psychische Probleme
michaela

Hallo,

ich leide seit 6 Jahren unter Endo mit ständigen Operationen, IVF-Behandlungen (erfolglos) sowie Hormonbehandlungen, schliesslich noch eine Bauchfellentzündung und schliesslich starken Problemen mit Harnleiter und Blase das mich 1 Jahr verfolgt hatte.

Durch die ständigen Krankenhausaufenthalte, Arztbesuchen, und Krankschreibungen (u.a auch wegen Magen-Darm-Problemen, häufigen gripp. Infekten ect.) wurde mir nahegelegt einen Rentenantrag auf Erwerbsunfähigkeit zu stellen, der leider 1 x abgelehnt wurde und ich nun auf die nächste Ablehnung warte.

Das alles hat bei mir wohl nun ein sog. Panik/Angst-syndrom ausgelöst.

Mich würde mal interessieren ob es noch jemanden gibt bei dem die Endo so in die Psyche eingreift.

Bei mir äussert es sich damit dass ich Horrorvorstellungen habe wie es in meinen Körper aussieht bzw. denke ständig ich habe wieder irgendeine andere Krankheit. Dadurch habe ich richtige Panikanfälle (schneller Puls, denke ich kippe weg etc.)



Re: psychische Probleme
Babs

Hallo Michaela,
ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich habe Endometriose seit 17 Jahren. Bin auch mehrmals operiert worden.
Manche Operationen waren bei mir, Notoperationen.
Die Angst , wenn es im Bauch wieder schmerzt, dass da
wieder was ist oder seien könnte, was dringend ärtztliche
Begutachtung erfordet, um nicht in eine lebensbedrohliche
Lage zu geraten, raubte mir sehr sehr lange fast den
Verstand.
Aber ich habe mittlerweile gelernt mit der Angst umzugehen
um weiter auch leben zu können.
Das wünsche ich Dir und allen anderen vom Herzen.

Babs



Re: psychische Probleme
brigitte

Liebe Michaela,

Ich glaube, es geht wohl allen Frauen gleich, die an Endometriose leiden: diese Krankheit greift bei allen in irgendeiner Weise die Psyche an.
Ich habe schon seit 18 Jahren Endometriose, auch mit vielen Operationen, z.T. Notoperationen, und vielen organischen Problemen, die mit der Endo zusammenhängen.

Am Anfang war meine Angst gross, es geschehe wieder irgendeine 'Katastophe' in meinem Bauch, aber mit den Jahren wurde sie immer kleiner. Ich lernte, meinem Körper zu vertrauen - zu vertrauen, dass er mir schon zuverlässig meldet, wenn sich etwas Behandlungsbedürftiges zusammenbraut... Und tatsächlich, ich habe immer rechtzeitig gemerkt, wenn ein Arztbesuch notwendig war. Wobei ich über mehrere Jahre eine Psychotherapie machte, um mit der Krankheit besser umgehen und leben zu können.

Was mich beunruhigt bei dir, ist, dass du Panik hast, ständig noch irgendwelche andere Krankheiten zu haben - also nicht bloss Angst davor, was die Endometriose anrichtet.
All das, was du aufgezählt hast, passt ins Bild der Endometriose: Blasen- und Darmprobleme haben viele Endo-Patientinnen, auch ist es typisch für die Endo, dass sie das Immunsystem schwächt und daher viele Infekte und Infektionen bewirken kann. Bei all den Symptomen: im Grunde hast du nur eine einzige Krankheit, die sich einfach in vielfältiger Weise auswirkt. Du hast nicht viele Krankheiten, wo immer wieder eine neue dazukommt!

Aber trotzdem hast du Angst vor quasi allen möglichen Krankheiten. Nicht nur Angst, sondern Panik mit Ohnmachtsanfällen. Aus meiner Sicht würde ich dir raten, zu einem Fachmann zu gehen. Einerseits könnte eine Psychotherapie helfen, aber auch Antidepressiva nützen gegen Panikattacken, wie ich von anderen erfahren habe.
Panikanfälle sind insofern nicht harmlos, als sie sich verschlimmern, dass sie sich immer mehr ausdehnen können. So fände ich es wirklich notwendig, dass du deine Aengste einem Arzt schilderst, der deine Probleme am besten beurteilen kann und weiss, welche Hilfe du brauchst.
Ich wünsche dir viel Glück bei der Suche nach Hilfe!
Liebe Grüsse, brigitte