"Aufbau" nach OP
Sommer2017

Hallo,

ich hatte 2017 eine starke Entzündung im Bauchraum mit beginnender Sepsis. Danach folgten zwei Endometriose-OPs, darunter eine große.

Leider habe ich noch mit den "Nachwirkungen" zu kämpfen. Der Darm hat seine Tätigkeit eingestellt, die Haare gehen aus, sind glanzlos und trocken, bin immer müde und kaum leistungsfähig. Der Eisenwert ist noch von den starken Blutungen, die ich immer vor der OP hatte, im Keller. Ich fühle mich einfach unwohl in "meiner Haut".

Wer kennt das so auch und habt ihr mir einen Tipp für ein "Aufbaumittel"? Wie lange hat es bei euch gedauert, bis sich wieder eine Besserung eingestellt hat?

LG

Sommer 



Hi Sommer,
Anna91

kann dir nur raten deine Ernährung umzustellen. Auf pflanzlich, viel Rohkost, Vollkorn, ausgewogen. 

Wurde bei dir Darm entfernt? Ich habe 20 cm eingebüßt und habe es mit Bactoflor Darmbakterien, Magnosolv falls es mal wirklich 1-2 Tage nicht funktioniert hat, Flohsamenschalen und mindestens 2 (besser 3liter) Wasser oder Tee täglich wieder in den Griff bekommen. Versuch außerdem soviel wie möglich rauszugehen, langsam anfangen. berggehen, Radfahren, spazieren so viel wie halt grad geht und versuch es zu steigern.

Eisen bekommst du wahrscheinlich vom Arzt?  

Alles Gute, Anna 



Hey Sommer2017, warst du
Erna

Hey Sommer2017,

warst du schon in Reha? Das hat mir zu Beginn sehr geholfen. Ich hatte auch danach noch weiter Physiotherapie und kann das nur empfehlen.

In welchen Monaten waren denn die Entzündung und die OPs? Da hast du eine Menge durchgemacht und dein Körper braucht einfach noch mehr Zeit. Bei mir hat es (ohne Entzündung und beg. Sepsis) nach der großen Sanierung ein halbes Jahr gedauert bis ich wieder "ich selbst war" und mich erholt hatte, nicht andauernd müde und kraftlos war. Und selbst jetzt 8/9-Monate später merke ich weiter Verbesserungen (z.B. mehr Kraft). 

 Die Ernährung kann helfen, schau, was dir hier gut tut (viel trinken für die bessere Verdauung). Ebenso Massagen oder Wärme - probier aus, was dir gut tut.

 

Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es bald bergauf geht!

 



Hallo Anna, hallo
Sommer2017

Hallo Anna, hallo Erna,

vielen Dank für eure Ratschläge, da sind ein paar gute Tipps dabei.

An der Ernährung liegt es sicherlich nicht, da ich zwei Kinder mit Fremdeiweißallergie und Neurodermitis habe und selbst auch Nahrungsmittelallergikerin bin. Bei uns muss alles frisch zubereitet werden, da in allen Nahrungsmitteln die fertig zu kaufen sind Zusatzstoffe (Milch, Ei usw. ) sind, die meine Kinder und teilweise ich nicht vertragen - Fertigprodukte gehen somit nicht. Leider habe ich mit Rohkost und Obst allergisch bedingt so meine Probleme. Aufbau des Darms mit Omni-Biotic habe ich den letzten Jahren sehr oft versucht, ebenfalls Osteopathie usw.

In den letzten 10 Jahren war ich 13-mal stationär wegen aller möglicher Erkrankungen (Aszites unbekannter Ursache, Ödem im Herzmuskel, Herzbeutelerguss, Raumforderungen im Bauchraum, Bandscheibenvorfälle der HWS, Herzrhythmusstörungen, vergrößerte Milz, ......) und immer Bauchschmerzen bis zur Ohnmacht. Endometriose wurde 2007 ausgeschlossen, da bei der Bauchspiegelung außer Aszites, der zum Glück keine bösartigen Zellen enthielt, nichts gefunden wurde. Die Erkrankungen haben jedoch alle „Spuren“ hinterlassen, tauchen immer wieder auf und mit manchen Einschränkungen dadurch muss ich mich arrangieren. Die Ursache dafür ist immer noch nicht bekannt.

Im März letzten Jahres hat mich mein Mann dann in der Früh wieder mal zum Arzt gebracht, nachdem ich die halbe Nacht Bauchschmerzen (milde ausgedrückt) hatte. Nachdem u.a. der Entzündungswert CRP bei über 200 lag, musste ich wieder mal ins KH. Nach 10 Tagen Dreifachantibiose, MRT und CT wurde ich für vier Wochen zur Erholung nach Hause geschickt, da eine Bauchspiegelung aufgrund der Entzündung im Bauchraum (es war bereits eine beginnende Sepsis) zu gefährlich war. Im April fand dann die Bauchspiegelung statt – Endometriosezyste, Endometriose Bauchfell, schwere Verwachsungen (Gebärmutter und nach unten abgeklappte Eierstöcke waren zu einem „Klumpen“ im Douglasraum verwachsen). Die Zyste wurde entfernt, ebenfalls die Verwachsungen und die Eierstöcke wieder aufgerichtet. Mir ging es aber nicht so richtig besser und ich bin in zwei Endometriosezentren. Dort wurde Adenomyose (V.a.) festgestellt (Ultraschall, MRT) und tief infiltrierende Endometriose (Enzian FA, A und B). Somit wurde ich im Oktober wieder operiert. Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcke und Harnleiter waren bereits nach drei Monaten wieder so stark verwachsen, dass z. T. nicht mehr zwischen Organe, Verwachsungen und Endometriose unterschieden werden konnte. Seit der OP bin ich nun zu Hause und warte auf die Reha – Aufnahme im März (AHB-Antrag wurde in der Klinik verbockt).

Momentan fällt es mir sehr schwer, das ganze wieder einmal abzuhaken, wieder durchzustarten und mich zu motivieren, bin nur müde und schlapp. Die vielen Erkrankungen haben mich im Berufsleben, in der Freizeitgestaltung und auch was die Energie für Freunde und Aktivitäten betrifft sehr zurückgeworfen. Meine Energie reichte bereits vor März 2017 schon nur bis Mittag und jetzt noch für viel weniger. Zum Glück stimmt das familiäre Umfeld und auch von Seiten des Arbeitgebers gibt es keinen Stress – das ist beides nicht selbstverständlich. Ich habe auch das Glück zwei tolle Kinder und einen verständnisvollen Mann zu haben.

Etwas lang geworden, die "Kurzversion".

Liebe Grüße

Sommer