Eierstockzyste und Minipille

Hallo an Alle!

 

Ich war heute zur Gyn Kontrolle nach meiner erstmaligen Diagnose Endometriose im Sommer 2019. Seit dem nehme ich auch die Minipille. Mit dieser geht es mir gut. Keine Schmerzen und Anfangs Zwischenblutungen, aber diese sind nun auch wieder vorbei. Heute beim Ultraschall zeigte sich dann jedoch eine Zyste am rechten Eierstock. Jedoch keine Endometriosezyste - zumindest wurde dies nicht angesprochen. Die Ärztin meinte dann, in 3-5 Monaten zur Kontrolle. Ist sie weg, dann ist es gut. Ist sie noch da, dann muss sie operativ entfernt werden.

Hab mir dann den Patientenbrief angesehen und da steht: leicht vergrößert durch unilokuläre Zyste mit 1 papillärem Fortsatz von 2mm Länge, nicht vask, hypoechogen, weist glatte Oberfläche auf, unauffälliger Follikelbesatz und erscheint sonomorphologisch unauffällig.

Natürlich hab ich Dr. Google gefragt und wenn man unilokuläre Zyste eingibt kommt eigentlich nur mehr OVARIALKARZINOM :-( Laut Statistik hab ich mit diesen Merkmalen ein 33%iges Risiko daran zu erkranken.  ich bin momentan eh schon ziemlich fertig mit den Nerven weil unlängst meine Hündin gestorben ist und ich auch noch eine chronische Gastritis bekommen habe, durch die vielen Sorgen die ich mir ständig mache. Ich bin erst 31 Jahr und möchte keinen Krebs bekommen. Nur was wenn diese Zyste eben nicht verschwindet? Wieder eine OP? Mich hat die letzte OP schon fertig gemacht, als eine Endozyste entfernt wurde. 

Kann es eben auch sein, dass diese Zyste von der Pille kommt? Hat hier jemand schon mal etwas ähnliches gehabt und kann mich beruhigen? Ruhig zu bleiben fällt mir grad ziemlich schwer. Soll ich mir eine zweite Meinung holen? Kontrolle hab ich mir für 3 Monate ausgemacht.

Vielen Dank schon Mal! LG 

Hallo, Deine Gyn. wartet…

Hallo,

Deine Gyn. wartet erst einmal ab und dass ist auch vernünftig. Die Zyste kann verschwinden, kleiner werden, mit einer anderen Pille behandelt werden Oder...oder.

anbei was ich dazu im Januar geschrieben habe. Wenn Du mehr über Zysten lesen möchtest schaue nach dem Suchwort "Zyste" in diesem Forum wurde schon sehr viel darüber geschrieben.

Ich habe Jahrzehnte mit Zysten gelebt, ohne Operation und bin sehr froh über meine Entscheidung!

Mir ging es auch in jungen Jahren nicht gut, die Frauenärzte sagten es sei soweit alles in Ordnung.

Bis meine Hausärztin mich zu einen Gynäkologischen Endokrinologen schickte.

Dort wurde eine Hormonstörung und PCO diagnostiziert.

 

Polyzystische Ovarien – (viele) Zysten in den Eierstöcken. Das polyzystische Ovar (PCO) ist durch acht und mehr subkapsuläre Zysten mit einem maximalen Querschnitt von zehn Millimetern und durch eine relative Vermehrung des Stromagewebes definiert. Ein zusätzliches Kriterium ist die Ovarvergrößerung. Je nach Definition haben 80 bis 100 Prozent der PCOS-Patientinnen polyzystische Ovarien. Ob polyzystische Ovarien vorliegen, kann mittels Ultraschalldiagnostik festgestellt werden. Auf den Ultraschallbildern (Sonogramm) sind dann viele kleine schwarze „Löcher“ in den Eierstöcken zu erkennen. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Polyzystisches_Ovar-Syndrom

 

Die Endokrinologin erklärte mir immer den Ultraschall und was wir warum machen.

Das hat mir ein Gefühl für meinen Körper, den Vorgängen und somit auch einen „Zugang“ zu den Zysten gegeben. Wir haben Sie beobachtet, vermessen und mich hormonell behandelt.

Ich war nie ohne Zysten.

Erst als ich, zwanzig Jahre später, keinen Endokrinologen hatte und ein neuer Frauenarzt bei der Erstuntersuchung meinte ich hätte eine sehr große Zyste, die unbedingt operiert werden müsse, gab ich nach. Denn es ging mir insgesamt nicht gut und er sagte mir es läge wohl an der Zyste.

Die Operation führte in einem Endozentrum zu einer nur Teilresektion der Zyste und ich sollte gleich wieder operiert werden. Bei der ersten Untersuchung meines Gyn. nach der OP zeigte der Ultraschall eine neue über 10 cm große Zyste. Ich ließ mich nicht operieren, sondern hatte das Glück eine TCM Kundige zu treffen, die sich auf Frauen spezialisiert hatte. So nahm ich die Visanne und wurde parallel von Moxen, Akupressur und Akupunktur unterstützt. Als es mir besser ging, setzte ich die Visanne ab und machte weiter TCM. Siehe da, erstmalig hatte ich keine Zysten mehr und habe nun seit zwei Jahren keine. All das ließ ich von meinem Gynäkologen und einem gynäkologischen Endokrinologen begleiten. So das ich sowohl Blutwerte, Hormone…. als auch per Ultraschall, die Zysten (nicht mehr vorhandenen Zysten) sehen konnte.

Als ich als junge Frau zu der Gyn. Endokrinologin kam, waren auch Kinder ein eventuelles Thema. Ich konnte mit Ihr darüber sprechen und sie erklärte mir, wie Sie im Falle eines akuten Kinderwunsches unterstützen kann. Ich werde nie vergessen, als Sie sagte:“ Das kriegen wir schon hin, wenn es soweit ist, ich bin für Sie da.“

Ich schreibe Dir diese Geschichte weil meiner Erfahrung nach Operationen einen schweren Eingriff bedeuten der wiederum Spuren hinterlässt und eher als „letzter“ Schritt in Erwägung gezogen werden sollte um ein lebendiges Leben zu ermöglichen.

Es entspricht dem Zeitgeist zu operieren. Lass Dich gut beraten und höre auf Dein Gefühl, was Du möchtest, was Du Dir gegenüber vertreten kannst.

Verdachtsmomente googeln…

Verdachtsmomente googeln geht leider oft nach hinten los. 

Im Prinzip heißt unilokulär ja erst einmal nur, dass die Zyste eine Kammer hat. Bestünde wirklich begründeter Verdacht auf Krebs, wäre hier eine Maschinerie in Gang gesetzt worden, die nicht in „Schauen wir in 3 bis 5 Monaten noch mal“ bestünde. Zysten kommen und gehen durchaus, das Vergnügen hatte ich auch schon. 

Und zum Thema Statistik... Natürlich weiß ich nicht, woher die 33% tatsächlich kommen und ob sie fundiert sind. Aber man könnte auch statistisch belegen, dass in Gegenden mit hoher Geburtenrate und viel Grüngebiet der Storch die Kinder bringt. Dass etwas oft zusammen auftritt (Krebs/Zyste oder Grüngebiet/Storch/Kinder) heißt nicht, dass das eine das andere bedingt. Korrelation ist keine Kausalität, mit anderen Worten. Also tiiiief durchatmen :-) 

Ganz sicher

ist das einfach nur eine Follikelzyste, steht ja auch in den Nebenwirkungen der Minipille, hatte ich auch. 
wenn du gaaanz beruhigt sein willst und nicht 3-5 Monate warten haben willst, lass dir die beiden Eierstockkrebs-Tumormarker abnehmen, das geht übers Blut. 
vorsicht, ein Wert kann auch durch Endometriose leicht erhöht sein, der andere allerdings nicht. Bei Eierstockkrebs wären beide ziemlich sicher stark erhöht.
Das würde ich an deiner Stelle wohl machen. Alles gute!