Sorge um die Geburt
bringski

Hallo. Bin 27 Jahre alt.Bei mir wurde letztes Jahr wegen starker Schmerzen eine Bauchspiegelung gemacht in der eine unklare Gebärmutterhalsverenung und aufgestautes Blut in der Gebährmutter festgestellt wurde. NAch der Op hörten die Beschwerden nicht auf.Hatte dann 2 monate starke Schmerzen und es lief immer wieder neues Blut nach war bei insgesamt 11 Gynäkologen und 2 Internisten. Und keiner wusste sich einen Rat und so wurde experimentiert 3 verschiedene Antibiotika und künstliche Wehen wurde über mehrere Tage ausgelöst. Dann wurde eine zweite Bauchspiegelung gemacht und Endometriose im gesamnten Bauchraum festgestellt. Mir wurde damals geraten bei einer ss einen Kaiserschnitt zu bekommen. Jetzt bin ich in der 26 Ssw mit meinem 1 kind und mache mir so langsam Gedanken um die geburt. Zu einem habe ich angst durch den Kaiserschnitt noch mehr verwachsungen zu bekommen aber auch die anderen möglichen Komplikationen machen mir angst.Hab aber gelesen dass einige frauen trotz endometriose normal entbunden haben.Aber vor einer spontanen geburt graut es mir auch wegen der vorgeschichte. Zum anderen waren bei uns in der Familie alle kinder weit über 4000 g und meine oma und mutter hatten beide traumatische geburten was mich auch wenn die vorgeschichte nicht wäre zum Kaiserschnitt tendieren lassen würde. Meine Ärztin und hebamme sind auch mit dem Kaiserschnitt einverstanden, trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen ( vor allem bekommt man es auch noch von anderen die sich nicht auskennen noch mehr vermittelt) und angst. Gibt es jemanden der ähnliche Erfahrungen mit Endometriose und Kaiserschnitt gemacht hat oder jemanden der wegen Kaiserschnitt schlechtes Gewissen hatte ? Vielen Dank



Warum solltest Du wegen
Ali21

Warum solltest Du wegen eines Kaiserschnitts ein schlechtes Gewissen haben? Es ist DEIN Körper, DEIN Kind und DEINE Beschwerden, mit denen Du kämpfst. Die anderen wären mir da vollkommen egal. Du solltest das machen, so wie Du Dich mit der Entscheidung wohl fühlst und auch dahinter stehen kannst, wenn es doch nicht so laufen sollte und dann nicht sagen brauchst, die anderen haben ja...

Da ich keine Kinder habe, kann ich sonst keine Erfahrung dazu beitragen. 

Alles Gute noch für die restliche Schwangerschaft und Geburt! 

 



Hallo bringski,ich vermute,
Miramee

Hallo bringski,

ich vermute, dass der Vorschlag, einen geplanten Kaiserschnitt durchzuführen, weniger mit der Endometriose als mit der Gebärmutterhalsverengung zusammenhängt. Endometriose und auch Adenomyose ist für sich genommen normalerweise kein Grund, eine Spontangeburt zu umgehen, (es sei denn die Verwachsungen sind so stark, dass die Wehentätigkeit eingeschränkt ist). Bei mir hat das auch zweimal gut "spontan" funktioniert (meine Kinder waren beide groß, schwer und hatten einen großen Kopfumfang) und auch von anderen Frauen mit Endo habe ich das immer wieder gehört. Aber je nachdem, wie stark die Verengung des Gebärmutterhalses ist, könnte es bei der Geburt Probleme geben und dann ist ein geplanter Kaiserschnitt vermutlich besser als ein Notkaiserschnitt bzw. - wenn das Kind schon im Geburtskanal steckt und kein Kaiserschnitt mehr möglich ist - eine Zangen- oder Saugglockengeburt. Ich würde an dieser Stelle der Einschätzung der Ärzte und der Hebamme vertrauen. Mit den heutigen Ultraschallmöglichkeiten können sie ja spätestens in den letzten Schwangerschaftswochen sehr genau einschätzen, ob die Kindsgröße im Verhältnis zu Deinem engen Gebärmutterhals zu Problemen führen wird oder nicht.

Wie sehr Dir eine Kaiserschnittnarbe in Zukunft Probleme bereiten wird, kann Dir keiner voraussagen. Natürlich ist es immer möglich, dass dadurch neue Beschwerden entstehen, davor ist man nie gefeit, ob nun mit oder ohne Endometriose...

Dass Du Dir Gedanken machst, sogar ein schlechtes Gewissen bekommst, wenn Du über einen geplanten Kaiserschnitt nachdenkst, verstehe ich gut. Aber ich denke auch, dass es in manchen Fällen einfach die bessere Entscheidung für Mutter und Kind ist (bei der Einschätzung der Sachlage müssen Dir natürlich die Ärzte helfen). 

Übrigens: meine Tante arbeitet als Erzieherin in einem Kindergarten. Sie erzählte mir, dass sie früher (80er/90er Jahre) sehr genau erkennen konnte, welche Kinder per Kaiserschnitt zur Welt gekommen waren, weil sie in der Regel körperlich und seelisch weniger belastbar waren, sich weniger zutrauten/ausprobierten und teilweise Probleme mit Beziehungen hatten. Um die Jahrtausendwende herum wurden diese Aspekte auch häufiger zum Forschungsthema und man hat entdeckt, dass vieles dabei helfen kann, diese andere Geburtserfahrung bei Mutter und Kind auszugleichen: Babymassage hilft wohl z.B. sehr gut, überhaupt viel Körperkontakt und später (wenn es mit der Kaiserschnittnarbe geht) auch das Tragen in einem Tragetuch oder einer Bauchtrage, so dass das Kind - nach der ersten kurzen Trennung - möglichst viel Nähe zu seiner Mutter spürt. Meine Tante berichtet, dass sie Kaiserschnittkinder, die auf diese Weise nachgeburtlich intensiv die Nähe ihrer Mutter erfahren haben, normalerweise nicht mehr als solche erkennt. Die Unterschiede von früher scheint man jedenfalls inzwischen viel besser ausgleichen zu können.

Liebe Grüße!

Mira

 



Hallo liebe
Heviana

Hallo liebe Bringski,

erstmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Schwangerschaft, ich hoffe du kannst sie trotz all der Sorgen geniessen! Ich bin selber Hebamme und frage mich, was genau die Indikation zum geplanten Kaiserschnitt in deinem Fall darstellen soll? Eine Gebärmutterhalsvereengung ist für mich erstmal kein Grund. Auch die Endometriose nicht. Das Kind bleibt sicher auch nicht unter der Geburt im Gebärmutterhals stecken und führt auch nicht dadurch zu einem "Notkaiserschnitt"! Der Gebärmutterhals verkürzt sich und verstreicht dann vollkommen durch die Eröffnungswehen, darauf öffnet sich dieser dann verbleibende "Muttermund" immer weiter und das Köpfchen tritt dann tiefer. Das ist ein langer Prozess, der beim ersten Kind meist über 10 Stunden dauern kann... 

Selten gibt es Frauen, bei denen sich am Muttermund bzw. am Gebärmutterhals trotz stundenlanger Wehen nichts tut. Je nachdem wie es Mutter und Kind tollerieren ist das per se noch nicht schlimm und man kann abwarten, Einleiten, etc. 

So wie es sich anhört hat man bei dir schon im vorhinein Angst, dass sich der Muttermund nicht öffnen wird? Allerdings verstehe ich nicht, wieso man dem ganzen keine Chance geben möchte? Man kann sich dann ja schließlich im Verlauf der Geburt jederzeit zu einem Kaiserschnitt entscheiden, was dann noch lange keinen Notkaiserschnitt darstellt. So bekommt das Kind zumindest ein paar wichtige "Hormone" ab ;) 

Ich kenne natürlich deine ganzen Befunde nicht. Aber was hier klar wird ist, dass du noch sehr viele Fragen hast und dir unsicher mit der Entscheidung zum Kaiserschnitt bist. Als Patient hat man immer das Recht auch nochmal nachzufragen, wenn etwas nicht klar ist. Ich würde dir empfehlen nochmal deine Hebamme oder deinen Gyn zu fragen, wieso genau man dir zu einem Kaiserschnitt rät, und ob es nicht die Möglichkeit gibt es zuerst auf natürlichem Weg zu versuchen. Noch dazu dir die Aspekte zu Pro und Kontro eines Kaiserschnitt zu erklären - Frag deine Hebamme! 

Letztendlich ist ein Spontanpartus für Kind UND Mutter zunächst einmal immer die sicherste Variante, so lange alles physiologisch läuft. Auch wenn man heute leider sehr schnell zum Kaiserschnitt tendiert, häufig ist es auch nur die bequemere, einfachere Variante und es ist eben "erledigt". Aber es ist doch eine OP. Und ich kann nur sagen, jede weitere OP, die weitere Vernarbungen mit sich bringt, würde ich mir ersparen.

Das wichtiste aber ist, dass DU hinter der Entscheidung stehst und niemand anders! Man lässt sich doch zu oft in diesem Bereich fremdbestimmen. Lass dich nochmal aufklären, hack nach, informiere dich, hör auf dein Bauchgefühl. Hauptsache du weißt am Schluss für dich, welchen Weg du gehen möchtest. Denn auch wenn du nicht hinter der Spontangeburt stehst, kann es sein das sich am Muttermund nichts tut, wenn du es gar nicht wirklich willst. Genauso wirst du immer ein schlechtes Gefühl haben, wenn du dich zu einem Kaiserschnitt überreden lässt, ohne das du es wolltest! 

Ich wünsche dir noch eine schöne Schwangerschaft und hoffentlich eine schöne Geburt, wie auch immer du dich entscheidest!  



Oh, wir haben hier sogar
Miramee

Oh, wir haben hier sogar eine Fachfrau! Danke, liebe Heviana, für Deine Einschätzung! Ich konnte nur vermuten, dass die Ärzte wegen der Gebärmutterhalsverengung solche Komplikationen vermuten, weil ich das von Endo bzw. Adenomyose auch nicht kenne. Und da sogar die Hebamme dafür plädierte....  Aber wenn eine Gebärmutterhalsverengung normalerweise auch kein Grund dafür ist, würde ich auch nochmal genau nachhaken, was zu dieser Einschätzung geführt hat, liebe Bringski.

Liebe Grüße!

Mira



@Te: besprich deine ganzen
Tasha

@Te: besprich deine ganzen Ängste und Sorgen bei Geburtsvorbereitungsgespräch im Krankenhaus, die schallen dann ja auch nochmal, und werden deine bisherigen Befunde/Patientenakte zu Rate ziehen...dann könnt ihr gemeinsam entscheiden was in deinem speziellen Fall das beste ist.

auf deine Frage: Kaiserschnitt /Endo

möchte ich folgendes sagen: habe Endo Grad 4

habe mich bewusst für einen Wunschkaiserschnitt entschieden

schlechtes Gewissen? Wegen was, es ist mein Körper, und Gott sei dank darf Frau in der heutigen Zeit selbstbestimmt handeln, nach 5 Jahren Kinderwunschzeit:/Behandlung wollte ich nichts mehr riskieren, und das habe ich auch meinem Umfeld so gesagt, da hat nie irgendjemand mit mir diskutiert!

es war ein tolles Erlebnis, mein Mann schwärmt heute noch von dem ersten Bonding mit seinem Kleinen... und mein kleiner ist das tollste Kind überhaupt...habe es nie bereut, Achja mit der Endo hatte ich seit der Schwangerschaft (2013) bis jetzt nie wieder Probleme also auch keine Probleme mit Narbe/ Verwachsungen...

machen jetzt im August neuen Versuch für Geschwisterkind...sollte es klappen, würde ich wieder einen Kaiserschnitt machen.. 

 

so das war meine individuelle Schilderung zu dem Thema 

 

 



Ihr Lieben, wie schon
Heviana

Ihr Lieben, wie schon erwähnt, sollte jede Frau selbst für sich entscheiden was für sie das richtige ist. Allerdings gehört dazu eben auch eine faire, manchmal ungeschönte Aufklärung, die man sich halt wie so oft einfordern muss. Das wichtigste ist aber, dass es für einen selber passt. 

 

Ich würde jetzt hier auch keine Diskussion „Spontangeburt VS Kaiserschnitt“ lostreten - dazu gibt es mit Sicherheit genügend andere Foren, primär geht es hier um Endometriose. 

 

Trotzdem muss ich zu dem Kommentar von Tasha noch kurz was sagen:

Es ist schön, dass für dich und deinen Mann der Kaiserschnitt so positiv stattgefunden hat, und es für dich die richtige Entscheidung war.  

Den Kaiserschnitt aber als so romantisch darzustellen spiegelt nicht unbedingt das Empfinden der Mehrheit. Das der erste Bonding Moment für den Vater überwältigend ist, ist doch klar, dass findet bei einer Spontangeburt aber logischerweise genauso statt, ist also kein Argument für den Kaiserschnitt. Aber trotzdem schön, dass es bei euch so gut lief. 

 

Die Logik, nach all dem Kampf Schwanger zu werden den Kaiserschnitt als den sichersten Weg zu wählen, um dann ja kein Risiko mehr einzugehen, ist leider eine „Laien-Logik“.

Das ist nicht böse gemeint, aber man muss fairerweise sagen, dass ein Kaiserschnitt de Faktum NICHT die sicherere Variante für Mutter und Kind ist. Gerade bei einem geplanten Kaiserschnitt haben viel mehr Kinder Anpassungsstörungen und müssen erstmal unterstützt werden bei der Atmung etc… Genauso gibt es OP Risiken für die Mutter. Diese jetzt alle aufzuführen führt hier zu weit. Selbstverständlich kann auch bei einer normalen Geburt etwas schief laufen, aber zum Glück geht in der Regel beides hier in Deutschland gut aus. :) Man sollte sich eben ordentlich aufklären lassen, und dann selber abwägen und den richtigen Weg für sich wählen, mit allen Konsequenzen. Eine 100%ige Sicherheit gibt es für nix im Leben. Ein schlechtes Gewissen braucht aber keiner haben, egal für was man sich entscheidet! 

 

Aber Fakt ist nunmal, es gibt genügend Studien zum Thema, auch die WHO empfiehlt ganz klar die normale Geburt dem Kaiserschnitt vorzuziehen, es sei denn es gibt medizinische Gründe. Das wollte ich einfach nochmal erwähnen, nicht dass der Eindruck entsteht ein Kaiserschnitt ist immer risikoärmer. 

(http://www.die-sichere-geburt.de , http://www.praxisvita.de/ist-ein-kaiserschnitt-sicherer-als-eine-natuerl..., http://www.quag.de/quag/empfehlungen.htm)

 

@Miramee: Ja, eine Fachkraft. Allerdings wünschte ich mir gerade als Endo Patientin lieber unwissend zu sein - Medizinisches Personal sind die schlimmsten Patienten. Man weiß einfach zu viel über die Materie ; )



Liebe Heviana, @Miramee: Ja,
Miramee

Liebe Heviana,

@Miramee: Ja, eine Fachkraft. Allerdings wünschte ich mir gerade als Endo Patientin lieber unwissend zu sein - Medizinisches Personal sind die schlimmsten Patienten. Man weiß einfach zu viel über die Materie ; )

 Ja, einerseits. Aber andererseits weiß man ja damit auch, wie individuell die Verläufe, die Beschwerden und der Umgang damit sind und dass letztlich jede Frau den für sie passenden Weg finden muss :-))

Nochmals vielen Dank für Deine Ausführungen zum Thema Geburt unter diesen speziellen Umständen!

Liebe bringski,

wann hast Du denn Deinen nächsten Termin bei Deiner Frauenärztin oder Deiner Hebamme? Bestimmt werden Sie das Für und Wider, das Dir jetzt bezüglich der Geburtsentscheidung verständlicherweise durch den Kopf geht, gut nachvollziehen und Dir ihre fachliche Sicht darauf darlegen können. Schließlich ist es für Dich wichtig zu wissen, wie sie welche Chancen und Risiken konkret in Deinem Fall einschätzen, damit Du für Dich zu einer Entscheidung kommen kannst, die für Dich passt.

Wie eine Geburt letztlich wirklich werden wird, kann man natürlich nie wissen und daher auch nicht bis ins letzte planen - aber daran sollte man sich ohnehin gewöhnen, wenn man mit Kindern leben möchte: es kommt oft anders als man denkt, aber das heißt auch, dass man nicht selten positiv überrascht wird oder für sich selbst etwas dazulernt :-)

Alles Gute für Dich!
Und liebe Grüße in die Runde!
Mira



@heviana: verzichte gerne
Tasha

@heviana: verzichte gerne auf Belehrungen, um die ich nicht gebeten habe:-)

die Te wollte Erfahrungswerte von Frauen die schon einen Kaiserschnitt hatten, und erfahren wie man sich gefühlt hat, ob es ein schlechtes Gewissen usw gab... Ichnhabe der Te auf ihre Frage geantwortet und ich schrieb dazu das es mein individuelles empfinden ist... Wie Sie und die Ärzte sich entscheiden wird in der individuellen Situation bestimmt richtig entschieden werden, darüber erlaube ich mir kein Urteil, da ich nicht in dieser Situation bin.

Genauso ist es mein individuelles empfinden nicht das Risiko einer Spontangeburt einzugehen, ich empfinde das weder als laienlogik noch sonstiges sondern mein Recht auf selbstbestimmte Geburt...und das Wort romantisch habe ich in keiner Weise benutzt, aber man kann natürlich immer das reininterpretieren was man gerne herauslesen möchte...

Schade eigentlich....

der te alles gute:-)