Endometriose nur wegen Histaminintolleranz?
Jessy

Hallo zusammen,

gestern hat mich eine Freundin auf "Histaminintolleranz" gebracht.

Da ich so diffuse und unerklärliche Schmerzen und Beschwerden habe, neben den Endo-Bescherden, und kein Arzt eine Diagnose stellen kann und ich nur mit: "Es könnte sein das ..."-Diagnosen abgespeist werde, habe ich mich im Internet mal schlau gemacht. 

Und schaut mal was ich gefunden habe: 

Wir gehen deshalb nach unserem derzeitigen Wissensstand davon aus, dass die Endometriose möglicherweise keine eigenständige Krankheit, sondern lediglich eines der zahlreichen Symptome einer HIT ist. 

Quelle: http://www.histaminintoleranz.ch/krankheit_begleiterkrankungen.html#endometriose

Surprised

Die Hausärztin meiner Freundin ist auf Histaminintolleranz spezialisiert und werde mir bei ihr auf jeden Fall einen Termin geben lassen und das abchecken zu lassen.

Wie ist das bei euch? Hat jemand von euch dieses Histaminintolleranz? Für mich ist das wieder etwas vollkommen Neues.Undecided 

 

lg Jessy 



Liebe Jessy,auch ich habe
Ardanwen

Liebe Jessy,

auch ich habe zahlreiche Unverträglichkeiten, darunter Laktose-, Fruktose- und Histaminintoleranz.

Mit dem Thema, ob diese von der Endo ausgelöst wurden, hab ich mich auch schon beschäftigt. Meine Ärzte sind der Meinung, dass es gut sein kann, dass die Unverträglichkeiten mit der Endo zusammenhängen, da ich sie erst im Laufe der Jahre entwickelt habe. Die Unterbauchbeschwerden und die zu den Unverträgleichkeiten passenden Beschwerden habe ich seit Beginn der Periode mit 11 Jahren. Als Kind hatte ich wohl auch schon eine Zuckerunverträglichkeit, welche genau, kann man aber nicht sagen, da es nie getestet wurd.

Laktose- und Fruktoseintoleranz sind seit meinem 18. Lebensjahr diagnostiziert, hatte sie aber wohl schon viel früher.

Die Histaminintoleranz wurde letztes Jahr im Februar bei einer Magen-Darmspieglung festgestellt, ich sollte dann regelmäßig das Blut untersuchen lassen, irgendwie hab ich seitdem ständig schwankende Werte, was die HIT betrifft. Keiner kann sich das erklären.

Zudem wurde bei der Darmspieglung auch eine Zöliakie festgestellt.

Mein Osteopath, der auch Heilpraktiker ist, findet die ganze Sache sehr seltsam bei mir, er beschäftigt sich auch mit Endometriose.

Über die These, dass Endo evtl eine "Begleiterscheiniung" der HIT ist, haben wir auch schon gesprochen. Nur nachweisen kann man es irgendwie nicht.

Ist so ziemlich dasselbe Problem wie die Frage, was war zuerst da, das Huhn oder das Ei.

 

Aber find es interessant, dass du dich damit jetzt auch befasst, verfolge den Gedanken mal weiter und berichte, was bei dem Arzttermin rausgekommen ist.

 



Hi Jessy,   bei mir wurde
Annaconda

Hi Jessy,

 

bei mir wurde auch beides etwa zeitgleich diagnostiziert. Wie es sich herausgestellt hat, wurde die HI durch eine Quecksilbervergiftung (defekte Amalgam-Plombe) verursacht. Seit ich diese Plombe enfernt habe und eine Ausleitung mache bin ich die HI wieder los und auch die Regelschmerzen sind grösstenteils weg.

 

Ich wurde zwar auch operiert und mir wurden Endoherde entfernt, aber die Schmerzen waren danach nicht verschwunden, das kam erst mit der Ausleitung.

 

LG 



Hallo Ihr Lieben,ich habe
Miramee

Hallo Ihr Lieben,

ich habe keine nachgewiesene HI, habe aber in letzter Zeit deutliche Beschwerden, die ich ziemlich klar mit histaminhaltigen bzw. -freisetzenden sowie mit DAO-blockierenden Lebensmitteln in Verbindung bringen kann. Die Endo habe ich schon seit vielen Jahren und sonst bisher keine Nahrungsmittelintoleranzen. Soviel zu meiner "Reihenfolge", die aber in anderen Fällen vielleicht umgekehrt vonstatten gehen kann. 

Interessant finde ich den Zusammenhang mit dem Quecksilber. Ich habe einige alte Amalgam-Plomben... 

Was hier dazu geschrieben wurde, klingt in meinen Ohren recht überzeugend:

 http://www.symptome.ch/vbboard/histamin-intoleranz/88602-histaminintoleranz-amalgam-histaminunvertraeglichkeit.html

Liebe Grüße,

Mira

 



Histamin + Östrogen
marlen

 

Hallo Jessy,

mit Histamin habe ich  Probleme, die dann bei Endometriose am/im Dünndarm noch

verstärkt wurden.

Das Endometriose "nur" ein Symptom einer Histaminintoleranz  ist, soweit würde ich nicht gehen ...

 

Es gibt aber einen Zusammenhang von Östrogen und Histamin :

 

http://www.aerzteblatt.de/archiv/53958

Zitat :

 Sexualhormone
Im weiblichen Genitaltrakt wird Histamin vor allem von Mastzellen, Endothel- und Epithelzellen im Uterus und Ovar produziert. Frauen mit einer Histaminintoleranz leiden häufig unter zyklusabhängigen Kopfschmerzen sowie einer Dysmenorrhö. Neben einer kontraktionsfördernden Wirkung kann dies unter anderem dadurch erklärt werden, dass Histamin dosisabhängig H1-rezeptorvermittelt vor allem die Estradiolsynthese steigert, jedoch die Progesteronsynthese nur mäßig fördert (e1). Die schmerzhaften Uteruskontraktionen bei der primären Dysmenorrhoe werden durch eine vermehrte Bildung von Prostaglandin F2a in der Gebärmutterschleimhaut verursacht, die durch Östrogene gefördert und durch Progesteron gemildert werden. Über die Erhöhung der Östrogenmenge kann Histamin daher zu einer Verstärkung der Dysmenorrhö beitragen. Umgekehrt können Östrogene auch die Histaminwirkung beeinflussen: Zyklusabhängig wurde mit der Erhöhung der Östrogenplasmaspiegel eine größere Histaminquaddel im Hautpricktest beobachtet (e2).

Zitat Ende

 

Bei Endometriose findet sich fast immer ein Ungleichgewicht  zwischen Östrogen und Progesteron  

- eine sog. Östrogendominanz

 

Durch Histamin wird dann die Östradiol Synthese auch noch gesteigert

und  die Östrogen abhängige Endometriose kann sich stärker ausbreiten...

 

Es gibt typische "Histaminbomben"   wie Rotwein, Essig, stark gereifter Käse, die man nicht gut/gar nicht  verträgt

das ist dann schon ein Indiz...

Histamin arme Ernährung kann also auch direkten Einfluß auf die Schmerzen haben.

 

Alle Allergien sind mit einer verstärkten Histaminausschüttung verknüpft , das kommt noch hinzu.

------

 

Es bleibt unklar WIE die Endometriose entsteht , klar ist wohl das eine Histadelie ( hoher Histaminspiegel ) 

sich ungünstig auswirkt.

 

Endometriose wächst ja unter Östrogen Einfluß bei Östradiol Werten E2  von

40- 60 pg/ml  und mehr 

 

das ist hier zu finden:

http://www.kup.at/kup/pdf/7118.pdf

 

Endometriose Zellen wachsen wie gesagt weiter bei Östradiol Spiegeln von 

40-60 pg/ml

Myome schon bei  25 pg/ml

 Das sind niedrige Östradiol Werte , die man unter einer Gestagen betonten Therapie in etwa erreichen kann

bei GNRH Analoga sind sie ganz niedrig und es ist dann ja sogar möglich eine

add Back dazu zunehmen . Etwas Östrogen dazu , aber noch niedrig ...

 

http://www.med4you.at/laborbefunde/lbef3/lbef_oestrogene_oestradiol_estr...

 

Wenn jetzt noch ein Histamin Problem dazu kommt , bzw stark histaminhaltige Ernährung +

Medikamente , die Histamin erhöhen oder Magen Darmprobleme , die das Enzym DAO verringern

und damit das Histamin schlechter abgebaut wird, dann kann dieses Histamin auch 

das Östradiol erhöhen  und diese "Endozellen" verursachen dann wieder entzündliche Prozeße.

 

Grüße

Marlen

 



Liebe Marlen, vielen Dank
Miramee

Liebe Marlen,

vielen Dank für diese fachkundigen Informationen! 

Liebe Grüße,

Mira



Histamin
Jessy

Hallo Smile,

au weia ist das alles kompliziert. Laughing Als ob die Endo nicht schon kompliziert genug wäre.

Sagt mal, wie diagnostiziert man eine Histaminintolleranz?

Meine Freundin sagte, es werden einige Test gemacht, die man aber selber bezahlen muss. 

lg Jessy♥ 



Bei mir wurde im Rahmen
Ardanwen

Bei mir wurde im Rahmen einer Magen-Darmspieglung beim Internisten erst eine ausführliche Anamnese mit Erhebung eines Ernährungsprotokolls gemacht, dann wurde mir aufgrund dessen ein Bluttest vorgeschlagen, den ich allerdings selbst zahlen musste.

Dort wird der Histaminspiegel, die Diaminoxidase-Aktivität und der Vitamin-B6-Spiegel getestet. Der Test ist allerdings noch nicht allein ausschlaggebend, der Histaminspiegel kann auch aufgrund anderer Faktoren erhöht sein, schwanken oder eben nicht erhöht sein, trotz bestehender HIT. 

Er wird auch nur von bestimmten Labors durchgeführt. Ich hatte das Glück, dass der Internist, bei dem ich war, den Test anbietet, er hat mich mit Blutentnahme und Befundbesprechung ca. 35 Eur gekostet. Die Krankenkasse zahlt das leider nicht.

Bei mir waren die getesteten Werte alle auffällig, dann sollte ich die "Eliminierungsdiät" für ca. 4 Wochen ausprobieren sollte, also histaminhaltige Lebensmittel (z.B. Rotwein, gereiften Käse, Schokolade, Kakao, Spinat usw.) und solche, die die  Histaminfreisetzung anregen (z.B. Tomaten, Ananas, Nüsse usw.) strikt meiden.

Mir ging es in dieser Zeit dann deutlich besser, hatte keine Magen-Darmbeschwerden, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Husten/Niesanfälle bei bestimmten Nahrungsmitteln, Juckreiz im Hals usw mehr.

Dann musste ich bewusst Histamine zu mir nehmen, also Nahrungsmittel, die histaminhaltig sind (Provokationstest). Da ging es mir gleich sehr mies, Durchfall, sogar fast Kreislaufkollaps, Hustenanfälle usw., im Prinzip wie Vergiftungserscheinungen.

Somit war der Arzt der Meinung, dass die HIT bei mir bestätigt ist.

Mein Hausarzt sollte danach alle 3-5 Monate mein Blut kontrollieren, vorallem Vitamin-B-Spiegel, da dieser bei mir sehr auffällig verändert war, wie Mangelerscheinungen. Dies zahlt auch die Krankenkasse im Rahmen eines Blutbildes. Vitamin B regelt den Histaminabbau im Blut.

Der Wert schwankt bei mir anscheinend allerdings ständig, weshalb die Blutergebnisse sehr ungenau sind. Jedoch habe ich bei bestimmten Lebensmitteln extreme Beschwerden, weshalb ich deren Verzehr so gut es geht vermeide. Durch kurweise Einnahme von Vit. -Präparaten ging es mir auch besser.

 

 

   



Ernährungsumstellung
Jessy

Ich denke, ich sollte einfach mal eine Ernährungsumstellung ausprobieren, kann ja nicht schaden.

Ich habe beinahe nach jedem Essen die Pupserei Embarassed, Durchfall und Magenschmerzen. Hinzu kommt mein ständiger Schnupfen bzw. ich klinge immer ganz verschnupft. Halsweh habe ich auch dauernd, obwohl kein Arzt, werder HA noch HNO etwas finden kann.

Desweiteren habe ich ständig mit Migräne und Kopfweh zu tun, wo sich auch niemand erklären kann, warum.

 

Ich muss mir jetzt erst einmal eine Ernährungsliste suche und dann starte ich mal den Selbstversuch.

Ich kann mir erst im neuen Quartal einen Termin bei dieser auf Histaminintolleranz spezialisierten Ärztin holen. Denn sie ich eine Hausärztin und ich denke nicht, dass ich von meinem HA eine Überweisung bekomme Undecided.

lg 



Ja, ausprobieren kannst du
Ardanwen

Ja, ausprobieren kannst du das auf jeden Fall mit der Ernährung.

Du kannst schon jetzt zu der Ärztin gehen, musst dann eben die 10,-- EUR Praxisgebühr zahlen, weil du keine Überweisung hast. Aber das kannst du im nächsten Jahr bei deiner Steuererklärung auch wieder absetzen, die Praxisgebühr.

 



Ernährungsumstellung
Jessy

Man darf ja während dieser Diät kein Brot mit Hefe essen. Und ich habe bis jetzt noch keines ohne Hefe gefunden.

Was kann ich statt dessen essen? Morgens schon Kartoffeln und `nen Kotlett find ich jetzt nicht so lecker. Laughing 



Liebe Jessy, da ich ja noch
Ardanwen

Liebe Jessy,

da ich ja noch einige andere Unverträglichkeiten habe, bin ich dazu übergegangen, mir mein Brot selbst zu backen. Es gibt ne Menge Rezepte mit tollen Zutaten, die garantiert histamin-, laktose-, fructose- und glutenarm sind, findest du mittlerweile im Internet, einfach mal bei "google" eingeben, "histaminfreies Brot" usw.

Das Selbstbacken geht auch wirklich flott nach einigen Tagen, ich hab immer am Wochenende mehrere Brote gebacken (mit Knethaken, Rührmaschine und Kastenform, ganz ohne Brotbackautomaten) und diese dann für die Woche eingefroren.

Ansonsten kannst du evtl man probieren, Brot auf Sauerteigbasis zu essen, ich vertrags leider nicht. Das gibts auch beim Bäcker :-)