OP-Termin in Tübingen zur Endo.sanierung
Sommer2017

Hallo,

ich war vor ein paar Wochen im Endo.zentrum in Tübingen. Da ich bereits in einem anderen KH operiert wurde, weiß ich, dass ich Endometriose habe. Es wurde nun aber bei der Untersuchung tief infiltrierende Endometriose festgestellt und ich soll nun einen OP-Termin zur Endo.sanierung ausmachen.

Könnt ihr mir bitte mitteilen, wie das in Tübingen weiter abläuft. Habe ich das OP-Aufklärungsgespräch bei dem Arzt, der mich dann auch operiert?

Vielen Dank für eure Erfahrungen.

Sommer2017 

 



Hallo Sommer2017, ich wurde
pinkpearls

Hallo Sommer2017,

ich wurde im Sommer 2016 wegen des Verdachts auf Endometrise an die Frauenklinik Tübingen überwiesen. Ich kam als "Notfall" dort hin. Das war an einem Donnerstag. Ich hatte ein kurzes Gespräch mit dem Arzt. Er meinte auch, dass er mich am nächsten OP-Tag operieren wird (Dienstag - vier Tage später). Am Montag habe ich fast vier Stunden in der Klinik verbracht, um ein paar Fragebögen auszufüllen und die Nierenfunktion etc. kontrollieren zu lassen. Dann hatte ich auch schon am nächsten Tag die Operation. Nach wenigen Stunden wurde ich von einer Ärtzin - nicht dem Arzt, bei dem ich das Gespräch hatte und mir versicherte, dass er die OP durchführen wird - geweckt. Ich war noch total benommen dann meinte Sie: "Sie haben Endometriose. Wir haben alles entfernt." Das einzige, was ich sie fragte war, ob auch die analen Blutungen nun endlich aufhören. Sie meinte nur, dass ich noch eine Koloskopie vornehmen lassen muss.

Danach bin ich weiter eingeschlafen. Das war es dann auch mit der ärtzlichen Betreuung. Die Krankenschwestern waren aber da und freundlich.

In dem Aufwachraum waren wir sieben oder acht Patientinnen (Endometriose, Gebärmutterausscharbung etc.). Ich persönlich fand das furchtbar. Es war meine erste OP. Die Begleiter durften nicht in den Aufwachraum und haben auch keine Info bekommen, sodass sie sieben Stunden auf mich gewartet haben. Mein Handy hatte ich leider in der Umkleide gelassen. Ich war noch total benommen als ich gehen durfte.

Ein Nachgespräch fand nicht statt, ich wurde auf meine Frauenärtzin verwiesen, die - obwohl sie in der einzigen Frauenartzpraxis in Tübingen arbeitet, die auf Endometriose spezialisiert ist - überhaupt keine Ahnung von dieser Krankheit hat.

Das war leider nur meine Erfahrung. Es gibt bestimmt auch Patientinnen, die dort gute Erfahrungen gemacht hat. Ich fühlte mich dort leider nicht gut betreut.



Das muss man sich nicht
Meike

Das muss man sich nicht gefallen lassen. Ich hätte auf einem Gespräch mit dem operierenden Arzt bestanden. Habe das auch schmerzlich lernen müssen, aber einen Arzt, der einem lediglich den Bericht vorliest (genau so erlebt) braucht man nicht wirklich. Lesen kann ja jeder selber. Die analen Blutungen nicht VOR der OP abzuklären und scheinbar auch nicht in der OP von außen den Darm zu untersuchen würde ich als groben Fehler bezeichnen. Wenn sich nämlich rausstellt, dass Darmendo der Grund ist (sind die Blutungen zyklisch?), dann wirst du die nur in einer weiteren OP los. Wie gesagt, das hätte man vorher klären sollen. So war diese erste OP evtl. umsonst.

Da ich mich auch nicht (mehr) von jedem operieren lasse, frage ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit nochmal nach, wer operiert. Ob das nervt ist mir egal. Der OP-Plan steht am Vorabend fest, ab da wird gefragt. Und wenn da einer den falschen Namen genannt hätte (kam nicht vor) hätte ich mich nicht operieren lassen. 

Leute, ihr seid viel zu lieb und ordnet euch dem vorgegebenen Ablauf bedingungslos unter. Anstatt hier zu fragen, ob der aufklärende Arzt auch operiert (in der Regel nicht): mach was! Kennst du den schon? Willst du den? Dann bestehe darauf! Aber nicht am Tag vorher, sondern rechtzeitig, so dass du auch dann den Termin hast, wenn der Dienst hat. Das funktioniert. Man darf sich seinen Arzt aussuchen. Man vertraut ihm schließlich das wertvollste an. Es empfiehlt sich, sich nicht telefonisch in einer Klinik zur OP anzumelden, sondern den Weg über eine Sprechstunde zu gehen. Um sich die Ärzte mal "anzuschauen". Die Aufklärung machen ja oft irgendwelche Assistenzärzte, von denen man nicht wirklich operiert werden will. Aber du kannst deinen Wunsch äußern, einen operierenden Arzt vorher kennenzulernen.



AW:
Maiglöckchen

Hallo Sommer2017,

 

ich war letztes Jahr in Tübingen, habe hier alles genau berichtet

 

http://www.endometriose-liga.eu/node/36284

 

Wünsche dir alles Gute.

 



Vielen Dank....
Sommer2017

Hallo,

pinkpearls und Maiglöckchen: Vielen Dank für eure Berichte!

Meike, du schreibst, du lässt dich nicht mehr von jedem Arzt operieren - ich auch nicht! - ist meine vierte Bauch-OP.

Genau das ist jetzt aber mein Problem, woher weiß ich, ob die OP jetzt der richtige Arzt (der beste, mit der größten Erfahrung, ...) durchführt?

In Tübingen ist es wohl so üblich, dass die Gespräche, Untersuchungen und OPs (Erstuntersuchung, OP-Aufklärung, diagnostische Bauspiegelung, Nachbesprechung, erneute OP-Aufklärung, Endometriosesanierung der tief infiltrierenden Endo., usw.) jedes mal ein anderer Arzt (durch-) führt. Tübingen hat aber sehr gute Ärzte, die dann vielleicht ja NUR die Endometriosesanierung (OP) machen, auch haben sie sehr viel Erfahrung. Allerdings hatte ich bei meinem ersten Termin in Tübingen nicht gerade die freundlichste Ärztin und das erste Gespräch incl. der Untersuchung war in 15 Minuten erledigt.

Mir fällt es momentan schwer, die richtige Entscheidung zu treffen, in welcher Klinik ich mich operieren lasse. 

 



Wäre Böblingen für dich
biene88

Wäre Böblingen für dich auch noch eine Option? Prof. Renner, derzeit noch Leiter des Endometriosezentrums in Erlangen wechselt ab 01.12.17 nach Böblingen. Termine kann man soviel ich weiss jetzt schon ausmachen. Die OP wird er dann bestimmt auch selbst durchführen. Ein Spezialist ist er auf jeden Fall und sehr sehr nett. Dauert aber eben noch bis Dezember bis er anfängt.  



Danke
Maiglöckchen

Danke, biene88, dass ist gut zu wissen. Böblingen ist von mir aus gesehen näher. Wenn es also Ausweichmöglichkeiten zu Tübingen gibt, ist das echt klasse.



Gern geschehen. Prof. Renner
biene88

Gern geschehen. Prof. Renner kann ich guten Gewissens weiterempfehlen. Selten einen so tollen Arzt in einer Klinik getroffen. Ich nehme den weiteren Weg von Franken auf jeden Fall auf mich - obwohl Erlangen vor der Haustür liegen würde. 



Das ist nicht nur in
Meike

Das ist nicht nur in Tübingen so üblich, dass man immer den Arzt erwischt, der grad Dienst hat. Aber man kann ja sagen, welchen Arzt man für die OP möchte. Dann ist evtl. die Wartezeit länger, weil andere den auch möchten, aber das wär's mir dann wert. Wir haben freie Arztwahl in Deutschland. Man muss nicht mit irgendwem Vorlieb nehmen, nur weil es die meisten tun. Die meisten haben halt auch keine Endo. 



freie Arztwahl
Sommer2017

Hallo Meike,

das ist schon richtig, nur woher weiß ich, dass der Arzt XY der richtige, der beste und der, mit der meisten Erfahrung ist? Triffst du deine Entscheidung rein aus dem Bauchgefühl raus? Was ich halt gar nicht mehr will, eine OP von einem Arzt, den ich zuvor nicht persönlich gesprochen habe - genau das scheint aber immer mehr üblich zu werden.

 



Ich kenne es nur so, dass
biene88

Ich kenne es nur so, dass ich wie z. B. bei Prof. Renner dann eben noch einen Gesprächstermin vor der OP bei ihm vereinbare. 



Danke Biene! Findet der dann
Sommer2017

Danke Biene!

Findet der dann am Tag der OP statt oder ein paar Tage davor?



Gerne :-) Ne, einige Wochen
biene88

Gerne :-) Ne, einige Wochen zuvor. So kenne ich es aus Erlangen zumindest. Hatte vor einigen Wochen um einen Termin bei Prof Renner direkt gebeten, da ich auch die OP von ihm lassen möchte. Der Termin war jetzt noch in Erlangen. Die OP dann aber in Böblingen, weil es zeittechnisch nicht mehr anders geklappt hat. 



Genau wie Biene würde ich
Meike

Genau wie Biene würde ich es auch machen. Einen Gesprächstermin vereinbaren bei einem Arzt, der in Frage kommt. Isser's dann doch nicht, zum nächsten.