ungewissheit
Tina

Hallo an alle da draußen, denen es genauso geht wie mir!

letztes jahr im sommer fingen die höllenschmerzen an! wurde mit notarzt ins krankenhaus gebracht, nach stundenlangen untersuchungen konnten die nix feststellen, behielten mich aber noch zur beobachtung drin... danach jeden monat das gleiche spiel, unerträgliche schmerzen und wahnsinnige blutungen, dazu noch übelkeit und blut im urin... keiner konnte mir sagen was los ist, bis mein dok annahm, es könnte endo sein... durch meine schlimme körperliche als auch seelische verfassung setzte er die BS für anfang dezember an... mein chef war dagegen, in der weihnachtszeit wäre zu viel los auf arbeit... noch ein monat leid... vor zwei wochen war es dann soweit, ich hatte eine höllenangst, aber mein dok ist echt top! hab es ambulant machen lassen, denn ins krankenhaus bringt mich keiner mehr, die kriegen doch eh nix hin! als ich wieder anprechbar war, hat er mir gesagt, dass es allerhöchste eisenbahn war! Ich dachte ich habs überstanden!... pustekuchen, zum fäden ziehen sagte er mir, dass das gerade mal der anfang war! er erzählte was von einer hormontherapie und der künstlichen herbeiführung der wechseljahre. heute hab ich die erste spritze bekommen, hab echt angst vor den nebenwirkungen! aber er sagte damals auch, dass er meine eierstöcke danach durchspülen muss, dass heißt noch ne BS! Hab angst!, den kinderwunsch sollte ich mir lieber in den nächsten zwei bis drei jahren erfüllen, danach könnte es zu spät sein!... in drei jahren bin ich 23, bin dann erst ein jahr mit der ausbildung fertig! ich will so gern kinder, aber jetzt läuft mir die zeit davon!!!! hab so angst.... wie soll das nur weiter gehen?



Re: ungewissheit
mandy

hallöchen

jetzt mach mal langsam und ganz sachte und vorallem mach dich nicht verrückt.also die methode, wie dein arzt vorgeht ist vollkommen in ordnung und du solltest dies auch so machen, denn.... wenn du glück hast, ist die endo auch erstmal still gelegt und du hast ein paar jahre ruhe.es gibt auch fälle(zwar wenige, aber es gibt sie)die absolute ruhe von der erkrankung haben. du mußt dich mit deiner krankheit auseinandersetzen und sie auch im kopf bekämpfen, aber bitte bitte ohne panik. mit dem baby hast du natürlich auch noch zeit, aber er hat schon recht um so eher um so besser, aber wenn du dein baby erst in fünf jahren planen möchtest, ist es auch oki.niemand weiß, wie das krankheitsbild bei dir in fünf jahren aussieht. es kann schlechter sein, aber auch besser. versuch erstmal die wechseljahrstherapie und glaub mir (hatte schon zweimal eine)so schlimm ist die auch net. ich habs immer überlebt.und nun noch nen kleinen mutmacher.ich bin 33 und hab ganz schlimme endo und bin nun aber in der 6tn woche schwanger, das erste mal und supi stolz. war zwar eine künstliche befruchtung, weil meine eileiter zu sind, aber das ist egal, wenn man ein gesundes baby erwartet.
also, kopf hoch und sachte machen, es gibt auch natürliche mittel, die endo im schach zu halten.

lg mandy



Re: ungewissheit
tina

hey mandy,

danke danke für deine lieben aufbauenden worte! und erst mal herzlichen glückwunsch zur schwangerschaft! freu mich total für dich...
setz mich tagtäglich mit dem endo-sch... auseinander, aber keiner kann das so richtig verstehen und nachvollziehen... logisch wenn man nicht selbst betroffen ist! verstehst?
es ist nur so, ich fühl mich auf einmal total in einen zeitrahmen gepresst, will einfach nicht, dass noch mehr schief geht, wünsch mir doch nichts sehnlicher als ein baby, das kann von mir aus schon heut oder morgen passieren, bin absolut bereit dafür, aber sollte mir vielleicht erst mal selbst was aufbauen.. jetzt ist aber alles anders, seid dem ich weiß, was noch auf mich zukommen könnte...
weiß, dass mein arzt das richtige tut, hab totales vertrauen zu ihm, der ist 24 h rund um die uhr da für mich, deswegen hab ich die BS auch beim ihm machen lassen, ambulant....
würd mich freuen mal wieder was von dir zu hören, hast mir wieder ein lächeln ins gesicht gezaubert...

lg tina



Re: ungewissheit
Anna

Hallo Tina, Mandy und all die anderen hier im Forum.

Meine Endogeschichte begann mit höllsichen Schmerzen während meiner Tage. Als ich als junges Mädchen das erste Mal meine Tage bekam, hat man mir gleich den Blindarm entfernt, ohne dass dieser gereizt war. Natürlich gingen nach der OP die Schmerzen nicht weg. Ich habe verschiedene Ärtze aufgesucht und mir auch anhören müssen, dass ich mich nicht so anstellen soll.... Erträglich wurde die Situation aber erst, nachdem ich die Pille genommen habe, so dass über Jahre Ruhe war.

Nachdem ich wegen Kinderwunsch die Pille abgesetzt habe, bin ich 6 Wochen später schwanger gewesen, eine absolute Wunschschwangerschaft - bis in der 11. Woche festgestellt wurde, das das Herz nicht mehr schlägt. Obwohl wir in der Folgezeit nicht verhütet haben, wurde ich nicht wieder schwanger. Dagegen wuchsen die Zysten an beiden Eierstöcken, so dass nach 8 Monaten die erste Bauchspiegelung wegen Verdacht auf Endo gemacht wurde. Diese hat Endo 4. Grades ergeben, die Eileiter waren verklebt und konnten nur noch mit großer Mühe freigespült werden, die Zysten waren so groß, dass man sie nicht einfach entfernen konnte und die Verwachsungen (auch durch die Blindarm-OP) immens. Nach Aussage des operierenden Profs habe ich Glück gehabt, so früh zur BS gekommen zu sein. Es folgten drei Monate Zoladex-Spritzen und eine weitere Bauchspiegelung, die dann ergab, dass die Zysten zurückgegangen sind, die Endo "ausgetrocknet" ist.

Man hat mir nahe gelegt, es mit dem Schwangerwerden ca. ein halbes Jahr auf natürlichem Wege zu versuchen. Falls es jetzt nicht klappt, werden wir uns mit der künstlichen Befruchtung auseinander setzten. Vielleicht wird das aber auch nicht nötig werden....

Ich habe in den letzten Monaten viele Aufs und Abs erlebt und war wohl durch die schnelle Schwangerschaft nach Absetzten der Pille völlig verwöhnt. Ich bin auch ganz selbstverständlich davon ausggangen, dass ich nach der Fehlgeburt bald wieder schwanger werde, und das schlimmste für mich war, dass das nicht passiert ist.

Wie ich hier im Forum schon mal geschireben habe - der erste und vielleicht der wichtigste Schritt von uns Betroffenen ist der, zu akzeptieren, dass man Probleme hat, schwanger zu werden. Dass es keine Selbstverständlichkeit ist (wie im Normalfall und wie im kompletten Bekanntenkreis) binnen drei Monaten schwanger zu werden. Es ist ein kleines Wunder, wenn es -wie auch immer - klappt.

Was mir selbst total geholfen hat, war ein Bericht im Fernsehen übr die Auslandsadoption. Ein Paar, welches nach 6 Jahren erfolglosem Versuch, ein Kind zu bekommen oder in Deutschland zu adoptieren, in die Ukaine gefahren ist und von dort ein Kind adoptiert hat (was übrigens total zu den beiden gepasst hat und deren leibliches hätte sein können). Nach dem Bericht habe ich mir mein Leben in 10 Jahren vorgestellt (ich bin jetzt 30). Und ich habe gewusst -egal wie, in 10 Jahren wirst du eine Familie haben, so oder so.

Dieses Wissen hat mich sehr viel ruhiger und gelassener gemacht. Wenn ich eines gelernt habe in den vergangenen Monaten dann das, dass sich der Kinderwunsch nicht planen lässt. Wir wissen nicht wann und wie es klappt oder warum es nicht klappt, obwohl man die besten Vorraussetzungen für eine Familiengründung mitbringt. Und natürlich müssen wir die Krankheit ernst nehmen und die Möglichkeiten, die sich bieten, wahrnehmen. Aber letztendlich müssen wir vor allem viel Geduld mitbringen.

In diesem Sinne - allen viel Geduld.

Anna



Re: ungewissheit
Sabine

Liebe Tina,
ich hatte Endometriose mit 23. Hat auch lange gedauert bis das diagnostiziert wurde. Bin vor Schmerzen im supermarkt umgekippt.
Dann BS, 3-Monatsspritze, nochmal BS. Dann war es o.k. habe ohne Probleme auf völlig normalem Weg 3 Kinder bekommen. Während der Schwangerschaften war alles o.k. mit der endometriose. Jetzt glaube ich, geht es wieder los (bin jetzt 39). Die Therapie mit der 3-Monatsspritze war überhaupt nicht schlimm. Etwas Hitzewallungen, dafür aber keine Regelblutung. War eigentlich super. Geh unvoreingenommen daran. Ich wünsche Dir alles Gute.
Sabine