Diagnose per Blutabnahme?
Claudia

Hallo,
Ich bin sehr verunsichert und hoffe, dass mir hier jemand weiterhelfen kann:
weiss jemand, ob man Endo per Bluttest diagnostizieren/bzw. ausschließen kann?
meine FA hat den Verdacht, dass ich Endometriose habe. Die Symptome sind nicht ständig akut schmerzhaft, jedoch an bestimmten Stellen bei der Periode u. beim GV. Mir ist dieser Punkt schon so lange bekannt, dass mir das ganz normal vorkam. Bei der Vorsorgeabtastung letzte Woche entdeckte sie die Stelle und hat sie per Ultraschall untersucht. Das Ganze wiederholten wir eine Woche später um sicher zu gehen. Sie vermutet Endometriose und hat mir Blut abnehmen lassen. Auf mein Nachfragen sagte sie, dass wenn ich keine akuten Schmerzen habe, wir erst einmal bis zur nächsten Vorsorge-untersuchung abwarten könnten. Jedoch sagte sie auch, dass Endo Probleme bzgl. Fruchtbarkeit erzeugen kann. Sie aber auch Patientinnen habe, die nach einer OP ohne Probleme Kinder bekommen hätten u. das auf die jeweilige Stelle ankäme wo die Endo aufträte.
Ich bin sehr beunruhigt und habe mich seit gestern intensiv in Foren und Webseiten informiert. Das klingt hier alles sehr viel beunruhigender als von meiner FA geschildert. Ich möchte Kinder bekommen, werde dieses Jahr 30 und wollte noch 1-2 Jahre warten. Aber jetzt bin ich mir nicht sicher, ob das gut wäre.
Heute bekam ich jedenfalls die Nachricht, dass die Blutuntersuchung unauffällig ist. (Gut!) Auf mein Nachfragen sagte mir die Artzthelferin, dass eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut überprüft wurde und dass diese negativ sei.
Was hat das mit der Endo zu tun und kann ich jetzt beruhigt sein?
Ich werde heute abend noch mit meiner FA telefonieren, aber wollte mich gern vorher informieren um besser vorbereitet zu sein.
Für alle Informationen bin ich sehr dankbar.
Gute Besserung und Dank euch allen,
Claudia



Re: Diagnose per Blutabnahme?
Dorothea

Liebe Claudia,
Zysten kann der Frauenarzt oft durch eine Ultraschalluntersuchung entdecken, ob es sich dabei aber um Endometriose handelt, kann nur sicher durch eine Bauchspiegelung festgestellt werden. Eine Blutuntersuchung sagt darüber meines Wissens gar nicht aus (bei mir wurde z.B. letztes Jahr durch eine Bauchspiegelung Endometriose Stadium IV festgestellt, obwohl meine Blutuntersuchungen immer ok waren). Kurzum, eine sichere Diagnose ist nur durch Bauchspiegelung möglich. Deiner Mail entnehme ich, daß Deine Frauenärztin Dich schon mit Ultraschall untersucht hat. Du sprichst von einer Stelle, die sie gefunden hat - hat sie sich dazu näher geäußert? Handelt es sich dabei um eine Zyste?
Da ja bei Dir Kinderwunsch besteht, würde mir eine sichere Diagnose schon wichtig sein. Der Verlauf der Krankheit ist übrigens sehr unterschiedlich. Wird sie im Anfangsstadium entdeckt, kann man sehr viel mehr machen. Frauen mit leichter Endometriose z.B. nehmen zur Behandlung oft nur die Pille durch und müssen nicht diverse Hormonbehandlungen machen, bei denen man künstlich in die Wechseljahre kommt. Was den Kinderwunsch betrifft, so haben Frauen mit Endometriose oft Schwierigkeiten, Kinder zu bekommen. Obwohl dies von Frau zu Frau auch wieder individuell verschieden ist.
Da man - falls es sich bei Dir um eine Endometriose handelt - diese möglichst schnell behandeln sollte, würde ich persönlich keine abwartende Haltung einnehmen. Zumal es ja auch eine große Beruhigung für Dich wäre, wenn bei der BS herauskäme, daß es gar keine Endometriose war. Ich hoffe, daß ich Dir ein wenig weiterhelfen konnte.
Ich wünschte mir im nachhinein, daß man meine Endometriose früher entdeckt hätte. Da wäre mir sicherlich einiges erspart geblieben.

Viele Grüße
Dorothea



Re: Diagnose per Blutabnahme?
Claudia

Hallo Dorothea,

vielen Dank für deine schnelle Antwort!
Mein Frauenärtztin äußerte sich über diese Stelle so, dass sie auf dem Ultraschall ein ca. 1cm großen (vermutlichen Endometriose-) Herd gefunden hätte. Das sei nur klein und sie wolle erstmal die Blutuntersuchung abwarten. Und wie gesagt, wenn ich keine heftigen Schmerzen hätte, würden wir bis zur nächsten Vorsorgeuntersuchung warten.

Ich bin im Nachhinein etwas verärgert über diese Haltung. Wenn ich nicht bei der Sprechstundenhilfe auf einen Telefonat mit ihr heute abend bestanden hätte, wäre für sie der Fall bis zur nächsten Untersuchung erledigt.
Ich will ja auch nicht übertreiben, aber es ist ja laut Ultraschall und meinem eigenen Schmerzempfinden offensichtlich etwas dort und das nicht erst seit gestern. Was du geschrieben hast bestärkt mich, noch mal genauere Informationen von ihr einzufordern. Danke nochmal.

Was wäre, wenn ich jetzt schwanger wäre und Endometriose-Herde in mir hätte?



Re: Diagnose per Blutabnahme?
Hildegard

Hallo Claudia,
meine Ärztin sagt, daß man über die Blutwerte nicht 100% feststellen kann, ob es sich um Endometriose handelt.
Bei akuten Beschwerden und Zysten ist mir schon mehrmals Blut abgenommen worden. Hier hat man immer einen bestimmten Tumormarker (CA-Wert) bestimmt. Ist dieser sehr hoch, liegt der Verdacht nahe, daß Endometriose vorliegt. Selbst wenn der Wert im Normbereich liegt, kann aber nicht mit 100%-iger Sicherheit eine Endo ausgeschlossen werden. Es ist halt nur ein Anhaltspunkt.
Alles Gute und schöne Grüße
Hildegard



Re: Diagnose per Blutabnahme?
Claudia

Hallo Hildegard,

danke für Deine Infos!
Das verschafft mir etwas Klarheit. Ich war eben wirklich sehr durch den Wind. Aber jetzt fühle ich mich auf jeden Fall gewappnet für das Telefonat
Wenn ich mehr weiss, melde ich mich.
Für euch auch alles Gute,

liebe Grüße
Claudia

PS: dieses Forum ist ein tolle Sache!



Re: Diagnose per Blutabnahme?
Hildegard

Hallo,
mein Arzt hat immer gesagt: Werden Sie Schwanger und Sie haben gute chancen, die Endometriose einzudämmen.
Wenn Du mit Endo Schwanger bist, sei froh. Möglicherweise trocknen die Endoherde während der Schwangerschaft aus, da der Körper ja eine Hormonumstellung mitmacht.
Ich drücke Dir die Daumen.
Viele Grüße
Hildegard



Re: Diagnose per Blutabnahme?
Claudia

Hallo Hildegard,

Ich habe gerade mit meiner Ärtztin gesprochen, gut dass ich noch einmal angerufen habe. Sie meinte zwar, dass der Befund der Blutuntersuchung negativ wäre, aber da ich ja auch Beschwerden habe, man doch besser eine Bauchspiegelung macht. Sie hat mir das OPZ in Hürth (Köln) empfohlen. Kennt das jemand? Die sollen das wohl schon sehr lange machen und sich gut auskennen.

Schwanger bin ich nicht. Ehrlich gesagt wäre ich es gern. Aber beruflich wäre es erst in ein, zwei Jahren besser. Das Ganze hat mir doch einen Schrecken eingejagt, dass mir diese Wartezeit inzwischen etwas riskant erscheint. Kommt auf dem Befund an, würde ich sagen.

Lieber Gruß

Claudia



Re: Diagnose per Blutabnahme?
mandy

hallo claudia

köln ist eine sehr gute adresse gegen die endo,war selber nicht dort, aber mein gyn hat mir die klinik empfohlen obwohl ich in bawü wohne.
im blut kann man feststellen ob die endo aktiv ist, laut meines arztes, aber natürlich nicht das ausmass.
wünsche dir alles alles gute und hoffe für dich, das sich der befund nicht bestätigt, aber wenn, gehts auch weiter, es gibt gute therapien um die beschwerden einzudeämmen.

lg mandy



Re: Diagnose per Blutabnahme?
Claudia

Hallo Mandy,

danke für deine netten Worte.
Ich habe von dem OPZ in Köln-Hürth bisher noch nichts gehört. Ich dachte die Uniklinik Köln oder das Evangelische Krankenhaus Weyertal in Köln kämen bei Endo in Frage. Meine FA meinte, die machen das in Hürth mit der Bauchspiegelung schon ganz lange und haben da viel Erfahrung. Dann wird's wohl stimmen.
Ich werde mich nächste Woche noch mal mit meiner FA treffen und mir alles genauer erklären lassen.
Das Forum hier hat mir sehr geholfen, mit dieser unklaren Situation umzugehen. Ich werde euch unterrichten, wie es weiter gegangen ist.

lieber Gruß
Claudia



Re: Diagnose per Blutabnahme?
Claudia

Hallo,

ich wollt mich nochmal zurückmelden. Die BS habe ich hinter mir: Schwerer Befund, alles voll mit Endo-Herden, die so gut es ging entfernt wurden. Es ist jetzt alles zweieinhalb Wochen her, bin noch durch den Wind...
Ich wollte Euch nur auf dem Laufenden halten und mich noch mal bedanken. Ohne dieses Forum hätte ich nie diese Bauchspiegelung veranlasst. Danke für die vielen Informationen und guten Wünsche.

Habe hier im Forum inzwischen neuen Beitrag geschrieben (Bauchspiegelung - schwerer Befund und jetzt?).
Freu mich über Rückmeldung.
Lieber Gruß und nochmal Danke an Euch alle!

Claudia