Erfahrung mit Add-Back Therapie bei GRNH Analogika
silli1

Hallo,

ich habe bereits wegen starker Endo die 3.Spritze Trenatone (GRNH-Analogika) erhalten, jetzt meine Frage, hat jemand Erfahrung mit der Add-Back Therapie?  Ich lese immer wieder, dass dazu die Add-Back Therapie gegeben werden soll, wenn das GRNH als Langzeittherapie angewandt wird, was bei mir ja der Fall ist. Mein Gyn sagte, dass eine zustätzliche Östrogenpille die Endo doch noch schlimmer macht, was bei mir ja bereits sehr schlimm ist. Jetzt bin ich aber schon im 7.Monat ohne Add-Back. Der Gyn. wüsste auch nicht, welche zusätzliche Pille da jetzt noch in Frage käme, er meinte auf jeden Fall hochdosiertes Vitamin D und Calcium noch zusätzlich einnehmen. Hat jemand Erfahrung und welche Pille habt ihr da zusätzlich genommen?Ich mache mir schon Sorgen wegen des Knochenmasseabbaus bei dem GRNH...

 Viele Grüße

Silly



Hallo Silli
bergblick

Hallo Silli,

ich selber habe noch keine Erfahrung mit GNRH-Analoga gemacht, aber ich denke momentan immer wieder darüber nach, eine Therapie damit auszuprobieren (da die Visanne meine Eierstocksfunktion leider nicht ausreichend unterdrückt). Zu einer Therapie mit GNRH-Analoga würde ich aber niemals eine Pille als Add-Back dazu nehmen. Es gibt köpereigenes Östradiol, das der Körper kennt (= bioidentisches Östradiol) in Form von einem Gel, das man individuell über die Haut dazu geben kann (z.B. Gynokadin Gel, Estramon). Damit kann man ganz gezielt täglich eine minimale Dosis anwenden, so dass genug Östradiol für die Knochendichte vorhanden ist, aber nicht so viel Östradiol, dass die Endometriose damit gefüttert wird. Du könntest dann sogar auch mal im Blut sehen, ob Du eher zu hoch oder zu niedrig dosiert bist mit Östradiol bezüglich ausreichender Schutz für die Knochendichte und Endometriosestillstand zugleich. Ich selber würde evtl. auch noch /oder nur Progesteron in Kapselform (Famenita, Utrogest, Progestan) vaginal dazu nehmen, weil es auch gut für die Knochendichte ist. Schade, dass sich Dein Gyn. mit so etwas nicht auskennt, die (schulmedizinischen) Produkte sind schon lange auf dem Markt und etabliert (beispielsweise werden sie bei Frauen in den Wechseljahren und nach der Menopause eingesetzt). Hast Du mal in einem Endometriose-Zentrum (am besten Stufe III) nachgefragt, was die Dir denn raten würden? Ich wünsche Dir, dass Dir noch viele Frauen schreiben, die selber schon Erfahrungen mit GNRH-Analoga und Add-Back machen konnten. Vielleicht gehöre ich selber bald dazu. Noch zögere ich...

Viele Grüße,

bergblick



Erfahrung mit Add-Back Therapie bei GRNH Analogika
silli1

Hallo Bergblick,

 vielen Dank für die ganzen Infos! Ich war in einem Endo-Zentrum 2, dort wurde gesagt Östrogenpille niedrigdosiert begleitend zur GRNH Therapie. Ich kann das wohl selbst nicht einfach ausprobieren, wieviel ich von den bioidentischen Hormonen wohl brauche, da zu gefährlich, ich weiss ja garnicht die Dosierung. Und wer testet das dann im Blut? Machst Du das dann alles selbst oder hast Du da jemanden zur Hand der sich auskennt? Wen frage ich denn da? Kann ich mir die Hormone selbst frei kaufen oder benötigt man ein Rezept? Mein Gyn. würde es mir wahrscheinlich schon aufschreiben, wenn ich weiss was ich genau zu tun hätte...sorry für die vielen Fragen...:-))

Zum Thema GRNH: ich habe es übrigens gut vertragen, also kaum Nebenwirkungen. Die erste Spritze fand ich schlimmer, die dritte jetzt fast harmlos, also ich komme gut klar, obwohl ich schon Bammel hatte, weil man immer so viel Negatives liest. Für mich heisst es deshalb, immer alles selbst auszuprobieren.

Viele Grüße

silli

 



Also ich hab jetzt die 2te
Glücksbär♡

Also ich hab jetzt die 2te Spritze bekommen und merke groß keine schlimmen Horror Nebenwirkungen die man sonst liest und hört  :-) außer das ich bisschen vergesslicher bin und öfters Kopfschmerzen. Dafür lassen die Schmerzen spürbar nach -Auch beim Sex. Ich hab nun die GnrH Therapie da Pille nicht wirkt. Trotz Op im Februar und Pille ist Endo wieder im volle Gange da. Seitdem ich Spritze hab hab ich kaum noch täglich Probleme. Hoffe das bleibt so. Da ich Auch Adenomyose hab will man damit die Schmerzen versuchen zu bessern da Spirale für mich nicht in Frage kommt. Hab damals nur krassere Schmerzen unf Krämpfe gehabt. Vor Diagnose. und anscheindend klappt das :-)  mit GnrH. 

Langzeit Therapie wäre wenn es mir hilft auch ne Option  das blöde eben aber zusätzlich die Add Back Therapie - was wiederum doof ist wegen Östrogen . Mich würd es auch interessieren welche Pille dann geeignet wäre



Erfahrung mit Add-Back Therapie bei GRNH Analoga
silli1

Hallo Jenny,

das Problem mit den GRNH ist bei mir, dass mein Gyn mir es eigentlich nicht ständig geben will, da es zuviele Nebenwirkungen haben soll u.a. soll es das Blut dick machen, Cholesterin erhöhen u. der Körper kann es nicht so schnell wieder loswerden (wohl in Form von Aus-/Entgiftung), was natürlich bei jedem anders sein kann. Ich lass jetzt erst mal meine Blutwerte überprüfen u. dabei auch meinen Cholesterin -Wert. Desweiteren will ich meinen Kupferwert testen leiden (anhand der Enzyme, was wohl nicht so einfach ist), da dies auch zur Entgiftung gebraucht wir, aussderdem habe ich viele Zinktherapien(vom Immunologen empfohlen) hinter mir, wegen den ständigen Entzündungen, u. wenn man zuviel Zink nimmt, zieht es den Kupferwert runter. Kupfer hat Einfluss auf den Cholesterin-Spiegel (LDL), und wenn nicht genügend Kupfer vorhanden ist, steht das Eisen nicht richtig zur Verfügung u. kann gut verstoffwechselt werden, das zeigte sich bei mir, dass mein Eisenwert oft nicht gut war (was ja bei Endo schon mal öfter vorkommt) u. ich konnte auch die Eisenpräparate schlecht vertragen (da der Schritt das Eisen zu verstoffwechseln durch Kupfermangel  nicht möglich ist). Das ist aber nicht so einfach, weil man es auch nicht überdosieren soll. Ich finde es schon schwer mit dieser Krankheit umzugehen, da es keine gerade Anleitung gibt u. man einfach viel selbst ausprobieren muss. Langfristig möchte ich eigentlich von den GRNH wieder loskommen.  Ich überlege mir gerade wie sinnvoll es ist, noch mal ein OP/BS durchführen zu lassen, aber dafür mit Gebärmutterentfernung, da ich auch Verdacht habe auf Adenomyosis u. dann evtl. wieder auf die Visanne zu wechseln.

Viele Grüße

silli



Hallo Silli, Hallo Jenny, da
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Hallo Silli, Hallo Jenny,

da ich die Therapie der GNRH mit Add-Back ja noch nicht gemacht habe, kann ich Euch leider auch nur das erzählen, was ich in der Theorie darüber weiß/gehört/gelesen habe. Als es mit meiner Endometriose immer schlimmer wurde, habe ich viel zu Hormonen recherchiert. (Die Hormone spielen bei der Endometriose ja eigentlich nicht die Hauptrolle, sondern fungieren nur als Vermittler wie mir das erklärt wurde, aber da man bisher noch nichts besseres gefunden hat, setzt man eben bei den Hormonen an).

Ein Weg, um die Endo zu stoppen, ist es ja das Östrogen niedrig zu halten. GNRH sind eine Möglichkeit die Eierstöcke und damit die Hauptöstrogenproduktion auszuschalten. Problem dabei ist, dass man dann durch die Therapie in jungen Jahren schlagartig in der (Post)Menopause landet (zumindest temporär). Und durch den kaum vorhanden Östrogen-Spiegel hat das dann (je länger, je mehr) negative Folgen für Knochendichte etc. Sobald man sich damit näher beschäftigt, landet man bei Frauen, die natürlicherweise (aufgrund ihres Alters) in den Wechseljahren bzw. in der (Post)Menopause sind. Was machen diese Frauen, wenn ihr Körper nicht mit dem Ausfall der Hormone klarkommt und Probleme entstehen (Hitzewallungen, Osteoporose, etc.)? Die bekommen oft eine leichte Hormonersatztherapie. Und die am besten verträgliche und mit den wenigsten Risiken behaftete Therapie ist heute gemäß der Leitlinien eine Therapie mit körpereigenen-körperidentischen-bioidentischen Hormonen (die der Körper kennt und sein Leben lang selbst produziert hat). Östradiol geht gut über die Haut und wird deshalb über die Haut gegeben (meist in Gelform, es gibt aber auch Spray und Pflaster mit natürlichem Östradiol). Progesteron (wichtig ja als Gegenspieler zum Östrogen als Gebärmutterschleimhautschutz etc.) geht sehr schlecht durch die Haut und wird deshalb am besten vaginal genommen (Kapseln zum Einführen). Die Produkte sind schulmedizinisch erprobt und werden standardisiert hergestellt. Sie werden genauso industriell hergestellt wie die künstlichen Hormone, aber sie sind am Ende "natürlich", da molekülgleich, der Körper bekommt also sein eigenes Hormon mit der ihm bekannten Molekülstruktur, kein fremdes Medikament wie bei den synthetischen Hormonen) Man bekommt sie über ein Rezept. Du hast schon Recht, Silli, mit den natürlichen, individuell dosierbaren Hormonen ist es am Anfang vielleicht nicht ganz so einfach wie mit einer Pille, aber dafür kann man die Hormone viel passender für sich und seine Situation anwenden. Ich finde das sehr selbstbestimmt und befreiend. Und ganz planlos ist man ja auch nicht, denn es gibt ja Studien und Erfahrungswerte. Es gibt auch für eine Hormonersatztherapie eine Standarddosierung bzw. einen Standardbereich. Ich selber würde mit dem Östradiol-Gel unter dem Standard bleiben (zur Sicherheit, damit die Endo nicht stimuliert wird) und mit dem Progesteron vaginal nach Gefühl großzügig drüber (ich nehme bereist seit vielen Jahren Progesteron vaginal gegen die Endometriose - war eigentlich nur der letzte Versuch eine OP hinauszuzögern/abzuwenden und hat dann eben langfristig gut funktioniert bei mir). Und da ich es tatsächlich gerne genau wissen will, würde ich tatsächlich auch mal im Blut kontrollieren lassen, wo ich liege (die 1-2 Werte zahle ich auch gerne selber, wenn der Arzt es nicht für nötig hält - ich fände es sinnvoll und sicher nicht teuer im Vergleich zu all den Krankheitsfolgekosten aufgrund mangelhafter Therapie).

Für den Erhalt der Knochendichte reicht offenbar ein minimaler Östradiol-Spiegel von um die 30 ng/l. Und in diesem Bereich wird der Endometriose auch noch nicht angetriggert (das beginnt dann eher Richtung 60 ng/l Östradiol und höher). Es gäbe also ein therapeutische Fenster, in dem der Körper ausreichend mit Östrogen versorgt ist, aber die Endometriose weiter ruht. Ich hoffe, meine Aufzählungen kommen jetzt nicht so neunmalklug daher, ist ja wie gesagt alles nur zusammen recherchiert und erfragt und ich versuche das einfach (etwas verkürzt) so weiterzugeben. Alle Angaben deshalb ohne Gewähr, sie lassen sich aber leicht nachrecherchieren. Evtl. kennen sich gynäkologischen Endokrinologen besser mit einer Hormonersatztherapie aus als der normale Gynäkologe. Da kann man Glück oder Pech haben. Wenn Ihr lieber eine Pille wollt, da gibt es auch Möglichkeiten, aber die orale Einnahme hat einige Nachteile und in den Pillen sind eben die synthetischen Hormone drinnen. Ich selber möchte inzwischen lieber das "Original"-Hormon , das der Körper selber produziert und kennt und ich möchte außerdem individuell dosieren können und auf jeden Fall keine Standard-Hormonbombe. Aber Ihr könnt es ja ausprobieren, vielleicht ist es für Euch viel passender mit einer Pille und funktioniert für Euch gut?

@Silli: Dass sich die Blutwerte, insbesondere die Blutfettwerte unter der GNRH-Therapie ändern, wäre schon möglich, da habe ich noch nichts darüber recherchiert, vermutlich liegt das aber dann auch einfach nur am mangelnden Östrogen, oder? Wie bei Frauen im Alter. Falls es damit zusammenhängt, wäre Add-Back mit auch ein wenig Östradiol ja genau richtig und wurde das auffangen können. Was hat der Arzt denn zu den Blutwerten unter Add Back gesagt? Mich wundert ehrlich gesagt nicht, dass der Arzt die Therapie nicht gerne länger geben will, ein zusätzlicher Faktor könnten dabei vermutlich auch die Kosten sein, denn die Therapie scheint mir ja extrem teuer zu sein.

Ich bin auf jeden Fall sehr froh von Euch zu hören, dass Ihr die GNRH-Therapie sogar ohne Add-Back so gut vertragt. Das macht mir wirklich Hoffnung, dass die Therapie vielleicht gar nicht so schlimm ist und vielleicht auch mir gut helfen wird. Ein paar Monate einfach mal komplett schmerzfrei zu sein und von der Endometriose/Adenomyose nichts zu spüren, wäre wirklich ein Traum. Ich möchte meine Gebärmutter nämlich unbedingt behalten. Wer hat Euch denn diese Spritzen gegeben? Gynäkologe? Hausarzt? Bekommt man die in den Bauch? Ich habe nach wie vor etwas Bammel vor der Therapie (bei mir waren andere Therapien nämlich immer wieder voller böser Überraschungen), aber ich habe fest vor, sie dieses Jahr noch auszuprobieren. Freue mich auf Eure Rückmeldungen.

Liebe Grüße, Bergblick



Erfahrung mit Add-Back Therapie bei GRNH-Analogika
silli1

Hallo Bergblick,

danke für Deine ausführliche Antwort! Ja, das ist richtig, die Blutfettwerte können ansteigen, wenn das Östrogen fehlt. Ja, der Gynäkologe gibt die Spritze mit dem GRNH, da ich jetzt die dritte Spritze schon habe, soll ich aufgrund der Kosten keine mehr erhalten, obwohl dies vom Krankenhaus bis zum Eintritt der Wechseljahre empfohlen wurde. Der Gyn. sagt, ich solle mich wieder operieren lassen, aber das Krankenhaus will nicht. Eine OP ist nicht so einfach, da ich auch Verdacht habe auf Endo im Brustkorb. Für den Gyn. ist die Behandlung auf Dauer mit dem GRNH viel zu teuer. So fühle ich mich so, als würde man mich in der "Luft" hängen lassen, alles sehr seltsam... im Prinzip bleibt mir nur noch dieses selbst zu bezahlen, da die Visanne auch bei mir nicht genügend wirkte und die Endo stark nachgewachsen ist. Ich merke allerdings auch, dass die dritte Spritze nicht mehr den Wirkungsgrad hat wie die erste, was mich eher beunruhigt, aber wer weiss mit was das wohl noch zusammenhängt. Es spricht meiner Meinung nach aber dann wieder gegen eine zusätzliche Add-Back Therapie. Denkbar wäre auch, eine Total-OP machen zu lassen (also mit Gebärmutter-u. Eierstock-Entfernung), weil man mir sagte, damit hätte sich das Problem erledigt, meinte der Gyn. Habe mich noch nicht entschieden was ich jetzt mache. Ich habe allerdings eine Gynäkolgin gefunden, die 1,5 h von mir entfernt ihre Praxis hat (näher gibt es leider niemanden), die mit den bioidentischen Hormonen nach der "Rimkus-Methode" arbeitet, d.h. die Hormone bestimmt sie im Blutserum, und lässt dann aufgrund der Werte eine spez. Pille herstellen mit den Hormonen, die man zuwenig hat um gegen Wechseljahresbeschwerden anzugehen. Ob das dann das Richtige für mich ist, weiss ich noch nicht, das muss ich dann abklären. 

Viele Grüße

Silli



Hallo Silli,ich kann gut
bergblick

Hallo Silli,

ich kann gut verstehen, dass Du Dich so fühlst, als ob man Dich in der Luft hängen lässt, ist ja auch so! Ich finde es auch nicht in Ordnung, dass Dir Dein Gyn. die Spritze nicht mehr geben will, obwohl selbst das Krankenhaus (Endozentrum?) Dir ja genau diese Spritze als beste Therapie-Option empfohlen hat und Dir die Spritze ja hilft, während Dir die Visanne nicht ausreichend geholfen hat, sondern die Endo darunter weitergewachsen ist. Eine Schande, wenn jetzt tatsächlich nur das liebe Geld im Vordergrund steht anstatt Dein Leid bzw. Dein Wohl als Patientin.

Die Klinik hat ja offenbar gute Gründe, dass sie Dir zur Spritze rät und eine weitere OP erst mal NICHT durchführen will. Ich würde mir das an Deiner Stelle mit einer OP auch wirklich sehr, sehr gut überlegen. Wenn die GNRH-Therapie bei Dir anschlägt würde ich diesen (nicht-invasiven!) Weg erst mal bevorzugen, denn Du kannst die Therapie jederzeit absetzen und die Wirkung ist reversibel. Jede OP hingegen kann ja immer zu weiteren/neuen Problemen führen (Komplikationen, Verwachsungen durch die OP/Wundflächen, Folgeprobleme durch die Gebärmutter- und/oder Eierstocks-Entfernung etc.) Operieren kannst Du Dich ja immer noch, jederzeit, das läuft Dir ja nicht weg. Und vielleicht macht die Idee der Klinik, Dich mit der GNRH-Therapie bis in die eigene Menopause zu bringen bzw. zu "retten" ja tatsächlich am meisten Sinn. Vielleicht gelingt es Dir, einen anderen Gynäkologen oder Endometriose-Spezialisten zu finden, der bereit ist, Dir die Spritze zu geben? Zumindest könntest Du mir der Spritze etwas Zeit schinden, bevor Du Dich zu einer (evtl. radikalen) OP entscheidest. Wie alt bist Du denn, wenn ich fragen darf?

Was mir noch aufgefallen ist: Wenn Du Dir tatsächlich die Eierstöcke entfernen lassen möchtest, müsstest Du Dir ja keinesfalls zusätzlich noch die Gebärmutter entfernen lassen. Zumindest die könntest Du dann ja einfach behalten. Wieso rät Dir Dein Arzt denn noch zu einer zusätzlichen Gebärmutterentfernung? Das macht im Grunde keinen Sinn.

Zu Rimkus: Positiv bei der Rimkus-Methode ist, dass tatsächlich Bluttests gemacht werden (und nicht diese unzuverlässigen Speicheltests). Aber ansonsten würde ich an Deiner Stelle wirklich gut abwägen, ob Du die 1,5 Stunden Fahrt auf Dich nehmen willst: Ich war auch mal bei einem Rimkus-Spezialisten und war dann sehr enttäuscht. Viel zu wenig Wissen über Endometriose und Hormone. Außerdem verwendet die Rimkus-Methode ja genau die gleichen natürlichen/bio-identischen/körpereigenen Hormone, die es auch von der Schulmedizin längst auf dem Markt gibt (und die die Kasse bezahlt). Die Schulmedizin hat wie gesagt die synthetischen und die körpereigenen Hormone nebeneinander auf dem Markt und für die Wechseljahre werden inzwischen meist die natürlichen verwendet. Rimkus hat den Nachteil, dass Du die Kapseln dann selber bezahlen musst und dass die Kapseln nicht standardisiert hergestellt werden, sondern dass Apotheken diese selber herstellen (dadurch kann es z.B. Schwankungen in der Wirkstoffmenge geben). Das hat mir der Rimkus-Spezialist selbst so gesagt (er hatte verschiedene Apotheken zur Auswahl mit unterschiedlicher Zuverlässigkeit/Konstanz der Wirkstoffmengen). Dann sollen die Kapseln nach Rimkus ORAL eingenommen werden und das ist leider überhaupt KEIN guter Weg, um dem Körper gleichmäßig, physiologisch, nebenwirkungsarm/frei etc. Hormone zuzuführen. (Wie gesagt sollte man natürliches Progesteron am besten vaginal zuführen und natürliches Östradiol am besten transdermal, also über die Haut.) Rimkus weicht mit seiner oralen Einnahme von allen Fachgesellschaften vollkommen unverständlich ab. Außerdem werden in die Rimkus-Kapseln meist zusätzlich noch Zink, Kupfer etc. gemischt. (Wobei Du sicher sagen kannst, wenn Du das nicht willst.)

Ich habe mir von Dr.Lee bis Dr.Rimkus alle möglichen Hormonbücher gekauft und bin am Ende bei den natürlichen Hormonen gelandet, die man (wenn nötig) auch klassisch schulmedizinisch auf Rezept bekommt und die die Kasse (bei entsprechender Indikation) bezahlt (also natürliches Progesteron und natürliches Estradiol - genau das verwendet auch Rimkus). Wenn die Schulmedizin keine natürlichen/körpereigenen/bio-identischen Hormone auf dem Markt hätte, würde ich auch woanders danach suchen, aber es gibt sie ja zum Glück. Du siehst, ich möchte Dich (mit meiner natürlich sehr subjektiven Erfahrung) ein wenig davor bewahren unnötig viel Geld (wie ich) auszugeben: Ich habe vor einigen Jahren leider viel Geld für Rimkus-Kapseln ausgegeben bzw. habe sie mir als "verzweifelte Endometriose-Patientin" eben aufschwatzen lassen, erst danach habe ich dann gründlicher recherchiert - jetzt bin ich ärmer, aber klüger ;-) 

Ein Rezept für natürliches/körpereigenes Progesteron und natürliches/körpereigenes Estradiol könntest Du über Deinen Hausarzt oder Deinen Gynäkologen bekommen (falls Du diese Hormone z.B. als Add-Back nehmen willst), dann müßtest Du keine 1,5 Stunden fahren und hättest die gleichen bio-identischen Hormone wie in den Rimkus-Kapseln.

"Ich merke allerdings auch, dass die dritte Spritze nicht mehr den Wirkungsgrad hat wie die erste…"

Hast Du einfach nur weniger Nebenwirkungen oder dämmt die Spritze Deine Schmerzen nicht mehr so gut ein? Warst Du bisher eigentlich blutungsfrei und schmerzfrei/schmerzärmer unter den Spritzen? Ist die Wirkung über die 3 Monate konstant gleich oder bemerkst Du Unterschiede in der Wirkung je nach Zeitpunkt?

Ich setze nach wie vor große Hoffnung in die GNRH-Therapie, gleichzeitig versuche ich möglichst viel darüber zu erfahren, bevor ich damit anfange. Insofern bin ich Dir sehr dankbar über jede Erfahrung, die Du bisher mit den Spritzen gemacht hast.

Liebe Grüße,

Bergblick



Gnrh
biosna

Hallo Silli,

grundsätzlich tut es auch mir leid, dass du so hängen gelassen wirst. Auf der anderen Seite kann ich dich vor einer Langzeittherapie mit GnrH nur warnen bzw. Muss dass sehr gut überlegt sein. Das Osteoporoserisiko ist groß. Ich habe nur eine 3 Monatsspritze bekommen und nun eine beginnende Osteopenie. Vorstufe von Osteoporose. Das klingt ja erstmal nur nach na ja.... die Folgen sind dann meist erst später durch schmerzhafte Knochenfrakturen spürbar. 

Vielleicht magst du uns dein Alter noch mitteilen. Ob es tatsächlich um ein „Rüberretten“ bis zu den natürlichen Wechseljahren geht oder eine ganz andere Diskussion/ Sichtweise ist.

Im Fragenarchiv vom Expertenrat hat Prof Römer ausführlich dazu berichtet.

Ich persönlich fahre alle 3 Monate zu einer gynäkologischen Endokrinologin, die stetig die Hormone bestimmt und entsprechend die Dosierungen anpasst. Vielleicht wäre so eine Ärztin noch eine Hilfe für dich. Vielleicht hat sie noch eine Idee warum die Visanne nicht angeschlagen hat.  

--

Herzliche Grüße

Bianca



GNRH
silli1

Hallo bergblick, hallo Bianca,

danke für Eure Rückmeldungen!

erstmal an Bergblick: die GNRH bekommt man in den Bauch (hatte ich vergessen zu schreiben).

Ich bin 47, da wurde mir gesagt, dass es wohl nicht so viel Nebenwirkungen haben wird als eine Person, die einige Jahre jünger ist. Was ich habe ist vermehrtes Schwitzen u. Schlafstörungen. Aber das hatte ich vorher auch schon, jetzt halt noch etwas mehr. Die Hitzewallungen hatte ich nur am Anfang und das nur leicht. Ich denke halt über eine Total-OP nach weil ich wohl auch Verdacht habe auf Endo im Brustkorb (es wurde schon anderes ausgeschlossen) und das ist wirklich schlimm bei mir.  Das mit der abnehmenden Wirkung bezieht sich bei mir nur auf den Brustkorb, die Unterleibsschmerzen werden ziemlich erfolgreich unterdrückt. Trotzdem ist eine Art "Dynamik" drin. Es gibt Tage wo die Schmerzen trotzdem etwas schlimmer sind, an manchen merke ich aber garnix. DAs hält sich so 50/50, aber man darf nicht vergessen, ich hatte bei der letzten Unterschung im Mai im Endo-Zentrum einen ausgeprägten schwereren Befund. Ich denke wenn ich keine Endo drin hätte, also gerade nach einer OP, wäre ich wahrscheinlich zu 100% schmerzfrei. Ich habe dazu wieder einen Termin im Endo-Zentrum im Januar. Meine GM hat auch Adenomyosis. Also nur die Eierstöcke raus, und die GM drinlassen, macht für mich nicht so Sinn. Ich weiss, dass der Körper über die Eierstöcke auch über die Wechseljahre hinaus Hormone produziert. Da würde ich dann gerne mit diesen bioidentischen Hormone ansetzen. Ich werde dazu hier einen neuen Gyn. aufsuchen u. nach dem Gel fragen, weil die Add-Back auch in meinen Papieren von einem Endo-Zentrum empfohlen wird und auch nochmal klären ob ich noch einmal die Sprizte haben kann, aber dann würde ich mich lieber operieren lassen wollen. Der letzte Gyn. aus dem Endo-Zentrum sagte zu mir aufgrunddessen dass die Endo wieder so stark gewachsen ist trotz Visanne: diese Visanne ist in meinem Fall nur ein "Bonbon", also blieb erst mal nur das GNRH, das mich in die Wechseljahre "retten" sollte. Aber wie gesagt, mein Gyn. will nicht, da zu teuer und zu lange will ich das "Zeug" ja auch nicht nehmen. Danke für den Hinweis mit der Rimkus-Methode, da bin ich nach Deinen Ausführungen wieder abgekommen. Ich frage den neuen Gyn. gezielt nach dem Östrigen-Gel unter Vorlage meiner Papiere, das erscheint mir am vernünftigsten. DANKE!

An Bianca: Danke für den Tipp mit dem Endokrinologen, da werde ich mich mal schlau machen, wer hier in Frage käme, das dauert nur wieder so lange, bis man einen Termin erhält (ich brauche ja sofort was), aber einen Versuch wert...das mit Deiner Osteoporose tut mir ja echt leid, das hat mich ganz schön umgehauen, als ich es gelesen habe. Ich habe, nachdem bei mir vor 5 Jahren ein schlechter Knochenwert gemessen wurde ("weiche Knochen") u. ein starker Vitamin D-Mangel festgestellt wurde, Vitamin D hochdosiert eingenommen, sodass sich alles wieder erholt hat. (Mir wurde aber auch gesagt, ich soll unter GNRH 1x im Jahr zur Knochendichtemessung gehen). Kann es vielleicht sein, dass Du einen Vitamin D Mangel hast/hattest?

Viele Grüße

silli

 



GnrH
biosna

Hallo Silly,

nehme schon lange Vitamin D3, da der Wert tatsächlich zu niedrig war. Mittlerweile glaube ich, dass sehr viele Menschen in unseren Breitengraden ein Vitamin D3 Mängel haben. Das alleine reicht gegen Osteoporose nicht aus. Zusätzlich ist wohl Kalzium noch wichtig.

Bin übrigens mittlerweile 51. Mit 46 der erste Eierstock weg und mit 48 der 2. Eierstock. Somit bin ich eigentlich mit den Wechseljahren durch. Die Gebärmutter ist schon lange entfernt.  Da allerdings für die Nebenwirkungen ganz ohne Östrogen zu jung. Herz- Kreislauf und Osteoporose usw. Deshalb mache ich eine Hormonersatztherapie und lasse alle 3 Monate die Hormone bestimmen, damit der Östrogenspiegel nicht zu hoch ist.  Die Spritze GnrH hatte ich im Jahre 2013 bekommen. 

Anscheinend hat sich bei mir der chronische Schmerz als eigenes Krankheitsbild verselbstständigt. Somit nehme ich Schmerzmittel und Hormone.

Drücke dir die Daumen, dass du deinen Weg finden wirst. Als Add back hatte ich auch Gel für die Haut.  

 

--

Herzliche Grüße

Bianca



@Biosna
bergblick

Hallo Bianca,

danke Dir, dass Du noch mal auf die Knochendichte hinweist. Mir wurde auch gesagt, dass man darauf ein Auge haben soll, aber dass man mit Add-Back wohl auf der sicheren Seite sei. Wobei Du ja eigentlich Add-Back hattest. Tut mir sehr leid, dass Du jetzt also eine beginnende Osteopenie hast. Wurde das direkt nach der GNRH-Therapie in 2013 festgestellt oder erst im Laufe der Jahre, nachdem Dir auch die Gebärmutter und nacheinander noch die Eierstöcke entfernt wurden? Ich habe gerade sehr geschluckt als ich das mit Deinen OP's gelesen habe... Das Thema treibt mich auch sehr um. Ich bin momentan hin- und her gerissen, ob ich Organe hergebe, deshalb will ich es ja temporär mal mit GNRH versuchen und dann weiterschauen. Mit Anfang 40 habe ich natürlich noch etwas Wegstrecke vor mir bis zur letzten Blutung. Einfach wird das vermutlich nicht. Zumal es leider nicht so aussieht, als ob demnächst eine "Wundertherapie" gegen Endometriose und Adenomyosis auf den Markt kommt.

Super, dass Du offenbar eine gute gynäkologische Endokrinologin gefunden hast, die Dich bei jetzt bei Deiner HET begleitet. Darf ich fragen, welche Hormone Du bekommst und in welcher Dosierung? Und in welchem Bereich versucht Ihr, den Östrogenspiegel zu halten?

Ich wünsch Dir alles Gute und dass Du auch wegen der Schmerzen noch etwas Hilfreiches für Dich findest.

Herzliche Grüße,

Bergblick



@silli1
bergblick

Hallo Silli,

vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe auch gelesen, dass man die Spritze in den Bauch bekommt, aber ich soll sie wohl ins Gesäß bekommen, offenbar macht es nicht jeder Arzt gleich. Keine Ahnung, was da die Vor- und Nachteile sind, ich hoffe, es passt so auch.

Ich habe mich jetzt sehr gefreut, zu lesen, dass Du "schon" 47 bin, denn dann besteht ja tatsächlich eine Chance, dass Du Dich ohne radikale OP's in die Menopause/Postmenopause "rüberretten" kannst. Wenn Du schon länger vermehrtes Schwitzen und schlechten Schlaf hast (auch schon vor der GNRH) bist Du ja längst mittendrin in den Wechseljahren. Die Frage ist halt, wann Deine Eierstöcke endgültig aufhören zu arbeiten (bzw. nur noch etwas Testosteron produzieren bis ins Alter) und Deine Endometriose und Adenomyosis dadurch "schlafen geht". Es heißt ja immer die Wechseljahre umfassen ca. den Zeitraum 5 Jahre vor der letzten Blutung und 5 Jahre danach, wobei das individuell sehr variiert. Aber mit der letzten Blutung, wenn die Eierstöcke keine Follikel mehr produzieren, kein Zyklus mehr entsteht, haben die Frauen (bis auf ganz seltene Fälle) ja bereits Ruhe von der Endometriose. Hattest Du in den letzten Jahren auch mal keine Pille o.ä., sondern Deinen natürlichen Zyklus, in dem mal Östrogen, Progesteron, FSH, AMH-Wert gemessen wurden? Das kann ja Hinweise geben, wo man bezüglich der Wechseljahre steht. Wenn Deine Eierstöcke aufhören zu arbeiten bzw. nur noch etwas Testosteron produzieren, dann hättest Du ja überall Schmerzfreiheit, wo vorher die Endo aktiv war.

Ich habe irgendwie immer noch nicht verstanden, wieso Du Dir gleichzeitig die Eierstöcke UND die Gebärmutter entfernen lassen willst, aber vielleicht stehe ich da total auf der Leitung und habe es nicht richtig begriffen. Wenn die Eierstöcke draußen sind und kein Östrogen mehr produzieren, bist Du ja schlagartig in der Postmenopause und Deine Gebärmutter ist blutungsfrei und schmerzfrei. Dann merkst Du ja nichts mehr von Deiner Adenomyosis. Wenn man es dann mit einer Hormonersatztherapie nicht übertreibt (falls man eine macht) und immer ausreichend Progesteron und nur wenig/moderat Östrogen nimmt, dann ist im besten Fall alles gut und man hat Frieden, auch mit GM. Die GM ist dann ja auch ein guter Seismograph, falls man es mit einer HET übertreibt etc.

Ich habe auch Adenomyosis und habe mit den Ärzten besprochen, dass ich WENN, dann nur die Eierstöcke hergebe und meine Gebärmutter behalte. Das fanden die Ärzte auch stimmig. Beides gleichzeitig hergeben macht für mich keine Sinn. Und nur die Gebärmutter hergeben auch nicht, weil das löst dann ja nicht die Endometriose-Probleme außerhalb der GM und die Endometriose macht dann ja im restlichen Körper munter weiter. Aber keine Ahnung wie ich das morgen sehe, im Moment möchte ich trotz Leidensdruck einfach alle Organe behalten und möchte gerade gar keine OP, sondern konservativ behandeln soweit möglich.

Welchen Befund hattest Du denn genau bei der letzten Untersuchung im Endozentrum im Mai? Ich werde ja auch nicht frisch saniert in die GNRH starten. Bin jetzt wirklich gespannt, wie es mir gehen wird bezüglich Blutungsfreiheit und Schmerzfreiheit/Schmerzreduzierung...

Toll, dass Du das mit dem Östrogen-Gel auch in Deinen Papieren stehen hast, da wird es Dir schon jemand verschreiben, vielleicht auch die Klinik selber oder Dein Hausarzt? Vielleicht findest Du ja auch eine gute gynäkologische Endokrinologin oder in Zukunft evtl. auch eine gute neue Gyn, falls Dein Gyn Dir nicht weiterhelfen kann/will. Du brauchst auf jeden Fall zum Östradiol-Gel noch das Progesteron dazu, das haben mir die Ärzte und Spezialisten auch so gesagt. Progesteron alleine geht. Östrogen alleine geht nicht, da braucht man insbesondere als Endo-Patientin immer das schützende Progesteron dazu.

Herzliche Grüße,

Bergblick



Hallo Ihr Lieben
Glücksbär♡

Ich war einige Zeit voll ausgebucht ^^ viel zu lesen hier. Also ich muss sagen das ich jetzt doe 3tte Spritze bekommen hab und mir geht es sehr gut damit. Ich hab KEINE schlimmen Nebenwirkungen. Mir geht es gut damit und die Schmerzen sind fast weg. Besser wie Pille, Visanne und so Mist.
Es ist ja auch so, das man die GNRH Therapie ja NICHT langfristig macht. Sondern nur 6 Monate. Und danach schaut man. Aber diese 6 Monate ist es mir wert Schmerzfrei zu sein. Klar ich bin 26 Jahre alt und gerade in der Menopause, aber mir geht es gut damit. Es ist bei mir nicht so wie man sonst diese Horror geschichten liest. Ich bekomme immer das Monatsdepot, sprich wenn iwas sein sollte brauch man die nächste Spritze nicht geben lassen. Finde man sollte es immer einmal ausprobiren, wenn man dadruch schmerzfrei ist. Wie gesagt LANGFRISTIG wird diese Therapie eh nicht angewand, wenn nur bis 6 Monate
Und naja sobald man die Spritzen weg lässt ist wie bei Pille und Co das der eigene Zyklus ja sich wieder einstellt. Alles nicht so dramatisch. Man darf nicht so viel im Netzt lesen da vieles eh nur Schwachsinn ist. Man sollte es immer selbst ausprobieren und nicht von anderen profetieren. Ich hab am anfang mich auch verrückt gemacht jeden gefragt wie er das vertragen hat und so. Und das war Horror was die mir erzählt hatten.
Und im Nachhinein ist es gar nicht so bei mir wie bei anderen

Liebe Grüße
Jenny



GnrH
biosna

Hallo Bergblick,

zurzeit nehme ich "Chlormadinon - 2 mg fem - 0-3-0", also 6 mg pro Tag. Chlormadinon ist ein Gelbkörperhormon und der Gegenspieler zum Östrogen. Bis vor ca. 4 Wochen habe ich etwas weniger als 1 HUB GynokadinGel genommen. Lag allerdings jetzt mit 91 zu hoch. Sezte also jetzt erstmal mit dem ÖstogenGel aus. Im Januar habe ich meinen nächsten Termin. Sollte ich Hitzewallungen, Schlafstörungen u.s.w. bekommen, soll ich ganz wenig Gel wieder nehmen. Ist aber bis jetzt nicht der Fall. Bin also anscheinend noch gut mit Östrogen versorgt.

Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sollte der Östrogen-Wert nicht über 40/50 liegen. Dann ist es wohl ok bei Endo. Ist mir auch von einem anderen Endo-Spezie bestätigt worden. 

--

Herzliche Grüße

Bianca



Osteopenie
biosna

Hallo Bergblick,

die Osteopenie wurde in der AHB im Jahr 2014 festgestellt.Also ein 3/4 Jahr nach der 3-Monatsspritze. Herr Dr. Cornelius (Chefarzt Bad Schmiedeberg) hatte das allen Patientinnen empfohlen, die die 3-Monatsspritze erhalten haben. Seine Erfahrung ist wohl, dass die GnrH-Therapie sehr schnell auf die Knochendichte wirkt. Trotz Add-Back-Therapie. Vor allem dann zusätzlich, wenn die Pat. schlank sind. Bestätigt wurde das ERgebnis auch noch mal später bei einer allg. Endokrinologin. Wichtig zu Vitamin D3 ist eben auch Kalzium. Ich soll bestimmten Käse essen und sehr kalziumhaltiges Mineralwasser trinken.

Hallo Jenny,

die Auswirkung der GnrH-Analoga Therapie im Hinblick auf die Osteoporose spürst du jetzt auch noch nicht.......... 

--

Herzliche Grüße

Bianca



GNRH
silli1

Hallo,

danke bergblick für Deine Ausführungen auch gerade zum Thema Wechseljahre. Ich glaube schon, dass ich die Eierstöcke in meinem Fall hergeben muss (ist nur meine Idee), um das GNRH einzusparen. Es wurde eine 2 cm große Eierstockzyste im Endo-Zentrum festgestellt (davor war schon die andere betroffen u. in OP saniert worden)  nebst weiteren Verwachsungen auch rektal, ein schwererer Befund lt. Dr. Sein Vorschlag die Gebärmutter rauszunehmen begründete er auf Adenomyosis und ohne die nicht operieren zu wollen da ich schon zu alt u. bald in den Wechseljahren wäre. Aber Deine Überlegungen hierzu sind mir schlüssig und vielleicht hast Du Recht, diese zu behalten.

Vor knapp 3 Jahren hatte ich mal diesen Speicheltest gemacht über eine Heilpraktikerin, wobei rauskam zu viel Östradiol, zu wenig Progesteron, DHEA usw. war ok, soweit ich noch weiss, dann bekam ich diese bioidentische Progesteroncreme, womit es mir sehr schlecht ging. Die Endo wuchs überall rasant u. ich hatte 3 Wochen meine Periode, von Kapseln hat keiner was gesagt. Irgendwann wurds mir zu blöd u. ich fragte eine ehem. Professorin für gyn. Forschungen an, ob sowas sein kann. Sie antwortete mir, dass sie in seltenen Fällen gesehen hat, dass sich das bioid. Progesteron ausschliesslich in Östrogen umwandelt und dann zu einem Überschuss führen kann und riet mir deshalb die Visanne zu nehmen (die ja dann schon zu schwach für mich war). Deshalb versteifte ich mich nur auf das Östrogen in der Add-Back Therapie. Aber wenn ihr alle was anderes schreibt, bin ich jetzt verwirrt, was in meinem Fall das Beste ist. Es werden alle Frauen funktional über einen "Kamm geschert" und doch ist es individuell. Ich habe für morgen einen Termin bekommen bei einem neuen Gynäkologen, mal sehen, was er mir sagt, und konkret nach Euren Empfehlungen befragen. 

Ich habe den Eindruck, dass alle Ärzte die ich dazu befragte, nix genaues wissen, einschliesslich meinem Hausarzt. Leider habe ich auch KEINEN gyn. Endokrinologen hier gefunden, der nächste internist. Endokrinologe ist ca. 1 h entfernt mit langen Wartezeiten. Nein, die Klinik lässt mich auch hängen, in den Papieren steht nur, bei länger als 6 Monate mit Add-Back -Therapie, mehr nicht. Ich habe mehrfach dort nachgefragt, jedoch keine Antwort erhalten. Echt SCh....! DEshalb habe ich ja hier im Forum Rat gesucht. Deshalb danke für Eure Ausführungen, es hilft wirklich, wenn wir uns austauschen!!!

An Jenny: ich sehe es wie Du, lieber immer selbst auszuprobieren...An Bianca:die Eierstöcke bilden ja noch das Testosteron, wenn die weg sind, und Du nur das Östrogen u. Pogesteron zuführst, wie bekommst Du das Testosteron dann, oder wird es aus diesen ausreichend gebildet? Ich will den Gyn. nach einem Bluttest fragen, ob er vielleicht mal meine Hormone bestimmen kann...

Bis bald

Silli



add-back-Therapie
albea

Nach meinem Kenntnisstand empfehlen sehr viele Spezialisten mittlerweile auch bei einer add-back-Therapie grundsätzlich die Gabe von Östrogen plus Gestagen/ Progesteron. Die Verordnung ist im Einzelfall sehr unterschiedlich. Manche geben eine Pille mit entsprechender Kombination (was ich selbst nicht bevorzugen würde wegen der oralen Einnahme), andere eine Gestagen-Pille plus Östradial-Gel (transdermal). Ich selbst habe ausschließlich mit Progesteron (transdermal oder vaginal) gearbeitet, weil der Körper überschüssiges Progesteron selbst in Östrogen umwandeln kann. Allerdings habe ich es nicht als add-back-Therapie angewandt. Ich habe die WJ-THERAPIE zweimal versucht, beide Male ohne add-back-Therapie. Ich habe die Knochendichte kontrollieren lassen und dort war alles "im grünen Bereich", von daher war eine add-back-Therapie nicht erforderlich.

Dass die Wirkung der Spritzen schwankt, berichten viele Frauen. Das scheint normal zu sein. Ich habe selbst auch die Erfahrung gemacht, dass die Wirkung im Laufe der Zeit weniger würde. Insbesondere wegen Schmerzen/ Endo im Oberbauch/ Zwerchfell/ Thorax war die Wirkung bei mir "ungewöhnlich" - ich hatte unter den WJ-Therapien massive Schmerzverstärkungen (was leider lange Zeit für die meisten Ärzte der Beweis dafür war, dass Endo nicht die Ursache der Beschwerden sein könne; was definitiv falsch war, wie sich inzwischen herausgestellt hat).

Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich nur eindringlich davor warnen, zumindest bei bekannter Adenomyose, ausschließlich die Eierstöcke entfernen zu lassen und darauf zu hoffen, dass dann Ruhe einkehrt. Auch in der Schulmedizin werden mittlerweile zunehmend Stimmen laut, die darauf hinweisen, dass auch die Gebärmutter viel mehr ist als "nur" ein Muskel und empfangendes Organ. Es gibt zumindest Hinweise darauf, dass auch die Gebärmutter irgendwie an der Hormonproduktion beteiligt ist. Deswegen ist keinesfalls automatisch Ruhe, wenn die Eierstöcke entfernt sind. Zudem ist mittlerweile bekannt, dass es Endo-Herde gibt, die sich bei Abfall des Östrogen-Spiegels eine "Umleitung" bauen, um selbst Östrogen produzieren zu können und so das abgesunkene Level auszugleichen. Das gilt dann natürlich auch für die Adenomyose. Und so kann es passieren, dass die Gebärmutter/ Adenomyose nach Entfernung der Eierstöcke erst "richtig loslegt" und die Beschwerden sich nochmal massiv steigern.

Ich hatte im Mai eine OP mit Entfernung der Eierstöcke. In der Folgezeit ging es mir schlechter als je zuvor. Lange hieß es, dass könne nun nicht mehr von der Endo sein. Falsch! Im November hatte ich die nächste OP, nun auch mit Entfernung der Gebärmutter. Die war nach der OP im Mai entgegen aller Voraussagen nicht klein und ruhig geworden, sondern groß, mit permanent aufgebauter Schleimhaut, durchsetzt mit Adenomyose. 

Und auch die Theorie, dass mit Eintritt in die post-menopausale Phase endlich Ruhe einkehrt, ist mit Vorsicht zu genießen! Es gibt diese Herde, die sich völlig abgekoppelt haben vom Hormonzyklus. Und alle je aktiv gewesenen Herde haben Spuren im Körper hinterlassen, meist anhand von Verwachsungen und/ oder Vernarbungen. Dass Frau nach Jahrzehnten mit aktiver Endo nach den WJ plötzlich schmerzfrei sein wird, gehört nach meiner eigenen Erfahrung und allem, was ich gelesen und gehört habe, eher in den Bereich Wunschdenken. Was natürlich nicht heißt, dass es vollkommen ausgeschlossen wäre und im Einzelfall nicht doch so sein kann. Ein bisschen Hoffnung tut uns allen schließlich gut! 

Bei allen Überlegungen sollte man sich dieser Tatsachen aber bewusst sein, um wirklich alles bei der Entscheidung berücksichtigt zu haben.

Alles Gute!

albea 



ich habe die Monatsspritze
ruthmaria1980

ich habe die Monatsspritze auch genommen. Sogar insgesamt 1,5 Jahre. Generell habe ich diese gut vertragen. Am Ende hatte ich nur starke Probleme mit den Knochen. Also laufen oder Treppen laufen wurde immer schwieriger. Die Hitzewallungen und Schlafstörungen habe ich ertragen. Dafür hatte ich so gut wie keine Schmerzen.

Nur das kaum noch bewegen können (trotz Kalzium und Co und Sport) ging einfach nicht mehr. Auch bei der Knochendichtemessung wurde deutlich, dass ich damit stoppen sollte. Also haben wir nach 1,5 Jahren aufgehört (meine Frauenärztin hätte mir die Spritze auch weiter gegeben, wenn die Beschwerden nicht aufgetreten wären). Ich musste wieder die Pille nehmen und der Kreislauf von Schmerzen und OP ging von vorne los.



Eigentlich gilt unter dieser
Elhappy

Eigentlich gilt unter dieser Therapie , steht auch so in der Richtlienie oder Fachliteratur von Ebert,  Länger als 6 -12 mo Muss eine Add Back Therapie stattfinden. Nich nur wegen der erhöhten Gefahr von Osteoporose , sondern auch wegen Herz-Kreislauferkrankungen( KHK)& Schlaganfall Risikos . Für Gefäße , eine Vitaminkombi von Vitamin B12 / 6 & Folsäure nehmen .Das schützt die Gefäße zumindest etwas. 

 

LG Happy  



7 Monate GnRH Analoga ohne Add-Back...
Kräuterhexe

Hallo zusammen, 

ich habe dieses Jahr 7 Monate lang die Enantone-Spritze ohne Add-Back-Therapie bekommen...der Spezialist vom Endo-Zentrum hatte zwar darauf gepocht, dass ich eine Add-Back-Therapie bekomme - aber mein Gyn war strikt dagegen (wegen des Östrogens) und hat mir letztendlich einfach ein Gel mitgegeben, falls die Nebenwirkungen so schlimm wären, dass sie nicht zu ertragen sind. 

Die Nebenwirkungen waren schon da, vor allem die Hitzewallungen waren nicht ohne. Aber alles in allem ging es mir schon seeehr lange nicht mehr so gut wie unter Enantone. Danach sollte ich mit der Visanne weitermachen und die Hölle brach von einem Tag auf den anderen über mir zusammen...keine Ahnung, was mein Körper gegen Dienogest hat, aber ich vertrage es einfach überhaupt nicht. Mein Magen-Darm-System war völlig im Eimer...ich hatte Hitzewallungen, das war der reine Wahnsinn - unter Enantone waren die nie so schlimm. Ich hatte schon Angst, überhaupt noch Nahrung zu mir zu nehmen, um dann nicht gleich wieder die nächsten Stunden im Bad zu verbringen...

Das ging für mich einfach gar nicht, also habe ich die Visanne gleich wieder abgesetzt - und mir ging's von heute auf morgen schlagartig besser. Es ist wirklich gruselig, was Hormone mit einem anstellen ;( Trotzdem bin ich nicht mutig genug, ganz ohne Therapie auszukommen, weil ich mich noch zu gut an die schreckliche Zeit vor meiner OP im Februar erinnere....von daher nehme ich jetzt einfach wieder meine alte Pille (Belara) im Langzeitzyklus. Soweit läuft alles ganz gut, wobei ich sagen muss, dass man deutlich den Einfluss der Hormone spürt...ich fühle mich schlapper, träger, teilweise habe ich leichte depressive Verstimmungen, der Magen-Darm-Trakt ist nicht mehr so im Gleichgewicht wie unter Enantone (ich habe ein bissl Angst, dass die Darmendo wieder aktiv sein könnte)....

Es ist besser wie ohne Therapie, aber trotzdem vermisse ich die Zeit unter der Enantone...wenn die Nebenwirkungen bzgl. der Knochenschädigung nicht wären, würde ich da sofort weitermachen (oder gleich eine Total-OP durchführen lassen). Und wenn mir noch ein Arzt kommt und behauptet, die Nebenwirkungen unter der Enantone wären "sooo schlimm", die Visanne wäre der Goldstandard und allgemein sehr gut verträglich, dann raste ich aus ;) Man kann so etwas nicht verallgemeinern...Es ist und bleibt traurig, dass uns so wenige Möglichkeiten offen stehen und dass die Forschung offenbar nicht lukrativ genug ist für die Pharmaindustrie, um mal mit etwas wirklich sinnvollen daherzukommen.... 



GNRH und Add-Back
silli1

Hallo,

an Kräuterhexe: ich stimme Dir zu! Schade, dass es für uns nicht wirklich bessere Möglichkeiten gibt...

Zum Gang zu einem neuen Gynäkologen, den ich jetzt aufsuchte, um nach einer Add-Back Therapie zu fragen: Er meinte dazu nur, dass es doch eine gutartige Erkrankungen wäre, und wurde richtig zornig, es sei doch nichts schlimmes " es ist doch nur Gutartig und kein Krebs". Mit Endo kannte er sich offenbar nicht aus und behauptete, da in meinen MRTs nichts zu sehen sei, ich auch nichts hätte, obwohl laut Untersuchung in einem Endo-Zentrum u. 3D Ultraschall mit Tastuntersuchung die Endo wieder festgestellt wurde und eines Verdachts, es auch im Thorax "irgendwo" zu haben (deshalb erhalte ich ja die Trenatone), ich sparte mir aber nähere Ausführungen, denn gegen soviel Ignoranz verschwende ich keine Energie mehr.

Ich fragte ihm nach dem Östrogengel Gynokadin u. Progestern-Kapseln. Er gab mir das Präparat "Femoston mini" als Tabletten und sagte mir, ich solle es ausprobieren und das könnte er mir dann auch als "Plaster" geben, welches ich nur einmal wöchtenlich wechseln müsste. Auf meine Frage, dass ich ja etwas natürliches nehmen wollte, nickte er mit dem Kopf, ja ich solle es halt ausprobieren. ZuHause las ich dann den Beipackzettel, das fand ich nicht gut und ich muss leider bezweifeln, dass es natürlich ist, aber ich kenne mich damit nicht genug aus. Es steht als Inhaltsstoff in einer Tablette 0,5 mg Estradiol und 2,5mg Dydrogesteron und wird als Hormonersatztherapie bezeichnet. Obwohl ich skeptisch bin, ob das denn das Richtige für mich ist, haben sich mein Schmerzempfinden allgemein schon gebessert.  Wenn ich das richtig verstehe, sind "Hormonersatztherapien" eher negativ bewertet, deshalb haben sich wohl die naturidentischen Hormone doch erst etabliert, oder liege ich da falsch?

Viele Grüße

silli