Meine Geschichte...
Manzana

Hallo zusammen,

 hier auch mal ein Bericht von meinem Leidensweg...

Ich habe mit 14 Jahren das erste Mal meine Periode bekommen und hatte, soweit ich mich noch erinnere, schon immer sehr starke Blutungen mit sehr starken Schmerze. Diese Schmerzen sind aber immer schlimmer geworden, mit 16 Jahren habe ich das erste Mal eine Fraunärztin aufgesucht. Mir wurde die Pille verschrieben, Unterleibschmerzen sind ja "normal" und werden dann davon weg gehen, meinte die Ärztin. Sie hatte aber Unrecht, die Schmerzen wurden immer schlimmer... Also eine Pille nach der anderen ausprobiert, man sah aber schon am Blick der Ärztin an, dass sie mich gar nicht richtig ernst genommen hat. Immer dieser abwertende Blick und die Aussage "das bilden Sie sich bestimmt nur ein, dann haben Sie halt ein sehr hohes Schmerzempfinden"... Allein wegen dieser Aussage, war das der letzte Arztbesuch bei ihr. Eine Ärztin, die ihre Patienten nicht ernst nimmt, das wollte ich mir nicht weiter antun!

Darauf hin habe ich mir dann eine neue Ärztin gesucht und bin da zur normalen "Standartuntersuchung" hingegangen, mit dem Glauben, die Schmerzen seien wirklich normal, weil ich so langsam auch dachte ich spinne.... Da war ich dann mittlerweile 20 Jahre alt. Als ich ihr von meiner Vorgeschichte erzählte, von den Schmerzen, den vielen verschiedenen Pillen usw. untersuchte sie mich sofort. Nach dem Ultraschall und dem Abtasten gab sie mir eine Broschüre... "Endometriose"... Was ist das denn? Noch nie was von gehört... Als sie mir dann ihre Vermutung erklärte, warum ich solche Schmerzen hatte, warum ich Schmerzen bei der Untersuchung habe und beim Geschlechtsverkehr, war ich sprachlos... Verdacht... Kann erst bei einer Bauchspiegelung klar gesagt werden... Krankenhaus... OP... Das war zu viel für mich. Ich muss dazu sagen, ich habe panische Angst vor Spritzen und generell was OPs und Krankenhäuser angeht, also flossen auch gleich ein paar Tränen. Danach habe ich meinen Eltern davon berichtet, aber keinen Freunden oder Arbeitskollegen, weil ich das alles erstmal selber verdauen musste. 2 Wochen später war dann schon die Kontrolluntersuchung im Krankenhaus in Bielefeld, Januar 2012 dann die OP. Das kam alles so schnell hintereinander, dass ich mich gar nicht richtig informieren konnte bzw. auch wollte. In der Zeit war ich eine Meisterin des Verdrängens, weil ich eine solche Panik wegen der OP hatte...

Dann war der Tag der OP gekommen... Am Vorabend habe ich den ganzen Abend nur geweint und kaum ein Auge zubekommen. Es hieß, ich werde ab 10 Uhr irgendwann in den OP geholt. Ich lag im Bett und wartete und wartete. In der Zwischenzeit wurde ich immer verrückter, auch die Beruhingstablette hat nicht wirklich gewirkt. Letztendlich wurde ich mit den Nerven komplett am Ende erst um halb 2 abgeholt, bei der OP vorher gab es wohl Probleme... Im Aufwachraum bin ich mit Schmerzen aufgewacht, ich habe mich gekrümmt sofort kamen mir die Tränen, bis ein Arzt mir endlich Schmerzmittel gab... Das Schrecklichste war, dass ich danach wohl direkt geträumt habe, ein Arzt hätte mir gesagt, sie haben nichts gefunden und mussten einen Bauchschnitt machen- wie gesagt das war nicht der Fall!

 Nach 5 Tagen im Krankenhaus wurde ich entlassen, der Verdacht auf Endometriose wurde bestätigt, ich hatte sogar Verwachsungen. Mehr wurde mir nicht gesagt, mehr weiß ich auch nicht. Ich habe mir fest vorgenommen, den OP-Bericht von meinem Arzt anzufordern... Verdrängen hilft ja nichts mehr!

Anschließend wurde ich direkt mit Visanne behandelt, die schlimmsten 4 Monate, die ich bisher erlebt habe. Es gab keinen Tag, an dem ich nicht geweint oder grundlos gelacht habe. Diese Stimmungsschwankungen haben mich echt fertig gemacht, da sagte ein Arbeitskollege zu mir "Willst du heute Mittag was essen?" und ich bin tatsächlich angefangen zu weinen!! Außerdem hatte ich extremen Haarausfall, Schlafstörungen und war gereizt wie noch nie zuvor. Ich rief also bei meiner Ärztin an, nachdem ich die Tabletten 3 Monate genommen habe und sagte, dass ich es wirklich nicht mehr aushalte. Sie meinte da müsste ich durch... Nach dem 4. Monat habe ich die Tabletten abgesetzt, ich stand kurz vor einer wichtigen Prüfung, konnte jede NAcht höchstens 2-4 Stunden schlafen und war ein absolutes Wrack. Danach wieder Tablettenwechsel... Maxim, Visanne und noch eine andere, deren Namen mir momentan nicht einfällt, alle ohne Pause durchgenommen. Aber ich hatte jedes Mal irgendeine schlimme Nebenwirkung, sodass ich wieder wechseln musste... Meine Ärztin sagt ganz liebevoll zu mir "keine Sorge, wir werden schon die passende für Sie finden, es gibt viele Sorten, eine werden Sie schon vertragen!"

Vor gut 2 Wochen ist es dann passiert... ich habe mich gekrümmt vor Schmerzen... Samstag, Sonntag, Montag... Ibuprofen, Wärmflasche, Bett - aber nichts hat mir weitergeholfen udn ich fragte mich, warum ich plötzlich dermaßen Schmerzen hatte, obwohl ich meine Periode ja nicht hatte und die Pille durchnehme. Am Dienstag habe ich es nicht mehr ausgehalten, ich konnte wirklich nicht zur Arbeit gehen und musste einen Notfalltermin bei meiner Ärztin machen.

Das war wirklich eine absolute Frechheit... "Wir haben aber sehr lange Wartezeit, heute ist viel los" ... und dann saß ich wirklich 3,5 Stunden im Wartezimmer mit meinen Schmerzen, ich konnte kaum noch sitzen und hatte nicht die Kraft mich zu beschweren, Gott sei dank kam meine Mutti dann und hat alles für mich geregelt. Dann Untersuchung- Halleluja, solche Schmerzen hatte ich noch nie, die Tränen waren nicht mehr aufzuhalten...

Im Endeffekt hatte sich Blut im Bauchinnenraum angesammelt, das sich durch die Durchnahme der Pille nicht abbauen konnte. "Machen Sie jetzt eine Pause mit Ihrer Pille, damit sich das abbauen kann. Und ab jetzt bitte jeden Monat"... Darauf, dass ich mit meiner Pille schon wieder Nebenwirkungen hatte, ist sie gar nicht eingegangen... da kam nur "was wollen Sie sonst machen, Pille absetzen und schwanger werden?" Und das war die Frau, die vor ein paar Monate noch zu mir gesagt hat, dass wir schon noch die richtige Pille finden werden... Gegen die Schmerzen bekam ich nichts, ich sollte über den Tag verteilt 2.100mg Ibuprofen nehmen, aber es hat nicht geholfen... Mir grauts jetzt schon vor der nächsten Periode...

Ich glaube aber, ich suche mir nochmal einen anderen Arzt... ich fühle mich so unausreichend beraten von ihr... Was passiert denn nun, wenn ich die Pille nicht mehr durchnehme? Dann kann sich doch wieder alles aufbauen oder nicht? Ich bin ratlos... :-( 



Omg...du Arme! Ist ja
Joey

Omg...du Arme! Ist ja krass...

Meine Empfehlung: Op-Bericht einholen und wenn du den hast schleunigst ins nächste Endozentrum!!! Ich hab eine gute Ärztin Stufe I gefunden, die mir alles genau erklärt hat, weil ich bisher auch keine gute Aufklärung bekommen habe!

Du solltest in ein Endozentrum Stufe III gehen, da die sich am besten auskennen und wenn doch noch eine Op ansteht, du das am besten dort machen solltest! Warum du nach der Op Schmerzen hattest verstehe ich garnicht!!! Bei mir verlief alles super, war schnell wieder wach und fit, hatte fast keine Schmerzen! Am nächsten Tag etwas, aber das ist normal! Ich habe auch mega Angst vor Ops (war als Kind lange Zeit im Krankenhaus), aber die Bauchspiegelung war ok, ich würds jeder Zeit wieder tun! Wer weiss, an was für ne Stümper du geraten bist...

Bitte hol dir Hilfe! Endozentren findest du hier unter Arztsuche! Und such dir ne neue Frauenärztin! Sag bei den Erstgesprächen gleich, dass du Endometriose hast und frage, ob sie dich betreuen können (bzw. Erfahrung damit haben). Meine Frauenärztin hat auch keinen Plan, aber sonst ist sie toll...Deswegen werde ich sie jetzt aufklären Wink

Ich drücke dir die Daumen und hoffe, du findest jemand kompetentes, der dir helfen kann!

Alles Liebe!



Mach's andersrum. Vereinbare
Meike

Mach's andersrum. Vereinbare zuallererst einen Termin im Endo-Zentrum, denn du wirst Wartezeit haben. Und bemühe dich dann um den OP-Bericht. Zur Not geh persönlich hin und stehe denen solange auf den Füßen, bis du ihn bekommst. Dann suchst du dir einen neuen FA. Wahrscheinlich brauchst du von dem eine Überweisung für die Sprechstunde im Endo-Zentrum. Außerdem soll er dir Schmerzmittel verschreiben, die auch was helfen. Ibuprofen taugt nicht.

Wenn sich so viel Blut in deinem Bauch gesammelt hat, sollte man doch mal nach der Ursache suchen. Ich finde das beängstigend. Ich verstehe auch nicht, wieso sich das ohne Pille besser abbauen sollte. Kommt da nicht eher noch mehr dazu?

Wenn ich Geschichten wie deine lese, werde ich wütend. Würde dich am Liebsten mal ganz doll in den Arm nehmen. Und dich dann zu einem anderen Arzt schleifen.



Danke, dass ist echt lieb
Manzana

Danke, dass ist echt lieb von Euch! Tut gut mal etwas aufbauendes zu hören, weil momentan bin ich echt nervlich am Ende! :(

 Ich werde mir den Rat zu Herzen nehmen und gleich diese Woche noch einen termim im endo-zentrum münster oder essen machen.... Und mich mal nach neuen ärzten erkundigen, so kann das ja nicht weiter ghen!

verschreiben die ärzte euch was gegn die schmerzen? Ibuprofen bringt wirklich nichts bei mir.... Und irgendeine Lösung muss es da doch geben... Ich will mich von jetzt an nicht immer so lange quälen müssen, vor allem weil ich jetzt ein 3/4 Jahr komplett schmerzfrei war :( 



Du solltest nicht immer
Meike

Du solltest nicht immer alles aushalten. Da hat nicht nur keiner was von, sondern es kann sich auch ein Schmerzgedächtnis bilden. Kannst auch zum Hausarzt gehen um dir was gegen die Schmerzen verschreiben zu lassen. Und wenn er das nicht macht, geh zu einem anderen. Ich könnte mich in den A... beißen, dass ich das nicht früher gemacht habe. Es dankt einem keiner, wenn man es tapfer aushält. Man geht nur kaputt.



Hallo Manzana,   ich hab
KatjaG

Hallo Manzana, 

 ich hab beginnende Endometriose, die zufällig bei einer Bauchspiegelung entdeckt wurde. Deine ist sicher weiter fortgeschritten. Du hast ja auch die Mega-Schmerzen, die ich nicht hatten. Ich hab zur Not 3-4 Ibu 600mg genommen und das warn die Schmerzen weg. 

Allerdings hab ich bemerkt, dass die Schmerzen bei Stress unerträglich werden. Bei meiner letzten Periode vor der OP (da wusste ich noch nichts von meinem Pech) hatte ich solche Schmerzen, das keine Schmerztablette die wir auf Arbeit (ich arbeite beim Arzt) hatten angeschlagen hat. Tropfen konnte ich nicht nehmen, weil ich noch Autofahren musste :-)  Dann hab ich mir eine Schmerzinfusion legen lassen... Da hatte ich echt den Tag dann Ruhe! Das war schön. 

Was ich sagen will ist, das die Schmerzen sich an unser Befinden anpassen. Dadurch, dass du im Moment keine Lösung hast für deine Beschwerden setzt du dich selbst ziemlich unter Druck. Das kann man natürlich nicht ausschalten. Aber du hast schon super Tips gegeben. Versuch das einfach abzuwarten. Zur Not lässt du dich in ein Krankenhaus einweisen, wenn die Schmerzen zu stark werden. Aber glaub mir - auch für dich gibt es einen guten Weg. Du darfst dich aber echt nicht unter Druck setzen. Es wird nur noch schlimmer dadurch. Ich hoffe du schaffst es, trotz der Schmerzen etwas Abstand zu gewinnen. Warum sollte die besch... Endometriose dein Leben bestimmen!? Das wäre doch zu schade.

 Nur das Beste für dich!!! 



Dass die Krankheit bei
Manzana

Dass die Krankheit bei Stress schlimmer wird, habe ich auch schon bemerkt... nur arbeite ich leider in einem sehr stressreichen Beruf mit Terminarbeit und und und, also ist das kaum zu vermeiden :-(

 Hatte jetzt meinen Termin im Endozentrum und bin nun wirklich ratlos. Man sagte mir, die Endometriose sei trotz dauerhafter hormoneller Behandlung wieder da. Aber noch nicht so ausgeprägt, dass man sie auf dem Ultraschall sehen würde. Nun habe ich zwei Möglichkeiten: Hormonspirale (ich vertrage die Pillen ja nicht gut und scheinbar haben sie auch nicht wirklich viel geholfen) oder wieder eine OP und danach wird dann auch eine Hormonspirale eingesetzt.

Da ich panische Angst vor OPs habe, würde ich mich eigentlich eher nur für die Hormonspirale entscheiden... doch was, wenn das ein Fehler ist und die bisherigen Herde davon nicht weggehen? :-(