Verdacht auf Endo
KathrinK

Hallo,  ich bin etwas verzweifelt. Da ich schon seid längerem Probleme vor und während meiner Periode habe, die Symptome schlimmer werden und mich mittlerweile belasten und im Alltag einschränken, habe ich mich entschlossen, hier einen Beitrag zu verfassen und wäre unglaublich froh, mich ein wenig mit euch austauschen zu dürfen.  So mit ca. 26/27 Jahren wurden die "normalen Regelbeschwerden" schlimmer und dehnten sich auch auf andere Bereiche aus. Wobei die Schmerzen am ersten Tag meiner Periode nicht mein Hauptproblem und mit einem Schmerzmedikament gut auszuhalten sind.  Ich weiß gar nicht so wirklich, wie ich anfangen soll, da meine Beschwerden diffus und oft auch nicht wirklich gut zu beschreiben sind. Ich versuche es dennoch: - Beckenschmerzen: brennende, ziehende Schmerzen im Bereich der Nieren, Gebärmutter, Krämpfe, oft auch stechende Schmerzen rechts, mein ganzer Unterkörper fühlt sich schmerzhaft und entzündet an. Diese Symptome sind während und nach der Periode (oft am 4, 5, oder auch noch Tage danach) am schlimmsten. Ich hab sie aber auch vor der Periode, so, als hätte ich "zwischen den Schultern" oder "im Bereich der Nieren" meine Regel.  - ich hab immer wieder Blasenentzündungen, sowie auch eine bakterielle Vaginose. Wenn ich den Eisprung habe, oder auch danach, "rieche ich sehr unangenehm", so, als würde "etwas gestorben sein in mir" (bitte entschuldigt, dass ich es so detailiert beschreibe, aber ich denke, dass es wichtig ist.) Manchmal rieche ich auch "nach altem Blut", habe aber keine Zwischenblutungen, sondern, wahrscheinlich durch die bakterielle Vaginose bedingt einen leicht gräulichen, bröckeligen Ausfluss.  - vor der Periode habe ich Krämpfe an den unterschiedlichsten Stellen, manchmal zwischen den Schultern, im mittleren Rücken, ab und an auch von Übelkleit und/oder leichtem Stuhldrang begleitet - immer wieder mal einen starken Druck im Bereich der Blase, Gebärmutter, sodass ich nicht richtig nach unten atmen kann und das Sitzen aber auch Stehen unangenehm sind. - vor und während der Periode Herzrasen, manchmal Übelkeit, Atemnot, starkes Schwitzen, vor allem an den Händen und generell depressive Symptome - während der Periode normale bis leichte Blutung, ansonsten keine Zwischenblutungen - während der Periode stechende Schmerzen im Harnleiter (?), auch die Scheide selbst, bzw. die Schamlippen brennen, jucken, stechen, es fühlt sich alles "wie entzündet, aufgeschwollen und schmerzhaft hat", von innen, wie auch von außen. Was sich auch hier verändert hat: früher hatte ich Krämpfe im Bereich der Gebärmutter. Jetzt habe ich fast keine Krämpfe mehr, wenn, dann nur kurz, und oberhalb des Schambeines, dafür aber stechende, ziehende Schmerzen im Bereich der Nieren/Steißbein Ich bin mittlerweile 37 und die Beschwerden haben sich immer weiter ausgedehnt, sodass sie mich im Alltag einschränken und ich phasenweise auch daran verzweifle.  Da ich hier anonym reden kann, muss ich sagen, dass ich in frühester Kindheit sexuell missbraucht wurde und deshalb erst mit 30 Jahren zum ersten Mal zum Frauenarzt gehen konnte. Dort fiel auch die Verdachtsdiagnose Endometriose. Da diese Frauenärztin damals etwas später in Pension ging, wechselte ich zu einer anderen. Diese war sich sicher, dass meine Probleme lediglich durch "Verspannungen" ausgelöst werden. Ich weiß, dass es vielleicht nahelliegend ist, bei mir auf Grund des Traumas eine psychosomatische Ursache zu vermuten, aber immer nur darauf reduziert zu werden, ist auch kein schönes Gefühl.  Untersuchungen, die ich vor zwei Jahren gemacht habe: Beim Frauenarzt:  - vaginale Tastuntersuchung: alles ok- 2x Bauchultraschall: alles ok- vaginaler Ultraschall (vor allen Dingen rechts, wegen der ziehenden, stechenden Schmerzen): alles ok- Urin: leichte Blasenentzündung, Leukos bei Plus3 - bakterielle Vaginose  Generell kam ich, vor allen Dingen wegen der stechenden Schmerzen rechts 2x ins Krankenhaus, da war ich immer ca. 4 Tage vor dem Eisprung: - 1x wurde Blinddarm vermutet, ich blieb über Nacht, immer wieder Blutabnahme, Temperaturmessung usw.: auch hier, alles ok, ich wurde dann am nächsten Tag wieder entlassen, mit der Diagnose Magendarm  - beim 2ten Mal musste ich wieder über Nacht bleiben, ich war allerdings im Urlaub, in einem fremden KH, dort wurde eine beginnende Blasenentzündung festgestellt, auch hier war ich 4 Tage vor dem Eisprung, ich hatte Blut im Urin (plus 1), Blutuntersuchung war in Ordnung, die Schilddrüsenwerte allerdings zu hoch. Der Arzt war sich sicher, dass ich einen Nierenstein habe, veranlasste deshalb vom Becken rechts ein CT, ohne Kontrastmittel. Glücklicherweise auch hier alles ok.  Ich bin seitdem nie wieder zum Arzt, auch nicht zum Frauenarzt. Ich bin und war natürlich froh, dass alles in Ordnung ist, aber mir war es auch peinlich. Man kommt ins KH und wird "mit nichts" entlassen.  Ich wollte einfach mal in die Runde fragen, ob ihr mir einen Tip geben könnt oder euch die Symptome bekannt vorkommen? Meine erste Frauenärztin meinte, es könnte Endo sein, die zweite schloss es schon nach dem ersten Termin aus. Wie gesagt: ich kann gut verstehen, dass ein Frauenarzt meine Symptome vielleicht am Anfang "nicht ganz ernst nimmt", da ich auf Grund des Missbrauchs weinend auf dem Stuhl liege und mich kaum noch bewegen kann. Aber ich hab das Gefühl, seid ca 3 Jahren, dass irgendetwas nicht stimmt. Ich würde mich deshalb gerne noch´mal untersuchen lassen, weiß aber nicht, wie anfangen.  Vielen Dank für eure Hilfe und den Austausch, Kathrin   Ps. weil´s vielleicht als Nebeninfo wichtig ist: ich war lange Zeit in Therapie und konnte vieles gut in den Griff bekommen, sodass ich seid vier Jahren keine mehr brauche. Vieles habe ich aufarbeiten können, anderes vielleicht zu wenig.     
      



Liebe Kathrin, was du
Meike

Liebe Kathrin, was du beschreibst ist eine ganz typische "Endo-Karriere". Natürlich hat man bei all den Untersuchungen nichts festgestellt - das ist bei Endo ganz normal und schließt diese keineswegs aus. Was du brauchst ist eine kompetente Beratung in einem zertifizierten Endo-Zentrum. Sehr viele Frauenärzte haben leider keine Ahnung und lassen den größten Bullshit vom Stapel. Und selbstverständlich kann man ein Trauma erlebt haben und trotzdem eine körperliche Erkrankung haben. Davon wird man durch das Trauma ja nicht befreit. Mannomann. Bei meinem ersten Termin im Endo-Zentrum habe ich übrigens derart geweint, dass mein Freund für mich das Sprechen übernehmen musste. Ich hatte große Angst, deswegen in die Psycho-Ecke geschoben zu werden. Weißt du, was der Arzt gesagt hat? "Dass man nach so langer Zeit mit diesen Schmerzen auch psychisch am Ende ist, ist völlig normal." Also, du suchst ein Zentrum in deiner Gegend, Adressen findest du auf dieser Homepage, und rufst dort an. Vereinbare einen Termin und frag, ob du eine Überweisung brauchst und ob die vom Gyn sein muss oder der Hausarzt reicht. Dann besorgst du diese Überweisung, zur Not bei einem neuen Arzt. Dabei musst du dir nicht komisch vorkommen, es ist leider normal, dass man einen vernünftigen Gyn nicht leicht findet. Alles Gute!



Liebe Kathrin, ich kann mich
Silong

Liebe Kathrin, ich kann mich der Aussage von Meike nur anschließen. Viele deiner Beschwerden sprechen für Endometriose. Ich bin 8 Jahre lang mit Schmerzen von Arzt zu Arzt gerannt, und wurde auch niemals ernst genommen. Keiner hat auch nur ansatzweise von Endometriose gesprochen. Bis ich dann endlich eine kompetente Frauenärztin gefunden habe, die mich gleich nach der ersten Untersuchung zu einem Endo-Spezialisten überwiesen hat. Dieser hat gleich nach der Untersuchung einen Termin für eine Bauchspiegelung veranlasst, bei der sich dann sein Verdacht - Adenomyose (Sonderform der Endometriose, die die Muskelschicht der Gebärmutter infiltriert) - bestätigt hat. Ich kann dir auch nur dazu raten, dir einen Termin in einem Endozentrum geben zu lassen. Wenn es Endometriose ist, wird es von alleine nicht besser, die Schmerzen werden immer schlimmer und die betroffenen Organe mehr und mehr in Mitleidenschaft gezogen. Lass dich nicht abspeisen, und erst recht nicht aufgrund deiner schrecklichen Vorgeschichte in die Psycho-Ecke drängen, du hast ein Recht darauf schmerzfrei und richtig diagnostiziert zu werden. Ich wünsche dir viel Glück! LG



Liebe Kathrin, es tut mir
Schmusekatze

Liebe Kathrin,

es tut mir sehr leid für dich, was du alles bereits durchmachen musstest.

Meike hat völlig recht, du solltest dich an ein Endometriosezentrum wenden, dort wird man deine Symptome ernstnehmen und dir eine Empfehlung geben, wie es weitergehen könnte.

Ständig Schmerzen zu haben ist einfach nicht normal, gerade über Jahre hinweg.

Dass du in der Kindheit so etwas Schlimmes erleben musstest ist sehr traurig, das tut mir leid.

Ich würde aber auch diese Erfahrungen ganz klar trennen und nicht gleich in Verbindung mit deinen körperlichen Beschwerden bringen.

Das würde ja bedeuten, dass jeder Mensch, der Traumata hinter sich hat nicht krank sein kann.

Du hast ja selber schon ein ganz gutes Gefühl dafür, was da in deinem Körper vor sich geht...

Es wird bestimmt für dich nicht einfach sein die nächsten Schritte zu gehen, aber das schaffst du ganz sicher. Gerade mit der Aussicht auf Linderung und Verständnis deiner Beschwerden.

 

Herzliche Grüße, Schmusekatze

 



Hallo Katrin, es kann auch
dormant

Hallo Katrin,

es kann auch nicht schaden mal Untersuchen zu lassen ob Nährstoffmängel (auch Vitamin D) vorliegen, Immunschwäche oder Autoimmunerkrankungen. Außerdem auch ob deine Hormonwerte in Ordnung sind. Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto kommen auch häufiger zusammen mit Endometriose.