Endometriose vs. Kinderwunsch
wunderblume

Liebe Community, ich bin neu hier und hoffe auf eure Hilfe. Bei mir wurde vor ein paar Monaten eine eingeblutete Zyste festgestellt, die bis heute nicht von selbst verschwunden ist. Vermutet wird eine Endometriose-Zyste und - aufgrund meines unerfüllten Kinderwunsches seit ca. 24 Monaten - wird mir zur Bauchspiegelung und ggf. Entfernung der Herde geraten. Ich habe große Angst, dass ich erst durch die OP Schmerzen bekomme. Was ratet ihr mir?

 

Falls ich Endometriose habe, dann bin ich sicher kein typischer Fall. Beim Endo-Test hier auf der Website wird es als unwahrscheinlich eingestuft, dass ich Endometriose habe. Regelschmerzen habe ich so gut wie nie, die Zyste schmerzt nicht, keine Schmerzen beim Sex. Ich muss nie aufgrund von Bauch- oder Regelschmerzen Schmerztabletten nehmen. Einzig ist mir in der Kinderwunschzeit aufgefallen, dass mein Eisprung zunehmend „fühlbarer“ wird. Aber ich höre ja auch mehr in mich hinein.

 

Ich muss dazu sagen, dass wir bereits ein Wunschkind haben. Es hat sich damals schnell auf den Weg zu uns gemacht, obwohl ich zu der Zeit auch eine eingeblutete Zyste hatte. Diese Zyste war nach der Schwangerschaft verschwunden. Nun will es mit dem zweiten Kind nicht klappen. Ich hatte einen Kaiserschnitt. Die Ärzte sagen mir, dass meine Eileiter wahrscheinlich durch Endometriose verklebt sein könnten. Bin nun auch schon Ende 30, Blutwerte bei mir sind ok, Schilddrüse wurde minimal optimiert, beim Mann alles ok, bei mir regelmäßiger Eisprung und Zyklus. Trotzdem klappt es nicht. Ich bin in einer Kiwu-Klinik. Für mich kommt aber keine künstliche Befruchtung in Frage. Ich möchte auch keine hormonelle Stimulation, weil ich keine künstlichen Hormone in meinem Körper haben möchte.

 

Was meint ihr, sollte ich die Bauchspiegelung wagen? Obwohl ich keine Schmerzen habe? 

Oder lieber die Eileiter mit Ultraschall und Kontrastmittel untersuchen lassen?

Erst bei unklarem Befund eine Bauchspiegelung?

Gibt es unter euch auch jemanden, der keine Schmerzen hat und trotzdem aufgrund von Endometriose unfruchtbar war/ist? 

Hat eine OP geholfen? 

Hattet ihr nach der OP (bleibende) Schmerzen?

 

Ich habe hier im Forum schon länger quer gelesen und bin schockiert, wieviele von euch sehr schlimm von dieser Krankheit betroffen sind. Ich bin so unentschlossen, ob ich einen Eingriff unter Vollnarkose wagen sollte. Mein Kinderwunsch ist zwar sehr groß, aber ich habe ja bereits ein Kind und will mich keinen unnötigen Risiken aussetzen. Ich habe Angst, dass es durch die OP erst zu Schmerzen kommt oder mir am Ende Eierstock, Eileiter oder Teile vom Darm herausgeschnitten werden könnten. Wird so etwas gemacht, auch wenn man keine Schmerzen hat?

 

Danke für eure Ratschläge.



Ja, es macht Sinn, die
Meike

Ja, es macht Sinn, die Bauchspiegelung zu wagen. Nicht jede Frau mit Endometriose hat Schmerzen, viele erfahren erst durch einen unerfüllten Kinderwunsch davon. Warum Endo oft die Fruchtbarkeit beeinträchtigt, weiß man noch nicht im Detail. Auch bei durchgängigen Eileitern kann sie eine Schwangerschaft erschweren. Bei leichterer Endo erhöht eine OP nicht die Chancen, bei einer schwereren dagegen schon. Nachzulesen in den Leitlinien. Wie fortgeschritten deine Endo sein mag, das kann dir so kaum einer sagen. Du könntest dich in ein Endo-Zentrum begeben; da kann möglicherweise durch eine Tastuntersuchung etwas festgestellt werden. Aber auch das sind nur Anhaltspunkte. Du brauchst jedenfalls auf gar keinen Fall Angst haben, dass dir irgendwelche Organe oder Teile davon einfach so entfernt werden. Es werden alle Eventualitäten einer OP mit dir besprochen und DU ALLEIN entscheidest, wie weit du operiert werden möchtest. Das wird alles festgehalten und unterschrieben. Dabei kann herauskommen, dass eine zweite OP nötig ist, wo mehr gemacht wird. Aber das entscheidest auch wieder DU. Du kannst als erstes auch eine rein diagnostische Bauchspiegelung machen lassen, wo wirklich nur geschaut wird. Deine Angst vor Schmerzen, die du bisher nicht hast, ist absolut verständlich. 



Danke
wunderblume

Danke Meike für die Infos. Das beruhigt mich schon sehr. Ich kann mir auch vorstellen, dass ich evtl. bereits Endometriose hatte und durch den Kaiserschnitt neue Verwachsungen entstanden sind, die sich jetzt negativ auswirken.

Ist denn die Gefahr groß, dass bleibende Schmerzen entstehen, wenn man eine Endometriose sanieren lässt, die bisher keine Schmerzen macht? Gibt es dazu Studien oder Erfarhungsberichte?



Das kann ich dir leider
Meike

Das kann ich dir leider nicht sagen. Vielleicht meldet sich hier ja noch jemand, der da eigene Erfahrungen hat. Ich selbst hatte vorher sehr starke Schmerzen.



liebe wunderblume, habe
babywunsch82

liebe wunderblume, habe nicht so viel angst vor der OP, die schmerzen halten sich in grenzen. endometriose hat auch nix mit dem schmerzgrad zu tun - manche frauen haben riesen herde und keine beschwerden (außer z.b. vergeblicher kinderwunsch, aber keine schmerzen), andere haben riesige schmerzen und sehr kleine herde. das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

 wenn du dir eine gute klinik suchst und ärzte, die endometriose als schwerpunkt behandeln (in bayern kann ich dir gute empfehlen!), bist du in den besten händen. sehr häufig hängen unerfüllter kinderwunsch und endometriose zusammen, also scheue dich nicht und lasse die bauchspiegelung zu. in dem zusammenhang würde ich an deiner stelle auch eine gebärmutterspiegelung und eileiterspülung durchführen lassen, dann hast du wieder beste bedinungen schwanger zu werden und ggf. werden herde entfernt. am darm wird perse nichts entfernt, ohne dass man mit dir davor gesprochen hat. wenn auf dem ultraschall nichts zu sehen ist, aber bei der bauchspiegelung herde entdeckt werden, würden die ärzte mit dir sprechen denn du musst explizit einwilligen, ob überhaupt am darm etwas operiert werden soll. andere herde werden entfernt, aber das hält sich schmerztechnisch sehr in grenzen (ich habe zwar leider noch kein kind, aber da hast du schon ganz andere schmerzen durchgestanden!). ehrlich gesagt hatte ich nach beiden bauchspiegelungen immer ein ziehen und unwohlsein, aber man bekommt schmerzmittel und damit spürt man kaum was.

 wenn inr euch ein zweites kind wünscht, dann würde ich diesen minimal invasiven eingriff machen, das ist keine große sache. und danach bist du schlauer. 

 lg 



Danke
wunderblume

Danke, babywunsch82, für deine beruhigenden Worte. Ich bin jetzt auch der Meinung, dass ich den Eingriff Anfang des neuen Jahres machen lassen werde. Dann kann ich mir wenigstens nicht vorwerfen, dass ich es nicht probiert hätte. Liebe Grüße!