Geht es um Ursachen oder um Symptombekämpfung?
Katz

Hallo zusammen,

ich schaue hier nur sehr sporadisch rein. Als meine Endometriose richtig akut war, war ich öfter hier, habe das Forum dann aber bewusst gemieden, weil ich merkte, dass mir das Lesen der ständigen Katastrophen nicht gut tat - was für eine Heilung kontraproduktiv ist.

Wer nun meint, ich hätte ja keine Ahnung, wie sehr einem die Endometriose das Leben runiniert: doch, die habe ich, denn meine Diagnose ist ebenfalls tiefinfiltrierende Endometriose. Ich habe seit Jahren eine Schokoladenzyste am Eierstock (5 cm Durchmesser bei Entdeckung), habe Herde im Douglasraum, in der Scheide und auch am Darm. 

Entsprechend wollte man mir nach der Bauchspiegelung in einer großen Operation neben der Zyste auch einen Teil vom Darm entfernen, einen Teil der Scheide ... und dann habe ich nicht mehr zugehört.

Den bereits vereinbarten Termin für den Eingriff sagte ich ab und bereue diese Entscheidung heute, gute dreieinhalb Jahre später, ganz und gar nicht.

Die letzte Untersuchung vor einem Monat zeigte, dass die Zyste nach wie vor da ist, jedoch ungefähr einen Zentimeter kleiner als bei Entdeckung. Im Moment - toitoitoi - merke ich gar nichts ihr. Darmverengungssymptome habe ich schon lange nicht mehr. Es geht mir also deutlich besser als vor vier Jahren, obwohl - ich würde eher sagen weil - ich keine Medikamente nehme. 

Der Schlüssel für mich war die Umstellung auf vegane Ernährungsweise vor vier Monaten. Weiterhin meide ich Zucker und Gluten. Für mich ist es inzwischen ganz logisch, dass eine Ernährung, die Leid erzeugt, dies ebenso bei denjenigen tut, die für das Leid verantwortlich sind. Es ist alles miteinander verbunden.

Ich kann nicht rückgängig machen, was mit den Massen an Hühnern und Fischen und davor den ganzen Schweinen, Rindern und co. meinetwegen passiert ist. Und mir ist auch klar, dass jeder von uns, egal wie idealistisch oder vorsichtig, schon durch sein Leben an sich weiterhin Leid verursacht. Aber mir ist es wichtig, das zu tun, was möglich ist.

Eine andere Sache ist, dass ich vermute, dass viele der Symptome, die ich auf die Endometriose geschoben habe, eigentlich auf einer Candida-Infektion beruhen: Nebennierenmüdigkeit, geringe Urinmengen, Juckreiz, Schmerzen, Unverträglichkeiten, ständige Schlappheit ... Wenn man in den Suchmaschinen schaut, gibt es offenbar auch einen Zusammenhang zwischen Endometriose und Candida.

Wenn man noch weiter vorn ansetzen möchte, kann man auch einfach sagen, dass dem Ganzen eine gestörte Darmflora zugrunde liegt. Ich habe früher enorm viel Zucker zu mir genommen. Irgendwann gab es dann Antiobiotikabehandlungen wegen etwas, das die Ärzte und ich für Blasenentzündungen hielten. Die Folge waren noch mehr Infekte, und ein, zwei Jahre später kamen die ersten Endometriosesymptome.

An der Behandlung bin ich gerade dran. Die Empfehlungen dafür sind sehr widersprüchlich, aber durch das, was ich bisher versuche, merke ich, dass es da auf jeden Fall einen Zusammenhang gibt. 

Wer sich da auch Gedanken machen möchte, kann sich ja einmal fragen, ob er viel Zucker konsumiert (hat), viele Antiobiotika genommen und/ oder Ovulationshemmer eingenommen hat oder Amalgamfüllungen besitzt.

Nun zum Kernpunkt. Ich habe hier seit Monaten zum erstenmal wieder reingeschaut, und es macht mich traurig, dass trotz aller Misserfolge, mit denen wir uns bei der Endometriosebehandlung auseinandersetzen müssen, immer noch die gleichen Themen vorherrschen: "Was haltet ihr von Dr. soundso?"; ""Nebenwirkungen der Visanne"; "Endometriose an Organ XY"; "Hormone - ja oder nein?"; "Soll ich mir die Gebärmutter entfernen lassen?"

Gibt es einem nicht zu denken, dass es einem immer schlechter geht, je mehr Operationen oder Medikamten man zu sich nimmt, dass Erfolge meist nur von kurzer Dauer sind? 

Das sind alles Symptombekämpfungen! Für mich ist es völlig logisch, dass eine Endometriose zurückkommt, wenn man sie wegschneidet, jedoch nichts an seinem Leben verändert. Von den Risiken eines solchen Eingriffs mal ganz abgesehen. Und dann findet man sich hier wieder mit Themen zu künstlichen Darmausgängen, Harnleiterschienen, und so weiter. 

Für mich ist es auch völlig logisch, dass ein Eingriff ins hormonelle Geschehen Nebenwirkungen und Folgeschäden mit sich bringt, denn noch immer missachtet man das, was einem der Körper wirklich mitteilen will.

Derweil wird weiter Käse und Fleisch gegessen, und man kann nicht ohne seinen täglichen Kaffee oder seine Trostschokolade. 

Hingegen werden Themen, in denen es um den Ansatz, also um wirkliche Veränderungen im Leben geht, kaum beachtet.

Klar, das ist ungewohnt bis unbequem. Aber das ist die Lösung, in der es wirklich um Heilung geht.

Meint ihr nicht, es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel, wenn die bisherigen Wege offenbar in Sackgassen führen? 

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"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Der Mensch ist biologisch
Meike

Der Mensch ist biologisch betrachtet ein Allesfresser. Das ist insbesondere an den Zähnen zu erkennen, die für den Verzehr von Pflanzen und Fleisch gleichermaßen geeignet sind. Natürlich ist auch die ethische Frage wichtig. Der Umgang mit Tieren in der sogenannten fleischerzeugenden Industrie ist grauenvoll. Ich kann jeden verstehen, der deshalb zum Vegetarier oder Veganer wird. Nur, krank macht uns der Verzehr von Fleisch nicht (wenn es bei normalen Mengen bleibt). 

Was die Schulmedizin betrifft: ich wurde durch OPs und Hormone von meinen Schmerzen befreit. Das zu verteufeln finde ich absolut widersinnig. Ich wäre niemals bereit gewesen, irgendwelche obskuren Kräuterchen auszuprobieren oder mein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen, noch dazu mit der Ankündigung: das wirkt aber nicht sofort, man muss Geduld haben. 

Klar, die Schulmedizin kennt die Ursachen der Endometriose nicht, aber die kennt auch kein anderer. Warum sollte man wilden Spekulationen Glauben schenken? Oder Theorien, die eher in die Esoterik-Ecke gehören (weil wir Tiere töten haben wir Endo)? Ich halte mich lieber an evidenzbasierte Wissenschaft. Endo ist (wenn man nicht grad einen Darmverschluss unbehandelt lässt) nicht gefährlich im Sinne von lebensbedrohlich. Darum darf jeder bitte machen was er will und auch alles ausprobieren. Aber einen Apell wie den deinen hier finde ich schon sehr befremdlich. Würdest du das bei anderen Erkrankungen (z.B. Krebs) auch machen? Oder ist Endometriose da speziell anders, dass man sie durch eine andere Lebensweise heilen kann? 

"Wenn man in den Suchmaschinen schaut" ist übrigens eine ganz, ganz schlechte Informationsquelle. Die allermeisten "Informationen" dort haben ungefähr den gleichen Wert wie die Werbung im Fernsehen. 



Selbstverständlich sind die
Katz

Selbstverständlich sind die Gedanken nicht auf Endometriose beschränkt. Das gilt für alle Krankheiten. Es liegt immer eine Störung des gesamten Systems zugrunde. Wenn man wirklich dauerhaft Erfolg haben will (Will man das denn? Oder hat die Krankheit auch einen Nutzen?), muss man schauen, wie man das wieder ins Gleichgewicht bringt.

Ob der Mensch ein Allesesser ist? Man sehe sich die Anatomie von echten Allesfressern, z.B. Bären an und vergleiche unter anderem das Gebiss und die Länge des Darms mit unserer Ausstattung. Dann gehe man zu unseren nächsten Verwandten, also Gorillas und Schimpansen, welche Frugivoren sind und vergleiche. Und selbst deren Eckzähne sind ausgeprägter als unsere.

Wenn du dennoch meinst, Fleisch sei für den menschlichen Verzehr bestimmt, dann kannst du ja einfach mal in ein lebendiges, rohes Schwein beißen.

Ist das entsprechend vorverarbeitete Fleisch aus dem Laden schließlich doch in unserem Verdauungstrakt angelangt, dann verfault es dort und setzt Gifte frei, da unsere Magensäure nicht stark genug ist, um es ausreichend zu zerlegen und unser Darm viel zu lang ist, um die Reste vor Einsetzen der Fäulnisprozesse schnell genug auszuscheiden. 

Da wäre jetzt noch ein weiteres riesiges Fass, in dem es um Themen wie Carnismus (Warum differenziert man als Mensch beispielsweise zwischen Haus- und Nutztieren?), Konsequenzen der Vergiftung unserer Umwelt durch Tierhhaltung und kognitive Dissonanz geht. Deswegen habe ich von einem überzeugten Fleischesser auch keine andere Reaktion erwartet.

Das Thema Veganismus/ "artgerechte Ernährung" ist aber, wir gesagt, auch nur ein Teilaspekt des Ganzen. 

Wenn dich Heilung wirklich interessiert, dann sprich mit denen, die dauerhaft Erfolge hatten. Fast immer dürften diese mit einer Lebensveränderung einhergegangen sein.

Und Geduld ist schon deswegen unabdingbar, weil die Krankheit selbst auch nicht über Nacht entstanden ist. Weswegen sollte sie also über Nacht verschwinden? 

Frage dich einfach selbst, an welchem Punkt du jetzt bist und wie du dir deine Zukunft vorstellst. Wenn du glücklich mit deiner Situation bist, freut mich das für dich. Wenn nicht, kannst du über das eine oder andere ja noch einmal nachdenken.

Übrigens: meine Zwischenbulutungen bin ich seit einigen Monaten auch los. Die haben mich fast vier Jahre lang begleitet. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, dass die nie enden werden.

In dem Sinne ... 

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"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Tja, für Geduld hat man
Meike

Tja, für Geduld hat man aber irgendwann schlicht keine Zeit mehr, siehe Darmverschluss. Ich hatte keine mehr. Meine Erfahrung ist nicht die, dass Ärzte gleich mit allen Mitteln drangehen, die zur Diagnostik und Behandlung zur Verfügung stehen. Im Gegenteil dauert das alles sehr lange. Diese Erfahrung haben auch andere gemacht; hier im Forum vielfach nachzulesen. Was da an Schäden zum Diagnosezeitpunkt dann schon vorhanden ist, ist teilweise heftig. Das geht bis zum Nierenverlust wegen Harnleiterverschluss. Wenn sich sowas anbahnt ist schnelles Handeln erforderlich. Da kann man nicht mehr sagen, was sich lange entwickelt hat, geht halt nicht von heut auf morgen wieder weg. Es gibt einfach den Punkt, wo es nicht mehr weg geht. Gar nicht mehr. Und du wirst doch nicht im Ernst einem Krebskranken raten, seine Lebensweise umzustellen anstatt sich medizinisch behandeln zu lassen? Das wäre Scharlatanerie. Eine gesunde Lebensweise kann nachweislich vielen Krebsarten vorbeugen, z.B. Darmkrebs über die Ernährung und Lungenkrebs durch den Verzicht auf Glimmstängel. Aber wenn er erstmal da ist, dann ist es zu spät dafür. Das gleiche gilt für bestimmte Manifestationen der Endo. 

Es ist schön für dich, dass du dein Leben so verändern konntest, dass du beschwerdefrei wurdest. Das heisst aber nicht, dass du ein Heilmittel gefunden hast, das für alle funktioniert. So einfach ist das Leben nicht. Dann müsste nämlich keiner mehr in den OP oder sich mit Hormonen vollstopfen. Und bevor das Argument kommt, dass es doch so einfach ist und nur die bösen Ärzte uns ihren Willen aufzwingen: man nehme das Beispiel Übergewicht. Was raten Schulmediziner? Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung! Nicht etwa Schlankheitspillen. Ganz so dumm sind die nämlich gar nicht. Die kommen auch auf völlig naheliegende Lösungen. 

Die Entwicklung unseres Gebisses zu dem, was wir heute haben, erfolgte parallel zur Vergrößerung des Gehirns. Die Verbesserung der Versorgung u.a. mit Proteinen ermöglichte die Hirnentwicklung und diese Wiederum eine weitere Verbesserung der Versorgung. Ein sich gegenseitig verstärkender Prozess. Das Gebiss wurde insgesamt kleiner, ist aber in seinem Aufbau weiterhin ganz klar als Allesfressergebiss zu erkennen. Wenn auch die individuellen Unterschiede recht groß sind. Es gibt Menschen, deren Eckzähne fast wie Schneidezähne aussehen. Und es gibt das andere Extrem: lange, prominente Eckzähne mit ausgeprägter Spitze. Solche habe ich. Neben solchen sichtbaren Merkmalen dürfte es auch Unterschiede in der Verarbeitung der Nahrung geben (wie etwa auch am Beispiel der Laktoseintoleranz deutlich wird, welche weltweit gesehen der Normalfall ist). Darum kann man nicht pauschal zu bestimmten Nahrungsmitteln raten und andere kategorisch ablehnen. Es bleibt, und das ist das was die Erfahrungen in meinem Umfeld zeigen, ein individuelles Ausprobieren. Und genau das ist es, was seriöse Ratgeber zur Ernährung bei Endometriose auch raten: entzündungsfördernde Lebensmittel reduzieren (da gehen wir d'Accor) und sonst muss man schauen, was einem eine Verbesserung bringt. Das ist auch in meinen Augen eine sinnvolle Sache, als Ergänzung zur Schulmedizin. Aber eben nur als Ergänzung. 



Proteine bekommt man aus
Katz

Proteine bekommt man aus pflanzlicher Nahrung genauso wie aus tierischer. Woraus bestehen denn Zellen, egal welchen Lebewesens?

Das heißt, aus welchen Quellen die Proteine bzw. die stets gleichen Aminosäuren für das Zellwachstum und somit die Gehirngröße kommen, ist unerheblich. Der Treibstoff für das (vergrößerte) Gehirn ist hingegen Glucose, nicht etwa Proteine.

Und Glucose ist direkt verfügbar über Früchte, ferner über Stärke, welche sich vor allem in Knollen und Wurzeln befindet. Nach einer Hypothese half hier der Einsatz von Feuer, da durch das Kochen große Energiemengen leichter verfügbar gemacht werden konnte.

Tierische Nahrung besteht vor allem aus Proteinen und Fett, und kann daher nicht unmittelbar für die Energiegewinnung genutzt werden. Dies erfordert im Falle von Fett eine aufwändigere Verstoffwechselung. Proteine sind im Regelfall eh keine Energieträger.

Du kannst ja selbst mal beobachten, ob du dich nach einer Obstmahlzeit leistungsfähiger fühlst oder nach einem Stück Braten derselben Masse. Angenommen natürlich, die Verdauung ist noch nicht kompromittiert (Reizdarm, Leaky Gut, chronisch entzündliche Erkrankungen ...).  

Weiterhin: was meinst du mit "Das Gebiss wurde kleiner"?

Dann musst du ja von einem Ausgangszustand ausgehen. Der Ausgangszustand der "evidenzbasierten Wissenschaft", die du ja selbst so intensiv bemühst, ist jedoch, dass unsere nächsten Verwandten Schimpansen sind. Es gibt also einen unmittelbaren gemeinsamen Vorfahren von Menschen und Schimpansen; nicht von Mensch und Schwein, Mensch und Bär oder gar Mensch und Hund. Und die Nahrung von Schimpansen ist zu 90-94 % pflanzlich: Blätter, Früchte Nüsse und Samen. Dies wird ergänzt durch tierische Nahrung, was in dem Fall vor allem Insekten beinhaltet.

Geht man im Stammbaum ein Taxon weiter, kommen wir zu den Gorillas, deren Nahrung zu über 99 % pflanzlich ist.

Beide haben Gebisse und einen Verdauungsapparat, die unserer Ausstattung viel ähnlicher sind, als die anderer Arten.

Und wenn du argumentierst, dass unser Gebiss früher noch allesfresserähnlicher war, dann ist dies deswegen kein Argument für eine ursprünglich allesfressende Lebensweise, da unsere Vorfahren mit dem anteilig größeren Gebiss baumbewohnend waren uns sich von Früchten und Blättern ernährten. 

Der Mensch kann sicherlich geringe Mengen an Fleisch verkraften. Das will ich gar nicht verneinen. Das hieße in dem Fall aber auch vor allem Insekten oder kleine Wirbeltiere.

Will man das? Nö. Denn so sind wir nicht konditioniert. Wir sind konditioniert auf das Schwein oder Rind aus dem Mastbetrieb, welches fern von uns für uns maschinell getötet, zerteilt und anschließend derart verarbeitet und gewürzt wird, dass wir es erst als Nahrung wahrnehmen, wenn es mit naturnaher Ernährung nichts mehr zu tun hat. Und das spiegelt unser Körper wider, auf viele Weisen. Wir bestehen aus dem, was wir aufnehmen.

Dass Focus, Spiegel, Bild und co. anderes behaupten, ist auch nachvollziehbar. Und wie das mit den Ergebnisse der "evidenzbasierten Medizin" aussieht, ist die Frage. 

Wieviel Ahnung Ärzte speziell von Ernährung haben und vor allem ob sie sich da eigenständig fortbilden, ist auch so eine Frage. Mein Hausarzt hat bei dem Wort "vegan" auch die Nase gerümpft und zeigte sich lediglich besorgt, weil ich abgenommen habe. Dass durch die Ernährung jedoch meine Muskeln erst richtig sichtbar wurden, dass ich seltener krank bin und eine gesündere Farbe habe - darüber scheint er interessanterweise hinwegzusehen. 

Wie gesagt, wenn man einen anderen Weg gehen möchte, dann muss man erst einmal einen Drang haben, sich zu entkonditionieren. Bei mir kam dieser Drang erst durch die Krankheit , und es ist der einzige Weg, der dauerhaft Erfolg hatte.

Ich rate niemandem etwas. Ich äußere meine Gedanken und Erfahrungen zu dem Thema.

Dass Menschen sich durch Rohkost von Krebs heilen konnten, kam meines Erachtens auch schon zu oft vor, als dass man da noch von unerklärlicher Spontanheilung sprechen kann. Wer das alles "Humbug" oder "Esoterik" nennt, der kann sich ja weiterhin auf die Schulmedizin verlassen. Interessant in dem Zusammenhang finde ich folgendes: Vor einer radikalen Ernährungsumstellung im akuten Krankheitsfall wird gewarnt. Eine Chemotherapie hingegen, welche den Körper systematisch vergiftet und in deren Verlauf der Mensch dann stirbt oder nach der er irgendwann plötzlich Rezidive zeigt - ist das denn die Lösung?

Das muss jeder für sich entscheiden. Wenn man sich dann allerdings in Dauerschleife über die Ergebnisse beschwert, könnte einem das auch zu denken geben.

Ich finde es einfach seltsam, dass wenn bei einem bestehenden Problem immer wieder etwas bestimmtes getan wird, das nicht zur Lösung führt, nicht irgendwann ein völliges Umdenken erfolgt, sondern dass man beim ursprünglichen Weg bleibt.

Nierenstau und Darmverschluss wurden mir übrigens auch angedroht. Ich hatte tatsächlich auch eine Darmverengung. Diese scheint sich aber entweder zurückentwickelt zu haben oder aus anderen Gründen keine Probleme mehr zu machen. Das war aber, wie gesagt, kein einfacher oder schneller Weg. 

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"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Mir wurde der Darmverschluss
Meike

Mir wurde der Darmverschluss nicht angedroht, der Darm war stark verengt und je nach Zeitpunkt während des Zyklus war unter stärksten Krämpfen Stuhlgang möglich oder auch nicht. Ein einfaches mechanisches Problem durch einen nach innen wachsenden großen Herd, das sich auch nicht durch eine veränderte Ernährung hätte wegzaubern lassen. 

Dass sich Menschen durch Rohkost von Krebs heilen konnten, halte ich für ausgemachten Blödsinn. Das ist wie mit den Piraten und dem Klimawandel: der Klimawandel muss durch die sinkende Zahl an Piraten verursacht sein, denn das kann ja kein Zufall sein. Unzählige Menschen, auch selbst betroffene und deren Angehörige, investieren Kraft und Geld in die Forschung. Es ist blanker Hohn zu behaupten, Rohkost sei die Lösung und der Großteil der Menschheit einfach zu blöd um das zu merken. Weißt du, wie Steve Jobs gestorben ist? Er hat seinen Krebs nicht schulmedizinisch behandeln lassen, als es noch eine Chance gegeben hätte. Er hat auf Naturheilkunde vertraut. Das hat er kurz vor seinem Tod als den größten Fehler seines Lebens bezeichnet. Die Schulmedizin dagegen bietet in vielen Fällen eine echte Chance auf Heilung, wenn der Krebs früh genug erkannt wurde. Dass nicht alle geheilt werden können, schmälert nicht die Leistung der Schulmedizin im Vergleich zu sogenannten Alternativen. Auch bei der Endo ist es so, dass nicht alle beschwerdefrei werden durch OP und Hormone. Es gibt aber genug, bei denen es klappt, um den Versuch zu rechtfertigen. Es ist ja nicht so, wie von dir dargestellt, dass bei jeder Patientin alle Behandlungen scheitern. Nur diejenigen, bei denen das passiert, tummeln sich natürlich eher in Foren als die, die einfach ihr Leben weiterleben.



Du schreibst grandios an dem
Katz

Du schreibst grandios an dem vorbei, was ich versuche zu vermitteln.

Ein Notfall ist eine Ausnahmesituation, und ich habe auch nirgendwo geschrieben, dass ich Ärzten grundsätzlich ihre Daseinsberechtigung abspreche. Geheilt hat dein Körper sich nach der Operation dann übrigens selbst. Das kann kein Arzt für dich tun.

Hier im Forum geht es aber selten um Notfälle, sondern um langfristig bestehende Symptome und langfristige Lösungen. Immer wieder werden dieselben Sackgassen beschrieben: Probleme mit den verschriebenen Hormonen, rückkehrende Schmerzen nach der Operation, Begleitprobleme in Form von Intoleranzen, Schilddrüsenproblemen etc.

Mir hat sich da schon irgendwann die Frage aufgedrängt, wo eigentlich die Wurzel des Problems liegt. 

Du kannst Heilung durch Rohkost (die natürlich auch nur ein Teil des Lebenswandels ist) an sich für Blödsinn halten. Du kannst natürlich auch die Erfahrungen von Ralf Brosius, Markus Rothkranz und sämtliche Erfahrungsberichten von Menschen (u.a. auf youtube), die definitiv schwer krank waren und definitiv nicht versuchen, irgendetwas zu verkaufen, für Blödsinn halten. Ich muss dich nicht überzeugen. 

Vielleicht gibt es aber andere Menschen wie mich, die an anderen Ansätzen und wirklicher Heilung interessiert sind. Denen teile ich gern meine Erfahrungen und mein Verständnis von Krankheiten mit. Ich halte es für enorm wichtig, den Fokus auf Heilung und nicht auf die Beschwerden zu legen. Mich nicht ständig um meine Symptome zu drehen, war gerade in solchen Zeiten hilfreich, wenn ich gerade verzweifelt war. Das heißt nicht, dass man die Beschwerden ignorieren, sondern dass man sie als Wegweiser sehen soll. Es geht meiner Auffassung nach darum, ein grundsätzlicheres Verständnis von Ursachen und Wirkung zu entwickeln. Und meine Erfahrung ist, dass man dann selbst mit tiefinfiltrierender Endometriose ohne Medikamente beschwerdefrei werden kann.

Kanntest du Steve Jobs persönlich? Über seine Ernährungsweise existieren sehr widersprüchliche Informationen, von "Er aß nur Früchte" über "Er war Vegetarier" bis hin zu "Er war Pescetarier". Auch sein sonstiger Lebensstil wird hier nicht mit einbezogen. Dazu gibt es jedoch eine interessante Abhandlung:  https://www.drmcdougall.com/misc/2011nl/nov/jobs.htm

Und selbst wenn es so gewesen sein sollte, dass er sich jahrelang vollwertig vegan ernährte und Krebs bekam stehen dem noch immer unzählige Menschen gegenüber, die infolge einer Chemotherapie und nicht am Krebs selbst starben. Da muss ich auch gar nicht weit schauen. Der Vater meines Mannes galt nach der Chemo als geheilt, und dann kam der Krebs zurück, und zwar mit deutlich stärkerer Macht. 

Ich sehe es einfach so: Der Normalzustand unseres Körpers ist Gesundheit. Gerade weil dieser Zustand heute so oft nicht mehr anzutreffen ist, würde ich schauen, was sich da grundsätzlich verändern muss, um ihn zurück in diesen natürlichen Zustand zu bringen. Dazu wird keine evidenzbasierte Medizin benötigt, sondern einfach eine Rückbesinnung auf das, was uns wirklich nährt und eine Vermeidung dessen, was uns schadet. Den Rest macht der Körper dann von allein.

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"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Ich ernähre mich seit über
Berni

Ich ernähre mich seit über 20 Jahren vegetarisch, jahrelang würde ich dafür belächelt, was mich immer völlig kalt ließ. Meine Werte waren immer top. Auch während einer Schwangerschaft hatte ich nie Eisenmangel.  Nur als Beispiel.

Belehren oder bekehren, das wäre mir nie in den Sinn gekommen.

Alles, was zum Dogma erklärt wird, irritiert mich zumindest. Es ist prima, wenn dir deine Ernährungsumstellung zu mehr Wohlempfinden verholfen hat. Ebenso prima ist es, dass du deine guten Erfahrungen hier mitteilst.

Fertig.

Bitte stell doch hier keinen an die Wand, weil er Kaffee liebt oder Käse oder Schinken. Es ist eine Theorie, nach der du lebst, und es ist wirklich schön, wie sie dir hilft. Ich kann dir sagen, mich hat die vegane Ernährung binnen weniger Wochen krank gemacht.   

Und da dies ein Austauschformat über Endometriose ist, wäre es eher befremdlich, wenn diese Erkrankung hier nicht mit all ihren Erscheinungsformen diskutiert würde. 



Ist doch völlig in Ordnung,
Katz

Ist doch völlig in Ordnung, dass diskutiert wird. Ich stelle einfach nur fest, dass der Fokus wenig auf Heilung und Positivem liegt. Soll es darum denn nicht gerade gehen?

Und es gibt da eben die Tendenz, sich auf Behandlungen zu verlassen, auch wenn sie dem Zustand langfristig nicht geholfen haben. Einstein formulierte auch bereits, dass es Wahnsinn sei, immer das gleiche zu tun und unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten. 

Wenn man sich ausgewogen vegan ernähren möchte, erfordert das schon ein wenig Recherche bezüglich des Vorkommens der erforderlichen Nährstoffe. Man kann sich natürlich auch vegan sehr ungesund ernähren, und vor allem wenn unsere Darmflora auf andere Nahrung eingestelltt ist, dann macht die Umstellung zunächst Probleme.

Es ist gut, dass wir eine Wahl haben bezüglich unserer Nahrung. Die Tiere werden indes nicht gefragt, ob sie unseretwegen getötet oder "genutzt" werden wollen. 

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"You're just an empty cage, girl, if you kill the bird."

- Tori Amos -



Nein, Gesundheit ist nicht
Meike

Nein, Gesundheit ist nicht der Normalzustand des Körpers. Ohne die böse Chemie und die böse Schulmedizin wären wir immer noch bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung um die dreißig. Der Körper kann auch mit der bestmöglichen Ernährung (wie auch immer man die definieren möchte), nicht mit allen Angriffen von außen (Bakterien, Viren, Parasiten...) oder innen (Krebs...) fertig werden. Es gibt immer wieder Anpassungen sowohl beim Menschen als auch bei Krankheitserregern. Bzw. gab. Wir haben ja durch die moderne Medizin den Selektionsdruck beim Menschen praktisch abgeschafft, so dass sich nur noch die Erreger weiterentwickeln und anpassen. Und das tun sie, das Grippevirus ist zum Beispiel jedes Jahr anders. Ich persönlich bin scheinbar gegen jede Grippe immun, trotz normaler Ernährung. Das ist halt Glück, das manche haben und andere nicht. Je nach genetischer Ausstattung und vorangegangenen Begegnungen mit Grippeviren.



Für die, die an
Katz

Für die, die an langfristigen Lösungen interessiert sind, verlinke ich hier noch ein Video (englisch), in dem es um den Effekt von Nahrung auf Endometriose geht. 

Man beachte auch die Kommentare. 

 https://www.youtube.com/watch?v=BjF7mG1zMhQ

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