Operation Erfahrung
Tinkerbell369

Hallo,

da ich mir vor meiner Operation, die nun 2,5 Monate her ist auch Erfahrungsberichte gewünscht hätte und leider immer nur bruchstückhaft Erfahrungen anderer gehört habe und am Ende vieles ganz anders war möchte ich euch einfach mal die wichtigsten Dinge aufschreiben, damit Frauen die noch keine OP/LSK hatten eine Vorstellung davon haben was auf sie zukommt.

 Die OP selbst:

Wurde bei mir Laparoskopisch durchgeführt und dauerte ca. 1,5 Stunden. Ich habe schon vor der OP so viel Schmerz- und Beruhigungsmittel bekommen, dass ich die eigentliche Narkoseeinleitung nicht mehr wirklich mitbekommen habe. Als ich aufgewacht bin habe ich extrem gefroren und mein Hals tat mir vom Tubus weh. Am Bauch hatte ich 4 kleine Schnitte. Einen im Bauchnabel. Dann jeweils einen rechts und links in der Leistengegend und einen unten in der Mitte, dieser war am größten. Innen wurde bei mir im Douglasraum, außen an der Blase und im rechten Becken Endometriose entfernt. Schmerzen hatte ich am Bauch aber keine großen. 

 Schmerzen:

Da ich eine Allergie gegen die meisten Schmerzmittel habe habe ich nach der OP Novalgin und währenddessen ein Opiat (ich glaube das bekommt man immer) bekommen. Ich habe Novalgin dann als Tabletten mit nach Hause genommen, da man dies aber eh nicht so lange nehmen soll habe ich es gleich nach der Operation nicht mehr genommen und ich muss sagen richtige Schmerzen, außer in der ersten Nacht etwas, hatte ich eigtl keine so lange ich mich nicht bewegt habe. Klar aufstehen, umdrehen etc. ist schon unangenehm. Sonst hatte ich die ersten Wochen immer wieder ein Stechen an den Stellen an denen die Endometriose hauptsächlich entfernt wurde.

 Antibiotika:

Während der OP bekommt man eine Antibiotikainfusion. Bei mir war es Cefuroxim. Danach habe ich keine nehmen müssen.

 Krankschreibung:

Da ich studiere weiß ich nicht wie lange ich krank geschrieben worden wäre. Aber 3 Wochen habe ich schon gebraucht um länger sitzen zu können. Nach 4 Wochen hatte ich das Gefühl mich wieder einigermaßen frei bewegen zu können. Bei mir ging das Semester 5 Wochen später wieder los und obwohl ich nur noch 2 Veranstaltungen habe hat es mich auch da noch angestrengt. Auch Unternehmungen mit Freunden fand ich anfangs teilweise noch anstrengend. Auch wenn wir z.B. nur am Tisch gesessen hat. Man merkt einfach, dass der Körper was mitgemacht hat und einfach eine Weile braucht um wieder richtig fit zu sein.

Fäden ziehen:

Ich hatte selbstauflösende Fäden. Diese hatten sich aber nach 3 Wochen immernoch nicht aufgelöst und weil die Schnitte sonst wohl auch nicht richtig verheilt wären wurden sie dann gezogen. Ca. 3 Wochen hat es auch gedauert hat bis sich die Wundborke langsam gelöst hat. Da hatte ich tatsächlich eine völlig falsche Vorstellung davon. Ich dachte das würde nach ca. einer Woche passieren. 

Autofahren:

Ich habe mich nach der OP die ersten 12 Tage erstmal nicht getraut selbst zu fahren, da einfach auch der Bewegungsradius recht eingschränkt ist. Musste mich dann immer fahren lassen. Dann musste ich aber spontan zum Arzt und bin nach 12 Tagen wieder selbst gefahren. Und auch danach weiter und es hat gut geklappt. Da ich in einer Klinik operiert wurde, die 2 Std Fahrt von mir entfernt ist bin ich nach der Operation erstmal bei Verwandten in der Nähe untergekommen. Ein Freund hat mich dann nach ca. einer Woche abgeholt. Ich muss sagen diese Fahrt war obwohl ich Beifahrerin war echt nicht angenehm und ich hatte ziemliche Rückenschmerzen dabei.

 Sport:

Da ich eine Sportart Richtung turnen auf Wettkampfbasis betreibe werde ich erst in 2 Wochen also 3 Monate nach der Operation wieder ins Training gehen. Die Klinik meinte man könne nach 4 Wochen wieder Sport machen. Das finde ich recht früh. Bei normalem leichteren Sport würde ich vlt 6-8 Wochen warten. Bei Leistungssport wirklich 3 Monate, da es wohl so lange dauert bis das Narbengewebe wieder annähernd so fest ist wie vorher und bis dahin noch leicht reißen kann. 

Schwer heben:

Mir wurde geraten für 4 Wochen nicht über 5kg zu heben daran habe ich mich auch gehalten. Das ist denke auch ganz gut vorher zu wissen damit man einplanen kann, dass andere mit einem einkaufen gehen. 

 Klinik:

Ich wurde in der Uniklinik in Tübingen operiert. Ich muss sagen meine Meinung darüber ist eher etwas geteilt. Die Operation an sich ist gut verlaufen. Also Tübingen hat zumindest meiner Meinung nach gute Chirurgen. Allerdings wird etwas wie am Fließband operiert und nicht so auf die Bedürfnisse des einzelnen geachtet. Ich musste um 7 da sein und habe bis 11 Uhr im OP Hemd im Aufwachraum rumgelegen und gewartet. Und das nicht wegen Notfällen. Es war geplant, dass noch 4 Frauen vor mir operiert werden, da hätte man mich auch einfach etwas später einbestellen können. Die Operation wurde bei mir ambulant durchgeführt was ich auch etwas grenzwertig fand, weil ich die ersten Tage nicht so gut alleine aufstehen konnte etc.. Aber Tübingen ist sehr überlaufen deshalb behalten sie meistens nur Fälle bei denen es Komplikationen gibt oder größere Operationen mit Bauchschnitt dort. Da muss man eben abwägen was einem wichtiger ist. In einem kleineren Krankenhaus wäre sicher die menschliche Betreuung besser. Ich hatte mich dann aber für die Sicherheit der guten Operateure entschieden.

Visanne: 

Ich nehme seit ein paar Wochen die Visanne. Anfangs hatte ich ziemliche Unterleibsschmerzen davon. Das war so ca. die erste Woche. Beim Frauenarzt wurde dann eine Zyste festgestellt. Diese wird diese Woche nochmal kontrolliert und ist jetzt hoffentlich weg. Meine Tage habe ich leider trotzdem bekommen und da es bei mir bei einer Zwischenblutung meistens ohne Pause nicht mehr aufhört zu bluten habe ich dann eine Pause gemacht. Schmerzen hatte ich dennoch bei der Periode wie vorher unter der Pille. Dachte auch eigtl, dass dies nach der Opartion besser sein sollte. Jetzt hoffe ich mal, dass es in Zukunft mit der Unterdrückung des Zykluses klappt. Ich habe davor ein halbes Jahr die Pille im LZZ genommen und das hat bei mir ganz gut geklappt. Nur am Ende habe ich eine Zwischenblutung bekommen.

So ich hoffe ich konnte der einen oder anderen vlt einen Überblick über den Ablauf einer Endometriose-OP geben. Natürlich ist vieles wie auch die Schmerzen individuell und kann nicht verallgemeinert werden. Meine Operation wurde ja auch laparoskopisch durchgeführt. Ein Bauchschnitt ist sicher nochmal etwas anderes.

 Liebe Grüße