Drei-Phasen-Konzept
anna

Hallo!
Ich bin 29 Jahre alt.
Als ich zum ersten mal meine Periode bekommen sollte, wurde mir mein Blindarm entfernt.
Es war die naheliegendste Erklärung für meine Bauchschmerzen, die durch die OP natürlich nicht weggegangen sind. Bis ich 20 Jahre alt war, habe ich die Menstruation nur unter erheblichen Schmerzen ausgehalten. Alle 4 Wochen musste mich meine Mutter von der Schule abholen, weil ich mal wieder unter Schmerzen zusammengebrochen war. Ich habe lange Zeit Agnolyt-Tropfen genommen und gegen die Schmerzen Urem Forte.
Erst im Alter von 20 habe ich die weise Entscheidung getroffen, die Pille zu nehmen. Die Schmerzen wurden erträglich und dürften kaum mehr als das übliche betragen haben. Ein leichtes Ziehen udn Stimmungsschwankungen - ich denke, das ist normal. Zysten wurden regelmäßig festgestellt, sind aber immer zyklisch gewesen, d.h. währen eines Monats angewachsen und wieder zurück gebildet worden.
Ich habe vor einem Jahr die Pille wegen Kinderwunsch abgesetzt und war nach 6 Wochen schwanger. Leider hat man in der 11. Schwangerschaftswoche beim Ultraschall keine Herztöne mehr festgestellt. Es folgte eine Ausscharbung. Verhütet habe ich anschließend nicht. Nach dieser Fehlgeburt hatte ich keinerlei Schmerzen im UNterleib. Nichts. Keine Menstruationsbeschwerden.
Da ich mit meinem Frauenarzt nicht so glücklich war, suchte ich im Februar eine neue Ärztlin auf. Es gab keinen Anlass für diesen Termin. Ich wollte mich nur vorstellen, dass wir uns kennen, wenn ich wieder schwanger bin.
Bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckte sie große Zysten an beiden Eierstöcken und empfahl mir eine Untersuchung bei Prof. Schweppe, Ammerlandklinik. Ich hatte immer Zysten und habe daran nichts sonderbares gefunden, ließ mich aber von ihr überreden.
Prof. Schweppe hat mir nach einer Ultraschallunersuchung sofort für die folgende Woche einen Termin zur Bauschspiegelung gegeben. Das war letzte Woche, jetzt sitze ich hier und erhol mich von den Folgen.
Man hat bei der Bauchspiegelung eine ausgeprägte Endometriose festgestellt, mit Verwachsungen im ganzen Unterleib bis ans Becken. Ein Eileiter war verklebt, konnte aber noch gespült werden, der andere ist ebenfalls noch durchlässig. Schwanger werden hätte ich mit diesem Befund nicht. Die Zysten waren so groß, das man sie nur gesprengt hat, um von den Eierstöcken überhaupt noch etwas über zu lassen.
Die Endometriose kann erst nach der Fehlgeburt im August so gewuchert sein, und ich bin so dankbar, dass es der Zufall wollte, dass ich bei einem Frauenarzt gelandet bin, die das so gut erkannt hat!

Ich werde nach der Empfehlung von Prof. Schweppe nunmehr mit einer Hormonbehandlug anfangen und im unmiitelbaren Anschluss daran eine weitere Bauchspiegelung machen, um die Reste zu entfernen. Anschließend möchten wir natürlich gerne nochmal schwanger werden.

Hat jemand Erfahreung mit diesem sog. "Drei-Phasen-Konzept" oder mit der Hormonbehandlung? Alles, was ich bislang weiss, ist, dass es sich um Hormonspritzen handelt und man künstlich in die Wechseljahre versetzt wird.

Gibt es Mittel, um die Nebenwirkungen zu reduzieren? Was ist die "add-back"-Therapie?

Würd mich über Antworten freuen!

Anna



Re: Drei-Phasen-Konzept
Christa

Hallo Anna!

Bin 26 Jahre alt u. habe heute die 2. Spritze für den künstl. Wechsel bekommen. Hatte wahnsinnige Angst davor, habe aber Gott sei Dank bis auf Schlafstörungen keine Beschwerden.
Naja, Hitzewallungen sind schon da, schieb`s aber aufs Wetter. Also ich bin ein Beispiel, dass man sich einfach nicht zu sehr hineinsteigern soll. Habe einfach alles auf mich zukommen lassen, schließlich weiß ich ja für was ich es tue.
Also, hoffe dir ein wenig geholfen zu haben.

Christa



Re: Drei-Phasen-Konzept
elke

Hallo Anna,

habe letzte Woche auch die 2. Spritze bekommen.
Außer Hitzewallungen gibt es bei mir auch keine
Nebenwirkungen. (evtl. Stimmungsschwankungen).
Bis jetzt ist alles erträglich. Habe vor 3 Jahren nach meiner
ersten OP auch schon 6 Hormonspritzen bekommen.
(Leider erfolglos) Eine zweite OP folgte - 2 Jahre ruhe -
jetzt wieder 6 Monate Spritzen. Hoffe daß eine 3 OP
vermieden werden kann, da es mir im Moment gut geht.

Melde Dich doch wieder und alles Gute
Elke



Re: Drei-Phasen-Konzept
Britta

Hallo Anna,

Ich habe auch eine ausgeprägte Endo mind. III Grades.
Vor zwei Jahren hatte man mir auch bei einer BS einige Zysten entfernt und mit der Hormontherapie ( Zoladex ) ein halbes Jahr behandelt. Ich hatte sie damals auch gut vertragen, doch es bildeten sich trotzdem erneut Endozysten. Dadurch musste ich erneut unter das Messer und der li. Eierstock musste durch einen Bauchschnitt entfernt werden. Danach kam eine Testphase mit Pille, 3mon. Spritze usw. Aber diese Sachen brachten kein Erfolg. Mein damaliger FA wusste keinen Rat mehr und meinte ich müsste Zoladex wieder bekommen und auf unbestimmter Zeit. Doch bei der zweiten Zoladexphase ( mittlerweile die die 9 Spritze ) kann ich sie absolut nicht mehr vertragen. Die Stimmungswandlungen schlagen um auf Depressionen und ständig Zwischenblutungen mit starken Schmerzen. Ich bin dann umgezogen und musste demnach auch einen neuen FA aufsuchen. Er fand diese Behandlungsmethode nicht zufriedenstellend und überwies mich zur MH Hannover. Ich habe jetzt in zwei Wochen wieder eine BS, evtl. mit Bauchschnitt. Da ich auch nicht so stabil gebaut bin und Zoladex schon längere Zeit nehme, muss ich auch eine Knochendichtemessung machen lassen. Aber alle diese Sachen sind, glaube ich nicht zu verallgemeinern. Ich bin 35 Jahre alt und habe eine fast 10 jährige Tochter. Und das wichtigste : Bei mir wurde Endo viel zu spät erkannt !!!

Also ich wünsche dir noch gute Besserung und positive Denken, auch wenn es manchmal schwer fällt.

Gruß Britta