Umgang der Ärzte mit Endometriosepatientinnen
Katz

Mich würde einmal interessieren, welche Erfahrungen ihr mit Gynäkologen, und auch mit Endometriosespezialisten im Zusammenhang mit eurer Krankheit gemacht habt.

Dass Gynäkologen die Sache größtenteils immernoch nicht erkennen, scheint den Berichten hier nach leider Standard zu sein, wennauch immer wieder extrem verwunderlich und für mich schonmal keine vertrauenserweckende Tatsache.

So wurde ich auch wegen Blasenentzündungen mit Antibiotika behandelt (obwohl komischerweise keine Erreger nachzuweisen waren) und auf diverse Infektionskrankheiten untersucht, da es fortwährend Missempfindungen in meinem Reproduktionstrakt gab (Jucken, Stechen Ziepen, später Schmierblutungen ...).

Gefunden wurde nichts. Da wurden dann normalerweise Pilze vermutet, oder aber es sei angeblich die Flüssigkeit nach dem Eisprung, die eine Reizung verursachen würde. Entsprechend wurde ich falsch oder gar nicht behandelt.

Dann wurde irgendwann eine Zyste gefunden, die die Ärztin überhaupt nicht einordnen konnte, die ich aber sicherheitshalber doch bitte entfernen lassen soll.

Ich holte mir eine Zweitmeinung, und die fiel genauso aus.

Also begab ich mich hier ins Krankenhaus, in dem mir der Chefarzt ambulant diese Zyste entfernte. Auch nach dieser OP war von Endometriose nicht die Rede, obwohl sich diese Zyste für mich _als Laien_ im Nachhinein mit ihrer runden, glatt begrenzten und echodichten Struktur ganz klar als Schokoladenzyste darstellte.

irgendwann wird doch jeder Gynäkologe so etwas schonmal gesehen haben und einordnen können? So ungewöhnlich ist das doch nicht ...

Einige Zeit nach dieser Operation fingen dann die Beschwerden an und es zeigte sich eine eingeblutete Eierstockzyste, die mir dann die Bauchspiegelung im Endometriosezentrum einbrachte nebst Sicherung des Befundes.

Entfernt wurde sie da aber nicht (wegen Verwachsungen?), sondern es wurde eine weitere Operation angeraten, wegen möglicher Darmbeteiligung.

Beim Fädenziehen war ich zu einem weiteren Gynäkologen, den ich bat, vorsichtig vorzugehen (erstens gerade Eingriff gehabt, zweitens Herde in der Scheide). Offenbar hatte der mir gar nicht zugehört. Die Untersuchung war gefühloss und schmerzhaft und unhygienisch (mit Latexhandschuhen erst auf dem Computer tippen, dann meinen Unterleib abtasten ...) und imho in der Form unnötig (welchen Anlass gibt es, bei starken Nachblutungen aus der Gebärmutter mit einem Wattestäbchen in Scheide und den Gebärmutterhals zu gehen?). Der meinte dann lapidar, unter der Wunde befände sich ein großes Hämatom, vielleicht hätte sich da auch eine Darmschlinge drum herumgewunden, und würde ich mich nochmal operieren lassen, würde die Endo eh wiederkommen.

Ich war Mitte Januar schon gut bedient, ging dann aber einigermaßen apathisch zur OP-Voruntersuchung wieder ins Endozentrum.

Der Arzt versteht sich zweifellos auf das Thema. Rein vom naturwissenschaftlich-technischen Aspekt. Aber WAS ZUR HÖLLE IST MIT DEM PSYCHISCHEN ASPEKT? Wo bleiben da die Schulungen? Oder erwarte sich da zuviel?

Er tastete mich ab, stellte fest, dass ein Herd in den Darm eingewachsen sei und teilte mir regungslos mit: "Eine Sanierung würde bedeuten, es muss ein Teil der Scheide und ein Teil des Darms entfernt werden".

Und das ist der Punkt wo ich sagen muss: ich vertraue meinen Körper keinem Schulmediziner mehr an.

Immerhin stellte er auch fest, dass ich für eine weitere Operation in absehbarer Zeit offenbar zu traumatisiert sei.

Man stelle sich vor, die Situation wäre umgekehrt. Man teilt seinem Gegenüber mit: "Wir würden da dann einen Teil des Penis und einen teil des Darms entfernen."

Mehr muss ich dazu eigentlich nicht sagen. Ich habe nur einen Körper, und der ist denjenigen, die sich an ihm zu schaffen machen im Endeffekt schnurzegal. Soweit mein Fazit.

Empfindet ihr das anders? Glaubt ihr eher an Ärzte? Habt ihr bessere Erfahrungen gemacht? Oder sind die Beschwerden so stark, dass ihr z.B. auch die Gefahr eines künstlichen Darmausganges oder ein (vorübergehendes) Ende eures Sexlebens in Kauf nehmt bzw. genommen habt?

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Hallo Du, ich kann Dich gut
Meike

Hallo Du,

ich kann Dich gut verstehen. Meine Geschichte mag ich jetzt hier nicht schreiben. Sie wäre sehr lang. Mit einem Teil davon beschäftigt sich die Gutachterkommission der Ärztekammer. Uns stehen nämlich durchaus Möglichkeiten zur Verfügung, uns zu wehren. Vielleicht wäre das auch für Dich eine Möglichkeit, um mit dem Erlebten irgendwann besser umgehen zu können. Du bist mit Deinen Erfahrungen (leider, muss man ja sagen) nicht alleine. Aber es gibt sie trotzdem, die lieben und einfühlsamen Ärzte. Und die, die sich zusätzlich auch noch mit Endo auskennen. Man muss nur lange genug suchen. Da bin ich inzwischen für die absolute Holzhammer-Methode. D.h. es wird ein Termin zum Kennenlernen vereinbart (erstmal ohne Untersuchung!) und der Arzt kriegt den dicken Ordner mit meiner Krankengeschichte auf den Tisch. Die Reaktion darauf spricht Bände. Dann ggf. noch die Themen Reha, Schwerbehindertenausweis und Kinderwunsch angesprochen. Und ich glaube inzwischen, den richtigen FA gefunden zu haben. Er hat sogar im Computer vermerkt, dass ich Angst vor Ärzten habe, hab ich letztes Mal zufällig gesehen. Er ist sehr, sehr vorsichtig. Nur leider recht weit weg.

Zu Deiner letzten Frage: ja, ich hätte ALLES in Kauf genommen. Aber nicht bei jedem Arzt. Da habe ich durch die erste BS einiges gelernt. Ich würde mich nur von jemandem operieren lassen, mit dem ich vorher alles ausführlich besprochen habe und der mir auch nach der OP noch für offene Fragen zur Verfügung steht. Wenn ich kein gutes Gefühl bei jemandem hätte, wär's das gewesen und ich würde lieber weiter suchen.

LG, Meike 



Hallo Meike,danke für
Katz

Hallo Meike,

danke für deine Einschätzung.

Bei der Bauchspiegelung durfte ich vorher und danach Fragen stellen. Die durchführende Ärztin war auch nett. Das ist nicht der Punkt.

Der Punkt ist, dass ich mit den Konsequenzen leben muss, die aufgrund von Aktionen dritter entstehen. Seien es eine falsche Behandlung mit Medikamenten, eine unkorrekte Diagnosestellung, eine unsachgemäße Untersuchung und letztendlich überflüssige und/oder folgenreiche Operationen. Daran ändert dann auch eine zusätzlich eingeräumte Zeit für Fragen nichts.

In dem konkreten Beispiel hat die nette Ärztin z.B. ein Gefäß in der Bauchdecke verletzt. Mit den Blutungen, die erst etwa zwei Wochen nach dem Fädenziehen aufhörten, musste ich dann selbst umgehen. Ebenso mit der wochenlang schmerzenden, schwarz verfärbten Armbeuge, weil die Narkoseärztin den Zugang entgegen meiner Bitte unbedingt an einer bekannt ungünstigen Stelle legen wollte - was natürlich misslang. Und mit der fast einwöchigen starken hellroten Blutung infolge einer Gewebeentnahme aus der Gebärmutter (bevor jemand fragt: ja, meine Blutgerinnung ist normal, wurde ja auch vorher überprüft, allerdings spielt es hier möglicherweise durchaus eine Rolle, dass mein Körper sich gegen invasive Behandlungen inzwischen regelrecht wehrt).

Auf welche Art Ärzte dann mit mir oder über mich sprechen - "Ach richtig, Sie waren das mit dem Verwachsungsbauch", (Anruf eines Kollegen in meiner Gegenwart:) "Ich habe hier gerade eine Eierstockzyste vor mir" - oder mir Diagnosen und geplante nachhaltige Verstümmelungen meiner Körperteile vorsetzen, kommt noch dazu und zeigt, wie wenig es sie im Endeffekt interessiert.

Ich fühle mich mit meinen Problemen letztendlich überfordert und würde mir 1.) einen einfühlsameren, respektvolleren Umgang wünschen und 2.) dass endlich mal etwas dahingehend passiert, dass Alternativen zu OP und Hormonen entwickelt werden.

An Letzterem tragen Ärzte zugegebenermaßen keine Schuld. Eine Hilfe sind sie dahingehend aber auch nicht. Und da fragt man sich schon, welchen Stellenwert man als Mensch mit seinen Problemen eigentlich hat.

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Genau das meinte ich doch,
Meike

Genau das meinte ich doch, den einfühlsamen und respektvollen Umgang. Zeit zum Fragenstellen allein macht nicht den Unterschied, da hast Du recht. Aber selbst die wird leider oft nicht eingeräumt. Und ich möchte auch nicht nur Fragen stellen. Ich möchte vielmehr gleichberechtigter Gesprächspartner sein und alle Entscheidungen nach ausführlicher Information und Diskussion selbst treffen. Und da finde ich es auch angebracht, dass ein Arzt anerkennt, dass ich kein Dummchen bin, das seine hohe Kunst eh nicht versteht.

Einen Arzt habe ich ein halbes Jahr nach dem letzten Kontakt zufällig getroffen und er kam auf mich zu, hat mir die Hand gegeben und "Hallo, Frau M..." gesagt. Und da weiß ich dann, dass ich keine Nummer bin und auch keine "Eierstockzyste".

"Nett" waren die Ärzte, die meine erste BS vermurkst haben, auch. Aber nur vorher. Hab ja geschrieben, dass das jetzt eine offizielle Stelle bearbeitet. Habe mir das lange überlegt. Und beschlossen, dass ich das für meinen Seelenfrieden brauche.



Hallo Meike, magst du denn
Katz

Hallo Meike,

magst du denn in Kurzform schreiben, was da bei dir vermurkst wurde, bzw. wofür du die Ärzte verantwortlich machst?

Es ist sicher nicht ohne, sich neben der Krankheit auch noch mit so einem Kram herumschlagen zu müssen. Aber ich kann es verstehen.

Ärzte können sich ja im Normalfall immer fein aus der Verantwortung für eventuelle Schäden ziehen. Schließlich wurde man als Patient ja aufgeklärt und hat unterschrieben.

Wenn in anderen Berufsgruppen etwas vermurkst wird, muss derjenige das wieder geradebiegen. Und was für Autos oder Computer gilt, das soll auf Menschen nicht zutreffen? Merkwürdige Welt.

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Ahhh, das klingt mir leider ZU bekannt…
mjuka

Hallo Katz und Meike,

dieses Thema finde ich wirklich unsäglich. Inzwischen bin ich mir sicher: Hätten Männer diese Beschwerden, wäre längst ein Gegenmittel gefunden worden, jenseits von Hormonen und OP, weil schon viel länger geforscht worden wäre. Frauen und ihr Unterleib sind immer noch unbekanntes Terrain. Ich selber habe erlebt, wie meine Schmerzen jahrzehntelang abgetan wurden. Als ich endlich die Überweisung zum Endometriosezentrum in Händen hatte, ging das nur über den Widerstand meiner Ärztin (eine Frau, sehr unrühmlich für sie!!). Sie meinte bis zur gesicherten Diagnose, ich stellte mich lediglich an.

Nach der OP sagte mir die Krankenschwester im Aufwachraum, ich hätte keine Endo, der Arzt zeigte mir später die Bilder. Warum muss man im Aufwachen so einen Mist hören? Ich war völlig fertig, weil ich bis zum Arztgespräch dachte, ich stelle mich doch nur an und hätte gar nichts.

Dann vertrage ich keine Hormone. Was für ein Aufschrei! Von "Unverantwortlich" bis "selber schuld, wenn die Endo wieder kommt" reichten die Reaktionen. Aber es ist nun mal so, ich vertrage keine Hormone. Würde ich sie vertragen, würde ich sie selbstverständlich nehmen, was sonst?

Im Endometriosezentrum war der Arzt zunächst sehr genervt von mir, der Hormonverweigerin. Eine unbequeme Patientin, die freundlich aber bestimmt ihre Grenzen absteckt. Er hat doch meine Beschwerden unter Hormonen nicht!! Wie will er einschätzen, was unerträglich ist und was nicht? Letztendlich wurde das Gespräch besser und immerhin ging ich mit einer extrem guten Empfehlung für eine osteopathische Behandlung wieder aus der Tür. Aber Meike, es stimmt, man muss sich immer durchkämpfen und auf das Bauchgefühl hören.

Wirklich loben muss ich den Schmerzarzt, der mir glaubt!! und hilft. Jetzt geht es zwar in Richtung Morphine, (schrecklicher gGedanke!!) aber er berät mich gut, lässt mir Zeit, zu überlegen, erklärt Alternativen. SO wünschte ich mir alle Ärzte!

Euch beiden alles Gute auf dem Weg, Kraft und Durchsetzungsfähigkeit!

mjuka 



Hallo Katz, ich war wegen
Meike

Hallo Katz,

ich war wegen Verdacht auf Endo zur BS in einem KH in der Nähe. Es wurde auch Endo gefunden und entfernt. Ich war erleichtert, weil ich so lange mit meinen Schmerzen nicht ernst genommen worden war, selbst, als der Endo-Verdacht schon von meiner HÄ(!) geäußert worden war. Ich bekam bei der Entlassung einen Bericht mit, wo drin stand, dass die Endo-Herde entfernt wurden. Mein FA verschrieb mir Visanne.

Und es ging mit den Schmerzen einfach weiter, immer schlimmer. Mein FA sagte, es könne nicht von der Endo sein, weil die entfernt sei. Das stand ja im Bericht. Außerdem seien die Schmerzen zu stark für Endo. Ich solle mal zum Gastroenterologen. Ich hab mir den OP-Bericht besorgt und darin gelesen, dass ich massive Verwachsungen habe, die nicht entfernt wurden, weil laut Operateur zu schwierig. Das hatte mir keiner gesagt und im Entlassungsbericht stand es auch nicht. Der Gastroenterologe sagte dann, die Schmerzen müssten wohl von den Verwachsungen kommen und da könne man nichts dran machen. Außerdem sollte ich noch einen Reizdarm haben, weil die Stärke der Schmerzen durch die Verwachsungen nicht zu erklären war.

Habe im Internet gesucht nach Informationen. Hatte solche Schmerzen, dass ich fast nichts mehr essen konnte. Endo-Zentrum gefunden und voller Angst zur Sprechstunde gegangen. Dann die große Erleichterung: der Arzt nahm mich ernst, hat meine Heulerei freundlich ertragen und mir angeboten, eine weitere BS zu machen. Die fand sechs Wochen nach der ersten statt und offenbarte eine Endo Grad IV mit Blasenwandinfiltration, Harnleiterstenose und anderen Hässlichkeiten. Ein paar Monate später erfolgte noch eine Sigmaresektion. 

Damit war die erste BS nicht nur überflüssig, sie war ein Klotz am Bein. Haben mir doch alle gesagt, ich könne gar keine Schmerzen mehr haben, die Endo sei entfernt. Ich musste mir die Einweisung zur OP vom FA geradezu erbetteln, weil er die Zweitmeinung seines Kollegen (aus dem Endozentrum) angezweifelt hat. Er hat dem Bericht des ersten KH vorbehaltlos geglaubt und die Unstimmigkeiten im OP-Bericht ignoriert. 

Und das war jetzt die Kurzform, könnte noch endlos weiter schreiben...

LG, Meike 



Hallo Katz, ich habe ja vor
katzenkind

Hallo Katz,

ich habe ja vor ein paar Tagen einen Thread mit dem selben Thema erstellt. Es scheint leider normal zu sein. Was mir bei meiner Geschichte noch einfällt: Ich war wegen Schmerzen letztes Jahr über die Feiertage in die Notaufnahme eines KH. Dort untersuchten mich erst die Notfallärztin und um eine Diagnose abzusichern schickten die mich auf Station zum Oberarzt.

Nachdem beide via Ultraschall mich untersuchten wurde mir mitgeteilt ich hätte eine Eileiter Entzündung und müsste sofort stationär behandelt werden. Ich blieb dann drei Tage dort und bekam 4 x am Tag Infusionen mit Antibiotika. Am 3. Tag hieß es dann...ach ne aufgrund der Entzündungswerte kann das das doch keine Eileiter Entzündung sein und entließen mich Tongue out

Erst als ICH eine Bauchspiegelung forderte kam es ja zu der "Diagnose" die aber im KH Entlassungsbericht nicht reingeschrieben wurde, erst hinter her als ich noch mal nach der OP zur Sprechstunde ging. Das haben die echt vermauschelt. 

 



Was mich heute noch so
katzenkind

Was mich heute noch so verdammt wütend macht sind die äußerungen von (männlichen) Ärzten, dass SOLCHE starken Schmerzen ja nicht von der Endo kommen. Wie ich lese geht auch anderen so. Ich kann sehr gut mit Schmerzen umgehen (lebe ich ja schon seit jahrzehnten unentdeckter Endo) aber die Schmerzen von der Endometriose Zyste waren mit Abstand die schlimmsten Schmerzen die ich je im Leben hatte. Habe vor Wut und Verzweiflung geweint weil mir die Ärzte nicht glaubten.

Ich wünsche jeden männlichen Arzt der so was nicht ernst nimmt mal solche Schmerzen am Hoden!!!!



Vor Wut und Verzweiflung
Meike

Vor Wut und Verzweiflung geweint... habe ich auch. Mir hat mein damaliger FA sogar ein besseres Schmerzmittel verweigert mit der Aussage: "Wenn Sie die Schmerzen bis jetzt ausgehalten haben, dann halten Sie die auch noch länger aus." Habe erstmal im Auto geweint und bin dann zu meiner HÄ. Die hat mir geholfen.



Ich finde dieses Thema
albea

Ich finde dieses Thema ausgesprochen komplex und denke, es gibt keine einfach Antwort.  Jede pauschale Sichtweise verbietet sich m. E. von selbst.

Nichts desto trotz scheint es tatsächlich so zu sein, dass die negativen Erfahrungen der Endometriose-Patientinnen überwiegen.  Und es bleibt die Frage, warum?

Ein gewichtiger Grund liegt doch wohl im System selbst, in dem Zuwendung, vor allem zeitliche, nicht honoriert wird.

Und ich glaube auch, ohne irgendeinen Arzt/ Ärztin entschuldigen zu wollen, dass wir Patientinnen unseren Anteil haben.  Viel zu viele lassen sich viel zu viel gefallen, glauben den behandelnden Ärzten völlig unkritisch, kennen ihre eigenen Grenzen nicht und haben oftmals nicht den Mut, nachzufragen, nein zu sagen oder ihr Recht einzufordern. Nur damit ich nicht falsch verstanden werde: ich weiß, wie schwierig das ist, und mir ist sehr wohl bewusst, dass nicht jeder Mensch - und erst recht in Ausnahmesituationen - sich einem Arzt, von dem man ja irgendwie abhängig ist, widersetzen kann. Und doch entsteht ein unglückliches Wechselspiel, wenn die Ärzte/ Ärztinnen niemals eine Rückmeldung bekommen zur Qualität ihrer Arbeit.

Hier sehe ich eine große Aufgabe und Verantwortung von uns Betroffenen, "mehr" einzufordern - auch wenn's schwierig ist.

Und natürlich hat auch die "Männerdominanz" einen großen Anteil.

Zum einen bin ich fest davon überzeugt, dass gerade bei "den Männern" eine große, wahrscheinlich größtenteils unbewusste Angst vor "dem Weiblichen" besteht, so etwas wie eine Urangst(?).  Und "das Weibliche" wird für "die Männer" wohl immer ein Geheimnis bleiben.

Gerade darum wird versucht, dieses sehr diffizile weibliche System in ein "logisches" (männliches ?) System zu übersetzen - und das kann m. E. nur misslingen.  Die gesamte moderne Schulmedizin ist geprägt von einer sehr naturwissenschaftlichen (männlichen) Sichtweise und die wird dem weiblichen System niemals gerecht werden können.

Unsere gesamte Gesellschaft und heutige Kultur ist geprägt von dieser "männlichen" Sichtweise und auch wir Frauen haben einen großen Anteil daran.  Gerade im Beruf habe ich die Erfahrung gemacht, dass Frauen manchmal die "besseren Männer" sind oder sein wollen, um auf der Karriereleiter nicht abgehängt zu werden.  Ich habe heute (für mich) rückblickend schon manchmal den Eindruck, dass meine "Weiblichkeit" sich zwangsläufig zu Wort melden musste, weil ich selbst sie einfach jahrlang ignoriert habe.

Alles in allem denke ich, man kann das hier angesprochene Thema nicht isoliert auf "den Umgang der Ärzte mit uns" betrachten, sondern muss auch den gesamten Kontext sehen, in dem das Thema steht.  Und dann kann man endlos diskutieren ...

Wichtig finde ich, dass überhaupt diskutiert wird, denn das ist ein Beginn der Veränderung.  Nur darf diese Diskussion nicht ausschließlich in so einem "abgeschlossenem Raum" wie diesem Forum stattfinden, sondern müsste auch "nach außen" getragen werden.  Und außerdem ist wohl auch bei jeder Einzelnen immer wieder viel Selbstkritik und Reflexion gefragt.  Denn wir sind alle auch Teil des Systems!

Ich wünsche jeder Einzelnen alles Gute auf ihrem Weg!

albea



Du hast völlig recht, dass
Meike

Du hast völlig recht, dass die Rückmeldungen fehlen. Die wären so wichtig. Das System sieht das leider überhaupt nicht vor. Aber die natürliche Reaktion einer Patientin in einem der geschilderten Fälle ist doch auch, dass man sich einen anderen Arzt sucht (sobald man sich überhaupt wieder hintraut). Wer ist denn noch in der psychischen Verfassung, nach der Diagnosestellung nochmal alle Ärzte abzuklappern, bei denen man es vorher versucht hatte, um über das Geschehene zu sprechen? Und welcher Arzt würde damit umgehen können? Meinem FA habe ich damals persönlich den zweiten Bericht gegeben. Es kam aber kein einziges freundliches Wort. Der war ein richtiger Eisklotz. Das hat mich noch zusätzlich fertig gemacht. Und wenn es um ein KH geht, wie sollte man an die betreffenden Ärzte rankommen? Da habe ich keine andere Möglichkeit gesehen als über die Gutachterkommission. 



Hallo liebe
Flocke84

Hallo liebe Leidensgenossinen,

zunächst möchte ich mich kurz vorstellen und meine Krankengeschichte darstellen, da ich mich gerade erst hier im Forum angemeldet habe.

Ich bin Daniela, komme aus Kassel, bin 29 Jahre alt (bald schon 30) und meine Endogeschichte hat vor ca. 4 Jahren angefangen. Bei mir fing das ganze mit Schmerzen beim Stuhlgang an. Ich habe teilweise 1 Std. oder länger auf der Toilette verbracht. Nachdem dann alles raus war, war auch erstmal alles wieder gut. Diese Probleme kamen auch nur sehr unregelmäßig und nicht sehr oft vor, so dass ich mir darüber zunächst keine Gedanken gemacht habe. Außerdem hatte ich während meiner Tage auch meist ein oder zwei Tage Unterleibschmerzen, die aber mit einer Dolormin für Frauen relativ schnell wieder verschwunden waren.

Erst als sich die Probleme häuften und auch immer heftiger wurden bin ich dann zum Arzt. Der hat Ultraschall, Blut- und Urinprobe und sogar eine Stuhlprobe genommen, was aber keinerlei Ursache zeigte. Daraufhin wurde ich zur Frauenärztin geschickt, da es sich möglicherweise um eine Eierstockentzündung handelt. Die Ärztin (Vertretung) untersuchte, konnte aber so richtig auch nichts erkennen, aber meinte dass vom klinischen Befund durch Abtasten die Möglichkeit besteht, dass es eine Eierstockentzündung sei und verschrieb mir Antibiotikum.

Natürlich wurde es dann wieder besser. Aber irgendwann hatte ich wieder diese Beschwerden. Dann bin ich diesesmal direkt zur Frauenärztin. Jetzt war es nicht die Vertretung, sondern die zu der ich immer gehe und Sie meinte, dass da alles top wäre und ich zum Allgemeinmediziner gehen soll, dass der alles nochmal durchcheckt.
Diesem Rat bin ich dann allerdings erst wieder bei meiner nächsten Beschwerdenwelle gefolgt, diesmal sogar mit Erbrechen. Dann wieder Ultraschall, Blut, etc. ohne Ergebnis. Daraufhin bekam ich dann aber eine Überweisung zu einer Darmspiegelung. Diese habe ich dann im Januar oder Februar 2012 gehabt mit dem Ergebnis dass ich eine so starke Verengung 20 cm ab Ano habe, dass er mit dem Koloskop nicht daran vorbei kam. Am selben Tag gab es dann noch ein CT, auf dem sich auch die Verengung aber nicht die Ursache dafür zeigte. Der Arzt bei dem ich die Darmspiegelung hatte, war übrigens sehr an der Ursache interessiert. Ich habe ihm später noch eine Email mit der weiterführenden Krankengeschichte geschrieben, damit er für den nächsten Fall besser gerüstet ist.

Nun dann bin ich umgezogen, denn bis zu diesem Zeitpunkt habe ich noch im Emsland gelebt und bin erst 2012 zurück nach Kassel. Hier in Kassel habe ich mir dann mit dem o. g. Ergebnis bin ich dann zur Chirurgische Gemeinschaftspraxis Diplom-Mediziner Eberhard Gliesing
Dr.-medic/IM Temeschburg Jens Wüstenberg, Dr. Bernhard Schupfner in der Opernstraße 9 in 34117 Kassel. Dort hatte ich einen Termin bei Herrn Wüstenberg. Dieser sagte aber, dass er mich aufgrund des vorliegenden Befundes nicht operieren wolle, sondern ich noch eine Spiegelung bei einem Arzt hier vor Ort machen soll. Also bin ich dann zur Koloskopie ins Diakonissen-Krankenhaus. Ergebnis diesmal: Alles in Ordnung, alles durchgängig und nur eine leicht veränderte rötliche stelle ohne konkreten Befund. Daraufhin sagte Herr Wüstenberg dann, dass ich in einem halben Jahr ein CT zur Kontrolle machen lassen soll.

Inzwischen hatte meine Mutter bereits von Endometriose gelesen und ich auch, allerdings passten die häufig genannten Beschwerden jedoch nicht recht zu meinen und die Probleme mit dem Stuhlgang waren auch nicht grundsätzlich von meinem Zyklus abhängig. Da ich mir aber sowieso eine Frauenärztin suchen musste bin ich dann mit all meinen Unterlagen zu Frau Dr. Maaßen und fragte dann gezielt ob es sich hier um Endometriose handeln könnte. Sie sagte, dass es durchaus möglich sei, das aber eben nur duch eine Bauchspiegelung sicher zu diagnostizieren ist. Somit ließ ich mir einen Termin in der Gynäkologischen Tagesklinik in der Marbachshöhe geben, wo der Kollege von Fr. Dr. Maaßen, Herr Dr. Buchholz im Juni/Juli 2012 eine gynäkologische Laparoskopie durchführte. Ergebnis: Plaumen- bis Eiergroßer Endoherd am Sigma des Dickdarms. Hier kam ich also um eine OP nicht mehr herum. Herr Dr. Buchholz stellte dann den Kontakt zu der bereits o. g. Praxis her, allerdings diesmal zu Herrn Dr. Schupfner. Dann fand im August eine Laparoskopische OP im Diakonissen-Krankenhaus durch Herrn Dr. Schupfner und Herrn Dr. Buchholz statt. Es wurde ein Stück des Dickdarms entfernt und weitere kleiner Endoherde im Douglasraum. Ich hatte allerdings nach der OP Wundheilungsstörungen und häufig Fieber und wurde nach 12 Tagen entlassen. Dann bin ich weitere 14 Tage später in die Reha nach Bad Schwalbach.

Ich hatte immer wieder Probleme mit Blähungen und Schmerzen beim Wasserlassen, dachte aber dass das wohl normal ist nach so einer OP. Danach habe ich auf jeden fall dann auch ersteinmal die die Visanne verschrieben bekommen für 80 Tage, weil es hieß länger würde die Krankenkasse das nicht übernehmen. Nun denn, bin dann auch wieder normal arbeiten gegangen und so weiter. Das ganze ging dann gut bis ich an Sylvester 2012 ein tierisches Völlegefühl hatte und mein Freund mir sagte ich solle mal Lactulose nehmen zum Abführen, da er das aus dem Altenheim kannte. Nun das war keine gute Idee, nach der Einnahme ging es mir schlimmer als vorher, ich hatte einen aufgeblähte Bauch und tierische Schmerzen, aber irgendwann ging es wieder weg.

Am 21. oder 22. Januar 2013 allerdings musste mein Freund dann aber den Krankenwagen rufen, da ich plötzlich solche Schmerzen hatte, mich übergeben musste usw. Nichts ging mehr. Im Krankenhaus wurden dann Ultraschall, CT und Koloskopie gemacht. Es zeigte sich, dass sich die Anastomose (Stelle an dem die beiden Darmenden wieder miteinander verbunden wurden) dermaßen vernarbt und entzündet hatte, dass es wieder zu einer Engstelle gekommen war. Es folgten 14 Tage nur Flüssig- bzw. Breinahrung in Kombination mit Movicol und alle 2 Tage eine Darmspiegelung mit Weitungsversuch. Da der letzte Weitungsversuch jedoch nicht erfolgreich genug war musste ich dann noch operiert werden. Diesmal konnte man mir jedoch weder den Bauchschnitt noch ein Stoma ersparen, da sich bei der OP herausstellte, dass der gesamte Bauchraum entzündet war (Blinddarm, Anastomose, Abszesse an den Eileiter usw.), also wurde alles rausoperiert. Meine Eileiter sind drin geblieben. Entlassen wurde ich dann mit dem Stoma am 14.02.2013. Das Stoma konnte nach ca. 6 Wochen zurückverlegt werden. Die Ursache für diese Großentzündung im Bauchraum ist übrigens nach wie vor unklar, da eine Probe der Anastomose keine Undichtigkeit aufwies. Endoherde waren jedoch keine neuen vorhanden.

Nun beinahe ein Jahr nach dieser OP habe ich immer noch mit Nachwirkungen zu kämpfen. Oft habe ich Schwierigkeiten mit starken Blähungen unabhängig was ich esse oder trinke und noch schlimmer, Schmerzen durch Blähbauch weil die Blähungen nicht entweichen können. Ich esse jetzt seit einer Woche jeden Morgen einen Joghurt oder Quark mit Flohsamenschalen und bin auf Wasser ohne Kohlensäure umgeschwenkt. Nun habe ich zumindest nicht mehr diesen Blähbauch mit den Schmerzen, sondern die Blähungen können entweichen.

Wie ihr seht, bin ich auch auf sehr unterschiedliche Ärzte gestoßen. Aber ich denke, wenn nicht ich bzw. meine Mutter den Gedanken Endo ins Rennen gebracht und als Vermutung geäußert hätten, wäre bis heute nicht klar, was die Ursache war.

Bis auf Herrn Wüstenberg war ich jedoch mit allen Ärzten sehr zufrieden. Ich war in keinem Endozentrum o. ä. Stattdessen waren es Ärzte mit Belegbetten in kleinen Krankenhäusern, da gehen nach meiner Erfahrung sowohl die Schwestern, als auch die Ärzte sehr viel mehr auf einen ein und nehmen sich auch eher die Zeit. Hr. Dr. Schupfner war teilweise sogar am Wochenende persönlich bei der Visite. Er ist kein Spezialist für Endo, aber eben für Innere Medizin. Er hat mir geholfen und er hat auch alles versucht um die zweite OP und einen künstlichen Darmausgang (vorübergehend) zu verhindern, aber dieser Weg war eben am Ende der sichere und bessere.

Und eines kann ich sagen: Ein künstlicher Darmausgang ist kein Weltuntergang. Ich hatte diesen nur 6 Wochen, aber ich bin auch damit in Sauna und Schwimmbad, bin Essen gegangen, usw. Man muss sich eben mit der Situation auseinandersetzen. Ja, natürlich hab ich jetzt leicht Reden, weil der Ausgang nur vorübergehend war. Aber da mein Dickdarm durch die zwei OPs nun auch entsprechend kurz ist, blüht mir bei einer erneuten Endo am Dickdarm ein dauerhafter Ausgang. Wenn dieser Fall einträfe wäre ich natürlich erstmal fertig mit den Nerven, aber wenn das eben die einzige und vernünftige Art ist, mir ein Leben ohne bzw. mit weniger Schmerzen oder überhaupt mein Überleben zu sichern, dass nehme ich das an und lebe damit.

Die einzige Möglichkeit, die wir immer wieder haben, ist zu einem weiteren Arzt zu gehen und uns dort die Diagnose oder Behandlungsmöglichkeit bestätigen oder widerlegen zu lassen. Diese Chance sollten wir als Patienten konsequent nutzen.
Und dass Endo immer wieder erst spät oder gar nicht erkannt wird ist wirklich traurig, aber andererseits bei der Vielseitigkeit der Beschwerden oder eben auch Nicht-Beschwerden kein Wunder. Das einzige was wir hier tun können ist, andere über die Möglichkeit dieser Krankheit aufzuklären und Ihnen zu sagen, dass Sie ihren Arzt gezielt darauf ansprechen sollen, damit dies durch eine BS wiederlegt wird.

Und dann wie gesagt meiner Erfahrung nach, gar nicht zu diesen großen Endozentren gehen, sondern eher Ärzte suchen die in gynäkologischen Tageskliniken Betten haben oder Belegbetten in kleineren Krankenhäusern mit sogar kirchlichem Träger. Dort sind zumindest hier in KS im Diakonissen-Krankenhaus die Leute sehr viel freundlicher und sensibler.

MfG Daniela



Hallo Flocke,es freut mich,
Katz

Hallo Flocke,

es freut mich, dass du dich mit deiner Situation so gut arrangiert und eine für dich passende Behandlung bekommen hast.

Natürlich spielt es auch eine Rolle, wie man selbst seine Situation empfindet und damit auftritt. Ich bin - inzwischen - sicherlich eine ziemlich unangenehme Patientin, weil ich fast alles hinterfrage.

Aber wer tut es denn sonst für dich? 

Ich empfinde es zum Einen als Fluch, privat versichert zu sein (gesetzliche Versicherung könnte ich mir kaum leisten, da es in meinem Beruf keinen zuzahlenden Arbeitgeber gibt), weil man oft merkt, wie sich Ärzte/ Praxen/ Kliniken häufig an dir bereichern wollen (ich sag nur 500 Euro für die Histologie nach einer einfachen Magenspiegelung, und natürlich sind die Behandlungsumstände immer besonders kompliziert, damit erhöhte Abrechnungssätze gerechtfertigt werden können), und du ständig überlegen musst, ob die dir gerade dringend angeratene nächste Behandlung wirklich notwendig ist, oder nutzlos und eventuell gar schädlich.

Zum Anderen gehe ich seit Jahren kaum noch aus einer Praxis, ohne eine unangenehme Untersuchung und/ oder eine - indifferent vorgetragene - Hiobsbotschaft in Bezug auf meine Gesundheit/ meine Weiblichkeit/ meine Intaktheit erhalten zu haben. Bei der Voruntersuchung der von mir dann abgesagten OP musste ich mir während der Abtasterei die Bilder meines Innenlebens ansehen, weil der Bildschirm des Rechners Richtung Behandlungsstuhl stand, auf dem noch die Fotos der Bauchspiegelung zu sehen waren. Als ich sagte "Ich möchte das nicht sehen", antwortete er bloß "Aber ich muss das sehen."

Hätte man das für die Dauer der Untersuchung nicht wegklicken können?

Und nicht zuletzt - da kann ich mich nur wiederholen - möchte ich verhindern, dass mein Körper durch ein Eingreifen Dritter Schaden nimmt, mit dem dann fortan nicht diese Menschen sondern ich leben muss. Eher fände ich es akzeptabel, wenn mein Körper sich selbst dazu entscheidet, den Dienst zu versagen. Natürlich ist mir aber eher daran gelegen, ihm zu geben, was ihm eventuell fehlt, damit er von selbst wieder ins Gleichgewicht kommt.

Ich muss zugeben, dass ich die meisten Ärzte regelrecht verabscheue. Ein paar wenige Ausnahmen gibt es. Die haben aber alle nichts mit meinem Unterleib zu schaffen.

Ignoranz und Respektlosigkeit in so einem sensiblen Zusammenhang bringen mich nur noch zur Weißglut.

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Hallo Katz! Du hast total
elang58

Hallo Katz! Du hast total Recht! Ich traue auch keinem Arzt mehr. Ich weiß gar nicht, zu welchem Arzt ich überhaupt noch gehen könnte. Irgendwann mag man nicht mehr. Der letzte Versuch war ein Endo Zentrum. Da hat man mich dann auch per BS operiert und Endo sowie Verwachsungen gelöst - angeblich. Aber leider habe ich immer noch diese Schmerzen. Was kann man denn noch machen??? Diese Frage kann mir meine Gynökologin leider nicht beantworten. Sie kennt nur die Pille - die ich leider nicht vertrage. Aber das glaubt sie mir nicht - angeblich hat man davon kaum Nebenwirkungen. Jetzt sitze ich hier mit meinen Schmerzen und weiß nicht weiter. Alles macht irgendwie keinen Spaß mehr. Ich möchte endlich wieder schmerzfrei sein. Gut die Schmerzen bei der Periode, die hatte ich immer schon. Aber jetzt habe ich fast täglich welche. Manchmal ist es nur ein ziehender, brennender Schmerzen und dass Gefühl zur Toilette zu müssen. Dann tut es nach dem Wasserlassen weh. Dann tut es beim Sitzen weh...Das kann man doch auf Dauer nicht hinnehmen! Aber wer kann und will einem helfen??? Manchmal bekomme ich Angst, dass doch irgendetwas übersehen wurde - ich hab doch Schmerzen - kann das alles " nur " Endo sein???



Hallo elang, das tut mir
Katz

Hallo elang,

das tut mir leid. Wie lang ist deine Sanierung denn her? Vielleicht ist es ja lediglich Wundschmerz? Innen entstehen bei einem Eingriff ja unter Umständen ausgedehnte Wunden, die sicherlich Woche bis Monate zum Abheilen im "stillen Kämmerlein" brauchen.

Wie gesagt, ich würde mittlerweile nach Alternativen suchen.

Im Moment stelle ich meine Ernährung um (kein Weizen, keine Milchprodukte, kein raffinierter Zucker mehr) und nehme noch ein paar zusätzliche Maßnahmen vor. Demnächst fange ich an, den Tee meiner TCM-Therapeutin einzunehmen. Die rektovaginale Endometriose (in der letzten Rechnung steht lediglich "Darmendometriose" - na danke) ist recht ausgeprägt, und die Blutzyste am Eierstock, die in ihrer Größe offenbar zwischen 4 und über 5 cm schwankt, ist vermutlich nach wie vor da. 

Wichtig ist auch regelmäßige Bewegung. Laut traditioneller chinesischer Sichtweise haben Gewebewucherungen dieser Art oft mit einem Energiestau zu tun. Das sollte man dann auf verschiedene Arten wieder in Fluss bringen.

Ich bin gespannt, ob die Maßnahmen etwas bringen, auch wenn jeder Schulmediziner bei solch einer Ausprägung wohl direkt abwinkt. Meinem Immunsystem geht es auf jeden Fall schon deutlich besser als vor der Ernährungsumstellung. Abgesehen von den üblichen Regelbeschwerden, nahezu permanenten leichten Schmierblutungen und gelegentlichen morgendlichen Unterleibskrämpfen habe und hatte ich aber auch keine größeren Probleme.

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Oje ihr habt ja wirklich
katzenkind

Oje ihr habt ja wirklich schlimme Sachen hinter euch. Das tut mir wirklich leid Frown

Zwar habe ich auch eine Ärzte Odysee hinter mir jedoch bin ich im Moment "fast" schmerzfrei. Nur seit heute abend wieder links unten so ein drücken und ich hoffe, dass es keine weitere Schoko Zyste ist. Habe ja in zwei Wochen einen Termin bei einer neuen Ärztin. Ich gehe jetzt nur noch zu weiblichen Frauenärzten. 

Ansonsten stelle ich gerade meine Ernährung um. Ich bin schon seit 3 Jahren Vegetarierin jedoch Milch süchtig. Milch mit Kakao, mit Müsli, mit Banane, Joghurt, Käse etc. Jetzt versuche ich die Milchprodukte langsam zu ersetzen. Habe mir eben ein veganes Rührei gemacht und es schmecktSmile Mal sehen ob es mir damit besser geht. Habe ja nichts zu verlieren und meiner Gesundheit schaden kann es auch nicht.

Ich finde die Schulmedizin schon wichtig jedoch sollte man auch alternativen Heilmethoden (parallel) eine Chance geben. Wenn jemand DEN ulitmativen Typ bzgl. Ernährung bei Endo hat bitte mitteilen.

Euch allen gute Besserung

 

 

 



Ärzte.....
Gabi13

Hallo an alle, bin grade auf diesen Thread gestossen und will nur mal kurz meine Erfahrungen schildern:

Ich hatte schon seit Beginn meiner Periode starke Blutungen und Schmerzen (wie ich jetzt weis hab ich die Anlage für die Endo wohl von mütterlicher Seite schon in die Wiege gelegt bekommen :-( ) aber egal welche Frauenärztin (und ich war nur bei Frauen!) ich in den ganzen Jahren hatte, ich bekam nur zu hören ich solle mich nicht so anstellen, die Tage hätte schließlich jede Frau! Und das von Geschlechtsgenossinen!!!! Aber, naiv und schüchtern wie ich war, hab ich das geglaubt und mich durch die Jahrzehnte gequält (heulend auf der Toilette gesessen vor Schmerzen etc. kennt ihr ja alles) !! Bis ich (kurz nach dem Umzug an meinenen jetztigen Wohnort) wieder so starke Schmerzen hatte das ich echt nicht mehr konnte! Da hab ich mir einfach ne neue Frauenärztin aus dem Telefonbuch rausgesucht, zur alten wollte ich eh nicht mehr, und bin bei der mit all den Schmerzen heulend als Notfall in die Praxis. Sie hat im Ultraschall natürlich auch nix gesehen meinte aber mit DEN Schmerzen müsse ich doch sofort ins KH, da bin ich gegen ihren Rat auch noch selbst mit dem Auto hingefahren! Also dort auf die Gyn, der Chefarzt selbst war noch da, Untersuchung, Ultraschall und ..... ab in den OP! Sollte lt. Absprache mit ihm endoskopisch ablaufen, wach wurde ich mit nem Riesenbauchschnitt. Als ich wieder voll bei mir war kam der Chefarzt zu mir und erklärte mir das mein Bauch soll voll Endo und Verwachsungen gewesen sei das es nur mit Bauchöffnung zu operieren gegangen wäre. Einen Eierstock hatte mir die Endo schon voll zerstört (sozusagen platt gedrückt!), den hat er mit entfernt, und er fragte mal nach ob ich mit meinen damaligen 35 noch Kinder haben wolle.... Wenn dann jetzt oder nie! Naja, naiverweise (lag an mir) haben wir's dann probiert, ich hab einfach die Pille nicht mehr genommen - ha das hat aber nur die Endo gefreut!! 3 Jahre später lag ich wieder bei dem Chef im OP - und diesmal kam alles raus!! Ende des Kinderwunsches!

Ich bin seit der letzten OP Gott sein Dank komplett schmerzfrei, ohne Darmprobleme, muß nur die Pille durchnehmen um den verbliebenen Eierstockrest (hatte sich bei den ganzer Verwachsungen zu gut versteckt!) ruhig zu halten. Aber was die Ärzte betrifft: die FÄ hab ich heute noch, durch meinen Fall hat sie sich die letzten Jahre sehr mit Endo beschäftigt - also ich find's gut das sie's auch zugibt das ich der Auslöser für ihre sozusagen "Weiterbildung" in diesem Bereich war! 

Und auch im KH (ein ganz normales) bin ich von allen Ärzten mit meinen Schmerzen sehr ernst genommen worden, bei der zweiten OP hat der Chef gleich einen Kollegen vom Fachgebiet Darm-Chirogie mit an den Tisch gestellt, falls es da zu Komplikationen gekommen wäre (war zum Glück nicht!)! Aber alle, Ärzte wie Schwestern waren sehr nett und gaben mir nie das Gefühl, das ich mir da was einbilde - nicht so wie die lange Reihe der Frauenärztinnen in den Jahrzehnten vorher!!

Leider bin ich erst an gute Ärzte geraten als es schon zu spät war. Da hätte ich selbst aber wohl auch mich mehr druchsetzen müssen......

Sorry, langer Text, aber ich wollte auch zeigen: nicht die Hoffnung aufgeben, es gibt sie, die Ärzte, die einen nicht im Regen stehen lassen!!! Leider sind die sehr sehr seltene Exemplare!!

Lg. Gabi13 



Guten Morgen ihr Lieben, die
Pandora

Guten Morgen ihr Lieben,

die Endo-Diagnose ist für mich noch relativ neu und seit November steht die Frage im Raum "Was nun?"  Ohne dieses Forum wäre ich noch immer völlig ahnungslos Sealed

Vor einer Woche war ich bei meinem Hausarzt, seineszeichens eigentlich sehr alternativ eingestellt mit Zertifikat für Akupunktur, und durfte mich abkänzeln lassen von wegen " Regelschmerzen hat doch jede Frau, stellen sie sich nicht so an, alles höchstens psychosomatisch, Aklupuktur bringt da nix und zahlt ihnen auch keiner...etc..."

Hab nun diesen Thread gefunden und mach mir nu echt nen Kopp, wie ich einen vernünftigen Arzt finden soll.Lebe in einer Kleinstad, hier gibt´s nicht so arg viel Auswahl...ist man also gezwungen zu fahren?l

Heute nachmittag hab ich endlich nen Termin bei meinem neuen Gyn (der alte, welcher mir nach 3 Jahren voller Schmerzen den Verdacht Endo an den Kopf warf, ist in Rente) und hab ehrlich gesagt echt bissl Schiss Embarassed

Habt ihr Tipps? Auf welche Untersuchungen, Tests etc kann man denn bestehen? Ich möchte keine Hormone, weil starker Kinderwusch..... Kennt jemand kompetente Ärzte (Gyn / HA) im Raum Hannover - Bremen?

 

--

„Wer nicht manchmal das Unmögliche wagt, wird das Mögliche nie erreichen.“  Max von Eyth



Bezüglich Hannover kann ich
Katz

Hallo Pandora,

welche Art von Tests meinst du denn? Ist der Befund bei dir bereits gesichert?

Bezüglich Hannover kann ich dir ansonsten Erfahrungen liefern. Ich schicke dir mal eine Nachricht.

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Das ist lieb,  danke Katz
Pandora

Das ist lieb,  danke KatzSmile

--

„Wer nicht manchmal das Unmögliche wagt, wird das Mögliche nie erreichen.“  Max von Eyth



Bs war im November. Dort
Pandora

Bs war im November. Dort wurde der Verdacht bestätigt. Seitdem suche ich nach Antworten und einem guten Weg für mich. Möchte schnell schwanger werden und Hormone vermeiden...eine weitere Op eigentlich auch. ;-) 

Welche Tests machen denn Sinn?  

--

„Wer nicht manchmal das Unmögliche wagt, wird das Mögliche nie erreichen.“  Max von Eyth



Naja, ich bin ja so
Katz

Naja, ich bin ja so leichtsinnig, ebenfalls auf Hormone und weitere Operationen zu verzichten. Obwohl laut Aussage der Ärzte Frauen mit meinem Befund eigentlich starke Beschwerden und Beeinträchtigungen haben sollten. ;-)

Allerdings habe ich auch keinen ausgeprägten Kinderwunsch, und wie man speziell in solch einem Fall noch vorgehen kann, dazu weiß ich nichts. Vielleicht kann dazu jemand anderes etwas sagen?

Es gibt offenbar viele Frauen, auch in diesem Forum, die trotz Aussage der Ärzte, dass in ihrem Fall eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege so gut wie ausgeschlossen sei, plötzlich auf ganz natürlichem Wege schwanger wurden. Oftmals kurz vor dem nächsten geplanten Eingriff. So gesehen würde ich solche Aussagen auch erstmal ignorieren und schauen, ob es so klappt.

Andernfalls geht man sicherlich den Weg über den Frauenarzt, bei dem man neben den üblichen Untersuchungen erstmal einen Hormonstatus erheben lässt, und der dann angesichts der Befunde weitere Behandlungsmöglichkeiten vorschlägt.

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Hallo Pandora, ich verstehe
Flocke84

Hallo Pandora,

ich verstehe deine Ängste, Bedenken und Ratlosigkeit mit deiner Situation.

Du schreibst, dass du bereits eine BS hattest, die bestätigt, dass du Endo hast. Aber welche Empfehlung haben denn die Ärzte gegeben, die die BS gemacht haben? Und wo ist die Endo und wie stark ist sie ausgeprägt? Wurde bereits Endo bei der BS entfernt? Wie häufig und wie stark sind deine Schmerzen?

All das sind Fragen, deren Antworten dabei helfen die richtige Therapie für dich zu finden.

Bei mir saß die Endo am Dickdarm an und hat so immer wieder für eine Verengung des Darms gesorgt, sodass immer wieder die Gefahr eines Darmverschlusses bestand. Somit war klar, dass eine OP unumgänglich ist.

Wenn operiert werden muss/wird, dann wird meist im Anschluss daran für einen gewissen Zeitraum mit Hormonen behandelt (z.B. Visanne im Langzeitzyklus), so auch bei mir. Das soll sicher stellen, dass wirklich alle Endoherde zunächst beseitigt sind.

Danach spricht nichts dagegen sofort in die Kinderplanung einzusteigen. Je nach Ausprägung der Endo kann es dann Sinn machen direkt in eine KiWu-Zentrum zu gehen, um den Zeitraum ohne Hormone und damit das Risiko neuer Endo möglichst klein zu halten.

Aber wie es bei dir mit möglicher SS aussieht kann der Arzt ja auch bei einer BS gut prüfen, indem er z.B. die Durchgängigkeit deiner Eileiter checkt. Und ein Hormoncheck macht auch Sinn.

Wie du siehst sind es sehr viele Faktoren, von denen man seine Entscheidung über die verschiedenen Behandlungsmethoden abhängig machen sollte.

Viele hier im Forum finden auch gute Hilfe im Bereich der Homöopathie, TCM und Heilpraktik, Akkupunktur und Osteopatie.

Du wirst nicht umhin kommen, deinen Arzt zu nerven, bis du klare Aussagen und Unterstützung bekommst und ansonsten das ein oder andere einfach auszuprobieren, da offensichtlich gerade in Bezug auf Endo jeder Körper total anders zu reagieren scheint.

Mir zum Beispiel hat die Osteopatie nach meiner zweiten großen Darm-OP sehr gut geholfen.

Tja, das soweit von mir.

Ich hoffe das hat dir etwas weitergeholfen.

LG Dani



Guten Morgen Flocke
Pandora

Danke für deine hilfreiche Antwort. Hab schon festgestellt, dass man auf der Suche nach dem richtigen Weg für sich selbst allein sehr aktiv werden muss. Ich probiere zur Zeiteinfach Dinge aus und finde herrau, was mir gut tut :)

Meine Endo-Herde fanden sich verstreut im unteren Bauchraum, Gm Und Es waren ohne Befund. Laut Arzt Grad 3.  Schmerzen hab ich vor der Op nur geringfügig über den gesamten Zyklus gehabt und wirklich schlimm an den ersten Tagen der Mens, sowie einen Tag davor. Jetzt nach der Op hoffe ich durch Verzicht auf Fleisch, Kaffee, Weizen, raff.Zucker und Fett (außer pflanzlichem) auf Besserung.

Eine Anschlussbehandlung habe ich bisher nicht, in Absprache mit meinem Gyn ging´s gleich los mit der Umsetzung unseres Kinderwunsches. Hatte erst gestern einen Termin bei ihm und wir werden uns in einem Kiwu-Zentrum beraten lassen.

LG Pandora

--

„Wer nicht manchmal das Unmögliche wagt, wird das Mögliche nie erreichen.“  Max von Eyth



Wie geht's denn so voran mit
Katz

Wie geht's denn so voran mit der Kinderplanung? Fühlst du dich gut beraten und aufgehoben?

Ich kann mir nicht helfen ... je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr finde ich, der gesamte Umgang mit dem Thema Endometriose, so wie mit den Patientinnen hat seitens der Ärzte und anderer Beteiligter etwas äußerst Misogynes. Seltener offen, öfter latent.

Vielen Behandelnden ist das vielleicht nichtmal selbst klar, da sie ja innerhalb dieses Systems ausgebildet wurden.

Und das gilt ja für so ziemlich alles, was irgendwelche Vorgänge im weiblichen Körper betrifft. Ständig wird alles überwacht, es wird durchleuchtet, getestet, bewertet und geschnitten, jede "Anomalie" nach irgendeinem Standardrezept behandelt, und Schutz weiblicher Organe scheint auch nur bis maximal Eintritt der Wechseljahre eine Priorität.

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Hallo Katz!     So
ittip

Hallo Katz!

 

 

So verallgemeinern sollte man das nicht,meiner Meinung nach.Nicht alle gehen frauenfeindlich,oder -verachtend mit dem Thema um.Ich habe auch verschiedene FA/FÄ kennen gelernt,aber es gibt eben auch die,die sehr resepkvoll mit Frauen und der Erkrankung umgehen und auch das sollte man nicht unerwähnt lassen.Die eben vor allem versuchen organerhaltend zu operieren bzw. zu behandeln.Und die letzte Entscheidung hat immer noch jede Frau selbst,ob sie zum Beispiel der OP zustimmt,oder nicht.

 

Alles Gute!

ittip 



Mir geht es um eine noch
Katz

Mir geht es um eine noch grundsätzlichere Haltung zum Thema des Umgangs mit Frauen und ihren Körpern.

Überhaupt Operationen in diesem Maße zu veranschlagen und standardmäßig Menschen mit Hormonen vollzustopfen weil sie von irgendeiner Norm abweichen, die irgendwer festgelegt hat, empfinde ich NICHT als normal und hinnehmbar.

Dass wir uns in solch ein destruktives und respektloses System fügen und den Arzt als mehr oder weniger allwissend und die einzige Rettung betrachten, anstatt auf unsere Autonomie zu vertrauen bzw. diese erstmal wieder zu entdecken, ist dann das dazu passende Problem.

Ist nur meine Meinung.

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Mal meine Gedanken dazu...vllt ein wenig chaotisch ;)
Pandora

Du hast da eine sehr starre Meinung im Bezug auf Ärzte, Ops & Co. Ich weiß, Katz, du hast eine Menge schrecklicher Erfahrungen sammeln müssen.

Ich versuche mal, meine Meinung dazulegen. Ohne jemanden anzugreifen oder ähnliche. das Folgende sind nur meine Gedanken, im Bezug auf das, was hier geschrieben wurde.

Letztendlich werden Operationen durchgeführt, um die Lebensqualität zu verbesser, weil der Ist-Stand von Schmerzen, Verwachsungen, Zysten etc. geprägt ist und eine Teilhabe am Leben und dem als normal geltenden Alltagsgeschehen nicht mehr möglich ist.Außerdem ist es durchaus angebracht, Endometriose auch schulmedizinisch behandeln zu lassen.Ich bin der Meinung, die Mischung aus Schulmedizin und alternativen Methoden machts :)

Kein Arzt der Welt ist allwissend, sie handeln nach Kodex ( nach bestem Wissen und Gewissen, im Sinne des Patienten).Jede Op, jede Hormon- oder sonstwelche Form der Therapie bedarf der Zustimmung durch den Patienten. Wenn ich mich nicht gut beraten oder respektlos behandelt fühle, zwingt mich niemand zum schweigenden zustimmen oder ähnlichem, mir steht es immer offen zu gehen, mir weitere Meinungen einzuholen oder mich nach anderen Möglichkeiten zu erkundigen. Fragen sind dazu da, gestellt zu werden, wenn mir die Antwort nicht passt, muss ich weiterfragen oder gehen. Kompetente Mediziner werden keine Fragen offenlassen und sich respektvoll dem Patienten gegenüber verhalten.

Natürlich sind Operationen in großem Ausmaß mit irreversiblen Folge, nichts was man einfach so machen läßt. Da stecken gute Gründe dahinter, oder nicht? Ich sehe da nicht unbedingtdas destruktive System dahinter. Wir haben Endometriose,chronisch, schmerzhaft und ohne Prognosemöglichkeit...damit muss sich jede von uns hier auseinandersetzen, es muss uns klar sein, dass die Medizin keine Ursache nennen kann und keine Heilung herbeiführbar ist.

Wenn meine Schmerzen wieder so unerträglich werden, wie es im letzten Jahr vor der Bs der Fall war, werd ich auf jeden Fall stark in Erwägung ziehen, mich erneut operieren zu lassen, um überhaupt "normal" leben zu können. 

Gerade bei Endometriose ( das Unkraut mit 1000 Geischtern, wie es mein Gyn zärtlich nennt) bleibt keiner von uns es erspart, sich selbst damit auseinander zu setzen und allein aktiv zu werden. Natürlich geht nicht jeder Arzt supertoll mit einem um, das hängt häufig mit dem Arzt selbst zusammen, nicht mit Endo und vielleicht spielt da auch ein Stück weit dann die Tatsache rein, dass es eine Frauenkarnkheit ist. Gerade hierbei sind Männer schnell auf unsicherem Gelände und wissen einfach nicht wie sie damit umgehen sollen.

Zudem gibt es für uns keinen Genesungsplan, diese Krankheit bleibt, egal was eine jede von uns tut, wieviele Op man machen lässt etc. Man kann nur versuchen einen möglich schmerzarmen Weg zu finden. Dazu braucht man kompetente Ärtze und Heilpraktiker etc. Die zu finden, ist eine kleine Kunst, aber es gibt sie und ich hoffe sehr, dass eine jede von uns eben diese zügig findet, um ein normales Leben wieder aufzubauen. Dabei spielt natürlich auch das Wissen, um den eigenen Körper und das Erkennen der eigenen Signale eine große Rolle. Wer in sich hineinhorcht, weiß, was sein Körper braucht. Dennoch reicht das allein einfach nicht jeder Frau.

Eine chronische Krankheit lässt uns von der Norm abweichen. Das kann niemand leugnen, wir sind nicht wie andere und viele, wenn nicht sogar alle machen iwann schlechte Erfahrungen mit Ärzten und deren Art mit dieser Krankheit umzugehen. Endometriose hat (wenn überhaupt) eine sehr kleine Lobby, kaum einer, den du auf der Straße fragst, wird wissen, was das ist und was es für Betroffene bedeutet. Es istan uns, eine Lobby zu schaffen.

Soooo, langer Text und noch immer nihct alles gesagt, aber es soll erstmal reichen ;)

 

 

--

„Wer nicht manchmal das Unmögliche wagt, wird das Mögliche nie erreichen.“  Max von Eyth



Ohne jetzt auf alles einzeln
Katz

Ohne jetzt auf alles einzeln einzugehen: ich habe es lange ähnlich gesehen, bis mir zwei Dinge klarwurden:

1.) Die Endometriose nützt. Und zwar vor allem den Ärzten, die dadurch einen Haufen Geld verdienen; nicht nur während der Behandlung der Endometriose, sondern auch schon die Zeit davor, in der diverse Medikamente verschrieben werden, diverse Untersuchungen durchgeführt werden, die im besten Falle UNS nichts nützen und im schlechteren Falle schaden.

Je mehr Anlass man feststellt zu handeln, umso größer der Nutzen für die Ärzte. Das würde ich vor allem in diesen Zeiten mal hinterfragen, in denen Arztpraxen immer mehr zu Wirtschaftsunternehmen werden.

Und die Endometriose ist nur ein Beispiel. Gleiches gilt für sämtliche Früherkennungsuntersuchungen, sämtliche Schwangerschaftsvorsorge und dergleichen. Als Frau ist man, egal in welchem zustand, doch irgendwie Dauerbaustelle. Ich finde diesen Zustand durchaus diskussionswürdig.

2.) Ärztliche Behandlungen haben bei mir mehr Schaden angerichtet als genützt. Ich stehe jetzt hier mit einer angedrohten Darmteilresektion, NACHDEM ich zweimal unterm Messer lag und davor, außer Menstruationsbeschwerden, nie Probleme hatte. Und da man kaum etwas über die Entstehung weiß: wer sagt, dass die Endometriose unter anderem nicht erst angefüttert wurde durch die jahrelange Einnahme der Mikropille, die man jungen Frauen standardmäßig zur Verhütung verschreibt?

Es wäre natürlich für Ärzte und Pharmaunternehmen sehr passig, wenn das wirklich eine langfristige Konsequenz wäre.

In jedem Fall würde ich mir mit dem Wissen, das ich heute habe, nicht mehr mit 19 Jahren die Pille verschreiben lassen und diese dann neun Jahre lang nehmen.

Letztendlich noch ein weiterer Gedanke zu Entstehung und Verbreitung von Endometriose: wer sagt, dass Endometriose überhaupt etwas Unnormales ist? Man sagt, 10-15% aller Frauen haben das (an sich schon eine viel zu hohe Zahl um eine Sache als Krankheit und als mit aggressiven Methoden behandlungswürdig anzusehen). Aber wie kommt es überhaupt zu dieser Schätzung? Hat man den anderen 85-90% in den Bauch geschaut, um die Sache ausschließen zu können?

Kommt es euch nicht seltsam vor, dass wir bei einer doch so normalen Sache alle erst eine ewige, belastende und kostspielige Ärzteodyssee hinter uns bringen müssen, um dann auch schon nahezu direkt (teils mehrfach) in den Operationssaal geschoben und/ oder dauerhaft mit Pillen behandelt zu werden??

Wenn wirklich irgendwem an Heilung gelegen wäre, dann würde man mit solch einer einer Sache anders umgehen können. Da das nach wie vor nicht der Fall ist, würde ich mir auch hier die Frage stellen: wem nützt das so?

Dr. Christiane Northrup hält es übrigens für wahrscheinlich, dass man bei entsprechender Untersuchung bei fast jeder Frau Endometriosezellen finden würde.

Persönlich könnte ich mir ansonsten vorstellen, da Endometriose - angeblich - zu Unfruchtbarkeit führen kann, ist das möglicherweise eine Art des Körpers auf (Dichte)stress zu reagieren. Ein Zeichen sozusagen: es gibt genug von uns oder die Bedingungen sind inzwischen ungünstig für eine Vermehrung.

Auch wieder nur so ein Gedanke von jemandem, der eine gewisse Nähe zur Biologie und somit zu Evolutionstheorien hat.

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Also ich habe keine lange
Elhappy

Also ich habe keine lange "Ärztereise" hintermir . Ich fühle mich bei meinen Gyn seit mehr als 20 J mehr als gut aufgehoben . Er ist zwar kein Endo Spezi aber er versucht und macht alles um mich zu unterstützen und zu helfen !  Meine Diagnose hat 4 Mo gedauerend , Ich war von Anfang in einer Klinik wo Zentrum 3 ist , aber hat mir nix genutzt . Den die haben dort ganz schön Mist gebaut . Ich bin seit  Juli bei Dr. Korell in Behandlung sort spüre ich nix von Geldmache . Er geht das Problem anderes an als andere die ich erlebt . Er ist auch nicht der Typ jetzt wetze ich mal das Messer . Bei ihm hab ich den Eindruck er ist der erste der versucht micht wirklich schmerzfrei zu bekommen . Aber dazu braucht es manchmal mehr als Hormone und OP sondern als erstes Geduld .

Desweitern sind deine Theorien KAtz etwas  sehr weit hergeholt ( ich habe  unterandern Biologie studiert ) du kannst nicht alles über einen KAmm scheren und wissenschaftlich weiß man nicht allzuviel über Endo . Noch etwas für Endo gibt es keine Heilung  sonder nur Linderung und wie man die bekommt fängt in erster Linie daran wie die Frau  damit umgeht und wie gut der Arzt ist .  Bei dir hört es sich an als wäre Endo eine riesige Ärzte  und Pharmaindustirie Verschwörung * kopfschüttel*  Meine Meinung !



Hallo Katz Also die
floerli79

Hallo Katz

Also die Endometriose wurde schon vor glaube ich 200 Jahren nachgewiesen, daher wird es nicht an der Pille liegen. Zudem hatte ich schon mega Menschschmerzen vor der Pille und nicht erst als ich diese wieder abgesetzt habe. Da ich keine Pille vertrage, nehme ich auch keine mehr.

Ich habe nun die 3. OP hinter mir, die letzte mit 16cm Darmresektion. Meine Endotumore waren je Mannsfaustgross und ich war mega froh, dass die Dinger endlich entfernt wurden. Nun sollte ich nur noch Adeomiose haben.

Kinderwunsch hatten wir auch, aber ich verzichte lieber als noch mehr Schmerzen zu haben. Stelle jetzt mal den Kopf ab und kehre ins Leben zurück. Möchte nicht immer an Endo denken. Suche wegen den Schmerzen andere Möglichkeiten zur Hilfe (Homöopathie, Hanf etc.).

Die Ärzte wollen nur helfen und wissen es manchmal nicht besser. Man muss bei solchen Krankheiten halt mitdenken und ausprobieren und viel Fragen. Und wenn man etwas nicht möchte auch klar NEIN sagen.

LG Andrea



Man sagt, dass es dafür
Katz

Elhappy,

man sagt, dass es dafür keine Heilung gibt. Ich sage nicht, dass es nicht so ist, aber ich finde es interessant, dass man eigentlich kaum etwas über die Erscheinung weiß, andererseits aber ganz genau sagen kann, sie sei nicht heilbar. Oder überhaupt, es sei auf jeden Fall eine Krankheit im engeren Sinne (mit den dazugehörigen Implikationen).

Im Übrigen stelle ich keine Behauptungen auf. Im Gegenteil, ich schlage vor, gegebene Konzepte einmal zu hinterfragen, indem man sie aus anderen Blickwinkeln betrachtet. Muss niemand tun; ich finde es eben angebracht.

Du kannst im Übrigen nicht sagen, dass meine Theorien, welche auch eher Gedankenspiele sind, weit hergeholt SIND, sondern lediglich, dass du sie für weit hergeholt HÄLTST. Das ist ein Unterschied. Gerade wenn du - wie ich ;-) - ein naturwissenschaftliches Studium absolviert hast, müsstest du wissen, dass etwas nur so lange Bestand hat, bis jemand zu einem anderen Ergebnis kommt.

Aber es freut mich, dass du für dich einen Weg gefunden hast, mit dem du gut fährst.

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Hallo floerli,"die
Katz

Hallo floerli,

"die Endometriose wurde schon vor glaube ich 200 Jahren nachgewiesen"

Und findest du es nicht merkwürdig, dass gerade ob dieser Tatsache noch keine andere Möglichkeit gefunden wurde, damit umzugehen, als zu operieren oder dauerhaft Medikamente zu verabreichen?

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Elhappy
Isabell

Hallo elhappy, 

 

was nimmst Du um schmerzfrei zu werden?

Lg Isabell 



Mit Interesse habe ich
albea

Mit Interesse habe ich diesen Thread gelesen und komme so manches Mal doch ins Staunen ... auf so einige Ideen bin ich tatsächlich noch nie gekommen.  Allerdings "komme" ich auch nicht von der naturwissenschaftlichen Seite, sondern von der geisteswissenschaftlichen - ist wahrscheinlich eine andere "Denk-Struktur".

Ich selbst habe - wie sehr viele - seit der ersten Regelblutung starke Schmerzen gehabt und wurde damit nie ernst genommen, also gerade nicht behandelt.  Über viele Jahre hätten viele Ärzte sehr viel Geld an und mit mir verdienen können, weil ich alles gemacht hätte und hätte mit mir machen lassen, nur um wieder schmerzfrei leben zu können.  Die Chance hat kein Arzt und auch keine Ärztin (das Verhältnis ist bei meinen "Ehemaligen" ziemlich ausgewogen) jemals genutzt ... ich musste meine Behandlung erzwingen und auf meine "eigene Kappe" nehmen.  Erst im nachhinein hat sich ergeben, dass meine Vermutung richtig war.  Und nach wie vor ist niemand in Sicht, der mich mit Behandlungsalternativen oder OP-Vorschlägen bombadiert ...schade, dass niemand an mir verdienen möchte, ich würde mich nämlich gerne behandeln lassen, um wieder ein normales Leben führen zu können.

Ich gebe zu, dass ich die üblichen Behandlungskonzepte (Hormone) abgelehnt habe, bzw nicht vertrage.  Und natürlich bleiben dann auch nicht mehr so viele Optionen.  Eine OP, um die ich selbst zuletzt gebeten hatte, hat der Spezialist, bei dem ich zuletzt war, erstmal abgelehnt.

Ich bin übrigens auch privat versichert.  Und ich habe bislang nicht die Erfahrung gemacht, dass ich "besonders viel behandelt" würde.

Ich freue mich für jede Frau, bei der Endometriose festgestellt wurde und die nicht unter - heftigen - Symptomen leidet. 

Leider gibt es eben auch "die anderen", die es vor Schmerzen und diversen anderen Zipperlein kaum aushalten und nach jedem kleinen Strohhalm greifen.  Ich glaube ganz sicher, dass die - meisten - Ärzte einfach nur helfen wollen und in ihrer Hilflosigkeit aus ihrem schulmedizinischen Fundus eben das herausgreifen, was drin ist - und das ist leider nicht so viel, wie wir alle gerne hätten.  Niemand ist verpflichtet, sich aus diesem Fundus zu bedienen. Und viele sind einfach nur froh, dass es das schulmedizinische Wissen gibt und - spätestens im Notfall - zum Einsatz kommt.

Wenn man vor Schmerzen gelähmt ist und keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, ist man dankbar für jeden "einfachen Arzt", der "irgendetwas" tut, damit es aufhört - wenn auch nur für kurze Zeit.  Und das hat seine Berechtigung, denn es sichert manchmal schlicht das Überleben.  

Ich habe durchaus sehr negative Erfahrungen mit Ärzten/ Ärztinnen gemacht.  Und trotzdem bemühe ich mich nach wie vor, sie genau so als Individuen zu betrachten, wie ich von ihnen erwarte, dass sie uns - die Patientinnen - individuell betrachten und behandeln.  Ich will schon allein deswegen nicht den Glauben an "die Ärzte" verlieren, weil ich sehr wahrscheinlich auch in Zukunft wieder auf ihre Hilfe angewiesen sein werde, und sei's tatsächlich für eine - weitere - OP. 

Natürlich kann man viele Theorien rund um das Thema Endometriose und deren Behandlung aufstellen.  Und doch bleibt das blanke Theorie.  Dass sich zukünftig etwas ändert liegt an jeder Einzelnen von uns.  Und bis dahin lebe ich - leider - nicht in der Theorie sondern im knallharten Alltag, in dem mir mein Körper mit teilweise unerträglichen Schmerzen alles abverlangt ... sorry, aber da sind mir manchmal die theoretischen Erwägungen ziemlich "wurscht" ...

 



Ich bin selbst weit davon
Katz

Ich bin selbst weit davon entfernt, beschwerdefrei zu sein. Vor allem übers Wochenende hatte ich gut mit Menstruationsbeschwerden zu tun. Mit drei Schmerztabletten habe ich das Gröbste nun erstmal wieder hinter mich gebracht. Blöd ist, dass ich in letzter Zeit auch Schmerzen dort habe, wo man einen größeren Herd diagnostizierte. Komischerweise hatte ich vor der Diagnose dort allerdings keine nennenswerten Schmerzen.

Trotzdem war mein Wochenende voll: nach der Arbeit zum Ballett, später am Abend zu einem Flashmob, am nächsten Tag stundenlang durch die halbe Stadt gegurkt um bestimmte Dinge zu besorgen, ein aufwändiges Projekt für die Arbeit geplant, abends zu Freunden, Sonntag zwei Drittel des Tages für weitere Arbeitsvorbereitungen genutzt. Ich finde es auch und gerade jetzt wichtig, in Bewegung zu bleiben. Wenn es irgendwie geht, finde ich es wichtig, das zu tun.

Wie gesagt, es freut mich, wenn andere sich bei Ärzten gut aufgehoben fühlen, und das Gefühl haben, man will ihnen wirklich helfen.

Meine Erfahrungen sind andere. Meinem Hausarzt vertraue ich allerdings, und das Vertrauen hat er sich lang erarbeitet. Er wirkt nichtmal wie ein besonders warmherziger Mensch, aber er ist kompetent und sachlich, erkennt seine Grenzen an, nimmt mich ernst und schickt mir als einer der wenigen Ärzte Rechnungen zu, die ich nachvollziehen kann.

Meine derzeitige Gynäkologin finde ich innerhalb des Systems, in dem sie arbeitet, akzeptabel.

So ziemlich alle anderen Gynäkologen, die sich an mir vergriffen haben, finde ich zum In-die-Tonne-kloppen. Unter anderem eine vergleichsweise kurze Bauchspiegelung, die nicht meinem Anliegen und meinen Bedürfnissen nach durchgezogen wurde und mir Probleme bereitete sich immernoch mit ungefähr 2000 Euro belohnen zu lassen und ein Arzt, der mit kontaminierten Handschuhen in meinem frisch operierten Unterleib herumfuhrwerkt, festigen nicht meinen Eindruck, dass man seitens der Ärzte nur helfen möchte. Unser Gesundheitssystem fördert eine solche Haltung auch gar nicht.

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Öhm ich bin gegen
Elhappy

Öhm ich bin gegen sämtliche herkömmlichen Schmerzmittel schwerst allergisch  auch gegen MRT Kontrastmittel (hatte letztes Jahr ingesamt 4 anaphylaktische Schocks ,wobei 2  sehr sehr schwer waren ) Arcoxia  ist ausgetestet wurden vertrag ich auch gut aber es ist seit 2 Wochen tabu ,da  sie meine Bluthochdruckmedikame ausser " kraft setzten .  Ansonsten  darf ich Fentathyl Pflaster und wenn gar nix anderes geht Dipdidor . Ich habe  nach meiner Hysterektomie  vor einen Jahr nix als PRob gehabt  und die Hysterktomie war viel zu schnell und ohne wirklichen Grund -Schmerzfrei bin bis heute nicht (habe nachweisslich herde in der Blase  und weiß geier wo noch ) Anonsten  lebe ich einfach . Die Endo ertrag ich einfach treibe viel Sport  und hab einfach Spass am leben . Ich habe bis vor 3 wo Climopax gw gegen mein Hormonungleichgewicht genommen . Aber musste auf Grund von andern schweren gesundheitlichen Gründen abgesetzt werden . Richtig Hormone kann man mir wieso nicht gegeben wegen TRombose , deshalb die natürlichen Hormone . Aber ich  habe wahrscheinlich einen "HERzklappendefekt " entwickelt . Das wird nächste Woche genauer abgeklärt . Die Einschränkungen die ich dadurch habe sind für mich 1000 mal schlimmer  als die Endo und die schmerzen . 

Katz hattest du schon mal richtig heftige Endoschmerzen ??? Wenn nein hast du leicht reden . Einige Frauen hier die wirklich leiden sind bereit alles auszuprobieren und nach jeden STrohhalm zu greifen . 

 

Ich habe meinen Weg gefunden . Jeder muß  da seinen Weg finden . Ich denke wenn nicht unbedingt mein HErz im WEge steht dann denke ich habe  im Sommer meine hoffentlich vorerst letzte  Sanierung die diesmal hoffentlich richtig durchgeführt wird. Aber die Endo ist im Moment zweitrangig bei mir .

LG  Happy 

 



Ja, die hatte ich. Ein,
Katz

Ja, die hatte ich.

Ein, zweimal hatte ich bestialische Schmerzen in dem Bereich der Blutzyste, die ja eigentlich später entfernt werden sollte. Ich vermute, da waren noch unbemerkte Zysten, die geplatzt sind. Die zwangen mich schon richtig in die Knie, und beim erstenmal habe ich gerade noch meinen Freund bitten können, mich zum Krankenhaus zu fahren. Vor dem KH ließen die Schmerzen jedoch schon ein wenig nach, und mir machte der Gedanke, wieder in die Mühlen des Systems zu geraten, viel mehr Angst. Beim zweitenmal habe ich mich in die Badewanne gesetzt, wo die schlimmsten Schmerzen dann auch wichen, und ich hatte zwar den ganzen nächsten Tag noch Schmerzen (Flüssigkeit im Bauch?), unter denen zu arbeiten kein Spaß war, aber allmählich wurde auch das dann besser.

Diese Erlebnisse sind etwa ein halbes Jahr her und haben sich in der Form nicht wiederholt, mit oder ohne ärztlichen Eingriff.

Die Zyste ist ja immernoch da, Endometriose ist in die Darmwand eingewachsen, andere Herde gibt's auch, und das alles macht auch von Zeit zu Zeit Probleme. Man hat mir keinen Grad genannt, aber im Fachjargon besteht da auf jeden Fall einen tief infiltrierende Endometriose.

Aber ich glaube eben aufgrund meiner Erfahrungen auch, dass Endometriose, egal in welchem Stadium, nicht schlimmer werden muss, dass man diesbezüglich sehr viel selbst in der Hand hat, und dass man die Sache auch von einer ganz anderen Seite betrachten und angehen kann. 

Kann auch sein, dass ich irgendwann nochmal operiert werden muss. Das weiß man alles nicht. Da müsste aber, aus meiner jetzigen Sicht, schon akute Lebensgefahr bestehen.

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Festgefahren
Flocke84

Hallo Katz,

immer wieder lese ich deine Beiträge und stelle fest, dass du verdammt festgefahren in deiner Meinung bist.

Klar, kein Mensch kann deine Erlebnisse beurteilen. Aber ich weiß was eine Endo am/im Darm bedeutet und wenn ich du wäre, würde ich nicht darauf warten mit einem Darmverschluss als Notfall eingeliefert zu werden. Das bedeutet nämlich ein sehr viel höheres Risiko, dass Stuhl in deinen Bauchraum gelangt und dann wünsch ich dir recht viel Spaß.

Aus meiner Sicht ist deine Haltung, auch unter Betrachtung deiner bisherigen Erfahrungen einfach nur pure Angst und Unvernunft.

Es geht hier nicht um die Beschwerden die deine Endo jetzt gerade macht, sondern darum, dass je nach Zyklustag deine Endo dafür sorgt, dass ein Arzt nicht mal mit einem Endoskop die Endostelle am Darm passieren kann und da soll aber der Stuhlgang durch. Die Folgen kannst du dir ja denken.

Ich habe nicht vor dich zu überzeugen, dass du dich operieren sollst, das ist und bleibt deine Entscheidung. Aber ich bitte dich zumindest darum, bei anderen mit einer Darm- oder Blasenendo keine "Werbung" dafür zu machen, dass Sie sich nicht operieren lassen sollen. Denn wenn am Ende jemand diesem Rat folgt und es dann schief geht...

Ganz ehrlich, du hast eine sehr radikale Meinung und die darfst du auch gerne haben, aber bitte halt dich bei Empfehlungen anderen gegenüber in der Hinsicht ein wenig zurück.

Ich bin froh, dass ich meine Darmendo habe operieren lassen, auch wenn ich vorher nie so krasse Schmerzen hatte und vor allem nicht so häufig und auch wenn dich wahrscheinlich durch die erste OP nochmal unters Messer musste. Aber so konnte ich wenigstens kontrollieren und bestimmen wann das passiert und die Bedingungen für geringe Komplikationen waren gegeben, was bei einer Not-OP nicht der Fall ist.

Also trotzdem viel Erfolg und Glück für den von dir gewählten Weg.

LG Daniela



Eigentlich finde ich es ja
Katz

Eigentlich finde ich es ja geringfügig radikaler, sich - prophylaktisch - ein Stück Darm, Blase, Eierstöcke und/ oder die Gebärmutter entfernen und die Reste zusammentackern zu lassen, als schlichtweg die Meinung zu vertreten, dass im Zusammenhang mit Endometriose in vielen Fällen zu standardisiert zu radikal und angesichts fehlender Heilungsaussichten auch nichtmal passend vorgegangen wird.

Jemandem mehr oder weniger zu wünschen ("Viel Spaß ..." auf den Wortlaut muss man ihn diesem Zusammenhang erstmal kommen ...), ihm möge der worst case widerfahren, damit man sagen kann "Siehst du, Unrecht gehabt!" ... kein Kommentar.

Nur nebenbei: wäre ich ein Notfall, dann hätte man damals die Operation vorgenommen, die angedacht war, bzw. mich gleich dort gelassen. Aber einfach gar nichts machen, die Patientin aufwachen zu lassen und mit dem Hinweis "In ein bis drei Monaten dann nochmal zu einer großen Operation melden" wieder wegzuschicken, spricht ja auch für eine bestimmte Haltung.

Wie mehrfach erwähnt muss jede ihren Weg finden. Mit seinen x Operationen und Schmerzen hausieren zu gehen, und daneben sämtliche anderen Ansätze abzutun, ist mit Sicherheit nicht meiner. Übrigens wüsste ich auch nicht, dass ich hier irgendwen derart aggressiv angegangen wäre, wie das jetzt mir mehrfach hier entgegengeschlagen ist. Das ist nämlich das, was ich unter "festgefahren" verstehe, und ich muss mir das nicht geben. Ärzte raten dies - man nimmt es ungefragt hin. Das man selbst oder andere hinterher mindestens genauso leidet, wenn nicht noch mehr, dass es dann aber kein Zurück mehr gibt, scheint dabei nicht weiter relevant zu sein. 

Nicht näher darüber nachdenken zu wollen, ob Endometriose nicht ein multifaktorielles Problem ist, das sich nicht einfach "wegschneiden" lässt, sondern das nach Aufmerksamkeit anderer Art verlangt, ist auch nicht mein Weg, aber anscheinend der der meisten anderen Userinnen hier.

Schade für das Klima in diesem Forum, und (für mich) nicht unbedingt hilfreich. Deswegen verabschiede ich mich hiermit.

Allen anderen alles Gute.

--

"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Ich finde es schade, dass
Miss

Ich finde es schade, dass wir als Frauen nicht zusammen halten und uns hier so austauschen, dass eine gewisse Gesprächskultur herrscht. Das ist der Grund, warum hier fast immer die gleichen User schreiben und sich hier viele wieder ausklinken. Wir würden ALLE davon profitieren, wenn hier jeder seine Erfahrungen und Gedanken schildern könnte ohne sich gleich angegriffen zu fühlen. Sehr schade!!! Aber das erlebe ich irgendwie öfter unter Frauen und es geht mir echt auf den Keks. Der andere Grund warum hier wenig Menschen schreiben, ist, dass der Forumston dermaßen negativ geprägt ist, dass man eigentlich auch nicht reinschauen will, wenn es einem etwas besser geht.

@Katz: Schade Katz, dass du gehst! Ich lese deine kritischen Beiträge sehr gerne, kann aber auch verstehen, dass dir der Gegenwind zu doof ist. Vielleicht kannst du dir einen Ruck geben und bleibst noch ein Weilchen?Kiss

 



Hallo ihr Lieben, ich bin
Sandy84

Hallo ihr Lieben,

ich bin von den Ärzten sehr enttäuscht. Bei mir wurde am siebten eine Bauchspiegelung gemacht. Wie ich finde, völlig umsonst. Die Diagnose Endo ist zwar gesichert worden, war sie aber vorher durch ein MRT auch schon. In dem Beticht vom MRT stand auch drin, dass Darm und Blase betroffen sind. Dieser Berucht wurde aber wohl vom Operateur nicht gelesen. Als ich mach der BS aufwachte und mich über nur drei kleine Schritte freute, eröffnete mir der Arzt am Abend dass nichts gemacht wurde. Ich müsste eine große OP, einschließ Darm- und Blasenteilresektion machen lassen. Ich könnte in zwei bis drei Wochen wieder kommen. Und damit war der gute Mann fertig. Ich bin völlig schockiert über diese Art und Weise. 

Ein Arzt aus dem Endozentrum, sehr nett und freundlich, mit viel Zeit und Ruhe, rät mir zu der OP und hat mir einen Spezialisten empfohleb. Mein Gyn sagt mir ich soll die OP auf keinen Fall machen lassen und lieber schwanger werden. Schön, dass sich alle so einig sind.

 @ Katz: Bitte nicht weggehen. Ich fand deine Beiträge sehr hilfreich und hatte immer das Gefühl, dass du weißt wovon du sprichst. Danke!

Liebe Grüße 



Kein Angriff
Flocke84

Hallo Katz,

es war weder mein Ziel dich anzugreifen, noch dich zu beleidigen oder sonstiges.

Leider ist es schwer schriftlich die Dinge immer genauso rüber zu bringen wie man sie meint. Mein Kommentar "Viel Spaß" war 1. in erster Linie ironisch gemeint und in zweiter Linie, dass du vielleicht doch mal überdenken solltest, dass manchmal eine vielleicht auch prophylaktische OP sicherer sein kann, als ein Not-OP.

Natürlich hast du Recht, dass die Ärzte, dich wieder weggeschickt haben zeigt nicht gerade dass du ein Notfall bist. Aber die Empfehlung zur OP, heißt dass du dennoch ein Notfall werden kannst. Wie ich schon am Ende schrieb, ist und bleibt alles dein Entscheidung und ich meinte es wirklich ernst, als ich dir viel Glück und Erfolg für einen Weg gewünscht habe.

Mir ging es auch nicht darum, dass du hier nicht deine Erfahrungen schildern sollst. Ich wollte nur, dass du vorsichtig damit bist, anderen zu empfehlen sich NICHT operieren zu lassen, da nun mal die Sachlage bei jedem anders ist und wir alle keine Mediziner sind.

Jeder darf seine Meinung haben und auch vertreten, vor allem im Bezug auf sich selbst. Nur eben mit Empfehlungen und Verschwörungstheorien anderen gebenüber, sollte man etwas bedachter umgehen.

Tut mir leid, dass du meinen Beitrag etwas zu negativ aufgefasst hast. Ich hoffe, dass ich das hiermit geraderücken konnte.

LG Daniela



Hallo Sandy Ich hatte auch
floerli79

Hallo Sandy

Ich hatte auch so einen ähnlichen Fall, Die Darmendo wurde bei der BS festgestellt und nur abgekratzt. Mit der Begründung dass keine Beschwerden vorhanden seien und es besser wäre für eine geplante Schwangerschaft. Dass man damit praktisch nicht Schwanger werden kann wegen Sterilität hat mir keiner gesagt. Wir haben danach eine künstl. Befruchtung für die Katz durchgeführt. Ich hatte auch danach massive Verstopfungsprobleme für 1.5 Jahren und hatte fast einene Darmverschluss. Ich hätte sterben können daran.

Daher rate ich Dir, WENN Du Beschwerden hast die Darmgeschichte zu entfernen. So lange Du keine hast kann man es wohl so lassen. Dies meine persönliche Empfehlung. Aber wenn Du Beschwerden hast, warte nicht zu lange. Das am Darn ist nicht soo ungefährlich.,

Hallo Katz

Ich kann Dich schon verstehen, ich kläre ja auch rechtliche Schritte an den Arzt der den Darm eben nicht entfernt hatte, obwohl er es im vornhinein wusste dass es da war und dass es so gross war (Faustgross), und bei einer Nachfrage mich abgewimmelt hat, ein Darmverschluss sei unmöglich (hatte noch ca. 6mm platz zum K.......)

Aber sich ärgern hilft leider nicht, Du musst halt so lange einen Arzt suchen bis zu Deinen Arzt gefunden hast. Das ist oft schwierig und man macht oft schlechte Erfahrungen. Das haben hier wohl alles schon durch. Ich habe angefangen alles selber zu Hinterfragen und zu recherchieren, die Fragen immer aufschreiben und die Ärzte Löchern, ev, eine Zweitmeinung einholen.

LG Andrea