Progesteron/Utrogest bei Endometriose: Dosierung
Sonnenkind29

Hallo,

meine kurze Vorgeschichte findet ihr im Thread "An die Endo-Ernährungsexpertinnen".

Ich nehme seit meiner letzten OP im Januar nur noch "natürliches" Progesteron in Form von Utrogest. Es ist bei schwerer Endo, wie ich sie habe, ein Risiko, aber bislang hat nichts geholfen und Progesteron habe ich vorher noch nie genommen, nur Gestagen-Präparate. Die Visanne habe ich nicht vertragen, bekam davon wöchentlich Migräne...Vom Utrogest habe ich zunächst zwei Kapseln vaginal genommen im Abstand von 12 Stunden. Daraufhin bekam ich starke Müdigkeit und migräneartige Kopfschmerzen, so dass ich jetzt nur noch 1x abends eine Kapsel vaginal eingenommen habe. Leider hat sich durch die vaginale Einnahme ein starkes Brennen und Jucken (wie bei Pilz) eingestellt. Seit ein paar Tagen nehme ich die Kapsel daher aus Verzweiflung rektal. Ich vermute aber, dass das eine Kontaktallergie ist, denn besser ist es nicht wirklich geworden. Oral einnehmen möchte ich das Utrogest auch nicht, weil es so durch die Leber geht und auch nicht genug Progesteron ankommt.

Ich möchte nun auf die 3%-ige Progesteroncreme aus der Klösterl-Apotheke umsteigen. Nun meine Frage dazu:

Wie viel muss ich bei schwerer Endometriose schmieren? Und wie oft? Ich habe keine GM mehr (ein Eierstock ist noch verhanden), bin aber noch nicht in den WJ - sollte ich durchgehend schmieren oder eine Woche im Monat aussetzen?

Meine FÄ kennt sich leider nicht gut damit aus, daher habe ich die Hoffnung, hier Hilfe und Beratung diesbezüglich zu bekommen!Am Dienstag habe ich wieder einen Termin und werde dann einen Hormonstatus machen lassen.Der letzte war im November: Östradiol ECLIA 32 pg/ml, Progesteron ECLIA 0,37 ng/ml und Prolaktin 13,0 ng/ml.

Wird die Creme von der Kasse übernommen? Wieviel kostet sie?

Liebe Grüße,

EVA



Hallo Sonnenkind! Ich nehme
Kiki 28

Hallo Sonnenkind!

Ich nehme auch Utrogest bzw. natürliche Progesteron-Creme auf Basis der Yamswurzel (3% Klösterl-Apotheke). Das Utrogest bekomme ich immer in der Kinderwunschklinik. Wenn wir dort Pause machen, nehm ich nur meine Creme. Ich vertrage aber beides wirklich gut und es hilft super. Ich habe Endo Grad 3-4. Ich schmiere täglich morgens  und abends ca. 1 cm auf meine Haut. Ich hab sie auch schon durchgehend genommen, da ich Schmerzen von einer Zyste hatte, dadurch ist sie weg gegangen. Wie viel und wie oft du sie nehmen solltest, kann ich dir leider nicht sagen. Du solltest dir einen guten HP suchen und dann deine Werte im Speichel bestimmen lassen. Nur so kann man sagen ob du auch genug bekommst. 

Vielleicht findest du auf der Seite von Dr. Scheuernstuhl einen Arzt oder HP in der Nähe, der sich mit natürlicher Hormontherapie auskennt:

http://www.dr-scheuernstuhl.de/

Liebe Grüße

Kiki



Liebe Kiki!  Danke für
Sonnenkind29

Liebe Kiki!

 Danke für deine Antwort! Ich war heute bei der FÄ und habe mir die Progesteron-Creme nach Dr.  Lee verschreiben lassen und werde sie heute Abend zum ersten Mal schmieren. Blut abgenommen zum Hormonstatus wurde auch - muss es denn der Speicheltest sein? Meine FÄ wusste damit gar nichts anzufangen...

Sie sagte mir übrigens auch, dass viele Frauen allergisch auf das im Utrogest enthaltene Erdnussöl reagieren und es dieses daher jetzt seit kurzem auch mit Sonnenblumenöl gibt.

Sie sagte mir auch, dass die zwei Zysten an meinem verbliebenen Eierstock von der Progesteroneinnahme kommen könnten -komisch, bei dir war doch gerade das Gegenteil der Fall?

Wie viel Progesteron ist denn "genug" bei schwerer Endo? Kennst du dich damit aus?

Auf der genannten Website sind keine Therapeuten in meiner Nähe - leider!

 

LG,

EVA



Achja, verrätst du mir
Sonnenkind29

Achja, verrätst du mir bitte noch, was dich die Creme gekostet hat und ob die Kasse das übernommen hat?



Liebe Eva, ein Speicheltest
Kiki 28

Liebe Eva,

ein Speicheltest ist genauer. Im Blut wird oft kein Mangel festgestellt. War bei mir auch so. Im Speicheltest wurde dann eindeutig festgestellt, dass ich einen Progesteron- sowie Östradiolmangel habe. So einen Speicheltest kannst du z.B. beim Labor Dres. Hauss (Eckernförde) machen lassen. Die erklären ausführlich den Befund und geben auch Medikamente und ihre Dosierung dafür an. 

Dass die Zysten vom Progesteron kommen, kann ich mir nicht vorstellen. Eigentlich entstehen die nur bei Progesteronmangel und Östrogendominanz.  Nebenwirkungen beim Progesteron können höchstens Kopfschmerzen, Übelkeit und solche Sachen sein, aber nichts dramatisches.

Wegen der Dosierung würd ich einfach mal ausprobieren was dir gut tut. Ich hatte von meiner HP erst einmal täglich einen cm verordnet bekommen. Habe aber gemerkt, dass das zu wenig ist und es besser ist auch früher damit anzufangen (ca. 10 ZT) und auch wenn die Mens da ist, sie noch ca. 1-2 Tage weiter zu nehmen. 

Da ich privat versichert bin, wird meine Creme von der Krankenkasse bezahlt. Aber glaub mir es lohnt sich auf alle Fälle das Geld zu investieren. Du sparst dir viel Geld für Schmerzmittel oder Sonstiges. Ich habe gerade meine Mens und kein bißchen Schmerzen! Das ist der Wahnsinn!!! Früher lag ich immer mindestens 3 Tage mit unerträglichen Schmerzen flach. Das ist ein ganz neues Lebensgefühl. :-)

Ich kann dir noch ein gutes Buch empfehlen, wo vielleicht auch einige deiner Fragen beantwortet werden: Natürliche Hormontherapie von Dr. Scheuernstuhl.

 Wünsch dir viel Erfolg!

LG Kiki



Liebe Kiki,   danke für
Sonnenkind29

Liebe Kiki,

 

danke für deine Ausführungen! Hast du Erfahrungen mit den Werten? Ich werde ja bald meine Blutwerte bekommen bzgl. Östrogen und Progesteron, werde die aber gar nicht einordnen können. Gelten anderen "Normwerte" für Hormone im Speichel? Wird der Speicheltest von der Kasse bezahlt?

Leider (bzw. glücklicherweise) kann ich nicht an Schmerzen erkennen, ob die Dosierung okay ist oder nicht. Ich habe durch die Gebärmutterentfernung ja keine Blutung mehr und die Schmerzen aufgrund der Endo am Zwerchfell treten dann auf, wenn es schon zu spät und eine OP unausweichlich ist...

 Ich nehme jetzt durchgehend eine erbsengroße Menge am Morgen und am Abend und hoffe, dass das ausreichend ist. Bei nicht vorhandener GM nimmt man Progesteron durchgehend - ich frage mich allerdings, ob da so etwas wie ein Gewöhnungseffekt eintreten kann, wenn man es durchnimmt? Steht da vielleicht was dazu bei Scheuernstuhl?

 

LG,

EVA

 



Liebe Eva! Ob die Werte in
Kiki 28

Liebe Eva!

Ob die Werte in allen Laboren gleich sind weiß ich nicht. Bei mir war es beim Speicheltest so aufgeführt: Progesteron: Follikuläre Phase 28-82, Luteale Phase: 127-446, Postmenopausal: 18-51. Bei mir lag der Wert in der lutealen Phase bei 12,9. Also viel zu niedrig.  Normalerweise steht bei jedem Test der Normalwert drauf, so dass du es einordnen kannst oder zumindest sollte es dir dein Arzt erläutern. Da ich privat versichert bin, wurde der Test bezahlt, ansonsten glaub ich eher nicht. Im Buch von Fr. Dr. Scheuernstuhl steht genau drin wer wie viel nehmen muss. Das solltest du dir wirklich holen, ist auch nicht teuer. Ich glaube bei nicht vorhandener GM sollte man auch eine Woche Pause machen. Meine Mutter hat auch keine GM mehr und hat aber das Gefühl, dass ihr die Pause nicht gut tut. Sie nimmt es auch lieber durch und nimmt noch zusätzlich Mastodynon. Sie hatte auch Endo und ist mittlerweile "geheilt". Ihre letzte OP liegt 18 Jahre zurück. Deswegen denke ich schon, dass man es schaffen kann. Aber sie lebt auch ansonsten sehr gesund bzw. tut sehr viel für ihre Gesundheit. 

Ich denke das ist mit der Dosierung wirklich individuell verschieden und man muss es einfach ausprobieren.

LG Kiki



Neue Blutwerte
Sonnenkind29

Hallo,

hatte noch einmal Blut abgenommen bekommen und die Ergebnisse sind irgendwie komisch. Werde wohl doch auch einen Speicheltest machen lassen...

Meine Werte sind jetzt: Estradiol2: 104 pg/ml (vor Progesteroneinnahme und 1 Monat nach Absetzen der Visanne: 114)

Progesteron: 2 ng/ml (vorher: 5!)

Das ist doch irgendwie komisch, oder? Ich creme jetzt zweimal täglich eine erbsengroße Menge der Creme nach Dr. Lee und nehme ab und zu zusätzlich 1x Utrogest oral. Scheint wohl zu wenig zu sein.

Wieso habe ich jetzt einen niedrigeren Wert als ohne die Einnahme von Progesteron??

Kennt sich da jemand mit aus?

 

LG

EVA



@Sonnenkind - migräneartige Kopfschmerzen - besser zum Arzt?
Kiki76

Liebe Eva,

wir hatten uns unter Endo-Ernährungsexpertinnen ausgetauscht und du hattest mich gebeten, auch in diesen thread mal reinzuschauen. Nun, ich habe jetzt nicht ganz verstanden, was deine Frage an mich in Bezug auf PRogesteron/Utrogest war. Aber hier meine Antwort zu dem Thema:

Ich lese, dass du nach der Einnahme von Utrogest "migräneartige Kopfschmerzen" bekommen hast. Ich bin beunruhigt, wenn ich das lese, denn im schweizerischen Arzneimittelkompendium steht unter Nebenwirkungen zwar Kopfschmerzen (und auch Jucken im Genitalbereich, so wie du das schreibst). Aber da steht auch folgender Satz:

"Zwingende Gründe für eine sofortige Einstellung der Behandlung: Erste Anzeichen thrombo-embolischer oder thrombo-phlebitischer Prozesse (z.B. schmerzhafte oder geschwollene Gliedmassen, Brustschmerzen, Dyspnoe, akute Sehstörungen, erstmalige Erscheinungen starker, ungewöhnlicher oder Migräne-ähnlicher Kopfschmerzen), plötzliches Auftreten einer cerebralen Apoplexie, eines Ikterus oder einer Blutdruckerhöhung. Auftreten eines generalisierten Pruritus, von abnormalen Leberparametern, eines cholestatischen Ikterus oder einer Hepatomegalie oder beim Verdacht auf einen Lebertumor; erwiesenes Wachstum eines Myoms. Erst- oder Wiederauftreten eines schweren depressiven Zustandes."

Dyspnoe: Atemschwierigkeiten; Ikterus: Gelbsucht. Pruritus: Juckreiz; Cholestase: Gallenstauung. Hepatomegalie: Vergrößerung der Leber. Apoplexie: Durchblutungsstörung. Thrombo-embolisch: heißt, dass durch die Blutgerinnung es zu verstopften Gefäßen kommen kann.

Ich bin nicht sicher, ob das nun so auf dich zutrifft, weil du auch nach der Visanne Migräne bekommen hast.Andererseits war die Migräne durch Visanne ausgelöst, nicht, und du hättest sie so nicht bekommen. Ich denke, wenn du unsicher darüber bist, ob das auf dich zutrifft - im Zweifel lieber aufhören und es mit dem Arzt abklären und kein Risiko eingehen. Mir wäre jedenfalls wohler damit, wenn du nochmal zum Arzt gehst. Was meinst du?

Auf deine eigentlich gestellten Fragen hier kann ich dir nicht gut antworten, weil ich bisher nicht dieses Präparat genommen habe und mich nicht auskenne.

Ich hoffe, ich habe dich nicht unnötig beunruhigt.

LG, Kiki76



Hallo Eva! Das ist schon
Kiki 28

Hallo Eva!

Das ist schon komisch mit den Blutwerten. Du solltest wirklich einen Speicheltest machen lassen. Im Buch von Fr. Dr. Scheuernstuhl ist das auch gut erklärt warum das sinnvoller ist als im Blut die Werte zu messen. Aber ich hab das jetzt nicht mehr so richtig im Kopf. Ich glaube ich würde das Utrogest mal weglassen und nur die Creme nehmen. Ich hab nämlich auch mal beides gleichzeitig angewendet, wo mir dann meine HP sagte, das wäre zu viel. Das Utrogest ist nämlich stärker wie die Creme. Also ich denke man sollte da schon vorsichtig sein. Und deine Migräne solltest du auch auf jeden Fall abklären lassen!

Liebe Grüße

Kiki28



Beunruhigt
Sonnenkind29

bin ich nicht, aber danke auf jeden Fall für den Hinweis!

Noch mal kurz zusammengefasst:

Ich habe bis Oktober 2011 die Visanne genommen (bestimmt 1 1/2 Jahre) und dann abgesetzt, weil ich zum Schluss wöchentlich Migräne hatte. Danach war ich ohne jegliche Hormone (Migräne komplett weg!!), nach einem Monat ohne Hormone habe ich dann einen Bluttest machen lassen mit dem Ergebnis: Estradiol2:114, Progesteron 5, das war also im November. Am 12.1.2012 hatte ich dann wieder eine OP (bis dahin war ich hormonfrei) und ca. 2 Wochen später fing ich mit Utrogest an, zunächst 2x1, davon bekam ich dann aber Kopfschmerzen (keine richtige Migräne) und habe dann die Dosierung geändert auf 1x1, alles  vaginal. Als ich dann damit auch Probleme bekam (Jucken, Brennen), stieg ich auf die 3%ige Creme nach Lee um. Kopfschmerzen habe ich keine mehr! Nach 1 Woche cremen ließ ich also noch einmal einen Bluttest machen, mit dem Ergebnis Estradiol2: 104 und Progesteron eben nur noch 2, was ich total seltsam finde. Anscheinend ist das aber zu wenig bzw. war mit Utrogest zu wenig...Die Utrogest nehme ich nur ab und zu oral, damit sie "wegkommen" ;-) Ich denke, die Kopfschmerzen waren eine Reaktion auf die veränderte Hormonlage oder aber eine Nebenwirkung wegen Überdosierung. Wegen der Migräne war ich beim Neurologen und es wurde sogar eine MRT Kopf, eine CT Kopf und eine Angiografie Hirn gemacht: alles ok! Es lag - wie sich erst dann herausstellte und ich lange keinen Zusammenhang gesehen habe, obwohl er auf der Hand lag, schlicht und einfach an der Visanne!

LG,

EVA



PS: Habe euch beiden Kikis
Sonnenkind29

PS: Habe euch beiden Kikis vertauscht - sorry! ;-)



Da bin ich ja froh, dass
Kiki 28

Da bin ich ja froh, dass deine Migräne keine schlimme Ursache hatte und sie nun weg ist! Als ich früher noch künstliche Hormone genommen habe, hatte ich auch immer schlimme Migräne. Mittlerweile hab ich überhaupt keine mehr! Mir ist noch eingefallen, dass durch die Einnahme von Progesteron auch automatisch der Östrogenspiegel steigt. Je mehr du also vom Progesteron nimmst, desto höhrer wird auch dein Östradiol. Da ich ja einen Östradiolmangel habe, ist das gut bei mir. Aber wenn man schon einen hohen Ö-Spiegel hat, sollte man vielleicht etwas aufpassen.

Ich habe vor evtl. im Mai mir einen Termin bei Fr. Dr. Scheuernstuhl geben zu lassen. Der Starnberger See ist zwar etwas weit weg, aber ich denke es lohnt sich. Ich brauche unbedingt Beratung bezüglich Kinderwunsch.

Machs gut!

LG Kiki



Hallo, war jetzt kurz vor
Sonnenkind29

Hallo,

war jetzt kurz vor Ostern beim Endokrinologen, da wurde Blut abgenommen für sämtliche Schilddrüsenwerte und auch Hormone, die werden aber erst Anfang Mai besprochen, vorher war kein Termin mehr frei. Er hält vom Speicheltest übrigens nichts, da die Werte sehr stark schwanken im Speichel und es schließlich wichtig wäre zu messen, wieviel an den Organen bzw. im Blut ankommt!

LG,

EVA



PS: Dass Progesteron in
Sonnenkind29

PS: Dass Progesteron in Östradiol umgewandelt werden kann, war mir neu. Danke für diese Info!!