radikale OP
Claudia Kock

Hallo,
bin 37 Jahre alt und habe diagnastiziert seit 98 Endometriose mit mehreren Laparaskopien und natürlich Hormonbehandlungen.
Heute erklärte mir ein Endo-Spezialist, daß ich höchstwahrscheinlich meine Ruhe und evtl. Schmerzfreiheit bekommen könnte, wenn Gebärmutter und Eierstöcke komplett entfernt würden - wer hat Erfahrung?
Habe die endlosen Schmerzen und das Leben als permanent Kranke satt - ist das eine gute Lösung? Bisher hab ich nämlich nur gehört, daß das nichts bringt .



Re: radikale OP
Tona Kisters

Hallo,

ich bin auch 37 Jahre alt und habe seit 1986 Endo. Auch schon einiges hinter mir - Entfernung des linken Eierstockes und Homonbehandlungen. Dann, im Juni diesen Jahres, nach dem mir eine Zyste geplatzt ist, ist mir der Rest (Gebärmutter und re. Eierstock) entfernt worden. Da noch Reste an der Blase und am Dünndarm sind und ich noch zu jung für die Wechseljahre bin, bekomme ich ein Homonpräparat. Aber: mir geht es so gut wie nie. Keine Schmerzen, keine Depressionen (das Präperat Kliogest tut mir sehr gut) und nie mehr meine Regel! Es ist traumhaft. Jetzt hörte ich allerdings, dass trotz dem die Gefahr einer erneuten Endo besteht. Aber damit muss ich leben. Ich kann daran nichts ändern. Vielen Frauen geht es nach einer Total-OP nicht so gut wie mir - ich weiß dies. Ich hatte eine Menge Glück und im nachhinein denke ich, ich hätte es auch viel früher machen sollen. Erst jetzt merke ich, wie meine Lebensqualität eingeschränkt war, durch dieses ewigen Schmerzen. Aber den Schritt, eine Total-OP durchführen zu lassen, muss jede für sich entscheiden. Ich bin froh, dass die dieses Organ los bin, was mir nur Ärger gemacht hat und das, was es eigentlich sollte (denn Kinderwunsch bestand sehr lange), funktionierte auch nicht. Ich wünsche Dir viel Kraft für Deine Entscheidung.
Tona



Re: radikale OP
andrea

hallo claudia ich bin 33 habe seit 96 endo wurde westgestelllt nach der geburt meiner tochter seither habe ich 15 op gehabt und immer hies es nun müsste alles raus sein und die schmerzen müssten aufhören aber falsch ich habe auch nichts mehr in den 15 op haben sie alles rausgenommen jetzt wurde ich gerade am 15 .10 op nun haben sie festgestellt das es nun am darm ist der nächste schritt wäre nun also etwas vom darm wegzunehmen wenn nur diese schmerzen nicht wären ich habe schon so ziemlich jedes schmerz medikament durch also bei mir hat es nicht geholfen leider ich beneide die frauen bei denen es damit vorbei ist ich weiss wie es ist jeden tag ob tag oder nacht diese schmerzen zu haben ich wünsche dir viel glück und hoffe für dich das du den richtigen weg gehst aber eine garantie kann dir keine geben .viele grüße andrea.



Re: radikale OP
Corinna

Hallo Claudia,

meine Total-Op war im Januar diesen Jahres.
Zuvor bin ich innerhalb von 5 Jahren sechsmal operiert
worden. 3 Bauchspiegelungen und 3 Bauchschnitte.
Erst wurde ein Eierstock entfernt und am Ende alles.
Der Darm war mehrfach angewachsen usw..
Manchmal denke ich es wäre besser gewesen die Total-Op früher machen zu lassen. Vielleicht hätte ich dann jetzt nicht mit den massiven Verwachsungsschmerzen zu
kämpfen. Ganz wichtig ist es die Op selbst zu wollen.
Ich war an dem Punkt angekommen und wollte nur noch
alles los werden. Ich denke das viele Frauen die Total-OP
psychisch nicht verkraften. Man muß wirklich dazu bereit sein. Ich war jetzt auch ganz unruhig wegen der Gefahr der Osteoporose. Ich habe eine Knochendichtmessung
durchführen lassen.(Zahlt die Kasse nicht!) Ich bekomme
jetzt Calzium + D3. Das beruhigt mich zumindest.
Mein Hormonpräparat ist: Femostan/Conti
Zusammensetzung: 1mgEstradiol und 5mg Dydrogesteron.
Mein Östrogenwert beträgt ein Drittel vom Normalwert.
Damit die Endometriose hoffentlich nicht wieder aktiviert wird. Dadurch habe ich Hitzewellen.
Meine Hitzewellen habe ich aber im Griff. Man kann die
H.-Wellen durchaus steuern. Wenn es hoch kommt sind es 5 leichte H.-Wellen am Tag. Je nach Stress und Ärger mehr
oder weniger. Ich kann mit den ganzen Begleiterscheinungen der Total-Op leben. Leider habe ich
trotzdem noch meine Schmerzen. Ich bin dennoch froh den
Schritt gemacht zu haben. Ich habe das Gefühl den Erzeuger der Endometriose weg zu haben.
Niemand kann einem zu diesem Schritt raten oder abraten.
Ich kann Dir nur sagen, entscheide selbst und verlass Dich auf Dein Gefühl. Du mußt mit den Begleiterscheinungen der
Total-Op fertig werden. Informiere Dich genau über eventuelle Begleiterscheinungen der Total-Op.
Mein Alter habe ich ganz vergessen. Ich bin 34 Jahre alt.
Ich drück Dir die Daumen.

Corinna



Re: radikale OP
Marlies

Hallo Claudia, Dein Arzt hat recht. Mir wurden vor zwei Jahren die Gebärmutter sowie ein Eierstock entfernt. Trotz Hormoneinnahme (Gestagen) welche die Endo austrockenen sollte, wuchs die Endo weiter. Die Schmerzen kamen mit aller Heftigkeit wieder. Jetzt wurde mir vor 3 Wochen der letzte Eierstock entfernt, sowie die Verwachsungen am Darm und im Bauchraum. Mir geht es jetzt so gut wie schon lange nicht mehr. Ab und zu zwickt der Darm noch ein bisschen, ich hoffe aber, daß sich das noch gibt. Ich nehme momentan gar nichts ein, weder Hormone noch Schmerzmittel (die ich ja gottseidank nicht mehr brauche). Wie es jetzt dann weitergeht, kann ich Dir dann leider auch nicht sagen, ich muß noch zur Gyn. Ich bin jetzt allerdings 53 Jahre, war aber bisher noch nicht in den Wechseljahren. Ich wünsche Dir alles Gute und eine schmerzfreie Zeit, ciao Marlies



Re: radikale OP
Chris

Hallo Ihr Lieben und liebe Claudia,

ich bin ein totaler 'Frischling' und moechte mich gern einreihen bei Euch, denn ich hatte noch nie etwas von
dieser Krankheit gehoert, bis ich nun im Krankenhaus bei einer anderen OP diese Diagnose bekam. Es hat mich getroffen wie ein Hammer. Bei der Krebsvorsorge am 10.9. wurde ein Tumor am Eierstock entdeckt und es sollte eine Bauchspiegelung durchgefuehrt werden. Aufgewacht bin ich dann mit Bauchspiegelung und Bauchschnitt und zu dem gutartigen Befund meines Tumors kam dann noch die fortgeschrittene Endometriose. Ich konnte dieses Wort nicht aussprechen, echt, hatte ich noch nie gehoert. Die OP war am 10.10. und seit 2 Wochen bin ich nun Zuhause und nehme das Hormon DANAZOL. (€ 250,--/Monat), welches eine sehr gute Vertraeglichkeit hat. Doch wenn man sich mit der Endo mal auseinandersetzt und erkennt, was sie fuer einen Schaden anrichten kann und wie heimtueckisch diese Krankheit ist, ueberlege ich auch, mir die G-Mutter rausnehmen zu lassen. Ich soll dieses Hormon 6 Monate nehmen und dann moechte man per Bauchspiegelung nachsehen, ob alles ausgetrocknet ist. Aber mal ehrlich, danach geht es doch wieder von vorne los. Ich habe Angst vor dem, was dieses Schleimhaut-Monster anrichten kann. Natuerlich habe ich noch Zeit, aber ich tendiere wirklich dazu, im April alles rausnehmen zu lassen. Ich werde im Dezember 39 Jahre alt und habe keine Lust darauf, daß meine Lebensqualitaet derart beeinflußt werden kann und ich auf einer ewigen Zeitbombe sitze. Sicherlich kann die
Blase sich senken, wenn dieses Organ nicht mehr da ist. Aber was ist schlimmer? Meine Ma hat 1978 eine Total-OP gehabt und sie hat heute immer noch keine Probleme.
Ich denke, Du wirst die richtige Entscheidung treffen. Denke positiv. Es kann doch nur noch besser werden, oder? Man ist das erschreckend, wenn man all diese Berichte hier liest. Ich wuensche Euch allen das ALLERBESTE dieser Welt und daß wir alle wieder gesund werden.

Alles Liebe
Chris