Verdacht auf Endometriose
Marisa

Hallo zusammen,

ich bräuchte mal euren Rat. Kurz zu mir: ich bin 24 Jahre alt und bei mir besteht mittlerweile der Verdacht auf Endometriose. (Tut mir leid, dass der Text so lang geworden ist.)

Seit Februar 2017 habe ich ständig Bauchschmerzen. Ich habe oft direkt rechts und links vom Bauchnabel Schmerzen. Als die im Februar 10 Tage anhielten und mein Bauch recht hart war, bin ich zu einer Ärztin, die bei der Tastuntersuchung die Vermutung hatte, der Blinddarm wäre entzündet. Also Urin- und Blutprobe abgegeben. Im Urin wurde dann (soweit ich mich erinnern kann) festgestellt, dass eine Entzündung vorliegt. 2 Tage später bin ich nochmal zu ihr, es waren aber wohl nicht alle Blutwerte da, die Schmerzen waren aber immer noch stark. Also sollte ich gleich in die Notaufnahme, damit dort ein Ultraschall gemacht wird. Der Arzt meinte aber, Blutbild und Urinuntersuchung reichen. Während ich auf die Ergebnisse warten musste, sagte er, er tippt auf eine Eileiterschwangerschaft, was ich definitiv ausschließen konnte. Letztlich hat er dann auch rausgefunden, dass im Urin Entzündungswerte zu hoch seien und kam dann auf Blasenentzündung. Ich hatte noch nie eine Blasenentzündung und zu dem Zeitpunkt auch keine Symptome die darauf deuteten. Hatte das Gefühl, er hört mir gar nicht zu, verschrieb mir dann auch ein Antibiotikum für 3 Tage. Hatte mich gewundert und meine Ärztin sagte auch, das sei Quatsch, ich soll die ganze Packung nehmen. Nach 4 Tagen wurde es immer noch nicht besser, also bin ich in der Heimat zu meinem Hausarzt, der mir ein anderes Antibiotikum verschrieb. 2 Tage später bekam ich meine Tage und danach waren auch die Schmerzen weg. Nun kamen die Schmerzen jeden Monat meistens zu Mitte/Ende des Zyklus. Mein Hausarzt hat mich zur Frauenärztin geschickt, die fand aber nichts, sagte „ich bin nur für den Unterleib zuständig, alles andere ist nicht meine Baustelle“. Das fand ich etwas frech, weil ich gerade dann, wenn man mir in den Unterbauch drückt, Schmerzen direkt neben dem Bauchnabel habe.

Hatte dann Anfang September eine Magen- und eine Darmspiegelung, weil mittlerweile Morbus Crohn oder Sprue vermutet wurden. Da kam nur raus, dass die Magenschleimhaut und die Zwölffingerdarmschleimhaut leichte Entzündungen aufweisen. Das Ganze wurde dann als Reizdarm bezeichnet (Ausschlussverfahren) und ich solle mich damit abfinden. Hatte aber praktisch keine Magen-/Darmprobleme in diesen Monaten, hab mich also alles andere als damit abgefunden. Ende November äußerte mein Arzt, nachdem ich wieder mit starken Schmerzen bei ihm war (Bauchultraschall hat nichts auffälliges gezeigt), den Verdacht Endometriose. Hab dann viel gegoogelt. Seit November führe ich „Tagebuch“, wie es mir wann geht, wo ich welche Schmerzen habe und wie stark.

Hier die Zusammenfassung, was mir so aufgefallen ist: Die Schmerzen sind während der Periode schlimm, wobei das schon immer (ab 16) so war und ich das unglaublich schwer mit anderen zu vergleichen finde. Außerdem hab ich auch immer wieder Schmerzen außerhalb der Periode, auch wenn es mir z.B. verdauungstechnisch gut geht. Habe während der Periode außerdem ziemlich heftige Schmerzen beim Stuhlgang. Da brennt und zieht mein ganzer Unterleib, dass ich am liebsten gar nicht aufs Klo gehen würde. Beim Geschlechtsverkehr habe ich seit 4 Jahren auch sehr oft Schmerzen. Immer dann, wenn er „hinten anstößt“. Das nimmt mir total die Lust. Habe auch seit 4 Jahren Schmerzen beim Vaginalultraschall, wobei meine Ärztin meint, das sei völlig normal. Auch das Einführen von Tampons tut oft heftig weh. Habe auch immer wieder mit Kreislaufproblemen zu kämpfen. Wenn ich die Schmerzen habe, wird mir schnell schwarz vor Augen. Das zerrt so sehr an meinen Nerven, dass ich manchmal nur noch weinen kann. Lag schon mehrfach zusammengekrümmt auf dem Boden, weil die Schmerzen so schlimm waren und ich nicht mehr konnte. Mir sind in den letzten Monaten auch immer wieder ca. 1-2 mal in 1-2 Monaten Schmierblutungen aufgefallen, die ich früher vielleicht 1-2 mal im Jahr hatte. Besonders während der letzten Perioden musste ich unheimlich oft aufs Klo, als hätte ich den ganzen Tag Wasser getrunken.

Hat mir von euch jemand einen guten Rat? Könnte es überhaupt Endometriose sein? Bin mittlerweile so verunsichert zu weiteren Ärzten zu gehen, weil mich jeder mit einer Reizdarm- oder psychischen Geschichte heimschickt. Meine Frauenärztin hat mich bei dem Verdacht Endo ausgelacht, das seien ganz andere Schmerzen und man würde freie Flüssigkeit im Bauch sehen. Habe vor mich nach meinen Prüfungen Mitte Februar (mache gerade meinen Master) um einen Termin in einem Endometriose-Zentrum zu kümmern, in der Hoffnung, dort ernstgenommen zu werden.

Vielen lieben Dank schonmal :) 



Hallo Marisa, deine
dormant

Hallo Marisa,

deine Schmerzen während der Periode und die Darmbeschwerden sprechen für Endometriose. Deine Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und bei der Untersuchung kann Endometriose in der Scheidenwand sein. Hatte ich auch war so als würde man einen blanken Nerv traktieren, nach der Op war der Schmerz weg.

Lass dir keine psychischen Probleme einreden deine Beschwerden sind nicht normal, deine Ärztin ist wie viele einfach nur unfähig. Ich hab grad 4 und hatte keine Flüssigket im Bauch. Es dauert auch im schnitt 8 Jahre bis bei Schmerzpatienten die Diagnose gestellt wird. Vielen von uns will man psychische Probleme einreden oder es wird behauptet man bildet sich alles nur ein.

Du musst es nur schaffen ins Endozentrum zu kommen, da wird man dir helfen. Oft ist es auch nötig zu diversen Ärzten zu gehen bis man die Überweisung bekommt, man muss hartnäckig bleiben. Hier kann dir sicher auch jemand ein gutes Krankenhaus in der Nähe empfehlen.



Deine Schmerzen sind typisch
Meike

Deine Schmerzen sind typisch für Endo. Dem Verdacht solltest du unbedingt weiter nachgehen. Endo-Zentrum = sehr gute Idee. 



Vielen Dank euch beiden!
Marisa

Vielen Dank euch beiden! Hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben herauszufinden, woher die Schmerzen kommen. Habe das Gefühl, dass meine Familie mich mittlerweile beim Thema "Gesundheit, Schmerzen, Arzttermine" kaum mehr ernst nimmt. Grad weil ja so vieles schon vermutet und untersucht wurde. Werde dann mal nächste Woche bei meiner Frauenärztin anrufen. Man braucht ja vermutlich für die Endo-Sprechstunden eine Überweisung, oder? Ich hoffe, dass sie mir überhaupt eine gibt und mich nicht wieder heimschickt auslacht und heimschickt.

Könnt ihr mir sagen, wie so ein Termin dann abläuft? Angenommen, der Arzt dort vermutet auch, dass es Endo ist, wird man dann relativ wahrscheinlich auch zeitnah operiert? 



Du brauchst auf jeden Fall
dormant

Du brauchst auf jeden Fall eine Überweisung.Außerdem hast du das Recht auf eine zweite Meinung, wenn sie verweigert kannst du dich bei deiner Krankenkasse beschweren oder gehst woanders hin.So unfähig wie sie ist wäre is so oder so besser zu wechseln.
Beim Termin erzählst du zuerst was für Beschwerden du hast, dann wird untersucht und sie sagen dir dann was man machen kann. Ich hatte mir alles aufgeschrieben und mitgenommen um nichts zu vergessen.
Ein Reizdarm kannst du auch durch Endometriose haben hatte ich auch, weil Gebärmutter und Darm zusammengewachsen waren. Es muss nur endlich mal richtig untersucht werden von einem Spezialisten. Ops erfolgen je nach dem wie sie Termine frei haben. 



Nochmal zum Thema Reizdarm.
Meike

Nochmal zum Thema Reizdarm. Ja, die Diagnose kann tatsächlich nur nach dem Ausschlussverfahren gestellt werden. Aber dazu gehört explizit auch der Ausschluss einer Endometriose. Siehe die offiziellen Leitlinien zur Diagnose und Behandlung des Reizdarms, die im Internet zu finden sind. Von daher ist diese Diagnose eine Unverschämtheit! Ich bekam sie übrigens auch, NACH der Endo-Diagnose. Man hat mir nicht geglaubt, dass da noch was war, aber es war nicht richtig operiert worden im ganzen Bauch und die fette Darm-Endo hatte man auch "übersehen". Da half auch nur der Weg ins Endo-Zentrum. 



Ok, dann werde ich mich auf
Marisa

Ok, dann werde ich mich auf jeden Fall um einen Termin bei ihr kümmern. Würde sofort den FA wechseln, aber das ist hier wohl recht schwer und ich werde Ende des Jahres nach dem Master vermutlich umziehen und will bis dahin nicht noch zu oft wechseln. Bisher hat sie mir bei jeder Untersuchung nur gesagt, "da ist alles gut, Gebärmutter ganz klein und zart, Eierstöcke auch". Hatte gerade bei der letzten Untersuchung das Gefühl, dass sie sich gar keine Mühe machen wollte, möglichst viel abzuchecken.

Wollte eigentlich die Pille absetzen, weil ich seit Jahren das Gefühl hab, dass meine Laune stark darunter leidet, aber das werde ich jetzt wohl erstmal verschieben.

Zum Therma Reizdarm: Für mich war die Diagnose einfach nie wirklich plausibel, weil es mir im vergangenen Jahr verdauungstechnisch gefühlt besser ging, als in den Jahren davor. Und gerade mit der Begründung, das sei das einzige, was als Grund noch übrig wäre, war es für mich nicht sehr befriedigend.