt Ihr Erfahrung mit Schwarzbrot, Knäckebrot, welche Firma ?

Bei "lebe gesund" kann man z.B. Dinkelbrot auch bestellen, hat jemand damit Erfahrung ? 

LG c. 



Hi zurück  Hast du es mal
Juma

Hi zurück Smile

Hast du es mal mit Brot aus dem Reformhaus versucht? Die können dich auch bestimmt sagen, ob und was in welchen Mengen vorhanden ist.

 



Du kannst auch immer mal in
achso

Du kannst auch immer mal in deiner Gegend schauen, bei uns gibt es schon einige Bäcker, die gutes Brot backen. Also eher so Bio, oder Reformaus, etc...auch im Internet kann man sich das bestellen.

Oder gleich selber backen? Dafür braucht man nicht unbedingt einen Backautomaten, der normale Backofen tut es auch. Weinstein, Dinkelmehl und alles, was du magst kannst du dran geben. Toootaal lecker das. 

lg

Hägar 



Hi Chrissiptl
Jetina

die Diskussion wegen Weizen und so weiter kommt ja immer wieder hier im Forum. Gluten (Klebereiweiß) ist in jedem Korngetreidebrot, nur in ausgewiesenen glutenfreien Broten und Brötchen ist nix drin, das steht dann aber drauf. Da ist dann Maismehl, Reismehl, Lupinenmehl usw. drin. Glutenfreie Ernährung ist bei einer Unverträglichkeit auf dieses Klebereiweiß notwendig. Auch einige Endopatientinnen machen mit dieser Ernährung gute Erfahrungen.

Bei Dinkelbroten von normalen Bäckern ist es meist so, dass sie gar nicht zu 100 % aus Dinkelmehl bestehen. Da ist kritisches Nachfragen angesagt. Mit dem Selbstbacken habe ich auch sehr gute Erfahrungen gemacht, Bio-Dinkelmehl gibts auch schon in vielen Supermärkten.

LG Jetina



Schließe mich Jetina
Kiki76

Schließe mich Jetina an.

Gluten ist Klebereiweiß und kommt in Weizen UND Dinkel und Roggen, Gerste, Hafer vor, also in den einheimischen Getreidesorten, daher spricht man bei Unversträglichkeit von "einheimischer Sprue" oder Zöliakie.

Also, wenn es dein Ziel ist Gluten zu meiden, solltest du glutenfreie Produkte

 

essen (habe das Bildchen reinkopiert, weiß nicht, ob das jetzt richtig transferriert wird). Dinkel ist dann auch "out".

Schwarzbrot sagt auch hauptsächlich nur was darüber aus, wie  und wie lange es gebacken wurde und nicht über den Inhalt. Ebenso Knäckebrot. Da ich vermutlich jetzt nicht im gleichden Land wohne wie du, kann ich dir auch keine Tipps geben, wo du das Brot findest. Ich wohne in CH.

Darf ich noch fragen, was der Hintergrund dafür ist, dass du überlegst, auf glutenfrei oder weizenfrei umzustellen? Ich meine, woher hast du die Info. Ich bin nämlich auch neugierig, woher diese Überlegungen im Forum kommen.

Wenn es dein Ziel ist weizenfrei zu essen (auch hier interessiert mich der Hintergrund), dann ja, wie Jetina sagte, muss man auf die Zutatenliste schauen oder den Bäcker fragen oder selber backen.

Hoffe, du bist jetzt nicht verwirrt! Das soll einfach eine Info sein, damit du nicht aufgrund von Unklarheiten unnötig auf etwas Geliebtes verzichtest!

LG, Kiki76



Hi Kiki
Jetina

hier im Forum wurde mir erklärt der Verzicht auf Weizenmehlprodukte sei deshalb, weil der Weizen gentechnisch sehr verändert sei, Halmverkürzung und mehr Körner.... Deswegen sei er nicht gut bei Endo. Irgendwie habe ich das nicht ganz verstanden, essen aber öfter Dinkelprodukte, jedoch weiß ich dabei auch nicht was mit dem so gentechnisch angestellt wurde.

Mir hat aber eine andere Ernährungsumstellung geholfen. Die entzündugnshemmende Diät, kommt von den Rheumatikern. In Fleisch und noch ein paar anderen Sachen ist eine bestimmte Säure die entzündungsfördernd wirkt, deshalb Fleisch meiden, durch Fisch ersetzen. Und Nahrungsmittel mit Omega 3 Fettsäuren viel essen, da die gegen die Entzündungen wirken. Habe das in einer EndoReha gelernt. Die Umstellung ist nicht ganz so schwierig und schmeckt trotzdem. Seit einigen Monaten geht´s mir damit ganz gut.

LG Jetina



Die "Mythen" um weizenfreie
Ardanwen

Die "Mythen" um weizenfreie Ernährung bei Endo und Dinkel als "Ausweichprodukt" find ich auch etwas seltsam.

Wenn, dann bringt es wirklich nur was,  GANZ auf glutenhaltige Nahrungsmittel zu verzichten. Diesen Tipp habe ich von meinem Osteopathen, der gleichzeitig auch Heilpraktiker und Ernährungsberater ist.

Er hat mir das so erklärt, dass die Darmflora durch die vielen Hormongaben bei den meisten Endometriose-Frauen gestört und es dadurch leicht zu Unverträglichkeiten, z.B. auch Laktoseintoleranz und eben zu einer Gluten-Unverträglichkeit kommen kann. Zudem ist der Körper einfach anfälliger durch die Endometriose gegen alle möglichen anderen Unverträglichkeiten und in einem ständigen "Entzündungsprozess".

Diese Unverträglichkeiten äußern sich in Blähungen, ständiger Müdigkeit und massigem Stuhl oder auch Durchfall usw.
Gluten befindet sich - leider -  in fast allen herkömmlichen Getreidesorten.
Bei der Unverträglichkeit kann der Körper Gluten nicht vollkommen abbauen.

Glutenfreie Ernährung heißt vollkommener Verzicht auf allle gängigen Getreidesorten (Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer)!

Auch darauf achten, was in anderen Lebensmitteln ist, die meisten Lebensmittel enthalten nämlich Gluten, obwohl man es garnicht vermutet, z.B. auch verschiedene Wurstsorten usw...

Ausweichmöglichkeiten sind Reis, Mais, Hirse Buchweizen, Amaranth und Quinoa. In Bioläden und Reformhäusern werden schon sehr viele glutenfreie Back- und Teigwaren angeboten, z.B. auch im "dm", da gibtsmittlerweile ne ganze Palette glutenfreie Produkte, die sogar sehr gut schmecken und relativ günstig sind.

Ich versuche mich möglichst immer an gluten- und laktosefreie Ernährung zu halten, da ich beide Unverträglichkeiten nachweislich habe. Wenn ich mal "auswärts" esse oder eingeladen bin und "normale" Kost esse, bekomme ich direkt Blähungen und Magen-Darmbeschwerden, Durchfall und Übelkeit z.B.

 

 



glutenfrei - weizenfrei - oder was ;-) - ein paar Infos generell
Kiki76

Nun, ich weiß nicht, ob ich mich outen soll, aber ich tus: ich bin auch zertifzierte von Krankenkassen anerkannte Ernährungsberaterin und überlege, mich aufgrund meiner eigenen Betroffenheit von dieser Krankheit, mich auch mehr und mehr auf das Thema eRnährung bei Endo zu spezialisieren. Ich freue mich also, einerseits zu erfahren, was so allgemein gesagt wird, möchte das aufgreifen und dem auch nachgehen, inwiefern Studien dazu vorliegen oder Erfahrungswerte. Aber jetzt bitte nicht missverstehen, bin nicht deshalb im Forum eingeloggt. Zudem habe ich das Bedürfnis, wirklich, wenn etwas nicht klar ist, es irgendwie aufzuklären, weil ich nicht möchte, dass man in Unklarheit lebt oder sich verrückt macht oder vielelicht auf lieb gewordenes verzichtet, obwohl es vielleicht gar nicht nötig ist. Ich will hier auf keinen Fall besserwisserisch auftreten. Denn ich finde, dass Erfahrungen, die jemand macht, genauso wertvoll sind wie jede Forschung ist. Und es ist gut, diese Erfahrungen miteinander zu teilen. Wenn es euch interessiert, was ich zu euren genannten Punkten weiß, dann könnt ihr weiterlesen.

Ich habe bisher keine ganz systematische Literaturrecherche im englisch- und deutschsprachigen Raum zu Endo-Ernährung gemacht. ES liegt mir hauptsächlich ein Dokument von Britta Kaiser vor, die ihre Studienergebnisse mal in einer Gynäkologen-Zeitschrift publiziert hat. Hier übrigens der Link für Interessierte: http://www.kup.at/kup/pdf/7123.pdf. Es ist so, dass zur Ernährung bei Endometriose sehr wenige Studien vorliegen, wie man auf den ersten Blick vermuten kann.Ich denke, dass die Forschung hier in den Kinderschuhen steckt und man an wenigen Studien und überlegungen festhalten muss und auch selber Erfahrungen sammeln kann (oder muss). Die bisherige Ernährungsforschung konzentriert sich bisher auf das, was in aller Munde ist: Herzkreislauf-Erkrankungen.

Wenn man die Packungsbeilagen liest, dann stimmt es - die Hormone können Magen-Darm-Probleme als Nebenwirkung verursachen. Daher empfiehlt auch Britta Kaiser, die Ernährung mit dem Ziel umzustellen, um weniger von Blähungen u. a. Unbefindlichkeiten geplagt zu werden. Das bedeutet, wenn ich unter Fruktosemalabsorption leide, werde ich die Fruktose reduzieren. Ist Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) diagnostiziert, werde ich Gluten strikt meiden.  Bekomme ich von ungegarter Paprika immer Blähungen, werde ich sie nur noch gegart essen oder die Haut abschälen, bei Laktoseintoleranz nehme ich laktosearme oder -freie Produkte. Oder was auch immer. Aber das ist absolut individuell. Wenn also jemand keine Beschwerden hat, warum soll sie dann verzichten (außer bei einer symptomarmen/-freien Zöliakie)? Ihre Empfehlung soll dazu führen, dass jemand, der eh schon von Bauchschmerzen geplagt ist, alles andere, was auch noch Beschwerden verursacht, ausschaltet, damit es einem besser geht. Das hat mt der Endo aber primär nichts direkt zu tun.So verstehe ich den Text.

Das mit dem gentechnisch veränderten Weizen-Problem habe ich bei ihr nicht lesen können, bisher ist mir so ein Zusammenhang nicht bekannt. Grundsätzlich bevorzuge ich aber auch Bio-Produkte u.a. wegen ihrer generell besseren gesundheitlichen Wirkungen. Das mit der GEntechnik behalte ich aber im Hinterkopf. Vielleicht finde ich dazu noch Infos.

Die Frage ist noch, ob Endo-Patientinnen häufiger an solchen LM-Unverträglichkeiten leiden als nicht Endo-Patientinnen. Z. B.weiß man von Schuppenflechte-Patienten, dass diese häufiger als andere an Zöliakie (Glutenunvertr.) leiden, und oftmals versteckt, als andere. Da scheint es einen Zusammenhang zum Immunsystem zu geben. Auch bei Typ 1 Diabetikern kommt häufiger eine Zöliakie vor, auch da vermutet man einen Zusammenhang, denn beides sind vermutlich Auto-Immunerkrankungen. Vielleicht gibt es auch bei Endo und Zöliakie einen Zusammenhang, das habe ich bisher nicht gelesen, aber vielleicht ist es so, denn beides ist ein Prozess mit Entzündungsreaktionen im Körper. 

Ja, man empfiehlt aufgrund der Entzündungsreaktionen bei der Endo eine anti-entzündliche Ernährungsweise, so wie das im Reha-Zentrum auch empfohlen wird. Das ist eine Ernährungsweise, die für viele Rheuma-Kranke, Herz-Kreislauferkrankte, Gichterkrankte etc. empfohlen wird, weil das alles entzündliche Erkrankungen sind. Daher ist eine Rheuma-Ernährung auch vermutlich die richtige für jemand mit Endometriose. Wissenschaftliche Standards oder Leitlinien gibt es dazu aber bisher nihct. Man weiß kaum was, aber überlegte sich, dass das eine sinnvolle Ernährugnswiese für Endos sein könnte. Wenn es wirkt, dann ist das umso erfreulicher. Ich hoffe nur, dass dieses Frauenleiden auch eines Tages in der Forschung aufgegriffen wird, um mehr Licht ins Dunkel zu bringen....

Wenn ihr mir schreiben wollt, wie das auf euch wirkt, bin ich euch dankbar.

LG , Kiki76



Dian Shepperson Mills
sannee

Liebe Kiki,

"die Mythen um die weizenfreie Ernährung" wie Ardawen es nennt gehen auf die englische Ernährungswissenschaftlerin Dian Shepperson Mills zurück.

Sie beschäftigt sich,selbst betroffen, seit Jahren sehr wissenschaftlich differenziert mit dem Thema Endometriose und Ernährung. Auch Britta Kaiser bezieht sich in ihrer Literaturangabe,sowohl in dem von Dir genannten Link als auch in ihrem Buch auf Shepperson Mills.

Mir hat das Buch von Dian Shepperson Mills und Micheal Vernon ; endometriosis a key to healing and fertility through nutrition sehr geholfen meine individuelle Ernährung zu finden.

In groben Zügen :

Milch und Weizenfreie Ernährung

Reduktion von rotem Fleisch und Zucker

Ich versuche ein ausgewogenes Prostaglandin Gleichgewicht im Körper zu erreichen, durch Reduktion von Arachidonsäure und durch die vermehrte Aufnahme von Omega 3 (ich denke das ist was Du mit entzündungshemmender Ernährung bei Rheuma meinst.)

ansonsten ausreichend

B-Vitamine  

Vitamine A ,C,E

Zink

Magnesium 

Calcium

LG sannee   



Danke
Kiki76

Liebe Sannee,

Vielen Dank für die Aufklärung  -ich werde mich mal schlau machen, was die Ernährungswissenschaftlerin schreibt. Wie gesagt, ich hatte auch noch keine systematische Literaturrecherche gemacht, v. a. nicht im englischsprachigen Raum, hatte nur gesehen, dass es auf den ersten Blick noch Forschungsbedarf gibt. Auch wenn man schon eine ausgebildete und zertifzierte Ernährungsberaterin ist - man lernt nie aus, vor allem nicht bei solchen Spezialthemen ;-)

Das hilft mir jedenfalls weiter und hoffentlich auch derjeinigen, die ursprünglich hier ihre Frage gestellt hat ;-)

Liebe Grüße, Kiki76

p.s. habe mir gerade paar Bücher über Ernährung bei Endometriose bestellt. Bin gespannt auf die Literatur.