GdB trotz Widerspruch nicht erhöht, was nun?? Wer weiß Rat?
Picasso

Hallo, wollte mich auch mal wieder melden und hätte sogleich eine Frage:

Hatte 2010 und 2011 OP wegen Endo, GM raus, rechter Eierstock raus, Narbenendo, Bauchfellendo, Hormontherapie usw.

Auf jeden Fall habe ich auf Anraten meiner Ärztin diesen Schwerbehindertenantrag gestellt, beim ersten Durchgang wurden mir 20 % genehmigt, ich darauf Widerspruch eingelegt.

Jetzt nach Monaten kam der Bescheid, immer noch 20 %. Hatte dann ein Telefonat mit dem Sacharbeiter, der meinte nur, das prüfen Ärzte. Da ich auf der Arbeit Probleme kriegen könnte, wäre ich mit 30 % vollkommen zufreiden, damit ich die Gleichstellung beantragen kann, da bei uns soviel Umstrukturierung in der Firma sind und ich echt Angst um meinen Arbeitsplatz habe.

Nun meine Frage, wie kann ich weiter vorgehen??  Der Sachbearbeiter meinte, ich müsste Klage einreichen, ist das kompliziert und mit viel Aufwand verbunden?

Bin euch jetzt schon dankbar, schöne Grüße



Liebe Picasso, es wäre
Ardanwen

Liebe Picasso,

es wäre gut, wenn du in dieser Sache einen Sozialverband, z.B. den VdK kontaktieren würdest. Die können dir bei solchen Sachen wie Schwerbehindertenrecht und Antragsstellung, Widerspruchsverfahren und Klage am Besten weiterhelfen.

Alleine ist man da meisten zu "schwach", um entsprechend einlenken zu können, dass die Stellen einem Gehör schenken.

Wünsche dir alles Gute!



danke
Picasso

Hallo Ardanwen,

vielen Dank für deine Nachricht. Diesen Weg werde ich versuchen, bin beim VDK Mitglied, da werde ich mich mal schlau machen. Es ist immer nur so traurig, dass wir Endopatienten einfach nicht ernst genommen werden, vor allem wenn es einem seit der Diagnose wrklich nicht mehr gut geht.

Werde dann wieder berichten, bis dahi herzliche Grüße



Wiederspruch GdB
Kiki 28

Hallo Mädels,

 ich bräuchte auch mal Rat wegen dem Wiederspruch. Ich habe 30% unbefristet bekommen. Was mich schonmal freut, aber für die Arbeit ja nix bringt oder? Was bedeutet dieser Gleichstellungsantrag? Lege ich jetzt Wiederspruch ein und stelle einen Gleichstellungsantrag? Hab keine Ahnung. ich bin übrigens Beamtin und habe nur eine halbe Stelle. Da ist ja manches auch anders geregelt. Ich hoffe mir kann jemand Auskunft geben!?Ist es sinnvoll beim Wiederspruch nochmal ein Schreiben vom Arzt mitzuschicken? Denn ich hatte schon alle Unterlagen sowie ein Gutachten von Hausarzt und Endo-Spezi mit rein. Habe keine Ahnung was die da jetzt nochmal schreiben könnten. Berücksichtigt wurden bei mir 1. Minderung der psychischen Belastbarkeit bei Endometriose und Kinderlosigkeit, depressives Erschöpfungssyndrom (30), 2. Bandscheibenprolaps, HWS-Syndrom (10) und 3. Tinnitus (10). Die Reizdarmsymptomatik und die psych. Auswirkungen von Tinnitus sind unter  Ziffer 1 berücksichtigst worden. Sind unter 1 nur die psychischen Probleme aufgezählt, also Endo gar nicht als organische Krankheit berücksichtigt???

Wie sieht es mit dem VDK aus? Was würden die jetzt in meinem Fall tun? Reichen die den Wiederspruch ein und sagen einem was man bzw. der Arzt schreiben soll? Ich würde dort Mitglied werden, wenn  es was bringt.

Vielen Dank im Vorraus!



GdB
loki

Hallo liebe Kiki,

ich habe auch 30 % erhalten - nach Widerspruch - unbefristet.

Ja- für die Arbeit bringt es nix, da hast Du recht. Ich bin auch im öffentlichen Dienst. 

Was ich weiss, wenn Du einen Gleichstellungsantrag stellst - hast Du einen besonderen Kündigungsschutz - egal ob Du Teilzeit oder Vollzeit arbeitest. Schlecht ist dies aber wenn Du vorzeitig in Rente gehen wolltest - weiss nicht wie alt Du bist. 

Wenn ein Gleichstellungsantrag genehmigt wurde - so nach meiner Auskunft - kann man nicht ohne Abzüge  -auch mit mehr % beim GdB in Frührente gehen. Wenn dieser nicht gestellt wurde werden die Abzüge - wenn überhaupt anders berechnet - aber da solltest Du Dich nochmals genauer erkundigen. 

Habe ähnliche Diagnosen wie Du. Endometriose wurde auch bei mir nicht berücksichtigt. Ich denke es kommt auf den Sachbearbeiter Deines Antrages an.

VDK finde ich persönlich eine gute Lösung. Die kennen sich meist sehr gut aus - und helfen auch weiter - bzw. auch mit Widerspruch. Auf alle Fälle solltest Du den Widerspruch nicht selbst tun- sondern ein Facharzt - oder der VDK.

Für die Hilfe durch den VDK  - hast Du auch richtig erkannt -musst Du Mitglied werden. Ich weiss nicht wie es bei Dir in der Region ist. Bei uns hat der VDK einen sehr guten Ruf. 

Um auch für die Arbeit durch den GdB einen Vorteil zu erreichen musst du 50 % zugeteilt bekommen (mehr Urlaub, Steuervorteile, Rentenvorteile - automatisch besserer Kündigungsschutz etc. )

schau vielleicht auch mal hier falls noch nicht getan - müsste eigentlich bundesweit identisch sein. 

http://www.zbfs.bayern.de/schwbg/wegweiser/weguebersichten.html#A3

ich hatte auch noch einen anderen link - aber den finde ich gerade nicht. War eine Tabelle mit der gesamten Einteilung  und was diese bedeuten.

Wenn ich sie wieder finde schicke ich sie Dir noch.

Ich hoffe ich konnte Dir ein bisschen Hilfe geben. 

Alles Gute und viel Erfolg

SchlossherrinSmile

http://www.sbv-graskamp.de/130_gdb_abhaengige_nachteilsausgleiche.pdf  - habe die Tabelle doch noch gefunden.



Liebe Schlossherrin,  danke
Kiki 28

Liebe Schlossherrin,

 danke für deine Infos! Ich denke ich werde mich an den VDK wenden, denn ich brauche den Ausweis unbedingt für die Arbeit. 

LG Kiki



Gerne geschehen
loki

Gerne geschehen - alles Gute für Dich!



Hi,   Gleichstellen lassen
Ricky68

Hi,

 

Gleichstellen lassen kann man sich erst, wenn man mindestens 18 Std/Woche arbeitet. -bei mindestens GDB 30

Ab GDB 30 hat man sehr wohl auch einen Steuervorteil.

Ich habe mir meinen Grad in die Steuerkarte eintragen lassen und bekomme somit etwas weniger abgezogen. Wieviel es nun letztendlich wirklich ausmacht, weiß ich nicht.

Ich hatte auch zuerst GDB 20, nach Widerspruch 30. Ich habe das Gefühl, dieser Vorgang ist obligatorisch.

Im Moment läuft gerade ein Verschlimmerungsantrag und er läuft und läuft...wurde auch wieder zuerst abgelehnt...

Je nach den Sachbearbeitern kann der VDK wirklich gut sein. Meiner war sehr lasch, weswegen ich es alleine mache.

Bei der ersten Besprechung etc. muß man noch kein Mitglied sein.Sie haben auch den Antrag ausgefüllt. Man sagte mir, wenn der abgelehnt werden würde und sie dann aktiv werden sollen, müßte ich eintreten oder aber so einen bestimmten Arbeitsbetrag leisten.Soweit ich mich erinnere. Aber wie gesagt, das Formular konnte ich auch alleine ausfüllen...

--

Lieben Gruß

Ricky



@ Ricky Hallo, mich würde
nessy

@ Ricky

Hallo, mich würde interssieren ob Du noch andere Erkrankungen außer den Unterleibsgeschichten bei Deinem GdB geltend gemacht hast.

Ich habe nämlich mit meinem Steuerberater telefoniert (habe auch GdB 30) und der sagte mir, dass es bei 30 nur dann steuerliche Vorteile bringt, wenn man Bewegungseinschränkungen hat.

LG nessy 



Liebe Nessy, da ist dein
Ardanwen

Liebe Nessy,

da ist dein Steuerberater leider nicht richtig informiert. Ab GdB 30 steht einem ein jährlicher Steuerfreibetrag zu, dieser ist nach Höhe der GdBs gestaffelt. Bei GdB 30 sind das z.B. 310 EUR im Jahr. Das kann man beim Finanzamt geltend machen, entweder auf der Lohnsteuerkarte direkt eintragen lassen (monatlich dann etwas mehr Nettoverdienst) oder jährlich bei der Steuererklärung geltend machen.

Das richtet sich NICHT nach irgendwelchen Bewegungseinschränkungen! Der Steuerberater hat das wahrscheinlich verwechselt mit dem Merkzeichen der "dauerde Einbuße der körperlichen Beweglichkeit", die manche auf ihrem Ausweis vermerkt bekommen, weil sie z.B. beim Laufen eingeschränkt sind.

Bei einer Gleichstellung hat man besonderen Kündigungsschutz (aber auch erst nach 6 Monaten! nach Bekanntgabe der Behinderung) und kann einen Integrationsdienst und Hilfe im Arbeitsleben in Anspruch nehmen.

So ist jedenfalls die Info an mich gewesen, von Seiten des VdKs, meines Steuerberaters und des Arbeitsamtes, wo mich ein Sachverständiger für Schwerbehindertenrecht betreut hat, als ich arbeitslos war.

Ich hoffe, das hilft dir bissel weiter.



Hey, genau wie Ardanwen bin
Ricky68

Hey, genau wie Ardanwen bin ich auch informiert.

Ab GDB 30 wird es schon interessant.

 

Ich selbst habe mehrere Erkrankungen geltend gemacht, aber keine davon schränkt mich in meiner Bewegung ein - ausser zeitlich manchesmal durch Schmerzen, aber das ist ja was anderes...;)

Ich habe meinen GDB beim Finanzamt direkt eintragen lassen. Ich würde meinen, dass es monatlich ca 20.-€ aus macht.Aber wie gesagt habe ich leider keinen direkten Vergleich, da zeitgleich noch andere Gründe für eine Erhöhung des Gehaltes sorgten...

 

--

Lieben Gruß

Ricky



Ja, dann muss ich da nochmal
nessy

Ja, dann muss ich da nochmal nachhaken.

Ich arbeite halbtags (19,25 St.) und mein Arbeitsplatz ist derzeit nicht gefährdet. Muss/soll ich dann einen Gleichstellungsantrag machen oder kann das dann evtl. auch Nachteile bringen? 



Liebe Nessy, ich finde die
Ardanwen

Liebe Nessy,

ich finde die Erklärung auf der Seite des Arbeitsamtes ganz gut, hier mal der Link:

www.arbeitsagentur.de/nn_26182/Navigation/zentral/Buerger/Behinderungen/...

Du "musst" garnichts, du kannst dich gleichstellen lassen, wenn einer oder mehrere der Punkte auf dich zutreffen. Falls dein Arbeitsplatz in der Zukunft gefährdet sein könnte, ist es jedoch sinnvoll. Du kannst dann nämlich nicht hinterher kommen und deinem Chef sagen, dass du einen GdB hast und  eigentlich gleichgestellt wärst.

Überlege dir das doch noch in Ruhe ein wenig und informiere dich etwas ausführlicher. Es gibt bestimmte Stellen, auch beim Versorgungs- oder /Arbeits-/Sozialamt, die sich mit diese Dingen sehr gut auskennen und einem da beratend weiterhelfen können.