Thema
Hormonbehandlung
Frage

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei mir wurde Anfang März während einer Bauchspiegelung einige Endometrioseherde festgestellt. Auf Grund dieses Befundes soll ich nun Visanne 2mg einnehmen. Im Krankenhaus (zertifiziertes Endometriosezentrum) wurden mir einige Nebenwirkungen genannt, aber nicht, das da durch auch Depressionen hervorgerufen werden können. Im Beipackzettel steht sogar, man soll es nicht nehmen, wenn man bereits unter Depressionen gelitten hat. Dies ist bei mir der Fall und erst ca. 2,5 Jahre her. Ich nehme zwar keine Medikamente mehr und brauche auch keine Therapie mehr, aber ich habe natürlich auch nicht vor, durch ein Medikament wieder da hinein zu fallen. Mein Arzt, der meine Krankengeschichte kennt, hat dies auch nicht weiter angesprochen.

Können Sie mir sagen, wie bedenklich die Einnahme unter diesem Aspekt ist ?

Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Hilfe.

Antwort

Sehr geehrte Patientin,

zunächst muss ich mich entschuldigen, da ich auf Grund eines EDV-Problems erst heute Zugriff zu Ihrer Frage erhalten habe.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass ich ohne Kenntnis der Untersuchungsbefunde, der Ultraschallbefunde, der Operationsberichte und vor allem der feingeweblichen Untersuchung für Sie individuell keinen Rat geben kann. Es gibt unterschiedliche Endometrioseformen und unterschiedliche Reaktionen auf die hormonelle Behandlung; die Situation ist bei jeder Frau anders.

Der Beipackzettel ist die juristische Absicherung der Pharmafirma vor Regressansprüchen und hat neben den positiven Wirkungen einer Aufklärung eben auch viel negative Effekte hinsichtlich Verunsicherung der Patientin. Ich kenne weder Art, Ursache, Intensität und Dauer Ihrer Depressionen – insofern ist ein Rat per Mail nicht möglich. Grundsätzlich sind depressive Verstimmungen unter Dienogest selten und treten meist erst nach jahrelangem Gebrauch auf.

Besprechen Sie dies noch einmal mit Ihrem Frauenarzt / Frauenärztin und lassen sich eventuell zur Zweitmeinung in ein zertifiziertes Endometriosezentrum überweisen (Adressen unter www.endometriose-sef.de / Patientinneninformationen / Endometriosezentren) überweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Schweppe