was macht die Endometriose mit der Psyche
Gloria

Hallo

meine OP steht kurz bevor. Klar ich bin angespannt. Schmerzen sind meistens da, aber auch nicht so schlimm im Vergleich was ich von anderen so lese. Macht die Krankheit selbst was mit der Psyche? Ich bin seit Wochen immer gereizter und antriebsloser. Ist das typisch für die Krankheit?

Liebe Grüße

Gloria 



Hallo Gloria, wird das Deine
Miramee

Hallo Gloria,

wird das Deine erste Endo-OP sein? 

Ich denke, es ist völlig normal, dass man mit einer gewissen Anspannung einen solchen OP-Termin erwartet und auch von dieser Anspannung geschlaucht sein kann. So etwas steckt man nicht so einfach nebenbei weg, wie man es gerne würde...

Letztlich bringt jede Krankheit, ganz besonders aber jede chronische Krankheit eine seelische Belastung mit sich, die sich - gerade wenn man unter starken Schmerzen leidet oder einfach immer wieder aufs Neue mit den Auswirkungen der Erkrankung konfrontiert wird - auch durchaus mal in Depressionen ausdrücken können. Außerdem können hormonelle Schwankungen oder Ungleichgewichte auch Auswirkungen auf den Serotoninspiegel im Gehirn haben, also gedrücke Stimmungen und Antriebslosigkeit fördern. Dazu kommt noch die aktuelle Jahreszeit, die nicht eben stimmungsförderlich ist, denn bekanntlich wirken ja Sonnenlicht und Bewegung, die man in einladenderen Zeiten lieber ausübt, wie ein natürliches Antidepressivum. Kurz: ich könnte mir denken, dass da aktuell einiges zusammenspielt und Du Dich deswegen auch antriebsloser fühlst als sonst. 

 Auch Hormonpräparate - falls Du welche einnimmst - können Depressionen verursachen (so war das bei mir immer, weshalb ich keine mehr nehme).

Vielleicht wird sich einiges von der Gereiztheit und Gedrücktheit legen, wenn die OP endlich erfolgt und dieses schreckliche Warten - das kostet immer Nerven! - endlich ein Ende hat! Das würde ich erstmal in Ruhe abwarten und mir auch nach der OP genügend Zeit zur Erholung von all dem gestatten. 

Solltest Du dauerhaft mit Antriebsproblemen oder dergleichen zu tun haben, würde ich das mit Deinem Arzt besprechen.  Es kann, wie gesagt, an den Hormonpräparaten selbst liegen, aber auch eine Begleiterscheinung der Erkankung oder ein eigenständiges Problem sein. In jedem Fall solltest Du es nicht als nebensächlich abtun. Es gibt verschiedene gute Hilfen - ich habe mit Yoga und TCM sehr gute Erfahrungen gemacht, habe aber auch schon psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen und auch mal eine Weile ein Antidepressivum genommen, weil es nicht anders ging. 

Jetzt aber erstmal alles erdenklich Gute für Deine OP! Wann genau dürfen wir denn die Daumen drücken?

Alles Gute!

Mira