Bin Neu hier und fühle mich wie vergiftet.Cry
Bäumling

Hallo, ich bin neu hier und bin froh, dass es dieses Forum hier gibt. Ich bin 29 Jahre alt und seit meiner ersten Regel habe ich schlimme schmerzen. Ich war 12 als ich meine erste Blutung bekam und ich hatte das Problem, dass ich mit niemandem darüber sprechen konnte. Ich wurde nach dem Prinzip „Ein Indiana kennt keinen schmerz“ erzogen und verschwieg bis heute, was ich eigentlich Monat für Monat mitmache. Bereits 10- 12 Tage vor eintritt der Blutung, habe ich immer wieder Migräne. Ich leide unter Unterleibschmerzen, meine Blase scheint sehr schwach. Ich habe immer wieder Durchfall und Rückenschmerzen. Am schlimmsten jedoch ist, dass ich in der Zeit vor der Regel so wahnsinnig Down werde. Wenn dann die Blutung eintritt, nimmt der Schmerz noch mal so zu, dass ich letzten Monat zwei Mal einfach zusammensackte und auf den Fliesen erst wieder wach wurde. Eigentlich dachte ich da das erste Mal: „Nein, das kann doch nicht normal sein“. Ich dachte nämlich immer, damit muss man leben, das ist das Leid der Frau.

 

Jetzt kommt noch was: Es fällt mir schwer darüber zu reden, aber ich war auch mit 28 Jahren das erste Mal bei einer Frauenärztin. Ach, ich weiß wie doof das jetzt klinge muss, aber glaubt mir, ich hatte dafür meine Gründe, welche mit großer Angst verbunden waren. Nun, meine erste Untersuchung habe ich überlebt. Habe wirklich eine tolle Ärztin, die mir wirklich gut beiseite stand. Ich hatte der Ärztin von meinen Schmerzen erzählt. Dies war eine solche Überwindung für mich, dass ich dabei auch weinte. Bin normalerweise eine sehr starke Person, die viele Entscheidungen trifft und viel mit Menschen arbeitet…Aber hier knickte ich dann wohl ein. Naja, die Ärztin verschrieb mir eine Östrogenfreie Pille. Das tolle daran war, dass ich nun gar nicht mehr meine Periode bekam. Keine schmerzen, keine extremen Downs. Doch nach ca. 8 Monaten, wurde es mir jeden Morgen total schlecht. Ich bekam  plötzlich Pickel, auf der Stirn, den Rücken, Schultern…dabei hatte ich selbst in der Pubertät nie Probleme mit der Haut. Meine Haare waren trotz täglicher Wäschen immer fettig. Ich schwitzte sehr schnell, und am schlimmsten war diese ewig wiederkehrende Übelkeit.  Also beschloss ich, die Pille nach fast 11 Monaten einfach abzusetzen. Blöde Idee. Meine erste Regel nach 11 Monaten war grauenhaft. Ich konnte wieder nicht arbeiten. Hatte schlimme Unterleibschmerzen, Rücken und Kopfschmerzen. Ich hatte Krämpfe, irgendwie fühlten sich die Krämpfe so an, als müsse ich einfach zur Toilette, aber mit den Krämpfen konnte ich nicht mal drücken, die schmerzen waren schlimm….Wieder hatte ich Probleme mit der Blase. Jeden Monat, wenn die schmerzen kommen, kann es passieren, dass einfach ein bisschen Urin läuft. Nie wirklich viel, aber zumindest so, dass meine Unterhose nass ist.

 

Nachdem ich dann das zweite Mal bei meiner Ärztin war, da berichtete ich ihr wieder von den unerträglichen schmerzen und sagte ihr auch, dass ich am Vortag einfach im Badezimmer zusammengebrochen war und auf den Fließen erst wach wurde. Ich war so verzweifelt, hatte schlimme schmerzen und hoffte einfach nur, dass mir die Ärztin irgendwie helfen könnte. Die Ärztin untersuchte mich. Bereits das Spekulum bereitete mir schmerzen. Die vaginale Ultraschalluntersuchung tat mir sehr weh. Es tat mir wirklich richtig weh. Die Ärztin erkannte mehrer kleine Myome. Sie sagte aber, daher könnten die schmerzen nicht kommen. ….Dann sprach sie plötzlich von ENDOMETRIOSE. Ich war immer noch ziemlich fertig wegen der Untersuchung und von dieser Erkrankung hatte ich vorher noch nie etwas gehört. Meine Ärztin sprach auf mich ein und erklärte mir, wie sehr sie eine Bauspiegelung anraten würde. Sie sagte, alle Dinge die ich erzähle, meine Schmerzen und mein Leidensweg…Ich ging mit einer Einweisung in die Frauenklinik in Homburg.

 

Nun, am Mittwoch soll ich operiert werden. Ich habe schon einiges gelesen über diese „kleine“ Op…aber ich habe trotzdem ziemliche Angst. Vor allem habe ich plötzlich auch wieder Angst vor der Untersuchung, welche am Dienstag vor der Op sein soll. Es war das letzte Mal so schmerzhaft.

Auf dem Blatt von der Klinik habe ich gelesen, dass Endoherde- wenn welche da sind- auch gleich entfernt werden. Ich habe auch gelesen, dass sie einen Eierstock gleich entfernen, wenn dies erforderlich ist…. Ich habe noch keine Kinder und könnte mir ein Leben ohne einmal Mutter sein zu dürfen nicht vorstellen…. Ich habe angst. Ich habe wirklich angst. Außerdem fühle ich mich, seitdem die Ärztin mich darüber aufklärte, irgendwie vergiftet. Da ist was in mir, dass sich wie eine Vergiftung anfühlt.

 

Angst habe ich auch vor den Schmerzen. Werde ich nach der OP schmerzen haben? Unterleibschmerzen? Werde ich Blutungen haben? Werde ich laufen können?

 

Laut Arzt, bleibe ich von Mittwoch bis Freitag in der Klinik. Ich habe aber gelesen, dass so was auch ambulant gemacht werden kann? Der Arzt im Krankenhaus sagte aber, ich müsse da bleiben.

 

Was ist denn, wenn sie gar nichts bei mir finden? Was mache ich dann mit den schlimmen schmerzen?

 

Ach, mir ist wirklich alles ein bisschen zuviel!

Ich bin mit 29 Jahren zwar erwachsen, aber so fühle ich mich gerade nicht mehr. Ich weiß, dass dies ein Routineeingriff ist, deshalb mache ich mir weniger Sorgen um Komplikationen. Aber was wird danach sein?

 

Ist wirklich schwierig für mich, zumal ich auch verstanden habe, nachdem ich ein paar hier gelesen habe, dass Endometriose eine wirkliche Krankheit ist und es vielen Frauen dadurch sehr schlecht geht.

 

 

Mhhhh…kann mir jemand ein bisschen beistehen? Vielleicht kann mir jemand auch erzählen, was nach der OP ist. Vielleicht kann mir auch einfach jemand sagen, dass ich träume.

 

 

Danke fürs zuhörenCry Cry