Austherapiert?
Renimaria

Hallo liebe Mitforis,

 

auch ich habe eine lange Geschichte von Unverständnis und, ich nenn es mal, "Beleidigungen" in Richtung psychischer Erkrankung hinter mir. Die Ärzte haben mir sogar die diagnostische Laparskopie verweigert, bis ich mich vehemnt durchgesetzt hatte. Die Psychologen habne mich immer wieder zurückgeschickt, da es psychisch nicht erklärbar war. Und dann hatte ich endlich die Diagnose.

 Mit Schmerzmedikamenten hatte ich immer ein Problem, weil diese nichts gegen diesen Schmerz ausrichten konnten.

Es folgte eine Therapie mit Hormonen und  auch diese habe ich überhaupt nicht vertragen.

Da es bei mir anfangs zwar da, aber kein ausgeprägter Befall mit trotzdem äußerst schmerzhafter Symptomatik war, habe ich mich entschlossen, die hormonelle Therapie nicht durchzuführen, weil meine Lebensqualität exttrem litt.

Das bedeutete für mich, dass ich halt öfters Operationen über mich ergehen lassen muss.

Jetzt bin ich umgezogen und habe an meinem neuen Wohnort in einem Endo Zentrum eine OP durchführen lassen.

 Erstaunt war ich zuerst, dass ich die Diagnose Endometriose dort erneut diskutieren musste. So wie ich informiert war, ist das nicht notwendig, wenn die Diagnose einmal gestellt wurde.

Der Arzt war sehr vorwurfsvoll, fragte gar nicht nach meinen Strategien, warf mir vor mich falsch zu ernähren (fragte gar nicht, wie ich mich ernähre), wollte mir unbedingt eine Hormonspirale einpflanzen, weil das ja meine Lebensqualität erhöhen würde. Die anschließende körperliche Untersuchung führte er sehr unsaft bei aktueller Sturzblutung durch, also es hat noch nie ein Arzt geschafft mir bei einer Untersuchung mit dem Spekulum was einzuklemmen und teilte mir mit, er hätte nix gefunden und im Ultraschall wäre auch nichts zu sehen. Meine Beschwerden müssten eine andere Ursache haben.

Ich war fassungslos und hab das immer noch nicht verarbeitet, merkt man am emotionalen Schreiben. Irgendwie hab ich es geschafft, dass nicht er operiert, sondern jemand anders. 

Mein Gefühl vor dieser OP war schon schlecht, hätte ich mal drauf gehört.

Der Befund war ausgeprägter, als je zuvor, also es war ja zu erwarten, dass sich sich die Endo ausbreitet, die Gebärmutter und ein Eierstock waren jetzt auch infiltriert.

Die Hygiene in dem Krankenhaus war schlecht und mein Zugang entzündete sich nach ein paar Stunden, es entwickelte sich eine Sepsis. Die Antwort war, wir machen ein Pflaster drauf und ein bißchen Salbe, aber wenn Sie meinen, dann stellen wir Ihnen ein Privatrezept aus, dann können sie sich das Antibiotikum selbst kaufen.

So etwas habe ich noch nie erlebt..... wegen der aber starken Beschwerden hab ich die Visanne versucht, die kann man absetzen. Es war grauenhaft, alle Nebenwirkungen hab ich mitgenommen, 6 Wochen nicht geschlafen, gebrochen, Durchfall gehabt, wahnsinnige Kopfschmerzen, ich war nur noch ein Wrack.

Dann hört ich nur, ja, dann sind sie austherapiert, wir können nichts mehr für Sie tun. Wenn Sie meinen, Sie vertragen das alles nicht...... (für mich Vorwürfe in Richtung Anstellerei)

Dann hab ich recherchiert, nach der OP bin ich wirklich gar nicht mehr auf die Beine gekommen. Es ging wirklich nichts mehr. 

Die Ärzte, die ich aufgesucht haben, wollten mich unbedingt in die Psychiatrie einweisen, was mich in den sofortigen Fluchtmodus verzetzt hat.

Gelandet bin ich beim Hämatologen. Das Problem scheint zusätzlich ein Morbus Samter und eine Erkrankung aus dem Formenkreis Mastozytose zu sein. Die weitere Diagnostik läuft. Es ist angeblich selten, aber der Arzt hat mir eine Kombination aus Antihistaminika verschrieben, und, was für ein Wunder, dafür halte ich das grade, die SCHMERZEN klingen ab! 

Dieser brennende Verwachsungsschmerz, der nicht auf Schmerzmittel ansprach, die Kopfschmerzen und so andere Zipperlein legen sich ganz, ganz langsam, es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

 

Was möchte ich, in erster Linie verarbeiten und andere auf diese Erkrankung hinweisen, vielleicht ist sie nicht so selten und Endometriose ist demnach ein Symptom der Grunderkrankung.

Es erklärt einiges, auf diese Form der Ernährung wäre ich nicht gekommen. Verstehen muss ich das noch, aber es hilft mir weiter.

 

Lasst euch nicht für verrückt erklären und geht euren Weg. Sobald ich mehr weiß, werde ich diesem Arzt auch noich die passende Rückmeldung geben, meine Enttäuschung und Demütigung ist momentan noch grenzenlos, er darf ruhig wissen, was er mit diesem Verhalten anstellt.

Nicht eins meiner  Symptome ist eingebildet oder mit Psychotherapie zu behandeln.

Viele Grüße

Renimaria

 

 



Austherapiert?
UPS15

Hallo Renimaria,

beim lesen Deiner Mail wäre ich Dir am liebsten spontan zur Seite gesprungen und hätte Dich in  den Arm genommen. Das Erlebte zu verarbeiten erfordert jetzt viele schöne Erlebnisse und ich hoffe Du hast liebe Menschen um Dich die für Dich da sind und mit denen Du sprechen kannst. Danke, das Du es hier geschildert hast. Wo wohnst Du denn? Und das Endozentrum ist zertifiziert? Mit Deinem Beitrag bist Du eine Hilfe. Erst einmal alles Gute und davon ganz viel! Es wäre schön wenn Du die Kraft fändest zu berichten, wie es weiter ging. Herzlichst UPS



Hallo UPS,   Danke für
Renimaria

Hallo UPS,

 

Danke für deine mitfühlenden Worte, sie rühren mich etwas.

Das, was ja wirklich passiert, ist folgendes. Man hat merkwürdige Symptome, die gesunde Menschen nicht verstehen, was zu Unverständnis und Konflikten führt. Es geht einem immer irgendwie nicht gut, die gut gemeinten Ratschläge helfen nicht. Mittlerweile weiß ich, wer zu mir hält. Es sind exakt zwei Menschen übrig.

Jetzt weiß ich, dass mein Instinkt mich immer richtig geführt hat. Diese Aversion gegen Mediakmente, gegen bestimmt Nahrungsmittel, die angeblich ja so gesund sind.

Schon mein Leben lang.

Das Endo Zentrum ist zertifiziert, ja, und in Hamburg. Namen nenen ich nicht, aber an der Schilderung meiner Geschichte bin ich zu erkennen. Ich weiß nicht, ob die mitlesen.

Über die Ergebnisse der weiteren Diagnostik und dem Verlauf kann ich berichte. Mir geht es nur darum, anderen evt. Betroffenen einen Hinweis zu geben, an was man noch denken könnte. Das ändert die Therapie nämlich vollständig.

Und, ich möchte alle ermutigen, auf ihr Bauchgefühl zu hören und diese Unterstellungen nicht mehr hinzunehmen. Das macht mich momentan einfach nur noch wütend.

Jetzt, mit den neuen Erkenntnissen, kann ich Frieden schließen mit einigen unerklärlichen Vorfällen in der Vergangenheit. Das tut gut und ist besser.

 

Nicht jeder muss das haben, aber es könnte wie gesagt ein Ansatz sein. 

 

Viele Grüße

Renimaria



Austherapiert?
UPS15

Renimari,

ich bin ganz betroffen denn in dem Krankenhaus habe ich 2015 auch unglaubliches erlebt (In diesem Forum schon mehrfach erwähnt). Bitte schiebe die Erfahrung dort so weit wie möglich von Dir. Allerdings merke ich, das ich wohl für meinen Seelenfrieden doch einmal etwas unternehmen möchte, und an berufener Stelle schildern wie das Krankenhaus bei mir vorging. Dann können die Fachleute prüfen und entscheiden ob die höchste Zertifizierungsstufe bei den Qualitäten und Quantitäten den höchsten Ansprüchen genügt. Meine Erfahrung war unglaublich, auch noch nach jetzt zwei Jahren schüttle ich ungläubig den Kopf. 

Mir ging es unglaublich schlecht nach der Operation dort. Mein Gyn schickte mich wieder ins Krankenhaus und rief dort auch an. Doch es gab keinerlei Hilfe. Dort lernte ich zu sagen: "ICH bin doch KEIN Schnitzel."

Rückwirkend kann ich bedauernd sagen, der Aufenthalt dort hat nicht geholfen aber deutlich geschadet. Vielleicht könnten wir unsere Erfahrungsberichte gebündelt an die Zertifizierungskommission einreichen? Damit etwas besser werden könnte.  Am 29.Mai haben beide Hamburger Endozentren, mit Anderen, einen Infoabend gegeben, das hat mich noch einmal in meinen persönlichen Eindrücken gestärkt.

Du bist eine starke Frau die durch vieles durch musste, wie wunderbar das Du zu Dir gestanden hast. Ich wünsche Dir schöne Zeiten.

Herzlichst UPS 

 

 



Hallo UPs,   ich wäre
Renimaria

Hallo UPs,

 

ich wäre dabei, weil ich nicht alles geschildert habe und immer noch nicht glauben kann, dass das wirklich passiert ist. Können wir über PN Daten austauschen? 

Vielleicht kann man anderen damit einiges ersparen.

An Dr. Schweppe in Westerstede kommt so leicht keiner ran, da hab ich die besten Erfahrungen gemacht. 

 

Danke für deine Worte, du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr du mich gerade aufbaust, ich drück dich mal dafür.

 

Liebe Grüße

Reni



schrecklich
TheUnderground93

Hallo Reninaria,

Was du erlebt hast ist schrecklich. Es geht wirklich noch schlimmer. Wir wurde auch erst diese Woche vom Oberarzt eines renommierten Endozentrum vermittelt ich habe ja schon alle Theapien gehabt und die Endo wäre schon längst besser und die Schmerzen kommen nicht daher. Ich soll zum Psychologen. Er hat nicht mal meine Befunde angeschaut oder mich ausreden lassen. Ich hatte so eine große Hoffnung auf diese Termin, auf den ich 3 Monate warten musste.

Lasst euch allen nicht einreden dass sei psychisch. Das sagen sie nur wenn sie nicht mehr weiter wissen. Ich bin höchstens psychisch angeschlagen wegen den Schmerzen. Aber wer ist das nicht

LG Julia