Natürliches Progesteron - Prof. Dr. Ebert -Berlin
endofreundin

In dem Buch "Endometriose - Ein Wegweiser für die Praxis" (4.Auflage aus dem Jahr 2014) von Prof. Dr. med. Andreas D. Ebert wird - sehr kurz - beschrieben, wie natürliches / körpereigenes/identisches Progesteron zur Therapie von Endometriose eingesetzt werden kann. Dort ist zum Beispiel eine Dosierung von 200mg/Tag von Tag 1-14, gefolgt von 200-400mg/Tag von Tag 15-26 angegeben. Das klingt also nach einer zyklischen Anwendung mit Pause. Zuvor gibt es aber auch den Hinweis, dass eine Dosierung von 200mg/Tag nicht unterschritten werden soll und hier weiß ich nicht, ob diesbezüglich eine durchgehende Einnahme gemeint ist. Aus einem anderen Endometriose-Zentrum der Stufe III weiß ich, dass meist eine durchgehende Einnahme von mind. 300mg/Tag (keinesfalls weniger) empfohlen wird. Nun meine Frage: Weiß jemand, ob Prof. Ebert inzwischen ebenfalls eine durchgehende Einnahme (also ohne Pause) empfiehlt (ich habe so etwas gehört) und in welcher Dosierung? Vielleicht liest das sogar jemand, der Patientin bei ihm ist und ebenfalls natürliches Progesteron (z.B. Utrogest, Progestan, Famenita) als Endometriose-Therapie nimmt oder genommen hat und darüber Bescheid weiß? Freue mich sehr über Rückmeldungen. Vielen Dank!



Huhu Endofreundin, ich kenne
Kleene

Huhu Endofreundin,

ich kenne das Buch nicht, wusste gar nicht, dass überhaupt einer der Spezies auf eine Therapie mit Progesteron hinweist.

Was mich aber interessieren würde - schreibt er orale Aufnahme? (Bei der Menge vorstellbar, da ja nur ungefähr ein gutes Zehntel dem Körper nach Verstoffwechslung zur Verfügung stehen würde, d.h. 20-40mg).

Viele Grüße

Kleene



Vaginal ist am sinnvollsten
endofreundin

Ob oral oder vaginal schreibt er nicht. Vaginal ist aber am sinnvollsten. Ich selber nehme zwischen 200-600 mg Progesteron pro Tag vaginal. Nur so habe ich einen entsprechend ausreichenden steady state von Progesteron-Spiegel im Blut (durchschnittlich um die 20 ng/ml Progesteron) und nur so auch eine effektive Wirkung bezüglich meiner Endometriose und Adenomyose. Ich habe schon flüchtig gelesen, dass hier Leute Progesteron nur cremen, aber Progesteron wirkt kaum über die Haut, da erreicht man also nicht sehr viel.
Liebe Grüße,
Endofreundin



Huhu Endofreundin "steady
Kleene

Huhu Endofreundin

"steady state von Progesteron-Spiegel im Blut (durchschnittlich um die 20 ng/ml Progesteron)"

Das steht wo? In dem Buch? Oder hast du hier eventuell einen Link, wo nähere Infos dazu stehen? Ich hab leider pg/ml Werte - und weiß nicht, wie ich die umrechnen könnte.

Mit dem cremen, also der transdermalen Aufnahme, ist das so eine Sache - hier gibts unterschiedliche Aussagen und Berichte. Von 80-100% Aufnahme bis zu "(zu) geringe Aufnahme". Blut- und Speicheltests zeigen, dass das Progesteron bei mir über die Haut aufgenommen wird. Vaginal fände ich interessant(er), wg Adenomyose und Myome. Vielleicht ist eine "vor Ort Applikation" hier für mich wirksamer.

Viele Grüße

Kleene



ich hatte noch vor kurzem
dormant

ich hatte noch vor kurzem folgendes gefunden, weil ich die pille nicht vertrage und alternativen suche

auf der zweiten seite is eine rezeptur für endometriose

vitamin d3 + progesteron zur vaginalen anwendung 

 http://www.natum.de/files/15013_2015_20_01_i_040-041_gg1501_natum_vitamin_d_473757_online_1_.pdf 

 



Hallo Kleene von pg zu ng
katwe14

Hallo Kleene von pg zu ng musst Du nur durch tausend teilen :-).

Ich bin sehr an Erfahrungsberichten mit hochdosiertem Progesteron interessiert. 



Progesteron vaginal
endofreundin

Hallo Kleene,

Goldstandard bei einer körpereigenen Hormontherapie ist aktuell: Östradiol über die Haut, also transdermal und Progesteron NICHT über die Haut, weil es anders als das Östradiol ganz schlecht über die Haut aufgenommen wird, deshalb Progesteron am besten vaginal. Östradiol transdermal wäre für uns Endometriose-Patienten ja höchstens als Add-Back von Interesse, ansonsten wollen wir ja eher KEIN zusätzliches Östradiol aufnehmen. Ich wollte nur erwähnt haben, wo die transdermale Anwendung Sinn macht, nämlich zum Beispiel bei Östradiol, nicht aber bei Progesteron. Cremen ist bei Progesteron also eher ineffizient. Wie hoch sind denn Deine Progesteron-Spiegel im Blut? Wenn sie Dir für Deine Schmerzfreiheit / Wirkung auf das Endometrium / auf die Endometriose-Herde etc. reichen, ist ja gut, dann passt das ja vielleicht für Dich. Progesteron-Cremes können zumindest "Symptomlinderung" bringen, das wurde, glaube ich sogar auch bei Prof. Ebert erwähnt. Das hätte mir aber nicht ausgereicht bzw. ich wollte eben mehr erreichen. Ich bin wie gesagt mit der vaginalen Einnahme glücklich. "Steady State" bedeutet in der Medizin einfach das Erreichen eines konstanten Wirkstoff-Spiegels (in dem Fall also ein konstanter Progesteron-Spiegel), den ich bei mir um die 20ng/ml (Blutwerte) halte. Alle meine Hormon-Werte etc. lasse ich nur im Blut messen (die gemessenen Werte haben auch immer zu meinem subjektivem Gefühl gepasst bezüglich Schmerzen, Schmerzfreiheit, Hormon-Höhe der Einzel-Hormone, Hormon-Relation etc.) Die Blutwerte haben für mich also immer Sinn gemacht und ich kann ganz viel damit anfangen. Speicheltests halte ich für sehr ungenau, unseriös und leider auch für Geldmacherei. Das kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

Liebe Grüße,

Endofreundin



vaginale "Einnahme"
albea

Neben allem vorher Geschriebenen finde ich auch die Tatsache wichtig, dass bei vaginaler Einnahme keine Verstoffwechselung über die Leber erfolgen muss. Das gilt zwar auch für die transdermale Anwendung, aber da ist eben der Wirkungsgrad deutlich geringer. Zumindest ist es mir genau so sowohl von meiner Gyn als auch von meiner Hausärztin gesagt worden.

 

 

albea



Huhu, danke Katwe - gerade
Kleene

Huhu,

danke Katwe - gerade auch im Netz gefunden. pg/ml=ng/l Embarassed aber auch gemerkt, dass ich bei den Speichelwerten geguckt hab (ich habe sowohl als auch Speichel/Blut) Blutwert ist anders:

 2926 ng/dl          (Norm: 1100-2500)

Ich beschreibe unter "Anwenderinnen Progesteron" was sich verändert hat. Die Endo ist nicht (mehr) mein Problem denke ich nach einem knappen Jahr - meine Mens setzt fast schmerzfrei ein. Mein Problem sind Myome.

Hmm, auch zum Thema Progesteron gibt es viele Berichte über die transdermale Aufnahme.

Wie gesagt, ich finde die vaginale Aufnahme interessant, ich habe vor laaanger Zeit mal Utrogest oral versucht, das ging leider garnicht. Vaginal wäre event. aufgrund des Myoms spannend (ausser natürlich es ist eines, was wg Prog. wächst Tongue out).

Lg

Kleene



oral/vaginal
endofreundin

@Kleene: Dass Du die orale Einnahme von Progesteron nicht vertragen hast, könnte genau mit dem "first-pass-effekt", also der bedeutsame erste Leberpassage zu tun haben, auf die Albea hingewiesen hat. Bei dieser ersten Leberpassage, die bei oraler Einnahme immer stattfindet, wird ein Teil des Wirkstoffes unwirksam gemacht und es entstehen Metabolite und damit leider auch Nebenwirkungen. Bei vaginaler Einnahme findet dieser first-pass-effekt über die Leber nicht statt. Was dann später als Progesteron im Körper kreist, landet wie ich mich erinnere mal gelesen zu haben, teilweise schon noch im enterohepatischen Kreislauf, aber das hat dann im Vergleich zum "first-pass-effekt" überhaupt keine nennenswerte Bedeutung. Ich habe mit der vaginalen Einnahme keine Nebenwirkungen (höchstens wenn ich das Progesteron zur falschen Zeit zu hoch dosiere, dann kann es auch mal ein klein wenig müde machen) Zur Schlafenszeit ist das aber ganz praktisch ;-)
Liebe Grüße,
Endofreundin



Danke Endofreundin für
Kleene

Danke Endofreundin für deine Erfahrungen Smile

Das mit der Leber ist mir bewusst, daher transdermal. Oral bekam ich damals starken Schwindel.

Bezüglich Adenomyose und den Myomen finde ich diese Art der Anwendung für mich sehr spannend, weil vielleicht noch effektiver, da nah dran am Geschehen. Ich werde schauen, ob ich umsattel.

Ansonsten liegt mein Prog.-Spiegel dann ja bei 29 ng/ml mit der Creme (creme 30mg ab Tag 12). Ggf wäre es hier noch eine Möglichkeit den Zyklus durch zu cremen um diesen Wert zu halten.

Eine Blutung hast du aber noch regelmäßig? Da ich durch die Myome jedes Mal sehr viel Blut verliere, ist es für mich zwischenzeitlich interessant, die Blutung ggf eindämmen oder stoppen zu können.

Viele Grüße

Kleene



Patientin bei Prof. Ebert
Christina87

Hallo endofreundin,

ich bin bei Prof. Dr. Ebert in Behandlung und letztes Jahr hat er mir zusätzlich zur Visanne die vorübergehende Einnahme von Progestan empfohlen. Jede der Weichkapseln enthält 100 mg Progesteron und ich sollte täglich 2 davon vaginal vor dem Schlafengehen nehmen. Du hast recht, dass man Progestan normalerweise nur etwa 14 Tage lang während der 2. Zyklushälfte nimmt. In meinem persönlichen Fall hat er jedoch zur durchgängigen Einnahme geraten. Bei meinem nächsten Kontrolltermin etwa 2 bis 3 Monate später sollte ich das Progestan dann wieder absetzen, da sich meine Beschwerden in der Zwischenzeit verbessert hatten. Prof. Ebert empfiehlt jeder Patientin ganz individuell, was, wieviel und wie lange ein Medikament genommen werden soll, daher kann man wohl pauschal keine Therapieempfehlung aussprechen.

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.

LG Christina 



Adenomyose und PCO und Endometriose überall
Endobiene

Habe ich das vorhin richtig gelesen , teilweise wurden hier 200 bis 600 mg Utrogestan vaginal genommen???

 

Wie habt Ihr das verteilt und wie eingeführt??

Habt Ihr die runden Weichkapseln aufgestochen??

 

LG Simone 



Ich führe die Kapseln
albea

Ich führe die Kapseln vaginal ein, sozusagen eine Fingerlänge. Sie lösen sich auf, man braucht sie nicht anstechen. Das merkst Du schon, wenn Du sie mal länger in der Hand hast. Die Hülle "schmilzt". Ich verteile meine Dosis auf morgens und abends. Abends mehr, weil es müde machen kann. Ich bin "in meinen besten Zeiten" allerdings nur auf 300 mg, also 3 Kapseln, gekommen.

Alles Gute!

albea