Essen und Trinken bei Endo
rozelina

Liebe Frauen

Bei mir wurde nach diversen Kinderwunschbehandlungen im 2009 eine Endo Grad IV diagnostiziert. Es erfolgte eine Wechseljahrtherapie und Sanierung. Die folgenden Kinderwunschbehandlungen haben leider nichts gebracht. Ich bin immer noch kinderlos. Die letzte Kinderwunschbehandlung war im April 2011, da sahen die Eierstöcke im US auch gut aus, sprich keine Zysten. Danach habe ich es einfach laufen lassen und auch die Pille nicht mehr genommen, da ich leider mit der Pille bei der Mens immer mehr Schmerzen hatte als ohne (und irgendwie habe ich auch immer noch auf den Glückstreffer gehofft - wie dumm von mir). Jedenfalls hatte ich regelmässige ES und mässige Schmerzen. Vor ca. 3 Monaten hatte ich wieder etwas mehr Beschwerden und ich habe mich entschieden, wieder aktiver gegen die Krankheit anzugehen. Ich habe meine Ernährung umgestellt und war bei einer Homöopathin. Die Schmerzen kamen und gingen und im letzten Zyklus hatte ich eine sehr lange Mens und sehr später ES. Dazu ab und zu stechende Schmerzen in der Scheide und Blase. Jedenfalls musste ich für die Vorsorgeuntersuchen sowieso ins Spital und da ergab ein Ultraschall eine Endozyste von ca. 9cm. Das hatte ich so nicht erwartet. Vielleicht etwas Kleines. Aber so gross in nicht mal einem Jahr? Ich bin sehr deprimiert. Gerade jetzt, wo ich die Ernährung umgestellt habe und mir so Mühe gebe Gutes für meinen Körper zu tun, werde ich damit "bestraft". Für mich heisst es jetzt wieder ab ins Spital und OP, wahrscheinlich grad 2x (Zysten von der Grösse werden oft unter zweien Malen operiert). Ich gehe davon aus, dass auch viele andere Verwachsungen da sein werden. Dann ist da natürlich auch immer die Angst, dass es etwas anderes, bösartiges sein könnte. Zwar sieht es nach einer klassischen Endozyste aus, aber die Angst bleibt.

Soviel zu meiner Geschichte und als Vorspann. Ich habe mich jedenfalls entschieden, meine Ernährungsumstellung auch weiterhin konsequent beizubehalten. Ich esse zur Zeit wenig Weizen, wenig Milchprodukte, dafür Soja und Nüsse und Gemüse und Früchte und Fisch und kein rotes Fleisch mehr. Auch keinen Kaffee (oder alle paar Tage eine Tasse) für mich und lediglich ab und zu ein Glas Rotwein. Das habe ich aus einem Buch "Endometriose Diät". Ich bin dennoch verunsichert. Wenn man andere Quellen anschaut, sollen Soja und Nüsse gerade nicht gut sein, Tomaten und Rotwein wegen Histamin auch nicht und sogar Fisch wird in Zweifel gezogen. Ja was bleibt denn noch? Ich kann mich ja kaum nur mehr von Sesamkernchen ernähren. Diejenigen unter euch, die sich auch "endometriosebewusst" ernähren: auf was verzichtet ihr? Was tut euch gut und was nicht? Trinkt ihr ab und zu ein Glas Alkohol und wenn ja, rot, weiss, Bier?

 Herzlichst, rozelina



zum Fisch
Kiki76

Liebe Rozelina

Habe jetzt nicht viel Zeit zum Schreiben, aber sicher wirst du noch paar Antworten bekommen - es gibt auch im Forum schon viele Diskussionen über die Ernährung, falls du mal die Suchfunktion einsetzt, dann wirst du das sehen. Allerdings gibt es da auch teilweise kontroverse Meinungen.

Ich kann deine Verunsicherung hinsichtlich de rErnährung verstehen. Ich arbeite mich auch gerade neu in das Thema ein und lese verschiedene Quellen. 

Ich habe jetzt noch nicht auf alle Fragen eine Antwort für mich gefunden, aber zum Fisch meine ich besteht teils folgendes Argument: da es proteinreich sei, soll es zur Übersäuerung des Körpers beitragen, was ungünstig für die Endometriose sei. Das ist aber nicht ganz erwiesen oder klar, ob das wirklich so ist. Es stimmt, dass eine sehr proteinreiche ERnährung zeigt, dass der Körper mehr Säure durch den Harn ausscheidet, was darauf hindeutet, dass der Körper was dafür tun muss, die Säure auszugleichen. Aber es ist nicht eindeutig, inwiefern es tatsächlich zu einer Übersäuerung des Blutes führt, oder ob der Körper durch die Säureausscheidung über den Harn eigentlich das Säure-Basen-Verhältnis im Gleichgewicht behält. Ernährungswissenschaftler sagen sogar, jemand, der keine Nierenprobleme habe, könne diese Säurelast völlig über den Harn ausgleichen. Zum Anderen ist zu berückssichtigten: woher weißt du nun, dass du "zu viel Protein" isst? Vielleicht isst du gar nicht zu viel, und dann ist das Argument vermutlich eh hinfällig, denn dass du zu viel Protein isst, halte ich für unwahrscheinlich (wir können das auch mal durchrechnen, wenn es dich interessiert). Also, alles sehr vage. Meine Antwort hier basiert auf wissenschaftlicher Literatur, die ich gelesen habe. Andererseits wird Fisch, v. a. Lachs, Makrele, Hering empfohlen (Thunfisch würde ich nur 1x pro Woche essen wegen des Schwermetallgehalts) wegen der Omega-3-Fettsäuren. DAs hast du bestimmt gelesen, dass aus diesen antientzündliche Stoffe im Körper gebildet werden, und die Endo ist ja eine entzündliche erkrankung. Also, das was Rheuma-Patienten empfohlen wird, nämlich wenig entzündliche Nährstoffe und dafür mehr antienzündlich wird auch für Endo-Patienten angenommen. Da ich beispielsweise Mühe habe, 2x pro Woche diesen Fisch zu essen, nehme ich 500-1000 mg Fischölkapseln zu mir pro Tag. Allerdings sollte man da die von Stiftung Warentest empfohlenen nehmen (Vitamin E Gehalt ist wichtig und geringe oder keine Schwermetallbelastung). Falls du Probleme mit der Blutgerinnung oder dem Blutdruck hast (zu niedrig) oder blutverdünnende Medis nimmst, solltest du die Dosis allerdings mit deinem Arzt absprechen, weil das Fischöl auch blutverdünnend und blutdrucksenkend wirkt (je nach Dosis eben). Ich esse aber nicht so wenig Fisch, weil ich eine Übersäuerung befürchte, sondern weil es einfach nicht immer konsuquent einzuhalten ist...

Tomaten - ist für mich jetzt überhaupt nicht nachvollziehbar.

Hat dir das jetzt ein wenig geholfen? Da ich mich auch mit dem Thema beschäftige, bin ich froh, wenn du mir noch deine Quellen mitteilst und/oder noch schreibst, mit welchen Argumenten sie kommen. Ich habe 2 deutschsprachige Bücher zur Ernährug und ein englischsprachiges.

LG, Kiki76

p.s. habe noch einen thread zu "kritischer Blick auf Verzicht/Redukition von Milchprodukte", da habe ich eine Aufzählung gemacht, wie man die Ca-Zufuhr verbessern kann, wenn Milchprodukte reduziert werden, weil man sonst ein Risiko für Osteoporose eingeht.

 



p.s. ich hoffe auch seit
Kiki76

p.s. ich hoffe auch seit 2008 auf ein Kind. wenn du dich in den thread einklinken willst, bist du willkommen "Umgang mit der Angst, kein Kind zu bekommen".

Ich drücke dir die Daumen, dass es dir gut geht und du auch Mutti werden kannst.

p.s. noch zur Übersäuerung:

ob der Körper innen übersäuert, ist wirklich irgendwie nicht ganz eindeutig (sogar die wiss. Literatur hat hier teils untersch. Aussagen). Manch einer spürt das auch, z. B. Ardanwenn konnte das iemlich genau beschreiben. Ich bin da aber noch nicht ausriechend belesen, und ausprobiert habe ich das auch niht.

ich denke, dass man vieles selbst ausprobieren uss. aber am besten, eines nach dem andreen und dokumentieren, wie es einem damit ging. wenn man alles auf einmal weglässt kann man nicht nachvollziehen, wass es denn nun war.



Danke!
rozelina

Liebe Kiki

Vielen herzlichen Dank für diese ausführliche Darstellung. Ich seh grad, dass ich noch ganz am Anfang stehe. Aber es ist ein Weg und ich werde ihn gehen.

Meine Grundlage in der Küche sozusagen bildet das Buch von Kaiser und Korell. Es sind kleine Sachen, aber so hab ich zB angefangen, zu frühstücken. Diese Zeit habe ich mir früher nicht genommen. Und ich liebe Porridge (meine englische Ader).

Andere Infos habe ich va in Diskussionen im Internet gefunden. Aber auch die österreichische Endometriose Vereinigung hat dazu etwas ausgeführt:

Vermehrt sollte man zu folgenden Lebensmitteln greifen:

  • Frisches Gemüse und frisches Obst, vor allem Brokkoli, Spinat, Kartoffeln, Kohl, Tomaten, Beeren, Orangen, Grapefruits und Bananen.
  • Weißes Fleisch wie Huhn oder Pute.
  • Meeresfische wie Lachs, Thunfisch, Sardellen, Sardinen und Schalentiere.
  • Sojaprodukte wie Sojamehl, Sojasprossen, Sojabohnen und Tofu.
  • Vollkornprodukte.
  • Körner und Samen, vor allem Sesam, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne und Nüsse.
  • Magnesiumhaltige Nahrungsmittel wie Reis, Mais, Haferflocken oder Weizenkeime.
  • Kaltgepresste Öle, vor allem Olivenöl Extra Vergine, aber auch Rapsöl, Fischöl und Leinöl.

 

Reduzieren bzw. so gut wie möglich meiden sollte man:

  • Fertigprodukte.
  • Zuckerhaltige Getränke wie Wellnessgetränke, Energydrinks, Limonaden oder Cola.
  • Alkoholhaltige Getränke, vor allem Weißwein und Bier.
  • Rotes Fleisch wie Rind und Kalb, Schwein, Schaf und Wild.
  • Manche Milchprodukte wie Hartkäse.
  • Salz.
  • Süßigkeiten, vor allem Schokolade, Kakao und Zucker allgemein.
  • Tierische Fette wie Butter und Schmalz.

 Bei Grapefruits und Bananen gibt es da zB einen Widerspruch. 

 Dann hier: http://martina-liel.suite101.de/die-richtige-ernaehrung-bei-endometriose-a55104

findet man nochmals andere Infos. Rotwein und weitere Nahrungsmittel mit Histaminen sollen gemieden werden. Also auch Tomaten usw.

Dann habe ich gelesen, dass man Sojaprodukte und Nüsse, die ja bei Kaiser gerade empfohlen werden, vermeiden solle. Leider finde ich grad die Quelle nicht mehr.

Herrjeh, alles so kompliziert.

Wir warten nun ziemlich genau 6 Jahre auf ein Kind :-(. Am Anfang sagte man uns, es liege an OAT III bei meinem Mann. Dann kam die schwere Endo hinzu. Ich hatte bei den ICSI immer gute Voraussetzungen mit wunderbaren Embryonen. Die haben sich aber meist gar nicht und 2x nur ganz kurz eingenistet. Es ist, also stösst mein Körper sie einfach ab. Eben ein zu agressives Immunsystem durch die Endo.

Liebe Grüsse, rozelina 

 



Danke!
rozelina

Liebe Kiki

Vielen herzlichen Dank für diese ausführliche Darstellung. Ich seh grad, dass ich noch ganz am Anfang stehe. Aber es ist ein Weg und ich werde ihn gehen.

Meine Grundlage in der Küche sozusagen bildet das Buch von Kaiser und Korell. Es sind kleine Sachen, aber so hab ich zB angefangen, zu frühstücken. Diese Zeit habe ich mir früher nicht genommen. Und ich liebe Porridge (meine englische Ader).

Andere Infos habe ich va in Diskussionen im Internet gefunden. Aber auch die österreichische Endometriose Vereinigung hat dazu etwas ausgeführt:

Vermehrt sollte man zu folgenden Lebensmitteln greifen:

  • Frisches Gemüse und frisches Obst, vor allem Brokkoli, Spinat, Kartoffeln, Kohl, Tomaten, Beeren, Orangen, Grapefruits und Bananen.
  • Weißes Fleisch wie Huhn oder Pute.
  • Meeresfische wie Lachs, Thunfisch, Sardellen, Sardinen und Schalentiere.
  • Sojaprodukte wie Sojamehl, Sojasprossen, Sojabohnen und Tofu.
  • Vollkornprodukte.
  • Körner und Samen, vor allem Sesam, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne und Nüsse.
  • Magnesiumhaltige Nahrungsmittel wie Reis, Mais, Haferflocken oder Weizenkeime.
  • Kaltgepresste Öle, vor allem Olivenöl Extra Vergine, aber auch Rapsöl, Fischöl und Leinöl.

 

Reduzieren bzw. so gut wie möglich meiden sollte man:

  • Fertigprodukte.
  • Zuckerhaltige Getränke wie Wellnessgetränke, Energydrinks, Limonaden oder Cola.
  • Alkoholhaltige Getränke, vor allem Weißwein und Bier.
  • Rotes Fleisch wie Rind und Kalb, Schwein, Schaf und Wild.
  • Manche Milchprodukte wie Hartkäse.
  • Salz.
  • Süßigkeiten, vor allem Schokolade, Kakao und Zucker allgemein.
  • Tierische Fette wie Butter und Schmalz.

 Bei Grapefruits und Bananen gibt es da zB einen Widerspruch. 

 Dann hier: http://martina-liel.suite101.de/die-richtige-ernaehrung-bei-endometriose-a55104

findet man nochmals andere Infos. Rotwein und weitere Nahrungsmittel mit Histaminen sollen gemieden werden. Also auch Tomaten usw.

Dann habe ich gelesen, dass man Sojaprodukte und Nüsse, die ja bei Kaiser gerade empfohlen werden, vermeiden solle. Leider finde ich grad die Quelle nicht mehr.

Herrjeh, alles so kompliziert.

Wir warten nun ziemlich genau 6 Jahre auf ein Kind :-(. Am Anfang sagte man uns, es liege an OAT III bei meinem Mann. Dann kam die schwere Endo hinzu. Ich hatte bei den ICSI immer gute Voraussetzungen mit wunderbaren Embryonen. Die haben sich aber meist gar nicht und 2x nur ganz kurz eingenistet. Es ist, also stösst mein Körper sie einfach ab. Eben ein zu agressives Immunsystem durch die Endo.

Liebe Grüsse, rozelina