Konzentrationsstörungen
Audrey

Hallo ihr lieben,

ich bin ja am 25.7. fünfeinhalb Stunden operiert worden. In den Wochen davor hatte ich Darmspiegelung und Endosono unter Propofol. Nun merke ich, gerade seit ich wieder arbeite, dass ich mich noch schlechter als sonst (hatte vorher schon Schwierigkeiten damit) konzentrieren kann. Habe gelesen, dass solche Störungen Monate andauern können. Wurde vorher (seit 2012) dreimal operiert, ohne Konzentrationsstörungen bemerkt zu haben. Jetzt beeinträchtigt es mich sehr. Was habt ihr für Erfahrungen damit gemacht?



Also es kann gut sein, dass
hannibunny0606

Also es kann gut sein, dass du ein anderes Schmerzmittel bekommen hast, wahrscheinlich hast du das stärkste bekommen, was auf dem Markt ist. Da sind die Nachwirkungen natürlich noch stärker, als bei den "normalen" Schmerzmitteln bei einer OP.



Quatsch, es gibt zig
Meike

Quatsch, es gibt zig unterschiedliche Mittel (und es sind nicht nur Schmerzmittel, die man während der OP erhält), die alle jeweils ein eigenes Wirkungsprofil haben. Daraus wird vom Anästhesisten das ihm passend erscheinende gewählt. DAS stärkste gibt es da nicht. Unterschiedliche Dosierungen aber sehr wohl. Und wenn es eine sehr schmerzhafte Angelegenheit wird gibt es zur weiteren Behandlung auch schon vor der OP nen PDK oder eine Schmerzpumpe über die Vene. Wie Mensch auf die jeweiligen Mittel reagiert ist auch wieder recht individuell und kann sich mit der Zeit auch ändern. Ich habe zum Beispiel Propofol mal vertragen. Dann gings plötzlich schief. Auf Dormicum reagiere ich paradox (aber das konsequent). Wenn sowas bekannt ist, wird es beim nächsten Mal berücksichtigt. 

Mensch, du arbeitest doch in der Anästhesie. Warum schreibst du dann sowas?



Also du hast natürlich
hannibunny0606

Also du hast natürlich recht, jeder reagiert anders.

Aber doch, es gibt DAS stärkste Schmerzmittel, denn die werden skaliert nach der stärke von morphium. Aber das weiß man als laie nicht. Und klar, es gibt natürlich auch PDA etc. Und natürlich gibt es während der OP noch andere Mittel aber die werden normalerweise viel schneller abgebaut, als Schmerzmittel und somit sind Schmerzmittel die Medikamente, die mehr “Probleme“ im nachhinein machen.



Welches Schmerzmittel meinst
Meike

Welches Schmerzmittel meinst du denn?



Sufentanil
hannibunny0606

Sufentanil



An mir wurde auch schon
Meike

An mir wurde auch schon manches ausprobiert in 13 Vollnarkosen, darum interessiert mich das. 

Was lässt dich annehmen, dass es bei Audrey angewendet wurde? Das war bloß eine Endo-OP. Da gibt es noch ganz andere Hausnummern. 



Also wie gesagt sufentanil
hannibunny0606

Also wie gesagt sufentanil ist das stärkste (ca. 700 fache von morphium), dann gibt es noch alfentanil und Fentanyl. Meistens wird aber remifentanil verwendet (wirkt nur so 3-5) Minuten.

Als Narkosemittel wird normalerweise propofol verwendet, das kann aber nicht gegeben werden, wenn man eine soja Allergie hat, außerdem muss man nüchtern sein.

Für nicht nüchterne wir thiopental verwendet, das wirkt sehr sehr schnell (man kann schnell intubieren)

Bei ganz kurzen Eingriffen wird manchmal auch midazolam verwendet.

Wenn man richtig intubiert (sonst gibt es noch die larynxmaske) muss noch ein lähmungsmittel gespritzt werden. Da wird  meistens atracurium genommen, das wirkt glaube ich 10 Minuten. 

Bei nicht nüchternen wird succi verwendet, das wirkt auch ganz ganz schnell. Dass die Narkose bei nicht nüchternen schnell wirken muss liegt daran, dass der Patient nicht aspirieren soll, also keinen mageninhalt in die luftröhre bekommen soll.

Vielleicht ist das so ein bisschen klarer, was eine vollnarkose ausmacht :) 



Mir ist das vollkommen klar,
Meike

Mir ist das vollkommen klar, wie eine Vollnarkose funktioniert. Aber was lässt dich annehmen, bei Audrey sei etwas anderes als das gängige Propofol verwendet worden? Seit seiner Einführung ist es ja sehr verbreitet und "beliebt". In meinen letzten 4 Narkosen ist es nicht mehr verwendet worden, nicht wegen einer Allergie gegen Soja, sondern wegen Komplikationen nach Narkosen mit Propofol. Zuletzt wurden Remifentanil, Brevi, Esmeron und Arterenol verwendet und auch bei der Becken-OP (gilt als größte orthopädische "Standard"-OP).



Wo habe ich denn
hannibunny0606

Wo habe ich denn geschrieben, dass etwas anderes, als Propofol genommen wurde?



Hallo Audrey Vielleicht
dormant

Hallo Audrey

Vielleicht braucht dein Körper einfach mehr zeit um sich zu erholen, was einige Monate dauern kann bei solche großen Ops.

Oder dein Körper braucht mehr Nährstoffe, weil du krank bist.  

Ich war über ein halber Jahr nicht mal ansatzweise normal Funktionsfähig nach meiner Op. Je mehr entfernt werden muss und je schwächer man ist umso anstrengender ist es dann auch für deinen Körper.

 

 



"wahrscheinlich hast du das
Meike

"wahrscheinlich hast du das stärkste bekommen, was auf dem Markt ist".

So sehr wahrscheinlich ist das gar nicht, aber wenn Audrey möchte, kann sie ja nachfragen. Das wird zwar mit Sicherheit Verwunderung auslösen, aber sie werden das beantworten. 



Ich habe nie von propofol
hannibunny0606

Ich habe nie von propofol geredet, ich habe immer von sufentanil gesprochen. 

Also sorry meike aber das ist so eine kindische Diskussion und ich habe einfach Ahnung von Narkosen und falls du nicht gerade Anästhesistin bist, dann bitte ich dich, mein wissen und meine Qualifikation nicht in Frage zu stellen

 

Audrey, also wie gesagt, du hast wahrscheinlich ein extrem starkes Schmerzmittel bekommen, da ist es leider normal, dass das alles noch nicht wie gewohnt läuft. Vermutlich wird sich das mit der Zeit regeln, gib deinem Gehirn die Chance sich zu erholen 



Liebe Audrey,   ich bin
Schmusekatze

Liebe Audrey,

 

ich bin dieses Jahr zweimal operiert worden.

Einmal eine Endo-OP (2 Std.) und vor kurzem 5 1/2 Std. mit Sigmaresektion. 

Dann hatte ich noch eine Darmspiegelung mit Endosono und noch eine Untersuchung in Narkose, beides mit Propofol.

Die beiden OP´s wurden bei mir unterschiedlich eingeleitet, die erste mit einem ganz starken Schmerzmittel, wo ich das Gefühl hatte richtig high zu sein und bei der zweiten OP mit Teildarmentfernung war es Propofol. Was dann noch alles benutzt wurde weiss ich gar nicht.

Habe auch nicht nachgefragt.

Hatte dann auch noch eine Morphiumschmerzpumpe im Wirbelkanal.

 

Also alles in allem einiges an Mittelchen, die das Gehirn durcheinanderwirbeln...

Dazu kommt denke ich aber vorallendingen die psychische Verarbeitung der ganzen stressigen Thematik!!! Das ist schließlich nicht ohne...

 

Im moment nehme ich einen guten Vitamin B Komplex und Magnesium plus Darmbakterien um meinen Körper wieder etwas zu helfen.

Vielleicht wäre das auch eine Option für dich?

 

Liebe Grüße, Schmusekatze

 



Ich weiß nicht warum, aber
Meike

Ich weiß nicht warum, aber du redest immer an mir vorbei. Ich erkenne gerne deine Qualifikation an, konnte die aber aus dem ersten Post zum Thema nicht erkennen. Anhand der Konzentrationsstörungen, die Audrey leider noch belasten, kann man nicht auf ein bestimmtes Medi schließen. Und es ist ja auch völlig unerheblich. Was da an Medis verwendet wird ist alles heftig und man muss sich über Nachwirkungen nicht wundern. In dieser Form kenne ich das zwar nicht persönlich, eher ZAS, Atemdepression und andere Nettigkeiten, aber meine Vorstellungskraft reicht dafür durchaus. Gute Besserung, Audrey, und gute Nacht allerseits. 



Meike das Problem ist, dass
hannibunny0606

Meike das Problem ist, dass du mir Nichtwissen unterstellt hast, obwohl du in diesem Fall wenig/kein wissen hast. Von den Narkosemitteln ist diese Nebenwirkung nicht bekannt, von den Schmerzmitteln schon. Dementsprechend gehe ich von einem Schmerzmittel als Ursache aus. Da audrey das von anderen OPs so nicht kennt und sie einfach eine krasse OP hinter sich hat, gehe ich von sufentanil aus.

Ich wollte audrey mit meinem ersten post nur erklären, dass wohl ein anderes Mittel genommen wurde und es ihr deswegen so geht 



Danke für eure
Audrey

Danke für eure Antworten. Ich kenne die genaue Medikation die ich während und vor OP bekommen habe nicht. Außer bei Darmspiegelung und Endosono Propofol und dem Legen der Harnleiterschiene vermutlich auch.

Muss auch nicht genau wissen, welches Med. dafür verantwortlich ist, es war nur vermutlich alles sehr viel für den Körper. Ich habe gemerkt, wie man dazu neigt, schnell wieder "normal" funktionieren zu wollen. Und das geht nicht. Ich bin keine Maschine und brauche Geduld.



Genau, es braucht Geduld.
hannibunny0606

Genau, es braucht Geduld. Und das ist sehr schwierig. Ich hoffe du kannst dir die Zeit irgendwie nehmen.



Liebe Audrey, mir ging es
Erna

Liebe Audrey,

mir ging es ganz ähnlich wie dir- ich hatte nach meiner großen Sanierung im Mai auch starke Schwierigkeiten mich zu konzentrieren. Auch mein Gedächtnis (was bis dahin sehr gut war) hat deutlich geschwächelt, z.T. war das sehr beängstigend, da ich in der Reha auch mal im Aufzug stand ohne zu wissen, wo ich gerade hin wollte. Ich konnte auch wochenlang nicht wirklich telefonieren, weil ich nicht konzentriert zuhören konnte ohne mein gegenüber zu sehen. Ich habe dies mit mehreren Ärzten besprochen - auch in der Reha - da ich wirklich große Angst hatte, das es so bleibt und ich dadurch so stark eingeschränkt bleibe. Die Ärzte haben mich immer beruhigt und gesagt, dass es nach solch einer großen OP durchaus vorkomme, dass der Körper und auch das Gehirn Zeit braucht, um sich zu erholen. Mein Operateur hat mir gesagt, dass es bis Oktober dauern könne. Nun haben wir Oktober und ich kann rückblickend sagen, dass es mir besser geht. Ich kann mich gut konzentrieren, wie vor der OP. Und auch mein Gedächtnis ist wieder fit. Ich merke noch, dass ich nicht so belastbar und ausdauernd bin. Nach einem Arbeitstag bin ich sehr ko. Aber da spielt natürlich auch das Körperliche mit rein. Das erste Mal wieder richtig lesen, also einem Roman folgen konnte ich erst Anfang September - vorher hat es einfach nicht geklappt. Ich habe dann abends mit meinem Mann Backgammon und Kniffel gespielt - das hat mir gut getan und da habe ich schnell "Erfolge" gemerkt :)

Also, gönne deinem Körper die Zeit, die er benötigt! Deine große OP ist noch nicht lange her. Falls du sehr beunruhigt bist, sprich mit deinen Ärzten. 

Ich schenke dir eine große Portion Geduld und wünsche dir, dass du bald weitere Fortschritte merkst!

 

Liebe Grüße!



Vielen Dank für eure
Audrey

Vielen Dank für eure Antworten. Ich bekomme das Gefühl, es wird schon langsam etwas besser.

Habe per e-mail neulich mitgeteilt bekommen, dass ich hier eine PN erhalten habe, aber ich kann sie nicht finden. Habe vorher noch nie eine  bekommen. ;-) Kann mit da jemand helfen? 



PN
loki

Hallo liebe Audrey,

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Schön dass es aufwärts geht. Gib Dir Zeit! 

Alles Gute und LG



PN
loki

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Alles Gute und LG