Hysterektomie?
Melli 82

Ich brauche mal eine ( 2,3,4, ) Meinungen zu folgendem Thema:

Bei mir wurde 2000 Endometriose diagnostiziert, vorher und nachher immer wieder massive Schmerzen und Zyklusstörungen.

Nach der Diagnose folgten einige Behandlungsversuche - Hormonell und auch etliche Op's ( Zysten etc. ). Ich habe trotz allem mit etlichen Schwierigkeiten 2 gesunde Kinder ( 1 FG ) bekommen. Zyklusschwierigkeiten mit Dauerblutungen und auch schon Entzündungen habe ich in den letzten fast 20 Jahren einige gehabt. Naja, nun ist es so, dass ich vor einer Woche eine Ausschabung und eine Hysteroskopie hatte. Am Di bekam ich Fieber und massive Unterbauchschmerzen :( Di - Do bin ich in der Klinik gewesen, Verdacht auf Adnexitis - bei völlig stabilen Blutwerten - trotzdem AB erst I.V., jetzt oral ( Blutwerte sind weiter stabil ). Ich nehme seit Di eine "minipille", damit sich die Schleimhaut nicht wieder aufbaut, heute war ich noch mal beim FA - Schleimhaut ist wieder 8 mm aufgebaut :0 !?!?!? weiter subfebrile Temperaturen ( 37,9 ). In 3 Wochen soll eigentlich eine Endometriumablation erfolgen, welcher ich nun seeehr skeptisch entgegensehe.....wenn schon die "einfache" Ausschabung nichts bringt....dann wird die Ablation mir auch nicht helfen....

Meine Frage ist, was spricht gegen eine Hysterektomie? Sterilisiert bin ich seit 2 Jahren. Ich habe nach 20 Jahren nun einfach keine Lust mehr auf diese ewigen Probleme....



Ich schätze mal, Du bist
albea

Ich schätze mal, Du bist "so um die 40"?  Theoretisch ein Alter, in dem Du auch ganz natürlich schon in die Wechseljahre kommen könntest ... von daher wäre es kein grosser Unterschied, sie jetzt sozusagen "künstlich" herbeizuführen. 

Und wenn dann noch Ruhe im Bauch einkehrt ... warum eigentlich nicht?!

Frage ich mich selbst auch immer.

Bis jetzt habe ich tatsächlich keinen Arzt gefunden, der sichdazu bereit erklärt hätte, trotz meiner massiven Beschwerden.  Alle sind der Meinung: ein gesundes Organ wird nicht entfernt.

Mittlerweile finde ich das sogar fast richtig, wenn nur die Beschwerden nicht so schlimm wären ...

Ich weiss allerdings inzwischen auch, dass die Risiken nicht unbeachtlich sind.  Bei "uns Endo-Frauen" sind meist ohnehin schon ziemliche Verwachsungen im Bauchraum vorhanden, durch OP's und durch die Endo selbst.  Bei einem so grossen Eingriff wie der Hysterektomie werden die Verwachsungen nicht "besser", vielmehr ist das Risiko ziemlich hoch, dass neue Verwachsungen entstehen.  Und die können massive Beschwerden machen.  Mir reichen schon die, die ich bislang habe - möchte nicht unbedingt noch welche"dazu bekommen".

Ich habe die Möglichkeit der "Total-OP" für mich immer als letzte Möglichkeit im Hinterkopf - aber eben auch nur als LETZTE Möglichkeit.

Und natürlich gibt es die Frauen, bei denen alles gut ging und denen es hinterher richtig gut geht.

Es ist wirklich eine schwierige Risiko-Abwägung ... 

Alles Gute!

albea



Bei vielen Frauen setzen
hannibunny0606

Bei vielen Frauen setzen dann aber Probleme mit sämtlichen anderen Organen auf,  da diese dann ja Platz haben.  Zwar hat man dann nicht mehr die endo Probleme aber andere und ob man das riskieren sollte ist halt immer schwierig abzuschätzen



Danke Euch für Eure
Melli 82

Danke Euch für Eure Antworten

 Ich bin 33 Jahre alt ;) :(

 

Genau diese Bedenken mit Verwachsungen und noch mehr Problemen im Bauchraum hat meine Frauenärztin heute auch gebracht....

 

Von daher, werd ich wohl die Endometriumablation doch machen lassen. 



Ob das mit der Ablation
albea

Ob das mit der Ablation angezeigt und die richtige Entscheidung ist ...? Keine Ahnung.

Aber dass Du die Überlegung zur "Total-OP" erstmal "nach hinten" geschoben hast, finde ich gut.

Und mit 33 ... puh, das ist ech noch ziemlich jung für einen derart gravierenden Eingriff.  Noch "braucht" Dein Körper das Östrogen, so dass Du um eine Hormon-Ersatz-Therapie nicht herumkommen würdest.  Und das kann auf Dauer auch wieder ziemliche Folge-Probleme verursachen.  Die ganzen Bedenken wird Deine Gyn Dir sicher auch mit auf den Weg gegeben haben.

Als letzte Möglichkeit bleibt diese grosse OP immer in der Hinterhand.  Und das finde ich selbst immer doch ziemlich beruhigend: EINE Option gibt es noch, wenn nichts anderes mehr geht.

Alles Gute!

albea



Gebärmutterentfernung
Hibiskus

Hallo,

ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem Klinik-Arzt und der hat mir gesagt, dass nach der Gebärmutter-Entfernung die Verwachsungen weniger sind. Ich stehe denn auch kurz davor und ich will jetzt nicht hoffen, dass er mir das nur einfach so zur Beruhigung gesagt hat... Der Arzt hatte mir das so erklärt, dass durch die Entfernung der Gebärmutter Ein Loch entsteht und sich dadurch dann nicht so schnell neue Verwachsungen bilden, weil die Verwachsungen dann keine Andockstellen haben. Klang erstmal einleuchtend.



Ich möchte Dir auf keinen
albea

Ich möchte Dir auf keinen Fall Deine Hoffnung nehmen.  Und ich hoffe, es war ein Spezialist, der Dir diese Auskunft gegeben hat. 

Wenn ja, dann nehme ich das mal so hin - wenn auch mit grosser Skepsis.

Wenn nein, könnte es vielleicht gut sein, eine Zweitmeinung einzuholen.

Es gibt sicher Frauen, bei denen die GBM-Entfernung Erleichterung gebracht hat.  Wichtig zu wissen ist, dass allein die GBM-Entfernung die Endo nicht zum Stoppen bringt, weil die Eierstöcke im Körper verbleiben und somit weiter Hormone produziert werden.

Es gibt mindestens genau so viele Frauen, bei denen nach einer GBM-Entfernung (aber auch nach einer "Total-OP") die Probleme gerade wegen neuer Verwachsungen erst richtig angefangen haben.  Und zwar genau deswegen, weil "ein Loch" im Bauchraum entstanden ist, dass der Körper natürlicherweile versucht zu stabilisieren - mit neuen Verwachsungen.  Wenn nun keine "Verknüpfungen" zur GBM "gebaut" werden können, "nimmt" der Körper eben das, was als nächstes "da ist".  Blase, Bauchdecke, Darm etc was auch immer.

Ganz ehrlich, auch wenn diese Aussage von einem Spezialisten gewesen sein sollte, halte ich sie für ziemlich gewagt.  Zumal ohnehin niemand, auch der beste Spezialist, vor einer OP niemals wird sagen können, ob und wo sich evtl Verwachsungen bilden könnten und welche Konsequenzen sie haben werden.

Warum soll denn bei Dir "nur" die GBM entfernt werden? Gibt es eine spezielle Indikation, die das erforderlich macht?

Nimm Dir bitte Zeit und informiere Dich gründlich, lies Erfahrungsberichte (auch hier im Forum) und verlass Dich nicht einfach auf eine pauschale Aussage eines einzigen Arztes.  Viele von uns "Endo-Frauen" haben im Lauf der Zeit gelernt, Ärzten und auch vermeintlichen Spezialisten gegenüber sehr kritisch zu sein und alles zu hinterfragen.  Das kann manchmal sehr lästig aber eben auch rettend sein.

Wenn Du Dich gut aufgehoben fühlst und vollstes Vertrauen zu Deinem Arzt hast - lass Dich von meiner Skepsis nicht anstecken!

Alles Gute!

albea



Hhm, was nun?
Hibiskus

Also die Aussage war von einem Arzt aus einem normalen Krankenhaus, der aber 1000 Endoskopien pro Jahr macht und davon irgendwie 200 Gebärmutterentfernungen. Ich habe mich jetzt darauf verlassen, dass er sein Handwerk versteht. Ich war auch schon in 2 Endo-Zentren, die haben jetzt solche Aussagen nicht gemacht. Aber das eine Endozentrum war mir eine Spur zu massiv, da bekomme ich echt schlaflose Nächte wenn ich an so eine OP denke und das andere Endozentrum hat mir menschlich und organisatorisch nicht zugesagt.

Dem Arzt aus diesem normalen Krankenhaus finde ich sehr nett und er hat alles gut erklärt und ich habe schon Vertrauen zu ihm. Klar, können die erst so richtig was sagen, wenn die auch reingeschaut haben. Aber bei mir besteht halt seit zig Jahren der Verdacht auf Endo, aber selbst bei der letzten OP 2012 in der Uni Heidelberg ist nichts gefunden worden. Leider weiß ich aber auch nicht, ob die danach gesucht haben, weil denen die OP ja ziemlich weggeglitten ist. Die Professorin sagte nur bei der Nachkontrolle, sie könne sich nicht erklären, warum ich immer noch so starke Blutungen hätte, da der Schleimhautaufbau nicht so gravierend wäre. Aber selbst da hat sie nicht von Endo gesprochen. Das Endo-Thema kam dann Monate später wieder zum Vorschein als ich in Bad Waldsee zur Kur war und dort hat mir direkt in der Eingangsuntersuchung die Ärztin gesagt, dass ich Endo in der Gebärmutter habe. Ich bin da aus allen Wolken gefallen und hab nur gesagt, wie kann es sein, dass die im Kinderwunschzentrum der Uni das bei der OP nicht festgestellt haben? Schließlich haben die 3 x in die Gebärmutterhöhle reingeschnitten um die Myome rauszuschneiden. Ich war damals überhaupt nicht bereit, mich noch mit Endo auseinander zusetzen. Ich war einfach nur fertig nach dieser desolaten OP und hatte eine riesen Angst vor weiteren OPs und Krankenhausaufenthalte. Nun melden sich die Nieren vehement, jeden Monat passend nach der Regelblutung und seit einigen Wochen ein permanter Dauerschmerz. Und somit rückte die Endo dann doch wieder ins Zentrum. Und die Gebärmutter soll raus, weil ich seit 14 Jahren sehr starke Blutungen habe, ständig Eisenmangel habe und seit einem 3/4 Jahr so massive Blasenschmerzen habe und bei jedem Ultraschall wird mir gezeigt, wie eingequetscht die Blase ist, die Blase hat überhaupt keinen Platz mehr und ich muss ständig auf Toilette, habe ständig Blasenreizung oder ne Blasenentzündung und es gibt immer öfters einen Rückstau zu den Nieren und ich habe ziemlich häufig einen Nierenstau und wie gesagt jetzt seit Wochen diese permanenten Nierenschmerzen, die mich nun freiwillig ins Krankenhaus treiben.

Meine Frauenärztin hat mir gesagt, dass jede Gyn. Endo operieren kann und erkennen kann, aber klar wenn ich so die Berichte hier im Forum lese, kommen mir natürlich auch Zweifel. Aber ich frage mich auch, kann ich jetzt noch wochenlang warten? Die Schmerzen werden immer mehr und ich habe jetzt allmählich echt Angst um meine linke Niere, da sind die Beschwerden denn am größten. In welchem Endo-Zentrum warst Du noch mal? 



Ich war schon in
albea

Ich war schon in verschiedenen Endo-Zentren (Westerstede, Oldenburg, Neuss - ist das mittlerweile ein Zentrum?, Hannover, und fahre nächste Woche nach Gießen).

Ich kann Dir nur ganz dringend ans Herz legen, Dich an ein Endo-Zentrum zu wenden.  Und wenn es dringend ist, bekommt auch dort schnell einen Termin.  Im schlimmsten Fall: über die Notaufnahme!

Und Nierenschmerzen sind wohl ein Notfall!

Ehrlich, die Zahlen "Deines Arztes" finde ich ziemlich beeindruckend ... kann das in einem "normalen KKH" geleistet werden?

Meine Gyn, die selbst 15 Jahre in einer Klinik gearbeitet und nahezu täglich operiert hat, sagt ganz klar: nicht jeder kann Endo erkennen.  Dazu gehört so dermaßen viel Erfahrung und manchmal auch einfach "das Gefühl dafür" ... sich selbst würde sie es nicht zutrauen.

Ich glaube, die Selbst-Einschätzung mancher Ärzte muss man echt mit Vorsicht genießen.

Um es nochmal ganz klar zu sagen: ich will Dich nicht beeinflussen und finde es ganz wichtig, dass Jede auf ihr eigenes Gefühl hört!  Doch wenn Du hier nach "Unseren" Erfahrungen fragst ... geh bitte in ein Endo-Zentrum!

Lies einfach noch mal ein paar Erfahrungsberichte und lass es auf Dich wirken ...

Und schau auch mal über die Suchfunktion zum Thema GBM-Entfernung.  Ich meine, es gibt einige Sachen, die man bei Endo-Frauen beachten muss (habe keine Ahnung, habe mich damit noch nicht befasst) - ich glaub, der GBM-Hals muss mit entfernt werden.  

Ich kenne Frauen, die haben diesen Eingriff in einem normalen KKH machen lassen und es wurde eben nicht beachtet, was bei Endo beachtet werden muss ... und sie leiden bis heute unter den Konsequenzen.

Nimm Dir Zeit für eine sorgsame Entscheidung und informiere Dich.  Verlass Dich nicht einfach auf die (etwas großspurige) Aussage eines Arztes.

Alles Gute!

albea