Gestagen auf verdacht?
Kikiriki

Hallo,

ich bräuchte einmal Rat und ich hoffe, es ist ok, dass ich hier schreibe, obwohl ich keine diagnostizierte Endometriose habe. Ich beschreibe einfach einmal meine Situation:

Mein Zyklus ist eher unregelmäßig. In den Tagen davor bekomme ich vermehrt blaue Flecke - in Blutbildern ist schon öfter eine Thrombozytopenie aufgefallen, an der Grenze zur Anämie bin ich auch regelmäßig. Während der ersten beide Tage habe ich sehr starke Schmerzen, muss auch Schmerzmittel nehmen. Ich bin allgemein total schlapp und kreislaufschwach, mir wird oft schwindelig und schwarz vor Augen. Ich blute relativ stark und lang (6-7 Tage). Außerdem habe ich immer Durchfall während meiner Tage.

Ich habe zudem seit mehreren Jahren Darmbeschwerden / Unverträglichkeiten mit diversen Begleitbeschwerden, für die ich bislang keine Diagnose habe. Im Nachhinein beim Durchforsten meines Symptomtagebuchs fiel mir auf, dass die Beschwerden in der 2. Zyklushälfte stärker sind und ich insbesondere dann wiederkehrende Schmerzen im linken Unterbauch habe.

Gelenkschmerzen (Hüfte, Knie) habe ich auch immer mal wieder, habe aber bisher nicht darauf geachtet, ob es in Zusammenhang mit dem Zyklus ist.

Ich habe früher mal die Pille genommen für einige Jahre - da waren die Regelbeschwerden komplett weg, die Darmbeschwerden hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Ich habe irgendwann die Pille abgesetzt, anfangs war danach alles gut, dann haben sich aber über die Jahre die alten Regelbeschwerden wieder eingestellt und es kamen irgendwann die Darmbeschwerden hinzu.

Bei der gynäkologischen Untersuchung und im Sono ist nichts aufgefallen, eine Laparoskopie halte ich an diesem Punkt für nicht gerechtfertigt, daher habe ich meinen Gyn gebeten, mir ein Gestagenpräparat zu verschreiben, um zu schauen, ob es darunter besser wird. Ich nehme nun seit 8 Tagen Desogestrel Aristo.

Seitdem habe ich jeden Tag kontinuierlich Unterbauchschmerzen/Krämpfe (wie während der Regel, nur nicht so heftig) und total weichen Stuhl. Da ich versuche zuzunehmen, passt mir das natürlich nicht, habe wieder etwas abgenommen, weil durch die Krämpfe halt alles zu schnell wieder rauskommt.

8 Tage sind natürlich nicht lang und ich weiß, dass sich der Körper an die Hormone gewöhnen muss, aber mir kommen gerade grundsätzliche Zweifel an meinem Vorgehen. Ist eine Endometriose bei mir vielleicht eh so unwahrscheinlich, dass ich das mit der Pille besser lassen sollte..?

Entschuldigt den langen Text, würde mich über Rat sehr freuen.

LG

Kerstin



Hallo, Du solltest ein
dormant

Hallo,

Du solltest ein Endometriosezentrum aufsuchen und dich dort untersuchen lassen. Deine Sympthome sind typisch bei Endometriose.

Mir is bisher kein einziger Frauenarzt begegnet der Endo diagnostizieren konnte oder überhaupt irgendwas darüber wußte und ich hatte ähnliche beschwerden. Während beim Speziualisten alles schnell klar ist.

Bevor es immer schlimmer wird solltest du dir selbst den gefallen tun und so schnell wie möglich zu einem Spezialisten. 

Hormone sollte man meiner Meinung nach nie eiinfach so nehmen, das kann böse Enden. Man hätte zuerst testen müssen ob alles in Ordnung ist.

Du könhntest mal Testen ob extra Magnesium hilft bei Schmerzen und der verzicht auf Weizen und Zucker und eventuell Milch hilft bei deinen Darmbeschwerden. 

 



Hallo dormant, danke für
Kikiriki

Hallo dormant, danke für deine Einschätzung. Irgendwie hatte ich auf ein "Nee, hört sich nicht nach Endometriose an" gehofft ;-)
Also würdest du mir letztlich zu einer Laparoskopie raten? Sono und rektovaginale Untersuchung hat mein Gyn ja schon gemacht und andere Untersuchungen stehen auch in einem Endometriosezentrum nicht zur Verfügung, oder etwa doch? "Einfach so" nehme ich die Hormone übrigens nicht, es wurde schon Labor gemacht. Mein Gynäkologe hatte einen verspäteten Eisprung und eine (leichte) Hormoninsuffizienz bei mir festgestellt, ursprünglich hatte ich mich aber gesträubt deswegen Hormone zu nehmen (weil ich es eher auf mein Untergewicht zurückgeführt hatte). Dachte nun aber mit dem Endometriose-Verdacht ist es vielleicht einen Versuch wert und meiner Einschätzung nach schonender als eine Laparoskopie. Außerdem nehmen ja sehr viele Frauen "einfach so" Präparate wie Desogestrel zur Verhütung, da habe ich eine kurzfristige Einnahme zum Testen als nicht so kritisch gesehen. Aber wie gesagt, mir kommen ja gerade selbst Zweifel... Magnesium ist ein guter Tip, das habe ich noch nicht ausprobiert. Was die Ernährung angeht, habe ich schon alles an Diätformen und Auslassdiäten hinter mir, was es gibt. Zur Zeit ernähre ich mich überwiegend vegan, keine Süßigkeiten, keine Fertigkprodukte irgendeiner Art, koche nur frisch (einzige Ausnahme ist das Fresubin, mit dem ich versuche zuzunehmen). Glutenfrei/weizenfrei esse ich zur Zeit nicht mehr, habe ich 1/2 Jahr gemacht ohne Erfolge. LG



Bei Regelschmerzen kann im
dormant

Bei Regelschmerzen kann im allgemeinen ein Mix aus Magnesium, Calcium, Vitamin B Komplex, + Omega3 Fischöl helfen ^^

Ich hatte früher am Anfang immer zusammen mit der  Regel schreckliche Schmerzen, starke Blutungen + schmerzhafter Durchfall. Je länger ich Endo am Darm hatte desto häufiger bekam ich mit den Jahren Durchfall.

Außerdem hab ich mitlerweile auch eine Weizenunverträglichkeit. Sollte bei dir Endo diagnostiziert werden, werden sie dir empfehlen wieder auf Weizen zu verzichten und so wenig wie möglich tierisches Eisweiß, kein Alkohol, Milchprodukte, Zucker. Bei einigen Frauen wächst Endo nicht mehr, wenn sie auf Weizen verzichten.

Bei Endo sind Dsrmentzündungen ebenfalls typisch und es gibt Fällte die gleichzeitig an Morbus Chron leiden. Ich hab bei mir auch Testen lassen ob andere Atoimunerkrankungen vorliegen.  

Im Endozentrum haben sie mehr Erfahrung und Wissen  viel mehr. Anhand was ich nur erzählte wußte die Oberärztin bei mir wo ich Endo habe.  Ein Termin dort finde ich bei deinem Fall sinnvoll. Bei der Sprechstunde ist es wie beim normalen Frauenarzt dafür weiß man danach oftmals viel mehr.

 



Danke nochmal für deine
Kikiriki

Danke nochmal für deine Antwort! Bei dir war es also ähnlich.. ich hatte eigentlich gedacht, es wäre bei mir eher untypisch für eine Endometriose - die Regelbeschwerden waren für mich bislang einfach Normalität und die Darmgeschichten, es wurde vieles untersucht, Unverträglichkeiten ausgeschlossen, Darmspiegelung und Magenspiegelung ohne Befund, keine Labowerte, die auf eine chronisch entzündliche Darmerkrankung hinweisen. Das einzige sind erhöhte Transglutaminase-AK, die dann unter glutenfreier Diät mysteriöserweise angestiegen sind (Diätfehler ausgeschlossen). Um ehrlich zu sein mache ich zur Zeit eine Therapie wegen Verdachtes auf eine somatoforme Störung. Aber ich bin nach wie vor nicht ganz überzeugt, ob nicht doch etwas körperliches dahintersteckt (und meine Psyche einfach nur in der Folge eingeknickt ist). Naja...

Tierisches Eiweiß, Milchprodukte, Zucker und Alkohol nehme ich ohnehin nie zu mir, wenn es danach ginge dürfte ich quasi keine Beschwerden haben ^^ Nur Getreide habe halt kürzlich wieder in den Speiseplan integriert.

Ich lasse mir das mit dem Endometriosezentrum mal durch den Kopf gehen - würdest du denn jetzt an meiner Stelle die Hormone jetzt weiternehmen oder lieber absetzen? Eigentlich müssten sie doch helfen, oder nicht?

LG 



Nein, müssen sie nicht.
albea

Nein, müssen sie nicht. Leider. Dass Hormone nicht wirken, bedeutet nicht zwangsläufig, dass Endo auszuschließen ist. Und Ja. Lass Dich unbedingt kompetent beraten.

Alles Gute!

albea



Bis auf leichte Krämpfe
dormant

Bis auf leichte Krämpfe sind Regelschmerzen nie normal. Zwecks Hormone würde ich an deiner Stelle zum Endokinologen gehen, die müssen sich damit auskennen. 

Ich hatte auch beschwerden wegen der Pille und habe sie abgesetzt glücklicherweise noch rechtzeitig. Bei mir wurde das extrem letztes Jahr und hat mich umeghauen, es kam schleichend.

Zum Absetzen kann ich nur sagen ich würde sie nicht mehr nehmen, wenn es beschwerden verursacht. 

Es kann gut sein, das bei dir Endo auch am Darm ist aber nicht reingewachsen. Bei mir war das so und deswegen immer Verdauungsprobleme. Und die besondere Ernährung dient mehr dem Zweck die Endo nicht noch zu verschlimmern. 

Es lohnt sich auf jeden Fall ins Endozentrum zu gehen mir gehts trotz Grad 4 wieder gut, was nicht normal ist ^^



Danke für eure Antworten,
Kikiriki

Danke für eure Antworten, im Prinzip bestätigt ihr mir, was mir mein Körper und Bauchgefühl ohnehin schon sagen - dass ich die Hormone eigentlich besser nicht nehmen sollte. Es war bloß so verlockend, der Gedanke, eine Pille zu schlucken und dann wird vielleicht "alles besser". 

Aber WENN die Hormone Wirkung zeigen würden... wann wäre denn dann typischerweise mit einer Besserung zu rechnen? Dass keine genauen Angaben gehen ist klar, aber eher Tage, Wochen oder Monate..?

LG 

 



Ich hatte Dienovel ab 2013
dormant

Ich hatte Dienovel ab 2013 genommen am Anfang hatte ich gleich Besserung, weil die Regelschmerzen weg waren. 

Nur bei den anderen Sympthomen half es nicht, ich war trotzdem sehr schwach und fühlte mich krank. Wenn man ewig nichts gemacht wird ist es schwieriger es zu behandeln.

Vielleicht wäre bei dir auch natürliches Progesteron eine Hilfe ?

 

 



Hm… also, meine
Kikiriki

Hm… also, meine Darmbeschwerden sind definitiv eher schlechter als besser geworden mit der Pille. Regelbeschwerden kann ich nicht sagen, dafür nehme ich sie noch nicht lange genug.

Ein natürliches Progesteron hatte mein Gyn mir auch vorgeschlagen, aber da wollte ich lieber erst einmal etwas Pflanzliches probieren (Agnus castus) – das hat auch ein wenig geholfen!

Ich denke, ich werde dann tatsächlich die Pille wieder absetzen und das Agnus castus stattdessen wieder nehmen. Endozentrum muss warten, momentan habe ich keine Kapazitäten mich darauf einzulassen, werde es aber auf jeden Fall noch in Angriff nehmen.

Vielen Dank für deine Hilfe!

LG