Wieder Endo oder normal?
Enny

Hallo zusammen,

ich muss mich schonmal für den endlosen Text entschuldigen, aber ich denke man muss meine Vorgeschichte kennen, um sich ein Bild zu machen. 2008 wurde bei mir Endo entdeckt. Da war ich 24 Jahre alt. Nach zwei Jahren unerfülltem Kinderwunsch und immer stärker werdenden Schmerzen und Darmbeschwerden wurde vom Kiwu-Zentrum eine Bauchspiegelung gemacht. Es sah erstmal nicht so schlimm aus. Kleine Herde am Blasendach, Verwachsung im Douglas und narbige Stellen an Gebärmutter und Blinddarm. Periodenschmerzen waren in den Monaten zuvor so schlimm, dass ich drei Tage mit Schmerzmitteln und Wärmflasche im Bett lag und kaum aufstehen konnte.

Beschwerden waren anschließend zwar nicht weg, haben aber deutlich nachgelassen. Nachdem die Kiwu-Behandlung ein halbes Jahr später immer noch ohne Erfolg blieb, habe ich ein Endozentrum aufgesucht. Bekam dort nach einer Ultraschall- und Tastuntersuchung die Diagnose, dass der Darm befallen ist. Also im Januar 2009 die große OP mit Entfernung eines größeren Enddarmteils und Lösung von zahlreichen Verwachsungen (Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter und Darm waren zu einem großen Klumpen verwachsen, Harnleiter mussten aus Verwachsung gelöst werden).

 Wurde tatsächlich dann durch eine IVF schwanger und mein Sohn wurde ein Jahr nach der großen OP durch einen Kaiserschnitt geboren. Leider litt ich unter Wochenbettdepressionen, was nur keiner erkannte, obwohl ich mich meinem Gynälologen anvertraut habe. Das war damals sehr schlimm für mich, dass sich mein absolutes Wunschbaby hatte, sich aber alles falsch und schlimm anfühlte. Sollte dann schnell wieder die Pille nehmen, wegen der Endo. Habe mich selbst aus meinem Tief herausgekämpft. Nach fünf Monaten konnte ich die Zeit mit meinem Sohn dann richtig genießen.

Irgendwann fingen die Darmbeschwerden dann langsam wieder an. Durchfall oder Verstopfung, Bauchkrämpfe, Schmerzen im Enddarm. Untersuchung im Endozentrum ergab nur eine schmerzhafte Darmnaht und ich bekam die Visanne verschrieben. Die Schmerzen im Enddarm wurden schlimmer und eine Darmspiegelung zeigt, dass sich eine Klammer halb gelöst hatte und durch die Darmschleimhaut ragte.

Die Visanne vertrug ich etwa ein Jahr, dann plötzlich wieder grundlose Niedergeschlagenheit, Ängste und Zwangsgedanken. Ich wandte mich an den Endoarzt, teilte ihm meine Vermutung mit, dass es wieder durch Hormone ausgelöst wird. Aber er meinte, dass wäre unwahrscheinlich. Als es nicht mehr auszuhalten war, setzte ich die Visanne ab und nahm meine alte Pille wieder. Danach ging es mir langsam besser und ich fühlte mich stark genug für eine Psychotherapie.

 Bin schließlich bei der Belara gelandet. Psychisch habe ich sie ganz gut vertragen, aber bekam wieder Darmbeschwerden. Extreme Blähungen-jeden Tag- dazu entweder Verstopfung oder sehr häufiger Stuhlgang bis Durchfall. Einen Tag nach körperlicher Anstrengung - also GV oder Sport- hätte ich für mehrere Tage starke ziehende Schmerzen tief im Unterleib und ein Stechen im Beckenboden bei jeder Bewegung. Außerdem extreme Verspannungen und Schmerzen im Schulter-,Nacken und Kopf. Habe massig starke Schmerzmittel nehmen müssen. Ich tippte aufgrund der Art des Schmerzes auf Verwachsungen, aber mein neuer Gyn meinte er könne Endo an an den Mutterbändern tasten und könne kleine Herde in der Kaiserschnittnarbe und in der Blasenwand im Ultraschall sehen. Das hätte auch zu meinen Blasenproblemen gepasst. Der Gyn ist auf Blasen-und Darmbeschwerden spezialisiert. Er wollte mir Esmya verschreiben, ein Medikament gegen Myome eigentlich. Aus Angst vor neuen Nebenwirkungen holte ich mir erstmal wieder Rat in meinem  Endozentrum. Der Arzt dort meinte, einen Knoten hinter dem Enddarm tasten zu können. Also erneute OP. Anscheinend hatte ich an verschiedenen Stellen Verwachsungen. Z.B. Darm mit Gebärmutter, Darm an Bauchwand usw. Blasenspiegelung ergab nichts, aber Blasendach sah gereizt aus. Und vor allem wurde anscheinend keine Endo gefunden. Die OP hat allerdings ein anderer Arzt durchgeführt. Ich frage mich nun schon, was die vorher alles ertastet und gesehen haben. Meine Vermutung mit den Verwachsungen wurde übrigens vorher ziemlich abgetan. Das würde angeblich keine Beschwerden verursachen.

Allerdings sind die ganzen Darmbeschwerden nun nur noch Periodenabhängig da und nicht mehr ständig. Und hängen nun auch nicht mehr mit körperlicher Betätigung zusammen. Mit der Betreuung einer Heilpraktikerin versuche ich jetzt seit ein paar Monaten Hormoncremes anstatt künstlicher Hormone und siehe da - meine extreme Erschöpfung ist weg und ich habe plötzlich wieder ein Liebesleben und mehr Spaß am Leben.

 Allerdings - und nun komme ich endlich zu meinem eigentlichen Anliegen- werden die periodenabhängigen Beschwerden langsam wieder mehr. Sprich: erste Schmerzen 7-10 Tage vor Beginn. Entweder leicht krampfartig oder stehender, brennender, bohrender Schmerz (wie vor der ersten OP), aber immer nur kurz. Geht dann schnell wieder weg. Einen Tag vor Periode fühle ich mich dann erschöpft und schwach, als ob ich krank werde, habe einen ziehenden bleibenden Schmerz und sehr häufigen Blasen- und Darmdrang. Während der Periode dann Schmerzen im Enddarm beim Stuhlgang und Blasenkrämpfe bei voller Blase bzw. beim Entleeren. Manchmal sieht es so aus, als hätte ich Blut in Urin und am Stuhl, aber es lässt sich ja schwer sagen, woher das genau kommt. Auch meine Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich sind dann teilweise recht stark, Hinsetzen auf eine Bank macht Schmerzen im Beckenbodenbereich, also in Scheide oder Endarm. Manchmal habe ich nach der Periode noch einen Tag ziehende oder drückende Schmerzen im Unterleib und unterem Rücken. Es sind tatsächlich, bis auf die Nacken- und Kopfschmerzen- alles Dinge die ich ohne Schmerzmittel aushalte. Allerdings schränkt es mich im Alltag doch häufig ein. Vor allem in meinem Beruf. Ich arbeite mit behinderten Kindern, da kann ich schlecht mal ein bisschen langsamer machen bei der Arbeit. Und ich fühle mich einfach immer so zerschlagen und krank und möchte mich einfach hinlegen. Aber meint ihr, dass das Zeichen dafür sind, dass die Endo möglicherweise noch da oder wieder da ist oder sind das vielleicht Beschwerden, die normal sind während der Periode??? Mir wurde schon so oft das Gefühl von Ärzten gegeben, das ich übertreibe oder aufgrund meiner Geschichte überängstlich bin. Vertraue meinem Gefühl manchmal nicht mehr. Und im Vergleich zu früher sind die Schmerzen ja wirklich nicht mehr so schlimm. Aber vor der letzten OP wurde mir gesagt, dass man eine Endo am Enddarm bei mir nur noch mit einem dauerhaften künstlichen Ausgang hinterher operieren könnte, weil kaum noch Enddarm übrig ist. Das geht mir halt auch nicht ganz aus dem Kopf.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir antwortet und mir schreibt, was ihr denkt oder welche Erfahrungen ihr gemacht habt.