Ernährung und Endometriose / Neuling
Zimttasse

Hallo ihr Lieben,

vor zwei Monaten war ich das erste Mal in einem Endometriose Zentrum, wo der Verdacht der Endometriose vom Arzt gestellt wurde.

Er empfahl mir mich weizenfrei, zuckerfrei und kuhmilchfrei zu ernähren und verschrieb mir die Pille.

Seitdem beschäftigt mich das Thema natürlich jeden Tag und ich habe meine Ernährung tatsächlich gleich umgestellt, denn wenn es eine Chance zur Besserung der Schmerzen gibt, will ich diese natürlich nutzen! Meine Rezepte habe ich online gestellt, vielleicht nützen sie ja auch einigen von Euch? http://www.gesund-essen-bei-endometriose.de/

Fragen die mir in den letzten Wochen gekommen sind: Warum macht man nicht gleich eine Bauchspiegelung, um direkt zu wissen ob es Endometriose ist. Und wenn wir stärker zu Laktoseintoleranz neigen, warum macht man dann nicht einfach einen Test anstatt gleich erstmal alles umzustellen?

Hmm das sind so die Fragen die mir gerade im Kopf rumschwirren. Nächste Woche habe ich wieder einen Termin, mal schauen was dabei rauskommt.

 Und damit sage ich einfach mal ein Hallo in die Runde, sich gegenseitig auszutauschen finde ich sehr wichtig, das Internet macht doch einiges möglich.

 Liebe Grüße

Jasmin

 



Hallo Jasmin, herzlich
Miramee

Hallo Jasmin,

herzlich willkommen hier! Schön, dass Du hergefunden hast!

Dein Blog habe ich mir eben angesehen: sieht sehr appetitlich und verführerisch lecker aus! Smile

Kennst Du das Buch "Endometriose und Ernährung" von Britta Kaiser und Matthias Korell? Darin sind viele Zusammenhänge medizinisch und ernährungswissenschaftlich erklärt.

Aber nun zu Deinen Fragen:

Warum macht man nicht gleich eine Bauchspiegelung, um direkt zu wissen ob es Endometriose ist.

Weil eine Bauchspiegelung immerhin ein operativer Eingriff unter Vollnarkose ist, der bei aller heutigen Sicherheit immer Risiken bergen wird. Diese Risiken gehen die meisten Operateure nicht einfach zur Sicherung einer Diagnose ein, sondern nur, wenn ein solcher Eingriff erforderlich wird, weil etwa bestehende Schmerzen nicht anders in den Griff zu bekommen sind oder aber etwas an der Erkrankung selbst ein größeres Risiko birgt (große Zysten, die platzen könnten, Organfunktionsstörungen durch Endo-Einschnürungen etc.). Außerdem sind auch kleine Narben, wie sie nach einer gut gelungenen Bauchspiegelung entstehen eben Narben und können Folgeprobleme verursachen (Verwachsungsstörungen). Also wartet man mit der Operation gewöhnlich, bis eine wirkliche Indikation besteht. 

 Und wenn wir stärker zu Laktoseintoleranz neigen, warum macht man dann nicht einfach einen Test anstatt gleich erstmal alles umzustellen?

 Es ist richtig, dass Endo-Patientinnen verstärkt zu Laktose- und anderen Intoleranzen neigen. Und wenn eine solche Intoleranz besteht, kann man die natürlich durch entsprechende Tests feststellen. Aber unabhängig davon wird immer wieder die Erfahrung gemacht, dass der Verzehr von Milchprodukten sich ungünstig auf Endo-Beschwerden auswirken kann bzw. der Verzicht auf Milchprodukte die Lage verbessern oder stabiler halten kann. Warum das so ist, ist noch nicht hinreichend erforscht. Die Traditionelle Chinesische Medizin hat dafür ein Erklärungsmodell, aber schulmedizisch kann man nur auf die Erfahrungen vieler Endo-Frauen verweisen. Insofern finde ich es sehr fortschrittlich, dass Dein Arzt Dir nicht nur die Pille verschrieben, sondern Dich auch auf die Möglichkeiten der Ernährungsumstellung hingewiesen hat. Damit kann man in einem bestimmten Rahmen einiges erreichen oder verbessern!

Alles Gute für Deinen nächsten Termin und liebe Grüße!

Mira

 



Darf ich fragen, in welchem
smurfer

Darf ich fragen, in welchem Endo-Zentrum du warst ? Ich finde es klasse, wenn Ärzte auch Alternativen ansprechen...



Hallo Mira, ganz lieben Dank
Zimttasse

Hallo Mira,

ganz lieben Dank für die Beantwortung meiner Fragen!!!

War heute wieder beim Arzt und habe auch nochmal gefragt wie das jetzt ist mit der Laktose ... und der meinte auch, es geht nicht um die Laktose, sondern wirklich um die Kuhmilch. Also nützt es nichts laktosefreie Produkte zu kaufen, sondern man sollte eben direkt auf Kuhmilch Produkte verzichten.

Ich habe auch nochmal gefragt ob es nicht sein kann, dass ich doch keine Endometriose habe und die Beschwerden woanders her kommen. Aber er meinte laut Ultraschall und den Sachen die ich so erzähle spricht alles dafür. Deshalb kann ich so also jetzt einfach beruhigt auf die Bauchspiegelung verzichten. Hoffen wir, dass sich da nicht noch größere Zysten oder sowas entwickeln, aber ich arbeite ja schon dagegen an.

Hast du auch deine Ernährung umgestellt? 

Ich werde den Blog auf jeden Fall weiter führen, also schau gerne rein, freue mich wenn da mal jemand was nachkocht hihi. 

Das Buch kenne ich bis jetzt nur aus Foren, muss ich mir mal besorgen :) 

Liebe Grüße

Jasmin 



Hallo smurfer, ja, ich kann
Zimttasse

Hallo smurfer,

ja, ich kann mich glücklich schätzen einen so guten Arzt zu haben. Fühle mich gut aufgehoben. War im Endometriosezentrum in Berlin https://www.endometriosezentrum-berlin.de/.

Liebe Grüße 



Sorry nein . Eine
Elhappy

Sorry nein . Eine Endometrisoe kann man vermuten ,aber man sollte als Arzt nicht etwas behandeln was man nicht 100%ig bestätigen kann . Also ich nehme nicht auf reinen Verdacht irgendwelche Hormone nehmen wenn nicht nötig, und die bauchspiegelung ist nun mal das erste Mittel der Wahl und man weiß nicht was die Endo anrichten kann wenn man sie nicht entfernt oder genau weiß wo sie ist,

Lg  Happy 



Hey Happy, also wurdest du
Zimttasse

Hey Happy,

also wurdest du gleich operiert nachdem die Vermutung im Raum stand?

Liebe Grüße 



Bei mir wurde nie der
Elhappy

Bei mir wurde nie der Verdacht geäußert .Ich hatte eine diagnostische Bauchspiegelung auf Grund von Schmerzen und dort ist es dann festgestellt wurden . Und die Bauchspuegelung war 2 wochen nach meinen ersten Termin bei den Gyns. Das war in der aachener Uniklinik .Zu dem Zeitpunkt wußte ich aber nicht das Aachen Endo zentrum ist . War ZUfall.



Hallo Jasmin!
Mariele

Hallo Jasmin! Ich habe mir gleich deine Rezept Seite angeschaut! Ich finde es super, dass du diese so kreativ erstellt hast, und uns daran teilhaben lässt. Danke dafür! Miramee hat Recht, eine Bauchspiegelung ist ein operativer Eingriff, und den sollte man nicht mal eben so machen. Was sind denn deine Beschwerden, wenn ich fragen darf? Es heißt in der Regel, keine Beschwerden, kein Eingriff. Denn auch ein erster, vielleicht auch eher kleiner Eingriff macht Verletzungen, die zu fiesen Verwachsungen führen können.

Liebe Grüße, Mariele



Hallo Jasmin,  Hast du auch
Miramee

Hallo Jasmin,

 Hast du auch deine Ernährung umgestellt?

 Ja, habe ich. Ich ernähre mich inzwischen vegan, und es hilft wirklich. Ganz am Anfang wusste ich noch nichts von den Ernährungseinflüssen auf die Endo und kann jetzt deutlich den Unterschied feststellen. Noch mehr hat bei mir allerdings die Akupunktur gebracht.

Nochmal zu der Sache mit der Bauchspiegelung bzw. einer Behandlung "auf Verdacht": Ich kann Elhappy auch verstehen, also dass man nichts behandeln sollte, was sich nicht 100%ig belegen lässt. Andererseits kommt es m.E. auch immer auf die Art der Behandlung an: eine Ernährungsumstelllung ist zwar nie ganz einfach, aber man kann sich damit auch allgemein etwas Gutes tun, unabhängig von der Endo. Bei Hormonbehandlungen wird es schon problematischer: ich für meinen Teil vertrage sie gar nicht, aber es gibt andererseits sehr viele Frauen, die über Jahre hinweg die Pille nehmen und für die das kein großer Akt ist, während eine OP immer ein Eingriff mit höheren Risiken bleiben wird.Man kann das nur gegeneinander abwägen und möglichst individuelle Lösungen finden. Bei mir z.B. ist klar: wenn die Akupunktur irgendwann nicht mehr reichen sollte, lasse ich mich eher operieren, als mir noch einen weiteren Versuch mit Hormonen anzutun. Aber für andere kann die Pille eine vergleichsweise gute Lösung sein.

Und ehrlich: letztlich geht es nicht immer zwingend um eine gesichterte Diagnose, sondern vorrangig um eine Verbesserung des Wohlbefindens: Wenn Deine Schmerzen durch die Pille und/oder die Ernährungsumstellung besser werden, ist es letztlich fast egal, ob es wirklich Endometriose ist. Denn auch wenn die Diagnose sicher steht, ist das oberste Ziel ja immer nur eine Linderung der Leiden und eine Verbesserung des Wohlbefindens, zumal es eine wirklich "ursächliche" Behandlung in diesem Fall (schon wegen mangelnden Ursachenverständnisses) nicht gibt. 

Alles Gute weiterhin!

Mira



Hallo Jasmin, deine
abc3

Hallo Jasmin,

deine Seite sieht toll aus!

Wenn Du auf Kuhmilch verzichtest, welche Alternative nimmst Du? Soja? Diese wird meistens außerhalb der EU hergestellt, da sind die Kontrollen anders als bei uns auch, wenn man auf Bioprodukte zurückgreift.

Viele Grüße

abc3 



Hey abc3, vielen Dank, ich
Zimttasse

Hey abc3,

vielen Dank, ich versuche immer neue schöne Rezepte hinzuzufügen.

Ich probiere mich gerade durch die Hafermilch Produkte durch ... Hafer enthält wenig Gluten und ist im Moment für mich die beste Alternative.

Ich hatte einmal einen Soja-Reisdrink probiert, aber das schmeckte nur nach Wasser. Da kam ich nicht so richtig ran. Uäh.

Für mich ist das alles noch ziemlich neu, ich muss da auch noch viel drüber lesen, was jetzt dem Körper gut tut :)

Liebe Grüße 



Mira,  ich denke viel
Zimttasse

Mira, 

ich denke viel darüber nach, ob eine OP jetzt Sinn macht. Aber wie du sagst ... wenn ich die Pille nehme, die Millionen Frauen nehmen und gesund esse, ist das im Moment denke ich okay und ich werde sehen, wie es mein Wohlbefinden verbessert. 

Ich habe meinen Arzt noch einmal gefragt, ob es sein kann, dass ich doch keine Endometriose habe und die Beschwerden woanders her kommen. Aber er meinte, das ist nicht wahrscheinlich, da Schmerzbild und Ultraschall einfach dafür sprechen.

Jetzt versuche ich meinem Körper zu helfen damit klar zu kommen und durch die Hormone und gesundes essen mein Wohlbefinden so zu halten bzw. zu verbessern. 

Mal schauen wie das auf lange Sicht klappt.  



Hey Mariele, es freut mich,
Zimttasse

Hey Mariele,

es freut mich, dass ich dir mit dem Blog ein paar Anregungen geben kann, was du kochen könntest.  

Gern könnt ihr mir auch Tipps geben, ne? ;) Ich bin noch relativ neu in der Thematik und sehr offen für alle Vorschläge! Gerne auch per Mail an hallo@gesund-essen-bei-endometriose.de

Magst du mir mal eine Mail schreiben? Ich würde mich gern mit dir austauschen, aber nicht so gern öffentlich meine Beschwerden auflisten, das mag ich nicht gern ins Internet hinausposaunen, da in diesem Forum jeder mitlesen kann, der noch nicht einmal angemeldet sein muss. Hoffe auf Verständnis :)

Liebe Grüße und einen schönen Freitag :)



Hallo Jasmin, Hafermilch mag
Miramee

Hallo Jasmin,

Hafermilch mag ich persönlich von allen Pflanzenmilchen auch am liebsten. Dinkelmilch ist auch nicht schlecht. Diese Getreidemilchen haben außerdem ein sehr gesundes Pflanzeneiweiß, dass viel geringer allergen ist als beispielsweise Soja, auf das ja viele Menschen nach verstärktem Genuss allergische Reaktionen entwickeln. Mandelmilch klang für mich zwar auch immer verlockend, aber letztlich war sie, als ich sie endlich probierte, abartig süß. Soja- und Reis-Milch hast Du ja selbst schon ausprobiert - die kriege ich nur runter, wenn sie in einer heißen Schokolade sind. Soja-Milch ist also gar nicht mein Ding, aber Soja-Joghurt (zumindest der von Alpro, den man praktisch in jedem Supermarkt bekommt), finde ich geschmacklich sehr angenehm und vielseitig einsetzbar (ich nehme den inzwischen fast für alles, wofür ich früher Saure Sahne oder Kuhmilchjoghurt verwendet habe). 

Weiterhin viel Freude beim Ausprobieren neuer Rezepte!

Liebe Grüße,

Mira



Hey Mira, ich hab da nochmal
Zimttasse

Hey Mira,

ich hab da nochmal ne Frage zur veganen Ernährung. Bei dieser Ernährungsform darf man aber Weizen und Zucker essen, oder? Und mir wurde empfohlen das wegzulassen.

Lässt du das zusätzlich weg oder ist das okay?

Ich habe am Wochenende Reismilcheis gegessen mit frischen Himbeeren! Daaaaaaaaaas war lecker. Bestimmt war da Zucker drin lalala, war nicht selbst gemacht. Dennoch eine gute Erfahrung. 

Liebe Grüße 



Hallo Jasmin,  das mit dem
Miramee

Hallo Jasmin,

 das mit dem Milchreis klingt gut! Ich habe den bisher einfach mit Hafermilch gemacht, aber da geht sicherlich vieles!

Die meisten Veganer machen beim Zucker Unterschiede. Es geht da um die Verarbeitungsform. Da manche Raffinadezucker durch "Knochenfilter" laufen, also mithilfe von Tierknochen bearbeitet werden, essen die meisten Veganer nur Rohrohrzucker. Außerdem greifen viele Veganer nicht zu Fertigprodukten, auch wenn es inzwischen immer mehr vegane Fertiggerichte gibt. Wenn man alles selber zubereitet und nur Rohrohrzucker verwendet, reduziert sich die Aufnahme zugesetzten Zuckers schon erheblich. Ich verwende eigentlich nur Zucker, wenn ich Kuchen backe, also in manchen Monaten gar nicht...

Weizen wird normalerweise von Veganern nicht gemieden, aber da in vielen Bäckerbroten Laktose enthalten ist (also ein tierisches Produkt) backen manche Veganer selbst oder essen nur bestimmte Brotsorten. Ich selbst war noch nie ein guter Brotesser, deswegen berührt mich dieser Punkt nicht so sehr, aber zum Kuchenbacken nehme ich durchaus auch mal Weizenmehl, hatte dadurch aber noch keine Probleme.

Weiterhin alles Gute!
Mira



Soja ist bei endo zu meiden.
Hockeyspielerin

Soja ist bei endo zu meiden. Irgendwas mit Östrogenen ist da. Soja ist so ähnlich oder wirkt wie Östrogene oder so...

Bei endo wird omega3, wie in Leinöl empfohlen, da enzündungshemmend.

Histaminarme Ernärhung wird auch empfohlen, da Histamin, die Endo-Schmerzen verstärkt.

Weizen kann man 1:1 durch Dinkel ersetzen, wenn es nicht glutenfrei sein soll. Dinkel soll besser sein. Mir gehts ohne Weizen besser (habe zusätzich LI und FI).



Liebe
Miramee

Liebe Hockeyspielerin,

 Soja ist bei endo zu meiden. Irgendwas mit Östrogenen ist da. Soja ist so ähnlich oder wirkt wie Östrogene oder so.

 Es stimmt, dass in Soja viele Phytpöstrogene sind, aber davon sollte man bei Endo eigentlich reichlich zu sich nehmen. Phytoöstrogene sind ja in ihrer östrogenen Wirkung (je nach Art) 100x bis 10.00x schwächer als körpereigenes Östradiol. Trotzdem können sie an den selben Östrogenrezeptoren andocken und diese belegen, so dass sich dort kein körpereigenes Östradiol "niederlassen" kann. Und wenn das Östradiol keinen Rezeptor findet und als "freies Östrogen" umherschwirrt, kann es besser abgebaut und ausgeschieden werden. Das heißt, indem man viele Phytoöstrogene aufnimmt, wird man viel mehr körpereigenes Östradiol los und kann die östrogene Wirkung im Körper insgesamt reduzieren. 

(Wer nachlesen möchte: Kaiser/Korell: Endometriose und Ernährung, S. 134f)

Liebe Grüße,

Mira