Psychisch und physisch am Ende
maxxi

Nach nun fast 10 Wochen Dauerschmerzen bin ich total am Ende. Ich habe schon alles mögliche ausprobiert und nichts hilft....nehme Tilidin, Novaminsulfon, Ibu 800, Cdb Öl....keone Besserung. Osteopathie hat keine Besserung gebracht. Hüfte geröntgt, LWS im MRT, überall ist ein bisschen was, aber nichts, was die heftigen Schmerzen erklären kann. Mein Internist sagt, er kann mir nicht helfen. Wahrscheinlich Verwachsungsschmerzen. Im Klinikum meinen Sie, es kommt von den Zysten. Mein Gyn meinte, es liegt an der Gebärmutter...jeder erzählt was anderes.  Alle raten von einer OP ab. Keiner gibt mir ein anderes Schmerzmittel.  Es gibt nichts anderes, was hilft. Ich bin mit den Nerven am Ende, verlasse kaum noch das Haus. Meinen gebuchten Urlaub werde ich stornieren. Das schaff ich nicht....gibt es denn wirklich nichts, was hilft??

 



Psychisch und physisch am Ende
UPS15

Hallo Maxxi,

es ist verständlich das Du fix und fertig bist. Darf ich fragen warum von einer Operation abgeraten wird? Ich selbst bin nicht saniert und es ging mir manchmal auch irre schlecht. Als ich vor eineinhalb Jahren zu einer TCM Behandlung kam waren die Behandlerin und ich uns einig, das ich Seelisch, Psychisch und Körperlich am Ende war. Sie machte genau das Gegenteil von dem Erwarteten.

Sie meinte ich sei zu geschwächt und durcheinander für Ostheopatie, Akupunktur und Kräuter und weiteres.... Sie hat mich wohl ein halbes Jahr zur mit einer Moxa Zigarre behandelt. Nichts direkt mit Körperkontakt. Erst nur einen Punkt und bis zum Schluß nie mehr als drei Punkte. Nebenher habe ich selbst meine Ernährung umgestellt, nach dem Buch, Endometriose und Ernährung von Britta Kaiser und Matthias Korell. Einmal die Woche hatte ich Termin, ich konnte mich kaum zur Praxis schleppen und mochte nicht mehr leben. Nach dem halben Jahr begann Sie mit Akupressur und bei mir begann eine Hoffnung. Sie zeigte mir auch wie ich selbst Moxen und Akupressur machen kann. das gab auch meiner Psyche wieder etwas Halt, da es das ausgeliefert und hilflos sein in Handlungsmöglichkeiten wandelte. Noch immer lebte ich sehr zurück gezogen. Dann begann Sie mir wenige Qi Gong Übungen zu zeigen und wir begannen nach fast einem Jahr mit Akupunktur. Bis heute noch immer einmal die Woche. Inzwischen nehme ich keine Hormone mehr, das erste mal in mienem Leben habe ich keine Zysten mehr und ich beginne wieder mich mehr zu bewegen und mich bei Freunden zu melden.

In meinem Wohnzimmer Qi Gong machen zu können, Punkte an meinem Körper zu kennen die mir bei Schmerzen und Leidensmüdigkeit erleichterung bringen, hat mir sehr geholfen. (Körperlich und Psychisch)

Bei einem Infoabend im Hamburg wurde auch einiges von TCM in der Endometriosebehandlung erzählt.

Ich möchte Dir das nur erzählen um Dir vielleicht etwas Mut machen zu können. Bei jeder von uns ist etwas anderes hilfreich und jede Endo ist auch etwas eigensinnig. Falls Du Fragen hast gern.  Du bist nicht allein! 



Hallo
Bine70

Hallo Maxxi,

das tut mir sehr leid für dich, dass keiner weiss wo er richtig ansetzen kann, soll um dir Erleichterung zu verschaffen.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht eine Reha zu beantragen - da wirst du im ganzen betrachtet und vielleicht würde es dir einfach mal gut tun.

LG Bine



Hallo UPS, Vielen lieben
maxxi

Hallo UPS,

Vielen lieben Dank für Deine ausführliche Antwort, die mir auch etwas Mut macht. Mir wird von einer OP abgeraten, weil die Gefahr besteht, dass andere Organe-insbesondere der Darm, verletzt werden könnte. Es besteht die grosse Wahrscheinlichkeit für einen künstlichen Ausgang. Auf jeden Fall wird es wieder ein Bauabschnitt.

 

Ich würde 2013 operiert. U.a. wurden 20 cm vom Darm entfernt und ein Eierstock.In meinem Bauch hat es ziemlich übel ausgesehen; da mir ca. 2 Wochen vor der OP eine Zyste mit etwa 20 cm geplatzt ist und somit der komplette Bauchraum mit eingetrockneten Blut ubersäht war. Es konnte auch nicht alles entfernt werden.  

 

Das mit dem TCM hört sich echt interessant an. Allerdings ist es ha auch nichts, was jetzt gleich helfen könnte. Langfristig gesehen ist das bestimmt ein guter Behandlungsansatz, der auch für mich in Frage kommen würde.

 

Grade sitze ich wieder hier und heule nur noch vor Schmerzen. Bin seit 4 Uhr wach  , Kein Schmerzmittel schlägt an, es will einfach nichts helfen. Ich bin total an Ende und habe grosse Angst, dass vielleicht doch was anderes dahinter steckt. Aber egal zu welchem Arzt ich gehe, keiner kann mir helfen. Ich werde von einem ins andere KH geschickt    man wird nicht Ernst genommen



Hallo Bine, Ich war 2014 auf
maxxi

Hallo Bine,

Ich war 2014 auf Reha in Bad Schmiedeberg. Ich habe mich 8 Monate mit der Rentenversicherung rumgestritten, dass sie mir die Reha genehmigen. Obwohl ich eine sehr grosse OP hatte, wurde damals der erste Antrag abgelehnt.

Momentan fehlt mir einfach die Kraft, mich damit auseinander zu setzen...zumal ich auch demnächst eine neue Arbeitsstelle antrete. Ich hoffe, dass ich sie überhaupt antreten kann...mit diesen wahnsinnigen Schmerzen einfach unmöglich



Psychisch und physisch am Ende
UPS15

Liebe Maxxi,

da hast Du ja schon eine Operationsvorgeschichte. Warst Du in einem zertifizierten Endokrankenhaus? Oder hast in einem solchen regelmäßig Kontrolltermine? Mir fällt noch ein, dass bei der Infoveranstaltung der endometriose- Liega in Hamburg, Dr. Buchweitz die Schmerzärztin Dr. Nassrin Moussavi vorstellte, die in Zukunft in der Tagesklinik teilzeit arbeiten wird und diese erzählte kurz einen kleinen Abriss über Schmerzen und Schmerzen bei Endo. Es gibt auch die Möglichkeit 1x Wöchentlich ein Medikament (Prokain, Lidokain?) über den Tropf zu bekommen und welche Schmerzmittel miteinander kombiniert werden sollten und warum. Da scheinbar auch Nervenfasern in die Herde wachsen und verschiede Schmerzen zusammenkommen (Krampf, Nerven, Herde, Entzündung...). Ich schaue bei Interesse gern noch einmal in meine mitgeschriebenen Stichworte oder Du schaust, ob Du etwas heraus bekommst. Wo wohnst Du denn und wie alt bist Du in etwa? Meine Endokrinologin war damals klasse und hat mir in jungen Jahren sehr geholfen! Wir haben die Zysten immer relativ klein gehalten.

 War hier noch jemand bei der Infoveranstaltung am 29.5.17 in Hamburg?



Ich wurde in einem
maxxi

Ich wurde in einem zertifizierten KH operiert (Erlangen) und bin dort auch ab und zu zur Kontrolle.  Nicht regelmässig - aber regelmässig bei meinem Gyn.

Ich wohne in Fürth und bin 46 Jahre alt.

 

Weder mein Gyn, noch das Endozentrum haben mir ein anderes Medikament, ausser IBU und Novaminsulfon gegeben. Beide meinten, es gibt nichts anderes. Lediglich mein Hausarzt (Internist) hat mir Tilidin verschrieben. Er hat alle anderen Möglichkeiten abgecheckt, was noch die Schmerzen auslösen könnte. Hüfte und Lendenwirbelsäule. Bei beiden ist nicht alles komplett in Ordnung aber nichts so gravierendes, was die heftigen Schmerzen erklären könnte. Jetzt meinte er, dass es wahrscheinlich Verwachsungen sind und er mir auch nicht helfen könnte. Für die Akutschmerzen gibt es auch nichts anderes, als die Novaminsulfon.

 

Das mit den Infusionen / Schmerzmittelkombi hört sich sehr interessant an. Leider ist Hamburg sehr weit weg von hier.



Hallo Maxxi,  solche
dormant

Hallo Maxxi, 

solche Infusionen mit Schmerzmittel bekommst du auch beim Schmerztherapeut. Dahin kann dich dein Hausarzt auch überweisen. 

Wäre es nicht auch langsam mal angebracht ein anderes Endozentrum aufzusuchen ? 

Bei deinen starken Schmerzen und da du keinerlei Hilfe bekommst bleibt dir doch kaum was anderes übrig.  



Hallo Dormant, Ja, ich werde
maxxi

Hallo Dormant,

Ja, ich werde ein anderes Endozentrum aufsuchen  Mir würde eines in München empfohlen. Ich werde versuchen, dort möglichst zeitnah einen Termin zu bekommen. Ich glaube, mir ist es zwischenzeitlich auch egal, ob ich einen künstlichen Ausgang bekomme.....ich habe diese Nacht wieder kaum ein Auge zugemacht. Jetzt ist es 4:45 Uhr und ich bin scho  wieder am durchdrehen vor Schmerzen.... 



Es ist ein Wunder wie du es
dormant

Es ist ein Wunder wie du es so lange aushälst. In deinem Fall dürfte auch eine Dringlichkeitsüberweisung angemessen sein. Wenigstens zum  Schmerztherapeutem so bekommst du dann viel schneller einen Termin.

 



Schmerzen
UPS15

Hallo Maxxi,

in unserem Alter ist ja die Hoffnung auf Linderung durch die Wechseljahre gegeben. Ich habe mit einem Operateur verabredet nur im Notfall operieren und dann nur das Nötigste aus seiner Fachansicht wärend der Not-Operation. Grundsätzlich so wenig Schaden wie möglich anrichten während ich auf die Wechseljahre warte. Das scheint auch bei einigen Endospezialisten der Weg zu sein. Nur das nötigste kurz vor den Wechseljahren. Nicht bei jeder Frau ist die Endo dann kein Thema mehr aber wohl bei einigen. Also Hoffen und Daumendrücken. Ich erinnere mich Mal gelesen zu haben, von Martina Liel http://www.endobay.de/ , das es vorkommen kann, das zu den Wechseljahren noch einmal ein kräftiger Schub Endo kommen kann. Hast Du die Hormone testen lassen, ob die Wechseljahre in Sicht sind? Nur so als Mutmacher und leise Hoffnung im Hinterkopf.So wie Du Deine Situation Beschreibst wäre für mich ein Handlungsbedarf vorhanden und ich würde zu dem Endospezialisten gehen mit dem ich offen und erschöpfend darüber reden kann. Oder ab in die Notaufnahme, wenn nichts mehr aushaltbar ist.

Nun aber zu  den Schmerzen. Was ich dazu in meiner Kladde Stichwortartig bei der Infoveranstaltung am 29.5.17 in Hamburg mitgeschrieben habe. Damit könntest Du einen Arzt fragen ob es für Dich in Frage kommt oder, so oder so ähnlich ausprobiert werden kann. Ich erhebe keinen Anspruch auf korektheit und kann die absolute Richtigkeit der Wiedergabe nicht garantieren, also bei Interesse einen Arzt fragen.

Gegen Schmerzen die mit den Endoherden in Zusammenhang stehen, in denen ein Entzündungsprozess stattfindet, ein Antiphlogistika (griechisch anti „gegen“, phlogosis „Entzündung“) https://de.wikipedia.org/wiki/Entzündungshemmung.  Das wären zum Beispiel Ibuprofen, Diclophenac, Naproxen....

Begleitend Beckenbodenübungen, das hilft z.B. etwas gegen die Bauchdeckenschmerzen. Es sollte mit z.B. Buscopan begleitet werden damit die Muskulatur entspannen kann.

Niedrig dosiertes Antidepressiva zum Abend, dabei wird Amitriptylin genannt. Es wird in der Schmerztherapie verschiedentlich eingesetzt. Amitriptylin-Präparate sind zur Behandlung von Depressionen zugelassen. Sie werden gegen alle Formen depressiver Erkrankungen eingesetzt, bevorzugt gegen solche, die überwiegend mit Angst und Unruhegefühlen einhergehen. Ein weiteres zugelassenes Anwendungsgebiet ist die langfristige Schmerzbehandlung im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes. https://de.wikipedia.org/wiki/Amitriptylin

1x Wöchentlich die Infusion mit Prokain, Lidokain

Akupunktur sollte und kann das ganze begleiten und bei der Ernährung sollten Schmerzfördernde Lebensmittel gemieden werden. Z.B. kein Histamin usw.

Für mich hörte sich das Sinnvoll an den Körper und die Schmerzen ganzheitlicher an zu gehen als nur mit einem einzigen Medikament auf ein Ziel "draufzuhauen". Soweit ich es verstehe können (sollten?) all diese Maßnahmen zusammen angewandt, bei Verträglichkeit selbstverständlich nur.

Für mich war auch D3, B12 und Magnesium eine wichtige Wendung.

Maxxi gib nicht auf, es könnte Land in Sicht sein! Sag gern wie es bei Dir weiter geht.

Herzlichen Gruß

 

 

 



Ich war auch 2014 in Bad
Hockeyspielerin

Ich war auch 2014 in Bad Schmiedeberg. Bzgl Schmerzen hat es mir gar nicht geholfen. Aber im Bereich "Erkrankung akzeptieren" hat es geholfen und durch den persönlichen Austausch dort, war ich nicht mehr allein mit meiner Endo.

 

ich war vor 2 Jahren komplett am Ende. u.a. Schmerzen ohne Ende.

Was mir half:

3 wöchige multimordale Schmerztherapie in einem KH, die dort sehr viel Erfahrung seit jahrzehnten haben. das KH liegt etwa in der Mitte Deutschlands (KH liegt fast direkt am Fluß, auch Shopping ist möglich). Es gabeinen Plan ähnlich wie in einer Reha. Gruppen- und Einzel-Kranlengymastik, Psychologen (Gruppe und Einzel), bei den Änastesisten (schmerztherapeuten) gabs individuelle Therapien, wie Akupuntur, moxa, Schröpfen, Schmerzmittel dosierungen, ...

Diese 3 Wochen waren der Start in ein neues Leben was mir wieder lebensqualität zurück brachte.

Habe zufällig kurz danach mit einer Verhaltenstherpaie wegen der Schmerzen angefangen. Ging darum wie mit den Schmerzen umzugehen. Das war auch sehr hilfreich.

War vor einem 1 Jahr noch mal 2 Wochen zur stationären Schmertherapie zum Schmerzmittel reduzieren. 3 Monate später habe ich auch das lettze Schmerzmittel  auf 6 -10 Tage pro Zyklus reduziert.

 

Akupuntur mache ich seit 2 Jahren, Osteopathie immer mal. PMR (progressive Muskelenentspannung) jeden Abend 20 Minuten, wenn ich mich ins Bett lege (hilft auch gegen grübeln), im Sommer die Wasserübungen aus der Reha,...

 

 

wende Dich auf jeden Fall dringen an einen Schmerztherapeuten!

 

(Kurze Ergänzung zu eine früher Beitrag hier: Amitriptylin-Präparate haben Einfluss auf die Schmerzweiterleitung, hat also nix mit der Psyche zu tun, wenn man die bei Schmerzen bekommt. Zu Schmerzen - Enstehung, Weiterleitung, etc - haben wr auch viel im Krankenhaus gelernt.)

 



Hallo! Ich würde dir auch
Erna

Hallo!

Ich würde dir auch raten, dich an einen Schmerztherapeuten zu wenden und zusätzlich in einem anderen Endometriosezentrum einen Termin zu machen.

Ich drücke dir ganz feste die Daumen, dass es bergauf geht!