Hallo,
ich habe eine Hochgradige Endometriose durch eine Laparoskopie 2017 feststellen lassen. Die folgenden Monate waren die Hölle. Ich wurde für 3 Monate in die künstlichen Wechseljahre versetzt, diese ich natürlich mit damaligen 21 Jahren nicht vertragen habe. Danach folgte die Visanne für weitere 3 Monate. Auch die bescherte mir viele Beschwerden und Nebenwirkungen. DANACH bekam ich die Feanolla, eine reine Gestagenpille, auch damit hatte ich leider meine Probleme. Die zweite OP erfolgte fast genau ein Jahr später. Diagnose: Die Endometriose ist schlimmer geworden als noch vor einem Jahr… und das TROTZ Hormone(???). Ich lebte dann 6 Monate Hormonfrei. Mir ging es super.
Ich habe mich im Februar 2019 in einem Endometriose-Zentrum vorgestellt. Die leitende Ärztin war der Meinung, ich soll sofort operiert werden und dann schnellstmöglich Schwanger werden. Sie würde ungern mehrere OP´s machen, da das Risiko von nachhaltigen Verwachsungen/Vernarbungen sehr groß sind, nach jeder OP. Ich werde die die OP sowieso erst nach ende meiner Ausbildung im Juni 2020 machen. Nun, mit 25 möchte ich jedoch wirklich noch kein Kind.
Die Ärztin riet mir zu einer Hormonspirale. Dies lehnte ich erst einmal ab. Also wurde mir doch wieder die Visanne verschrieben.
Alles schön und gut. Nach 3 Monaten Einnahme der Visanne, habe ich nun seit 2 Monaten(!!!) meine Periode und meine schmerzen sind zunehmend. Heute bei meinem regulären FA wurde mir gesagt, dass das ja alles nicht so schlimm sei und ich diese weiter nehmen soll. Jedoch soll die Visanne doch genau das gegenteil von dem bewirken, wie es momentan ist? Auf nachfrage ob er mir die Spirale einsetzen kann winkte er nur ab und sagte, dass das ja nur Lokal wirken würde und die Endometriose trotzdem weiter wachsen würde unter der Spirale. Er sagte auch, dass ich die Visanne nun einfach mal eine Woche absetzen solle um “alles Abbluten zu lassen” und das ich mich am besten direkt Operieren lassen soll und dann in 5 Jahren mit meinem KIWU nochmal.. Also genau das gegenteil von dem was mir die leitende Ärztin im Endometriose-Zentrum gesagt hat.
Meine Frage nun:
Stimmt sein Standpunkt? Ist die Hormonspriale (z.B. Mirena) wirklich kontraproduktiv für meinen stark ausgeprägten Befund?
Mein Befund:
Endometriose Grad IV – Am Darm, an der Blase, am Zwerchfell und bis zur Leber reichend. Tuben sind undurchlässig. Tuben sind mit dem Becken verwachsen.
Liebe Patientin,
leider stimmen einige der unangenehmen Antworten. So kann man leider trotz der Medikamente nicht verhindern, dass in einigen Fällen die Endometriose weiter wächst. Bei der Mirena ist auch eine systematische Wirkung gegeben, so dass sie auch bei entfernten Herden wirkt. Allerdings ist die beste Empfehlung, die Mirena bei Adenomyose einzunehmen, also bei Endometriose in der Gebärmuttermuskulatur. Der Rat zur baldmöglichst Operation sollte darauf basieren, wie weit die Endometriose in Gewebe eingedrungen ist. Wenn es sich bereits um eine tief-infiltrierende endometriose des Darmes handelt, könnte es notfallmäßig zu einem Darmverschluss kommen. Eine dann erforderliche Not-OP wäre die schlechteste Lösung. Gibt es denn schon ein MRT, um die Ausdehnung der Erkrankung in die Tiefe zu bestimmen?
Mit besten Grüßen
Ihr H. Tinneberg
