Endometriose und Depression
Gertrud

Hallo an alle Leidensgenossen,
ich hatte im August 2003 eine Notoperation wegen Endo (10 cm große Zyste am rechten Eierstock, der erhalten blieb). Seitdem leide ich an permanenter Übelkeit und Schwindel. Ursache vermutlich Depression. Bin deshalb in Psychotherapie. Habe seit November Cerazette genommen (Wirkung: alle 12 Tage Periode, massive Hautprobleme, Übelkeit noch schlimmer). Seit März nehme ich Johanniskraut hochdosiert gegen die Depression, damit hat sich die Übelkeit erstmals gebessert bzw. war fast weg. Habe jetzt die Pille gewechselt (Valette, die ich früher drei Jahre problemlos vertragen hatte). Nach Einnahme der ersten Tablette am nächsten Tag Erbrechen. Seitdem ist die Übelkeit wieder ganz schlimm.
Daher meine Fragen: 1) Wer hat ähnliche Erfahrungen mit der Umstellung von Cerazette auf Valette gemacht? Wie lange dauert es, bis der Körper sich umstellt? 2) Wer hat Endo und Depressionen und nimmt Johanniskraut und die Pille, die man wg. Wechselwirkung (Leberenzym)nicht zusammen nehmen darf? (chemische Antidepressiva habe ich ausprobiert, war grauenvoll; Pille darf ich nicht absetzen, da ich schon wieder eine Zyste habe, diesmal links).
Wer weiß Rat?
Gertrud

[%sig%]



Re: Endometriose und Depression
Hildegard

Liebe Gertrud,
das hört sich ja schlimm an. Ich kann mir kaum vorstellen, daß Endometriose etwas mit Depressionen zu tun hat. Durch die ständigen Schmerzen und Beeinträchtigungen bin ich oft zwar auch deprimiert und habe auf gut deutsch "die Schnauze voll", aber dieser Zustand vergeht dann auch wieder. Man darf sich da auf keinen Fall reinsteigern.
Ich vertrage auch sehr wenig Medikamente. Hast Du Dir schon mal überlegt, ob die Depressionen nicht von dem Johanniskraut kommen. Dies wird zwar immer dagegen eingesetzt, jedoch gibt es seltene Fälle, die genau umgekehrt auf Johanniskraut reagieren. Das habe ich selbst am eigenen Leib erfahren. Wenn ich Johanniskraut nehme, werde ich sofort depressiv - genau der Zustand, den ich nicht haben will. Mein Arzt hat dies auch Kineosologisch getestet und mir zugestimmt. Ein Kontakt mit der Herstellerfirma hat dies auch bestätigt. Also sei vorsichtig damit.
Probiere doch mal folgendes Medikament, das auch verschrieben wird: Zincum valerianicum Hervert Tropfen. Es handelts sich um ein homöopatisches Medikament; ebenso Horvi-Psy 4. Ich glaube, das Zincum ist noch besser. Da ich kein Verhütungsmittel brauchte, wurde mir die Pille nicht verschrieben. Ich habe als Hormongabe Duphaston sehr gut vertragen. Unter dieser Einnahme sind die Zysten auch immer wieder vergangen - ohne Nebenwirkungen.
Vielleicht konnte ich Dir ein wenig helfen.
Viele Grüße
Hildegard
Ich gehe Dienstag ins Krankenhaus und bekomme hoffentlich viele Endometrioseherde entfernt.



Re: Endometriose und Depression
Gertrud

Liebe Hildegard,
vielen Dank für Deinen Rat. Ich habe mit Homöopathie sehr gute Erfahrungen gemacht, einen Versuch ist es wert. Auch wenn Du es Dir vielleicht nicht vorstellen kannst, bin ich offenbar nicht die einzige Endo-Patientin mit Depressionen. Ich habe mal gelesen, dass ca. 20% aller Endo-Patientinnen in psychotherapeutischer Behandlung sind. Für mich war die Diagnose jedenfalls ein Schock, zumal meine Frauenärztin von Tumor sprach und ich drei Wochen lang dachte, ich hätte Krebs. Hinzu kam die OP, die für mich wirklich die Hölle war (Komplikationen wegen verschleppter Virusinfektion ...).
Dass meine Depression von dem Johanniskraut kommen könnte, ist ausgeschlossen. Ich nehme es ja erst seit März, und es ging mir damit ja auch nicht schlechter, sondern viel besser. Das Problem ist nur, dass man das Johanniskraut und die Pille nicht zusammen nehmen soll, wegen Wechselwirkungen, man mir aber nicht konkret sagen konnte, wie gefährlich diese sind. Ich will mir schließlich nicht die Leber ruinieren. Andererseits kann ich aber auch nicht mit ständiger Übelkeit leben.
Liebe Grüße, und viel Glück für morgen,
Gertrud
PS. Anscheinend ist massive Übelkeit beim Wechsel von Cerzatte auf Valette auch kein Einzelfall, wenn man die Statements hier so durchforstet.



Re: Endometriose und Depression
Barbara

Hallo Gertrud !
Ich weiss mit Hormontabletten ist es nicht leicht. Manche vertragen es vom ersten Tag gut und manche brauchen es eben sogar 2 bis 3 Monate, bis sich alles einpendelt. Habe Geduld.

Mit der Übelkeit- ist es so, wenn der Hormonspiegel durcheinander ist, reagiert der Körper mit Übelkeit und sogar leichtem Schwindel.
Es hilft seht gut dagegen - Paspertin ( auch als MCP bekannt ) Tropfen.

Liebe Grüße
Barbara



Re: Endometriose und Depression
Silvia W.

Hallo Gertrud,

habe nach einer Endo-Op auch Cerazette bekommen. Ergebnis:
1/2 Jahr lang Übelkeit mit Erbrechen, ohne Ende. Dann Umstellung
auf Valette. Nach wenigen Wochen ging die Übelkeit nach und nach
weg. Heute geht es mir entsprechend ganz gut. Blutwerte stimmen
zwar nicht (Senkung zu hoch, Trycliceride zu hoch), habe seit kurzem
hohen Blutdruck und in dem Jahr ca. 25 kg zugenommen.

Aber ich hoffe das bekomme ich alles in den Griff. In ersterLinie
haben diese Herde aufgehört zu wachsen und diese elenden Schmerzen
sind komplett weg.

Ich wünsche dir alles Gute und nicht aufgeben.

Liebe Grüße

Silvia



Re: Endometriose und Depression
Gertrud

Liebe Barbara, liebe Silvia,
vielen herzlichen Dank für Eure Antworten. Ich bin sehr erleichtert, dass es offenbar nicht nur mir so geht, was die ständige Übelkeit und Probleme mit Cerazette betrifft. Mittlerweile geht es mir schon viel besser, nach drei Wochen Einnahme von Valette. Mir ist nur noch selten übel und meine Haut ist auch viel besser geworden. Wenn ist zwischendurch schlimmer ist, nehme ich Paspertin, aber das ist halt keine Dauerlösung.
Ich hoffe aber, dass der Albtraum jetzt endlich ein Ende nimmt und durch Valette auch das Zystenwachstum gestoppt wird.
Liebe Grüße,
Gertrud