Super Schilddrüsen-Werte mit Hilfe von Progesteron
endofreundin

Vielleicht von Interesse auch für andere Frauen: Vor zwei Jahren hat ein Endokrinologe eine Schilddrüsen-Unterfunktion bei mir festgestellt. Da meine Mutter Hashimoto hat, dachte ich: Jetzt geht es also auch bei mir los. Antikörper waren aber unter dem Grenzwert, also o.k.. Gegen die Schilddrüsen-Unterfunktion wurde mir L-Thyroxin verschrieben. Ich steigerte die Dosis langsam von 25 über 50 auf 75. Ich kam aber auf Dauer nicht so gut klar mit dem substituieren. Außerdem wollte ich lieber an der richtigen Stelle ansetzen. Da ich kurz darauf mit Progesteron vaginal (hochdosiert) begonnen hatte (wegen meiner Endometriose und Adenomyose), konnte ich an mir selbst gut feststellen wie Östradiol, Progesteron und Schilddrüse zusammenhängen. Hohe Östradiol-Werte bzw. niedrige Progesteron-Werte sorgen dafür, dass die Schilddrüsen-Werte schlechter werden (das TSH steigt also), niedrige Östradiol-Werte bzw. hohe Progesteron-Werte sorgen dafür, dass sich die Schilddrüsen-Werte verbessern (das TSH sinkt also). Ich habe mich dann nach einem halben Jahr des Herumexperimentierens und nach Rücksprache mit meiner Frauenärztin entschieden, überhaupt kein L-Thyroxin mehr zu nehmen, sondern nur mein Progesteron. Seitdem (ist jetzt über ein Jahr her) sind meine Schilddrüsen-Werte prima (Blutwerte wurden immer wieder kontrolliert).
Den Zusammenhang kann man auch schnell googeln, wenn man z.B. "Schilddrüsenunterfunktion und Östrogendominanz" o.ä. eingibt. Wobei ich zur Sicherheit auf Folgendes hinweisen will: Was bei mir funktioniert hat, muss nicht zwingend bei anderen Frauen funktionieren. Schilddrüsen-Werte schwanken ja auch immer etwas und sind von vielen Faktoren abhängig. Also: Erst einmal alle Ursachen abklären bei Schilddrüsenunterfunktion. Wobei es sich bei mir wirklich gelohnt hat, statt L-Thyroxin einfach Progesteron zu nehmen (was mir außerdem bei meiner Endometriose/Adenomyose enorm geholfen hat). Für mich war und ist Progesteron also wirklich ein Segen.
Liebe Grüße,
Endofreundin



Hallo Endofreundin, das
Liv_23

Hallo Endofreundin,

das freut mich sehr zu lesen. Ich habe den Zusammenhang auch schon sehr oft gelesen und gehört. Unglaublich wie doch immer alles irgendwie zusammen hängt. Meine Ärzte haben sich allerdings alle dagegen geäußert, nehme auch seit einem Jahr L-Thyrox. Immer schwierig find ich, mit den unterschiedlichen Ärzten. Aber freut mich sehr dass du ohne klarkommst.

Darf ich fragen, nimmst du also "nur" das Progesteron gegen deine Endo, sonst nichts? Hast du damit wenig oder sogar keine Beschwerden?



Thyroxin
caithy

Liebe "endofreundin"

mich würde auch sehr intersssieren wie sich deinen Schmerzen mit Thyroxin und Progesteron entwickelt haben.Warst du ausserdem bei einem Endokrinologen? Also war bei dir tatsächlich ein zu niedriger Progesteron-Wert festgestellt? Ich nehme jetzt seit ein paar Wochen auch L-Tyroxin und ich weiß noch nicht ob es sich um einen Zufall handelt, aber ich hatte im letzten Zyklus weniger Tage Schmerzen und diesen Zyklus - der gerade erst angefangen hat - scheint es auch nicht so stark zu sein..  Eine Progesteroncreme habe ich auch seit einiger Zeit zuhause, habe mich aber noch nicht getraut sie anzuwenden.. 

Würde mich wirklich sehr über eine Rückmeldung freuen.

 

Liebe Grüße



Liebe Liv, Liebe Caithy,
endofreundin

Liebe Liv, Liebe Caithy,

ja, ich nehme tatsächlich "nur" Progesteron vaginal gegen meine Endometriose und Adenomyose und es hat mich nach einem Leidensweg wirklich gerettet. Ich möchte dazu noch zwei Untersuchungsergebnisse abwarten und dann meine Erfahrungen hier so ausführlich wie möglich mitzuteilen (mit allen vorher-nachher-Punkten), um einerseits keine falschen Hoffnungen zu wecken und andererseits zu zeigen, dass Progesteron auch für andere Frauen vielleicht genau das Richtige sein könnte. Für mich war es definitiv die beste Lösung. Ich habe mein Leben wieder zurück.

Zur Schilddrüse: Leider kennen sich viele Ärzte mit den ganzen Zusammenhängen tatsächlich wenig aus und verschreiben oft gerne das einfachste Medikament anstatt sich mit Ursachen und Wechselwirkungen zu beschäftigen. Wenn eine Art Östrogendominanz vorliegt (da die Östradiol-Werte zyklusbedingt schwanken, würde ich das laienhaft mal so umschreiben: tendenziell zu lange und zu hohe Östradiol-Werte in Relation zu den Progesteron-Werten und natürlich in Relation zum Zeitpunkt der Blutabnahme, d.h. die Zyklusabhängigkeit muss natürlich mit berücksichtigt werden), wenn also eine Art Östrogendominanz vorliegt, hat das oft eine indirekte Schilddrüsenunterfunktion zur Folge: Durch zu viel Östrogene können die Schilddrüsenhormone T3 und T4 oft nicht richtig wirken, weil sie dadurch stärker gebunden und weniger in den Organen/Zellen freigesetzt werden. Da spricht man dann wohl von einer latenten Schilddrüsenunterfunktion bzw. auch von einer Schilddrüsenresistenz. Eigentlich sind also genug Schilddrüsenhormone da, aber der Körper kann sie nicht richtig nutzen/verwerten. Der Körper merkt die typischen Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion und schüttet mehr TSH aus, um die Schilddrüse zu verstärkter Produktion von Hormonen anzuregen. (Der Körper kann zwischen einem echten Mangel und einer "nur" schlechten Verwertung nicht unterscheiden und vermutlich zu Recht, denn so oder so muss er dann ja irgendwie versuchen gegenzusteuern).

Bei mir war es eben genau so: fT3 und fT4 waren stets  im Normbereich und immer nur das TSH erhöht. Für mich hat es nach etwas Erfahrungszeit letztlich Sinn gemacht nur Progesteron zu nehmen. Das ist mir auch schon dadurch aufgefallen dass ich bei gleichzeitiger Gabe von L-Thyroxin und Progesteron immer wieder in eine Schilddrüsenüberfunktion geraten bin. Deshalb habe ich das L-Thyroxin dann ja auch abgesetzt und nur auf das Progesteron vertraut, mit dem ich seitdem wunderbar klar komme. Aber Eure Situation kann natürlich eine ganz andere sein. Ich wollte mit meinem Post nur wenigstens auf die Zusammenhänge hinweisen, die sich zumindest bei mir komplett bestätigt haben bzw. wodurch ich überhaupt erst darauf aufmerksam wurde.

Für die Blutuntersuchungen war ich sowohl bei einem Endokrinologen als auch bei einer Frauenärztin. Wenn man nur einmal Blut untersuchen lässt, ist das leider oft wenig aussagekräftig, denn wenn man Pech hat, sind die Werte gerade tatsächlich unauffällig. Außerdem sind sie manchmal für sich alleine genommen zwar in der Norm aber in der Relation zueinander eben nicht in Ordnung. Ich hatte z.B. in der Mitte der zweiten Zyklushälfte (perfekter Blutabnahmetag) einen im Grunde guten Progesteron-Wert (im Normbereich), der aber im Vergleich zu meinem zu hohen Östradiol-Wert überhaupt nicht ausreichend war.

Noch mal zur Klarstellung (offenbar gab es da ein Missverständnis): Gegen meine Endo/Adeno (brauche z.B. keine Schmerzmittel mehr) hat mir nur das Progesteron geholfen (nicht das L-Thyroxin). Ich kann dir also gar nicht sagen, ob L-Thyroxin sich auch positiv auf die Endometriose / Adenomyose auswirken kann. Davon habe ich bis jetzt auch noch nichts gehört. Vielleicht über eine indirekte Wirkung auf das Östrogen? Eine Regulierung der Schilddrüse kann zumindest eine Regulierung des Zyklus bewirken. Vielleicht hast Du davon profitiert? So oder so ist es ja gut, dass Du eine Verbesserung bemerkt hast, wodurch auch immer die entstanden ist. Vielleicht wissen andere mehr dazu (hier scheinen sich ja viele Frauen sehr gut auszukennen mit allem). Zumindest stehen die Hormonwerte ja alle in Zusammenhang, in die eine wie in die andere Richtung. Aber das L-Th. hat sicher nicht z.B. die direkte antiestrogene Wirkung auf die Zellen/Rezeptoren (z.B. des Endometriums) wie das Progesteron.

Für das Thema Progesteron vaginal bei Endometriose und Adenomyose werde ich dann wie gesagt noch ein eigenes Thema aufmachen (damit das dann auch andere finden können).

Alles Liebe,

Endofreundin