Zufallsbefund Endo. Und nun?
anna_

Hallo ihr Lieben!

Ich wurde letzte Woche wegen einer Ovarialzyste operiert. Dabei wurde "ausgedehnte Endometriosis genitalis externa im Sacrouterinligament links, linker und rechter Douglasraum, Adnexadhäsion links und eine ausgedehnte Bridenbildung an der linken Beckenwand" gefunden. Laut Entlassbrief wurden alle Herde komplett entfernt, was ja schon einmal gut ist. Naja und nun zu meinem "Problem". Ich war wegen der Routine-OP wegen der Zyste nicht in einem Endometriosezentrum und fühle mich nun irgendwie hilflos und alleine gelassen. Der Arzt sagte lediglich: Jetzt ist der beste Zeitpunkt zum schwanger werden (aber das wollten wir eigentlich noch nicht --> "müssen" wir es jetzt schon versuchen?). Außerdem warf er in den Raum: "man kann noch Hormone nehmen, muss man aber nicht. Ist ja alles weg." Die Pille nehme ich schon lange nicht mehr und fühle mich eigentlich sehr gut damit.

Ich habe mich jetzt die letzten Tage durchs Forum gelesen und youtube Videos angesehen. Heute habe ich mir einen Termin in der Uniklinik Tübingen besorgt, um mich beraten zu lassen. Dieser Termin ist aber erst in drei Wochen.

Ich weiß auch gar nicht so genau, was ich jetzt von euch hören will, bin aber froh, dass es so ein Forum gibt und ich nicht alleine da stehe. 

Habt ihr Erfahrungen mit Tübingen? Wären Heidelberg oder Karlsruhe "besser"? Hat jemand einen Tipp für einen Frauenarzt, der sich mit Endometriose auskennt im Raum Heilbronn? 

 

Liebe Grüße!



Hallo Anna, ich würde
katwe14

Hallo Anna,

ich würde erstmal ganz entspannt bleiben.

Die Eileiter und die fehlende Durchlässigkeit sind ein Problem beim Kinder bekommen mit Endometriose, dies kann man oft mit einer OP wieder hinbekommen. Auch zu viele Herde können ein Problem sein auch das kann man später nochmal operieren.

Die Ärzte sehen viele Patientinnen und damit auch oft sehr schwere Verläufe. Manche bekommen ständig wieder Zysten und es werden dabei immer mehr Teile vom Eierstock entfernt bis dann vielleicht nur noch sehr wenig übrig ist.

Kommen bei Dir Zysten wieder, kann man immer noch überlegen eine Hormontherapie zu machen. Du solltest auf jeden Fall nach drei Monaten nochmal kontrollieren lassen. In einem Monat hast Du ja ohnehin einen Termin. Wichtig ist auch zu wissen, dass man die Hormone üblicherweise auf ein halbes Jahr begrenzt nimmt, nur wer einen sehr schweren Verlauf hat und oder die Hormone gut verträgt nimmt sie über einen langen Zeitraum.

War die Zyste ganz sicher keine Endometriosezyste???

Ich habe eine ähnliche Situation wie Du gehabt und nehme natürliches Progesteron und mache sehr viel mit einer individuell gesunden Lebensweise. Kinderwunsch habe ich aber keinen mehr.

Wichtig ist, dass Du keine Beschwerden hast, auch würde ich sehr auf Darmprobleme achten, die begleitend signifikant häufig vorkommen und sowohl das Immunsystem beeinflussen als auch Entzündungsprozesse im Körper fördern können, was bei Endometriose beides nicht gut ist. Auch sonst solltest Du überlegen ob etwas in letzter Zeit anders war, bei mir hat jeweils großer Stress zu der Eskalation meiner Endometriose geführt, hier kann es Sinn machen mit Tiefenentspannung entgegen zu wirken.

Tübingen kenne ich nicht, es wurde aber schön öfter gelobt, Du kannst es ja mal als Stichwort versuchen einzugeben. 

Über diese Seite findest Du Selbsthilfegruppen in Deiner Nähe, hier lohnt es auch nach guten Ärzten zu fragen, falls hier niemand aus Deiner Ecke online ist.

http://www.basieg.de/lnw/



Hallo Anna, auch von mir
Miramee

Hallo Anna,

auch von mir herzlich willkommen hier!

Ich würde es auch erstmal ruhig angehen. Die Diagnose "Endometriose" bedeutet nicht automatisch "Nichts-geht-mehr". Es kommt sehr darauf an, wo die Endometriose sich wie bemerkbar macht. Wie Katwe schon sagt, ist es wichtig, dass Du nicht mit schlimmen Beschwerden herumläufst (jedenfalls nachdem die OP-Wunden verheilt sind).  Aber die Panikmache, die oft betrieben wird, frau solle doch entweder auf der Stelle schwanger werden oder aber sofort Hormone nehmen, damit die Endo ja nicht wächst, ist wirklich übertrieben. 

Falls es Dich beruhigt: meine erste Endo-OP war auch wegen einer Zyste und auch in einem ganz normalen Krankenhaus ohne Endo-Spezialisierung. Ich wurde dort sehr gut operiert und hatte 5 Jahre lang danach Ruhe, obwohl ich KEINE Hormone genommen habe (und es bis jetzt nicht tue). Dabei waren auch Herde an verschiedenen Stellen im Beckenraum, an Haltebändern, am Darm, an der Blase - also so gut verteilt, dass man denken könnte, dass es ohne Endo-Spezialisten nicht gehen könnte. Hormone habe ich keine genommen, weil ich sie früher schon nicht gut vertragen habe. Aber ich habe meinen Körper mit Akupunktur und später auch einer angepassten Ernährung unterstützt (damals kam gerade das Buch von Britta Kaiser und Matthias Korell "Endometriose und Ernährung" heraus, das ich Dir auch empfehlen kann). 

Zu Ärzten und Kliniken im süddeutschen Raum kann ich Dir leider nichts sagen. Aber ich wünsche Dir erstmal eine erholsame Zeit nach der OP  und weiterhin alles Gute!

 Mira

 PS: Ach ja: ich habe zwei Kinder auf natürlichem Weg bekommen. Es ist zwar kein Zufall, dass zwischen den beiden sieben Jahre liegen, aber es hat ja dann letztlich geklappt!



Hallo Anna, ich habe mir in
Christina318

Hallo Anna,

ich habe mir in Karlsruhe im Diakonissenkrankenhaus operieren lassen und war sehr zufrieden. Fr. Dr. Hornung macht auch Infoabende die ich sehr interessant finde und Du lernst ausserdem viele Endofrauen kennen mit denen Du Dich austauschen kannst.

Ich kann das Diakonissenkrankenhaus nur empfehlen.

Lieben gruß

Christina