Bitte Bitte lesen und antworten
Andrea

Hallo ihr Lieben,

ich habe Endo im schwersten Grad , habe vor 6 Wochen einen Darmverschluss dadurch gehabt und demzufolge eine wirklich heftige OP hinter mir ! Dabei wurde die Endo auch festgestellt,und dass sie der Auslöser für den Darmverschluss war. Jetzt wurde vor 2 Wochen mit der Therapie angefangen, um mich künstlich in die Wechseljahre zu versetzen. Mir geht es echt beschissen, so langsam aber sicher fangen die Nebenwirkungen an und von der OP habe ich mich auch noch nicht richtig erholt. Organisch ist zwar wieder alles in Ordnung , jedoch fühle ich mich einfach nur schlecht. Jetzt geht es jedoch schon los, von wegen der Krankschreibung usw. , frage mich dann natürlich, wenn schon eine Krankschreibung ein Problem ist, wie sollte dann ein Antrag auf Schwerbehinderung oder Erwerbsunfähigkeit laufen, weil man das hier so oft liest. Was hat es für Vorteile und Nachteile, wenn man z.B. diese beiden Sachen beantragt ?

Wer kann mir seine Erfahrungen in diesen Sachen wie Krankschreibung und den beiden anderen Dingen sagen, fühle mich im Moment total alleine gelassen, komme mir vor, als wenn ich mich anstellen würde !!!!!

Liebe Grüsse
Andrea



Re: Bitte Bitte lesen und antworten
Jennifer

Hallo Andrea.
Bei mir wurde die Endo im Februar nach ner Bauchspiegelung diagnostiziert. Dann kam ich in Reha und hatte davor und danach Krankengeld beziehen können, weil ich direkt aus dem Job kam und die mir deswegen gekündigt haben. In der Reha zahlt dann der BFA für Gewöhnlich die Summe der dort verbrachten Wochen. Noch beziehe ich Krankengeld aber das geht auch bis maximal bis eieinhalb Jahre. Ich bin nun beinahe ein Jahr auf diese Diagnose hin krankgeschrieben und ich weiß nicht, wie es weiter geht, wenn die Krankengeldszahlung eingestellt wird.
Ein BEitrag in diesem Forum verweist auf die Schweiz, in der FRAU mit Endo als 100% Invalidin ausgewiesen wird und als arbeitsunfähig gilt.
Arbeitsunfähig bin ich auch aber in der Reha hat man mir gleich gesagt, daß man in Deutschland wirklich mieße Chancen auf einen Behindertenschein hat, der auch wirklich Vorteile anstatt Nachteile mit sich bringt, also mindestens 50%. Die Wahrscheinlichkeit, diese Höhe zugeschrieben zu bekommen liegt bei sehr geringer Zahl...

Eine Idee wäre es vielleicht, wenn alle an Endometriose erkrankten und dadurch arbeitsunfähigen Frauen einen gemeinsamen Brief verfassen und unterschreiben, in dem sie auf die schweizer Diagnosen zum Thema Invalidität hinweisen und die deutschen Behörden darum bitten, sich mit der Endometriose strenger und eindringlicher zu befassen.

Allein hat man kaum Möglichkeiten....
Liebe Grüße und halt die Ohren steif *umarm*
Jennifer.



Re: Bitte Bitte lesen und antworten
brigitte

Liebe Andrea,

Hast du schon etwas von der add-back-Therapie gehört? Da wird frau hormonell in die Wechseljahre versetzt, aber gleichzeitig nimmt sie künstliche Hormone ein, um die extremen Nebenwirkungen zu lindern, die durch den absoluten Mangel an körpereigenen Hormonen entstehen.
Ich hoffe, du bekommst diese zusätzlichen Hormone, das erleichtert vieles, andere haben dies hier schon oft bestätigt.

Jennifer, eine kleine Berichtigung. Es ist nicht einfach so, dass frau mit Endometriose in der Schweiz prinzipiell als invalid eingestuft wird. Es kommt ganz auf ihren Zustand an. Wenn nachgewiesen wird, dass sie absolut arbeitsunfähig ist, bekommt sie die Rente zu 100%, wenn sie nur zu 50% arbeitsunfähig ist, bekommt sie eine Rente zu 50%. Aber das Verfahren, wo diese Arbeitsunfähigkeit überprüft wird, ist extrem streng in der Schweiz, wie bei allen anderen Krankheiten auch. Das Positive ist einfach, dass in der Schweiz die Endometriose als Krankheit anerkannt wird, die in gewissen Fällen zur Arbeitsunfähigkeit führen kann.

Ja, das finde ich auch: rüttelt die deutschen Beamten auf, dass Endometriose eine sehr ernstzunehmende Krankheit ist, die ganz schwere Verläufe haben kann. Ein Verweis auf die Handhabung in der Schweiz wäre sicher sinnvoll.

Aber jemand muss die Sache in die Hand nehmen, dass ein Brief mit Unterschriften entsteht. Oft wird nur über mögliche Massnahmen geredet - leider scheitert es dann an der Umsetzung, weil niemand aktiv werden will.

Herzliche Grüsse, brigitte



Re: Bitte Bitte lesen und antworten
Andrea

Hallo Jennifer, Hallo Brigitte,

erst einmal vielen Dank für Eure Antworten ! Ja , natürlich weiss ich von der add-back Methode, mein Arzt möchte davon jedoch noch Abstand nehmen, damit nicht wieder gegen die eigentliche Therapie vorgegangen wird. Muss da jetzt durch und werde versuchen, positiver zu denken.

Jennifer was mich interessieren würde, wo warst Du denn in der Reha ? Hast Du einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt ? Was hat es für Vorteile?

Es ist echt traurig, dass diese Krankheit nicht anerkannt ist, und man müsste tatsächlich dagegen angehen !

Viele herzliche Grüsse
Andrea



Re: Bitte Bitte lesen und antworten
brigitte

Liebe Andrea,

Ist dein Arzt Endometriose-Spezialist?
Ich habe nämlich noch nie von einem Endo-Fachmann gehört, dass die add-back-Therapie weniger wirksam sei als die gleiche Therapie ohne zusätzliche künstliche Hormone.
Ich würde mich da noch einmal genau erkundigen. Frag doch einmal beim Experten-Rat nach. Ich sehe nicht ein, wieso du sinnlos noch mehr leiden solltest, als du es ohnehin schon tust.

Herzlich, brigitte



Re: Bitte Bitte lesen und antworten
Jennifer

Hallo ihr beiden,
danke für die Berichtigung, Brigitte.
Also ich war in Bad Schwalbach in Reha, dort ist auch der Doktor Becherer vertreten, der die Endofrauen betreut und Seminare für sie gibt. Er schrieb auch schon ein Buch zur Endo. SEHR ZU EMPFEHLEN!
Und ich habe in Frankfurt einen Chirurgen, der bei mir damals die Endo feststellte, ehe sie mir in den Bauch geschaut haben. Er heißt Dr. Baumann.

So, ich hatte in Erwägung gezogen, mich als Schwerbehinderte oder wenigstens eine Behinderung anmelden zu lassen. Mein Ziel war, dann wenigstens über die 50% zu kommen, denn dann hat man einige Vorteile und das wiegt die Nachteile ab.
Doch der Angestellte sagte mir gleich, es könne durchaus passieren, daß ich nur 30% oder weniger oder vielleicht auch 45 % bekomme.
Es ist so, daß du bestimmte Absicherungen im Job bekommst, die du als normaler Angestellter nicht hast, mal von den Parkplätzen abgesehen. Was es ganau an Vorteilen und Nachteilen mit sich bringt, kannst du aber auch bei deinem Arbeitsamt erfragen. Die können dir das präzieser beantworten, denn wie du siehst, erinnere ich mich nicht mehr genau an alles und möchte auch nix falsches erzählen. :)

Liebe Grüße, Jennifer.